Tiefkühlfisch - viele Vorurteile, wenig Kenntnis

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Erstaunlich viele Menschen unterscheiden noch zwischen "frisch" und "tiefgefroren". Dabei sollte man folgendes beachten: Die Zersetzungsprozesse beginnen praktisch schon mit dem Tod des Fisches. Beim Schockfrieren (schon auf dem Fangschiff) wird dieser Prozess angehalten. Bei "frischem" Fisch wissen wir 1. nicht, wie lange er schon unterwegs ist und 2., ob er nicht sogar schon mal gefroren war. Das oft behauptete "bessere Aroma" des "Frischfischs" kann auch an ersten Zersetzungsprodukten liegen, die jedoch meist unschädlich sind. Besonders Seefische sind da empfindlich - der früher fast unvermeidliche leichte Ammoniakgeruch wurde mit Essig oder Zitrone verdeckt (daher Omas Merksatz "säubern, säuern, salzen"). Ich weiß noch, dass der erste Tiefkühlfisch meines Lebens "komisch" schmeckte, es fehlte das gewohnte "Aroma", auf dass ich aber leicht verzichten konnte, als mir die Herkunft klar wurde.

Bevor der Einwand kommt: Voraussetzung ist natürlich die ununterbrochene Kühlkette. Aber die ist nie garantiert, auch nicht bei anderen TK-Produkten. Die zuverlässigste Prüfmethode ist immer noch eure Nase!

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4 Kommentare


#1
15.10.09, 20:46
Lieber Ulli, das stimmt ja alles (fast), was du da schreibst. Aber fahr mal an die Nordsee, lass dich da mit frisch gefangenem und zubereitetem Fisch verwöhnen. Und mach dann den Geschmacksvergleich mit TK-Fisch. Du wirst schmecken, dass der frische Fisch um Längen mehr Aroma hat als der TK-Fisch.

Das Gleiche kannst du am Forellenteich feststellen. Iss mal eine frisch aus dem See, Teich oder Fluß geangelte Forelle und vergleiche den Geschmack mit einer TK-Forelle.

Ja, neee, iss klar, die TK-Ware ist qualitativ nicht schlecht. Aber das fischeigene Aroma zieht ins Eis, verflüchtigt sich mit der Zeit.

Ich selbst angele seit dreißig Jahren, kenne den Geschmack eines kleinen selbst gefangenen Dorsches, der noch auf dem Schiff frisch gegrillt und verzehrt wurde. Oder die profane Rotfeder vom Grill, frisch gefangen und noch am Angelplatz zubereitet. Oder den frischen Hecht, mittags gekämpft wie ein Berserker, abends im Backofen.

Ich weiß, wovon ich rede.......
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#2 Eiko
15.2.10, 15:02
@Abraxas3344: ...und da ich für meinen wöchentlichen Fisch leider weder "mal schnell" an die Nordsee kann und hier in der Großstadt auch eher weniger Fischweiher vorhanden sind, denn ich unterstelle Ulli einfach mal dass er von einer Alltagssituation ausgeht, ist da durchaus was wahres dran.

Es geht hier um nützliche Tipps für jeden Tag, und ich habe eben nicht jeden Tag Zeit mich zum Angeln an den See zu setzen und auch nicht den Geldbeutel jeden Tag zu meinem Fischhändler mit dem Lebendbecken zu laufen.

Von daher greife ich auch oft einfach auf gute, natürlich gibt es auch hier Unterschiede, TK-Ware zurück als auf oft zwielichtige Frischware im Supermarkt.
#3 Dackel
1.1.14, 17:39
Tiefgefrorener Fisch kommt mir jedesmal so vor, als sei unglaublich viel Wasser in den Fisch gezogen. Nach der Zubereitung bleibt wenig über, ich fühl mich irgendwie vereimert.

Beim "Allllerdi" gibt es verschiedene frische Fische, den Supermarkt gibt es doch fast überall.
Die Fische sehen gut aus und schmecken sehr lecker.

Aber bei Gemüse greife ich auch gern mal zu Gefrorenem.
#4
1.1.14, 18:55
Kaufland hat eine gute Fisch-Theke, TK-Fisch kaufe und esse ich keinen mehr. Manch TK-Fisch wird gefroren und wieder aufgetaut und macht eine Weltreise bis er in den Verkauf kommt .... in einem Verbraucher-TV-Bericht gesehen, ja es ist unglaublich!
deshalb esse ich nur noch selten Fisch, aber am Fischer-Fest mit Genuss!:
Forelle vom Grill ... mhmhmh

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