Man hört ja immer wieder Horrormeldungen über neue Eismischungen in teuren Hipster-Läden: Parmesan-Avocado, Spargel-Hollandaise, Holunder-Sojasoße, um einmal ein paar abgefahrene Kreationen zu nennen. OK, einige habe ich mir ausgedacht, aber ich habe auch schon mal einen TV-Bericht über Wiener-Schnitzel-Eis gesehen, von daher ist wohl alles möglich.
Doch mein Nachtisch mit Sauerampfer ist sehr, sehr lecker! Ich hatte Sauerampfer bisher nur für herzhafte Gerichte auf dem Schirm, aber in Desserts schafft dieses gesunde einheimische Kraut eine herrlich erfrischende Kiwi-Note! Doch nun zum Rezept:
Zutaten
- 400 g Joghurt (10 Prozent Fettgehalt)
- 20 Blätter Sauerampfer
- 1 TL Zitronenabrieb
- 6 Gelatineblätter
- 150 g Zucker
- 150 ml Apfelsaft
optional
- etwas Cranberries oder Himbeeren
- etwas Kürbiskernöl
Zubereitung
- Weiche die Gelatineblätter im Apfelsaft für mindestens 10 Minuten ein.
- Schneide die Sauerampferblätter fein und vermische sie mit dem Joghurt, dem Zucker und dem Zitronenabrieb. Püriere nun alles fein mit einem Pürierstab.
- Erwärme nun behutsam den Apfelsaft mit der Gelatine. Das Gemisch darf nicht kochen! Gib dann das Apfelsaft-Gelatine-Gemisch in eine Schüssel und lasse es ein wenig abkühlen.
- Gib nun das Sauerampfer-Joghurt-Gemisch löffelweise hinzu und verrühre das Ganze kräftig.
- Decke deine Schüssel mit Frischhaltefolie ab und lasse das Ganze im Kühlschrank für etwa 12 Stunden gelieren.
Dekoriere das Ganze mit kandierten Cranberries oder gefriergetrockneten Himbeeren und einigen (tiefgrünen) Spritzern Kürbiskernöl. Alternativ kannst du dein Dessert auch mit roter Grütze, Pistazien oder Erdbeeren dekorieren. Ich finde den rot-grünen Kontrast besonders reizvoll.
Sauerampfer sammeln: die leidige Fuchsbandwurm-Debatte
Von März bis November sammle ich Wildkräuter, dies seit Jahren. Sammle ich Kräuter außerhalb von Gartengrundstücken, verarbeite ich die Wildkräuter gegart. Wenn ich die Kräuter in Gärten sammele (z. B. Löwenzahn, Gundelrebe, Giersch, Sauerampfer), verarbeite ich sie auch roh.
Somit versuche ich das Risiko für Fuchsbandwurm zu reduzieren. Aber: Viele von uns sammeln Erdbeeren vom Erdbeerfeld und naschen die leckeren Beeren zwischendurch und ungewaschen. Wer kann dafür garantieren, dass auf diese Erdbeeren nicht vielleicht auch ein Fuchs uriniert hat? Ich möchte an dieser Stelle dafür plädieren, dass wir das Risiko Fuchsbandwurm ohne Panikmache realistisch einschätzen.

exzessiv genußsüchtig
wow, das Rezept reizt mich ungemein ...auch ich habe Sauerampfer bisher nur zur grünen Sauce genutzt, kann es mir aber super vorstellen - - hab ich mir sofort gespeichert
...ich glaube, ich werde es versuchsweise sogar mal mit einem Sahnesyphon zu einem Schaum aufarbeiten und dann, wie du schon vorgeschlagen hast, auf Roter Grütze anrichten ...mit Angeberversion - hohes Glas schräggestellt "leicht angelierte" Grütze einfüllen und frosten, dann den Schaum drauf ....oder (hab ich letztens Bilder gesehen) hin+her schräg mehrere Schichten - macht bei Gästen bestimmt Eindruck