Wenn man sich seine Ziele aufschreibt, hilft das dabei, seine guten Vorsätze auch einzuhalten.

Gute Vorsätze: So halten Sie sie durch

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Mehr Sport, gesünder essen oder mit dem Rauchen aufhören: Zum Jahresanfang sind wir meist voller guter Vorsätze. Und die ersten Tage klappt das auch meist ganz gut. Aber dann wird es hart und wir ertappen uns dabei, wie wir doch wieder faul auf der Couch sitzen oder den Glimmstängel anzünden. Was aber hilft wirklich, die guten Vorsätze auch durchzuhalten?

Das Neue Jahr ist traditionell die Zeit, in der wir uns vornehmen, etwas zu ändern – zum Besseren natürlich. Umfragen zeigen, dass jeder zweite Mensch in Deutschland sich zum Jahreswechsel gute Vorsätze macht. Allerdings: Nur die Hälfte schafft es auch tatsächlich, wie vorgenommen mehr Sport zu machen, Nichtraucher zu werden und Ähnliches. Der Rest landet schon nach kurzer Zeit wieder im alten Trott. Wie aber können Sie ihre Chancen verbessern? Hier ein paar Tipps.

Tipp 1: Setzen Sie sich realistische und konkrete Ziele

Nehmen Sie sich nur das vor, was Sie auch schaffen können. Wenn Sie bisher ein extremer Couchpotato waren, ist es nicht sinnvoll, sich gleich 5x die Woche Joggen vorzunehmen oder das Trainieren auf den nächsten Marathon. Auch zehn Kilo in nur einem Monat abzunehmen ist schon ziemlich ehrgeizig.

Fangen Sie lieber klein an: Nehmen Sie sich vor, künftig mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren oder Einkäufe zu Fuß statt mit dem Auto zu erledigen. Oder suchen Sie sich einen Sportkurs aus, der Ihnen wirklich Spaß macht und gehen dort ein oder zweimal die Woche hin. Wer abnehmen möchte, sollte sich informieren, welche Gewichtsreduktion wirklich realistisch und auf Dauer durchzuhalten ist.

Tipp 2: Schreiben Sie ihre Ziele auf

Die guten Vorsätze sollten so konkret wie möglich sein. Also nicht: "Ich will abnehmen", sondern besser: "Ich möchte bis zum Sommerurlaub 10 Kilo weniger wiegen." Oder "Ich gehe ab sofort jeden Dienstagabend ins Fitness-Studio", statt einfach nur "Ich will mehr Sport machen". Dafür hilft es, wenn Sie sich in Ruhe hinsetzen und am besten auf einem Blatt Papier aufschreiben, was Sie sich für die nächsten Monate vornehmen. Der große Vorteil: Das Blatt mit den Vorsätzen können Sie dann gut sichtbar aufhängen, dadurch werden Sie immer daran erinnert.

Tipp 3: Sie müssen es wirklich wollen

Überlegen Sie gut, was Sie selbst sich wünschen und was Sie vielleicht ändern möchten. Horchen Sie in sich hinein – und nicht auf das, was Andere vielleicht von ihnen erwarten. Wollen Sie wirklich abnehmen, weil Sie sich unwohl fühlen und wieder beweglicher und fitter sein möchten? Oder tun Sie dies, weil Sie die Erwartungen ihres Partners, ihrer Familie oder der Gesellschaft erfüllen wollen?

Studien zeigen, dass eine Änderung der Gewohnheiten und der Lebensweise dann am besten gelingt, wenn die Motivation aus uns selbst heraus kommt, nicht aber, wenn sie uns von außen aufgedrängt wird. Es kann auch helfen, wenn Sie sich vor Augen halten, warum Sie etwas ändern wollen, was das Ziel, sozusagen die Belohnung ist – beispielsweise die Bikinifigur zum Urlaub, eine Shoppingtour, auf der Sie dann schöne Kleider in der neuen Größe kaufen oder eine Fahrrad- oder Wandertour mit der ganzen Familie, auf der Sie Ihre neu erworbene Fitness demonstrieren können.

Tipp 4: Beginnen Sie sofort

Wir neigen oft dazu, unangenehme Dinge vor uns herzuschieben. Und das gilt erst Recht, wenn es darum geht, auf etwas Liebgewonnenes zu verzichten oder etwas Anstrengendes zu tun. Aber diese Aufschieberitis ist fatal, denn wer immer "morgen" sagt, fängt meist gar nicht erst an. Die 72-Stunden -Regel besagt, dass wir innerhalb von spätestens drei Tagen anfangen sollten, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben. Denn danach sinken die Chancen rapide ab und liegen bei nur noch einem Prozent.

Anders gesagt: Der erste Schritt ist der schwerste und gleichzeitig der wichtigste. Deshalb sollten Sie ihn im ersten Schwung der Begeisterung machen. Auch das zeigt, warum es so wichtig ist, klein anzufangen und sich realistische Etappenziele zu setzen: Dann fällt auch das Aufraffen zum Anfangen weniger schwer.

Tipp 5: Sagen Sie es anderen

Sozialer Druck kann wahre Wunder wirken: Wenn Sie anderen vollmundig von ihren großen Plänen und Vorsätzen erzählt haben, wird es Ihnen schwerer fallen, diese dann nicht durchzuhalten. Denn schließlich will man sich ja nicht blamieren und als Lusche dastehen. Deshalb sollten Sie ihre Vorsätze zwar für sich fassen, diese aber ruhig anderen mitteilen. Das kann manchmal den nötigen Schubs liefern, um den inneren Schweinehund dann doch noch zu überwinden.

Noch hilfreicher ist es, wenn man sich direkt mit jemanden zusammentut, der das gleiche Ziel hat: Warum nicht gemeinsam ins Fitness-Studio gehen oder Joggen? Und auch das Abnehmen fällt in einer Gruppe leichter – man kann sich gegenseitig motivieren, sich über Schwierigkeiten austauschen und neuen Mut fassen, wenn es mal nicht so läuft.

Tipp 6: Belohnen Sie sich ruhig mal

Das Durchhalten klappt nur, wenn Sie den Spaß und die Motivation nicht aus den Augen verlieren. Schließlich soll das Ganze ja kein Leidensweg sein. Wichtig ist es deshalb, dass Sie sich überlegen, wie sie sich für kleine Erfolge belohnen. Warum nicht mal ein entspannter Saunabesuch oder ein netter Kinoabend, wenn die ersten Pfunde runter sind? Oder Sie sammeln das durch das Nichtrauchen gesparte Geld und kaufen sich davon nach einem Monat etwas Schönes.

Tipp 7: Nicht durch Ausrutscher entmutigen lassen

Niemand ist perfekt – das gilt auch und erst Recht, wenn wir unsere Gewohnheiten ändern wollen. Es dauert mehrere Wochen, bis sich die neuen Verhaltensweisen etabliert haben und das Joggen, das gesunde Müsli am Morgen oder die bewusste Zeit der Entspannung nach der Arbeit zur Routine werden. Wenn es dann mal an einem Tag nicht klappt, ist das noch nicht das Ende der Welt – und schon gar kein Grund, dann komplett aufzugeben.

Gegen zu häufige Ausrutscher kann es übrigens helfen, wenn Sie sich schon im Vorhinein Ausweich-Strategien überlegen. Regnet es beispielsweise an ihrem üblichen Joggingtag, dann gehen Sie doch stattdessen Schwimmen oder ins Fitness-Studio. Oder der Süßjieper droht, Sie mit Schokolade schwach werden zu lassen? Halten Sie süßes Obst oder Trockenfrüchte bereit, das kann helfen.

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15 Kommentare


#1
15.1.16, 17:20
Schön geschrieben und alles nachvollziehbar. Mal sehen, ob ich meinen Vorsatz abzunehmen und mich mehr zu bewegen durchhalte.
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#2
15.1.16, 18:46
Das ist alles sehr gut beschrieben!
Das wichtigste ist immer wieder, sich selbst auszutricksen, wenn die Motivation nachlassen will.
Ein bewährter Trick beim Abnehmen ist auch, sich in die Kühlschranktür ein Foto aus der dicksten Zeit zu kleben.
Ich denke, das Foto eines sehr begehrten Kleidungsstücks, für das man abnehmen möchte, könnte auch helfen, den Griff in den Kühlschrank gerade noch abzubremsen.
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#3
15.1.16, 18:47
Das ist alles sehr gut beschrieben!
Das wichtigste ist immer wieder, sich selbst auszutricksen, wenn die Motivation nachlassen will.
Ein bewährter Trick beim Abnehmen ist auch, sich in die Kühlschranktür ein Foto aus der dicksten Zeit zu kleben.
Ich denke, das Foto eines sehr begehrten Kleidungsstücks, für das man abnehmen möchte, könnte auch helfen, den Griff in den Kühlschrank gerade noch abzubremsen.
#4
15.1.16, 18:48
Oh, jetzt kommt mein Kommentar auch schon doppelt! So wichtig wollte ich gar nicht genommen werden.
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#5
15.1.16, 19:06
@Maeusel: die leckersten Dickmacher liegen bei mir aber nicht im Kühlschrank.;-)))) So viele Dickfotos die ich aufkleben müsste, hätte ich garnicht :0 )
#6
15.1.16, 21:23
@Upsi: Dann wird es natürlich schwierig! Da ist dann eben doch wieder die leidige Selbstdiszipöin gefragt.
Aber, wie haben wir es schon so oft gesagt: Es gibt kein allgemeingültiges Idealgewicht, jeder hat sein eigenes Wohlfühlgewicht! Und solange er das einigermaßen halten kann, ist doch alles gut.
#7 comandchero
16.1.16, 11:43
Genau. Gute Tipps.
Das Wichtigste dabei ist, dass
- die Ziele realistisch sind und dass
- man den Weg dahin GENAU beschreibt. Beispiel: "Ich will im Haushalt" mehr machen reicht nicht, sondern "Ich will mich jeden Tag 1 Stunde dem Haushalt widmen."
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#8
12.2.16, 10:51
Nachdem die Selbstdisziplin bei mir auch lang nicht geklappt hat (abnehmtechnisch) habe ich einen wunderschönen Mantel entdeckt in Grösse 38!!!. Meine Grösse war zu der Zeit 44. Da ging es knack bei mir und ich habe nach 6 leidvollen Monaten in diesen Mantel gepasst und ihn mir gekauft, obwohl er eigentlich den Rahmen meiner Finanzen sehr angekratzt hat. Er ist heute mein Motivationsstück und mein Lieblingsmantel . Er passt mir jetzt seit 2 Jahren und ich liebe ihn.
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#9
12.2.16, 13:12
@idun: Das ist dann doch wirklich ein Erfolg und ein Beweis dafür, daß die richtige Motivation helfen kann, das Ziel zu erreichen!
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#10
12.2.16, 17:09
@idun: Herzlichen Glückwunsch! Möge dir der Lieblingsmantel noch möglichst lange erhalten bleiben : )
#11
12.2.16, 17:59
@Fischersfruwe:
am meisten angepi. hat mich damals dieser mitleidige arrogante Blick der Verkäuferin. Das war dann eine Doppelmotivation.
#12
13.2.16, 17:51
@idun: O ja, das glaube ich dir gern. Wut ist manchmal ein sehr guter Motivationstrainer. So nach dem Motto: DER werde ich es zeigen! Hat diese Verkäuferin denn dann auch deinen Erfolg mitbekommen? Oder gab es sie nicht mehr, als du deinen Mantel geholt hast?
#13
15.2.16, 10:07
@Fischersfruwe:
doch es gibt diese Lady noch und sie hat mich auch erkannt und es hat mir Spass gemacht den Mantel zu kaufen.
Ich habe mich bei ihr auch noch für den Motivationsschub bedankt und beim freundlichen "bis zum Nächstenmal" mit einem noch freundlicheren "Bestimmt nicht" geantwortet
#14
16.2.16, 19:25
Super. Das hast du gut gemacht. Das muss ja ein tolles Gefühl für dich gewesen sein.
#15
22.6.16, 12:44
@idun: Na, das könnte glatt von mir stammen. Mittlerweile habe ich mir aber angewöhnt auf dumme Sprüche gar nicht mehr zu reagieren. Ich ziehe mein Hütchen lediglich noch etwas tiefer ins Gesicht und verlasse mich auf meine " Tarnbrille "  (  dunkle Sonnenbrille ). Ich habe  festgestellt, daß es die wenigsten Zeitgenossen ertragen können sozusagen links liegengelassen zu werden. Zu den guten Vorsetzen muß ich ebenfalls beipflichten : sich nur so viel vornehmen, wie es zu schaffen ist. Ich beispielsweise kämpfe schon lange mit dem rauchen komplett aufzuhören. Da ich keinen zwingenden Grund sehe, habe ich beschlossen im Herbst, wenn ich meine Tochter besuche, als Ziel zu setzen. Vorher natürlich alle Aschenbecher in die Tonne und nix mehr zu hause. Da ich auch vor der Abreise ordentlich lüften werde, überrascht mich wohl kein häuslicher Gestank nach Zigaretten. Meine Tochter und Schwiegersohn haben vor drei Jahren, allerdings aus einem gesundheitlichen Aspekt aufhören müssen.  Gute Vorsätze MÜSSEN machbar sein. Sonst verfällt man sehr schnell wieder in das alte Fahrwasser. Danke für den ausführlichen Tipp. Habe ihn erst jetzt entdeckt.

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