Lammkeule als Heubraten

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Da gerade vom Kochen mit Heu die Rede war, kommt mir das alte Rezept der Lammkeule - als Heubraten, wieder ins Gedächtnis. Besorgt Euch eine schöne Lammkeule von 1,5 - 2 kg, eine Tüte Wiesenheu sowie ein paar Möhren und Sellerie. Alles andere habt Ihr hoffentlich im Vorrat. (Öl, Pfeffer, Salz, Rotwein, Senf, Knofi): Zusätzlich einiges an Gewürzen, Wacholderbeeren. Thymian, Rosmarin, Majoran, Pfefferminze, Kerbel, Petersilie habe ich meistens auf der Terrasse, von jedem Kräutlein rupfe ich ein paar Stiele ab.

Eine schöne große Lammkeule wird vom großen Knochen gelöst, mit Salz, Pfeffer, zerdrückten Wacholderbeeren und Senf eingerieben. In mildem Olivenöl rundum knuprig anbraten. Mit 2 Gläsern trockenen Rotwein ablöschen.

Eine gute Handvoll geputztes und grob geschnittenes Wurzelgemüse wird als Röstgemüse angeschwitzt. Das können 2-3 Wurzeln (Möhren) sein, ein Stück Sellerie, eine halbierte Zwiebel sowie 1-2 Knoblauchzehen.

Das Heu wird mit den frischen Kräutern gemischt und ca. 3 Handvoll auf dem Boden des Bräters ausgebreitet. Darauf kann es sich die Lammkeule schon mal bequem machen. das Röstgemüse drauf geben und alles mit dem restlichen Kräuter-Heugemisch abdecken. Deckel auf den Bräter und ab damit in die Bratröhre. Unterste Schiene und nicht zu heiß, dafür aber laaaaaaaaannge. Ich mache das bei einer Einstellung von ca 150° C - dauert dann ca. 2 1/2 Stunden.

Dann den Braten aus seinem Heubett befreien, in Alufolie einschlagen, Küchentuch drumwickeln und erst einmal ca. 10 Minuten ruhen lassen. Den Bratensaft abseihen (oder absieben), das Heu wird nicht mitgegessen. Aber der Braten und vor allen Dingen der Bratensaft haben ein wundervolles Aroma angenommen. Also den Bratensaft mit etwas Butter aufmontieren (das heißt mit eiskalten Butterflöckchen aufschlagen)- Abschmecken. Abgeriebene Zitronenschale, etwas Zucker - vielleicht noch ein bisschen Rotwein - ich kann Euch nicht vorschreiben mit wie vielen Körnchen Salz es Euch am besten schmeckt, probiert es einfach.

Der Braten hat jetzt lange genug geruht, kann also mit einem scharfen Messer quer zu den Fleischfasern angeschnitten werden.

Habt Ihr auch an die Beilagen gedacht? Backkartoffeln passen dazu, kann man in der Bratröhre in ca. 70 Minuten mitgaren lassen. Mit einer Kräutercreme für die Backkartoffeln und grüne Bohnen als Beilage - ein Gedicht.

Natürlich kann als Alternative ein schönes Stück Schweinerücken genommen werden. Probiert es aus, Ihr werdet begeistert sein.

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5 Kommentare


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#1
19.5.12, 13:45
Ich habe noch nie einen Heubraten gegessen, aber das hört sich richtig lecker an!
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#2
20.5.12, 04:54
hmmm das klingt sehr lecker!
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#3
20.5.12, 17:59
Hm. Unmengen an Kräutern und Gewürzen. Da könnte man doch sicher auch Tofu nehmen, denn vom Fleisch-an-sich-Geschmack ist sicher nicht viel mehr übrig.
*Jaa, ich bin schon weg! Aber solche Gedanken kommen mir halt bei so'ner Liste... :-)))
#4
20.5.12, 18:03
@dahlie: war nur eine Auswahl von passenden Aromen. Muß ja nicht alles sein. Diese Kräuter sollten eingrenzen, was paßt. Sonst kommt die Currydosenfraktion und wundert sich über zu große Geschmacksähnlichkeit mit dem Imbißliebling. - Übrigens, Kräutlein ans Lamm verfüttern geht auch, würzt das Fleisch schon zu Lebzeiten.
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#5 compensare
20.5.12, 18:27
hab vor ewigen Zeiten mal eine Damhirsch-Keule in Salzkruste als Heubraten zubereitet gegessen, das war ein Träumchen *schwärm* ...danke für das tolle Rezept, das werde ich ganz sicher mal ausprobieren, mit Lamm oder anderem Fleisch... von mir gibts Daumen hoch :-)

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