Noch ein Tipp zum schnellen "Notputzen": Zeitplan machen

Jetzt bewerten:
4,6 von 5 Sternen auf der Grundlage von

Systematisches Arbeiten finde ich immer hilfreich. So sehr ich auch darauf achte, jeden Abend den Haushalt wieder in den "Idealzustand" zu versetzen - mit vier Heranwachsenden bzw jungen Erwachsenen im Haus, einem heimwerkenden Ehemann und mehreren Vierbeinern sieht es tagsüber oft genug aus wie Kirmes im Wirbelsturm...

Wenn der Besuch droht, das Chaos aber noch groß ist, plädiere ich für genaue Zeitplanung. Bevor man panisch anfängt, einfach irgendwo aufzuräumen - genau umgucken und Schlachtplan entwickeln. Dann die Zeit berechnen, die man noch hat bis zur "Stunde Null", wenn der Besuch klingelt, und abschätzen: brauch ich mehr Zeit zum Aufräumen oder zum Putzen? Was ist am wichtigsten? Ich schreibe mir den Zeitplan auf einen Zettel, um den Kopf nicht zu verlieren.

Wenn ich z.B. nur noch drei Stunden habe, teile ich mir die Zeit folgendermaßen auf.

Eine Stunde aufräumen - zuerst mit der Mülltüte durchgehen, dann Wäsche zusammensuchen und in Wäschetonne stopfen. damit ist meist schon viel Chaos beseitigt. Schließlich alles, was am falschen Platz ist, an den richtigen räumen. Dabei kann man mit einem kleinen Körbchen rumgehen und einsammeln. Für einen aufgeräumten Eindruck wichtig: freie Flächen.

Falls Geschirr rumstand: im Spülbecken stapeln (vorher mit Wasser und Spüli füllen), oder in die Spülmaschine.

Wenn die Stunde um ist, höre ich auf. Besser als vorher sieht es bestimmt aus. Jetzt den Müll wegbringen.

Dann anderthalb Stunden putzen - Schwerpunkt Klo und Küche. Danach Tischplatten und Oberflächen abwischen. Ich arbeite, wenn ich unter Zeitdruck stehe, gern mit Material in Sprühflasche - mit Fensterreiniger z.B. reinige ich zwar keine Fenster, aber viele Oberflächen. Das Geschirr ist jetzt eingeweicht und kann schnell gespült werden - ohne Abtrocknen. Zum Schluß schnell den Boden wischen - ich mag meinen PVC-Mop, mit dem das schnell und ohne nasse Hände geht.

Und dann eine halbe Stunde für mich selbst, während der Boden trocknet - duschen, anziehen, schminken, durchatmen :-) und einen Kaffee aufsetzen.

Das Wichtigste, was ich selbst am schwierigsten finde: sich nicht für das entschuldigen, was man nicht geschafft hat. Ich hab mein Bestes getan. Und in unserem Haus wird gelebt.

Von
Eingestellt am
Themen: Putzen

13 Kommentare


9
#1 Cally
27.9.11, 07:03
Wenn ich hinter 4 Heranwachsenden bzw. jungen Erwachsenen und einem Ehemann 1 Stunde Müll wegräumen, Wäsche aufsammeln, schmutziges Geschirr zusammenräumen und Dinge wieder an ihren ursprünglichen Platz räumen müsste, bevor ich eingetrocknetes Geschirr spülen und putzen könnte, hätte mein Tipp hier den Titel: Wie schwinge ich die Baseballkeule am effizientesten...

Und zu deinem letzten Absatz: Du scheinst die Einzige zu sein, die bei euch ihr Bestes gibt. Mein Tipp im Tipp: plane nur 10 Minuten ein, VOR den ganzen Arbeiten, die du aufgezählt hast. Die müssten reichen, jedem einzelnen deiner Mitbewohner einen kräftigen Ar...tritt zu verpassen, damit sie ihre Sachen (Verpflichtungen, wie Wäsche in den Wäschekorb, Geschirr in die Spüle, Müll in den Eimer...) selbst erledigen.

Meine 5 Cent.

Die Einteilung an sich ist nicht übel und die Arbeit wäre mit 5 Leuten (!!!) in 45-60 Minuten zu erledigen, wobei einer davon noch die Hunde (vermute ich mal) Gassi führen könnte...
5
#2
27.9.11, 07:31
LOL Da ist was dran, und wenn sie zuhause sind, krieg ich sie schon dran :-)

Aber der Tipp war für die Gelegenheiten, wo man allein vorm Chaos steht und schnell klar Schiff machen muß, egal ob man allein lebt oder nicht. Wie man Arbeiten in einer großen Familie täglich fair aufteilt, das ist wieder eine ganz andere Oper.
1
#3 Cally
27.9.11, 07:36
Schön, dass du mitlachst - ich hatte schon die Ohren angelegt, weil ich großes Gemecker erwartet hatte... :o)
2
#4
27.9.11, 07:48
Ach was, wenn ich so süß von Deinem Ava geschleckt werde, wer kann da was persönlich nehmen? Du hast ja vollkommen Recht, ich hätte dazuschreiben sollen: Zeitplan UND Arbeitsplan machen.
4
#5
27.9.11, 08:12
habe letzte Woche auch einen halben Wäschkorb voll Wäsche aus dem Kinderzimmer bekommen. Habe die Kinder mal voll auflaufen lassen, jetzt hatten sie nur noch Einzelsocken, die unbequeme Hose, die Shirts die nicht gerne getragen werden :-) Seitdem klappt es deutlich besser mit diesem hochkompliziertem Weg zum Wäschekorb, er wird tatsächlich gefunden :-)
1
#6
27.9.11, 08:22
Richtig, das halte ich bei meinen Großen schon lange so. Bei den Kleineren drück ich schon mal ein Auge zu.

Allerdings haben wir eine 10-Kilo-Maschine, die ich gern vollkriege, bevor ich wasche. Deswegen geh ich manchmal auf Dreckwäsche-Jagd, damit ich die Maschine laufen lassen kann :-D und unterlaufe somit meine eigenen pädagogischen Bemühungen. Die Großen können auch allein die Wäsche machen.

Wir haben übrigens als Wäschekorb drei stapelbare Plastikkisten, etwa solche.

http://lotex24.de/bilder/produkte/gross/Stapelbox-Gr2-155x240x125-mm-anthrazit-Plastik-Kaesten.jpg

Der unterste ist für weiße Wäsche, der mittlere für rotstichige, der obere für Blau, Grau und Schwarz. Als Grob-Einteilung sehr praktisch. Alle schmeißen ihre Wäsche da nach Farbe rein (ist für Kinder leicht erlernbar - wenn ich noch eine Fein-Aufteilung nach Stoffsorte etc hätte, wäre das zu kompliziert). Das halte ich schon seit vielen Jahren so und es hat sich total bewährt. Ist zu trivial für einen extra Tipp, aber in den Kommentar paßt es vielleicht doch :-)
#7
27.9.11, 10:04
So ähnlich mach ich das auch immer, nur, dass ich meist putze und aufräume gleichzeitig. :)

Ach ja, kleiner TIpp noch für die Sprühflasche: Ich hab in meiner alten Glasreinigerflasche nur noch Wasser mit nem kräftigen Schuss Spüli drin. Klappt super, die Flasche und ein Microfasertuch und alles wird sauber. Und man braucht eben nur eine Flasche. :)
1
#8
27.9.11, 10:20
@Cally: ROFL...
sowas ähnliches hab ich auch gedacht ;)
aber der tipp ist trotzdem ganz gut.
ich mache es auch so in der art und das meiste alleine da meine kinder noch so klein sind(sohn ist 2 jahre,tochter 5 monate).papa passt auf die kleinen auf und "darf" den müll rausbringen und den geschirrspüler einräumen...denn ich muss zugeben das ich beim putzen immer sehr kritisch bin und er es nicht "richtig" macht.aber er muss dann trotzdem mit ran weil ich der meinung bin das "einmal dumm gestellt reicht fürs ganze leben" bei mir nicht funktioniert ;)
#9
27.9.11, 12:58
Oh, Ally, dann paß aber auf, daß Du Deinen Perfektionismus nicht an den Kindern auslebst, wenn die größer sind und helfen wollen. Laß sie es ruhig "verkehrt" machen, Hauptsache sie helfen. Nichts kann Kindern schneller den Wind aus den Segeln nehmen als eine Mama, die das Bett nochmal "besser" macht oder den gewischten Tisch auf Streifen untersucht :-)

Ich spreche aus Erfahrung... hab mich da auch immer sehr zügeln müssen und bedaure heute, das nicht eher kapiert zu haben. Da hab ich eindeutig Fehler gemacht...
#10 Mikro
27.9.11, 15:13
Diese Woche bin ich hart und setze keinen Fuss ins Zimmer meines Sohnes. Mal sehen, wie lange er es schafft, nicht ueber seine Klamotten zu fallen.
#11
27.9.11, 17:50
@Mikro : Glaube mir die stolpern so schnell nicht und wenn fallen sie weich :(
#12
27.9.11, 17:56
Solche Aktionen halten die Kinder erfahrungsgemäß länger durch als die entnervten Eltern :-D

Und wenn ihnen die T-shirt ausgehen, bedienen sie sich am Vorrat der Eltern...
#13 jojoxy
30.9.11, 09:01
guter tip auch der von cally, merk ich mir wenn mein Kind da ist.
ich lebe allein und hab so meine faulen phasen, da sammelt sich viel an und ich muß dann auch immer so generalmäßig vorgehen

Verfasse einen Kommentar

Emojis einfügen