Wie man einen Hering platt macht

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Hier habe ich ein paar Tipps, wie man einen Hering richtig platt macht - und somit z.B. leicht füllen kann.

  1. Als erstes wird das Brett mit Essig bestrichen - dann nimmt es den Fischgeruch nicht an. Ich nehme ein Holzbrett, weil ich darauf am besten arbeiten kann. Der glitschige Fisch rutscht mir auf Glas zu leicht weg.
  2. Ich lege den ausgenommenen Fisch - das macht der nette Fischhändler - mit dem Bauch nach unten auf das Brett.
  3. Dann schlage ich ein paarmal mit der Faust kräftig auf den Rücken, bis der Hering groß und platt wie eine Scholle ist.
  4. Ich drehe den Hering um und ziehe die Mittelgräte mit Ruck in Richtung Schwanz ab. Einige kleine Gräten kann man mit der Pinzette abzupfen. Mit Papier betupfen.
  5. Jetzt kann der Hering gefüllt werden, z.B. mit einem Stück Gewürzgurke und Speck.

Man rollt vom Schwanz her den Hering auf und paniert ihn wie ein Schnitzel:

Erst in Mehl mit etwas Salz und Pfeffer, dann in Ei und zum Schluss in Semmelbröseln.

Die Öffnung kann man mit einem Zahnstocher zusammenstecken, es geht auch ohne, wenn man auf der Nahtstelle anbrät.

Dazu Kartoffelsalat und Zitronenschnitze, das schmeckt prima!

Zutaten:

  • 1 Hering pro Person

Zum Füllen:

  • pro Hering 50 g Speck
  • 1 Streifen Gewürzgurke

Zum Panieren:

  • 100 g Mehl
  • 2 Eier
  • 150 g Semmelbrösel
  • Salz, Pfeffer
  • Öl zum Braten
  • Zitronenschnitze, Petersilie gehackt
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11 Kommentare


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#1 peggy
5.7.13, 19:31
Das ist ja ein Wahnsinnsrezept, könnte sofort loslegen wenn ich 2 Heringe hätte.
Habe ich noch nie gehört oder gelesen und klingt so lecker.
Ist das deine eigene Kreation?
Sehr mutig mit dem Schinken , die Neugier ist geweckt.

Hab Dank
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#2
5.7.13, 20:13
Hallo peggy,
Hering mit Speck nehme ich gern, z.B. in Salaten . Fisch und Fleisch werden ja auch oft in der klassischen Küche zusammen verarbeitet. Ich denke an "Surf und Turf" in Steakhäusern oder den Matjes: Artur Schlicker. Aufgerollt mit einer Scheibe krossen Speck, in der Mitte ein Löffel Preiselbeermarmelade.
Oder Vitello Tonnato, Kalbfleischscheiben mit Thunfischsauce.
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#3 peggy
5.7.13, 20:16
@Ellaberta: aufhören....mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen.
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#4 kreativesMaidle
5.7.13, 20:32
LIEBE ELLABERTA,
SCHÖN DASS DU WIEDER DA BIST,
ICH FREU MICH RIESIG ÜBER DAS OBIGE UND AUF DEINE NEUEN REZEPTE !!!
VIELEN DANK
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#5
5.7.13, 22:04
Also...alleine für die Überschrift kriegst Du einen Daumen hoch! ;-) LGR
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#6 Oma_Duck
6.7.13, 12:57
Wow - heiliger Kalorius! Aber bestimmt saulecker.

Leider ist der Grüne (frische) Hering im den Fischläden des Binnenlands selten geworden. Wenn ich meinen holländischen Markthändler nicht hätte . . .
Seine grünen Heringe sind recht groß und dick. So als Roulade hätte ich Bedenken, dass sie schlecht durchgaren. Ich würde sie auf jeden Fall eine zeitlang mit Deckel auf kleinem Feuer schmoren lassen und erst zum Schluss nochmal voll aufdrehen. Panieren würde ich persönlich auch nicht, nur mehlieren.
Das Plattmachen habe ich in meinem Tipp "Grüne Heringe" auch schon propagiert. Allerdings ist mir das ruckartige Rausreißen der Mittelgräte noch nie gelungen, muss immer "porkeln". Deine Faustschlagmethode werde ich aber auf jeden Fall anwenden, macht sicher Spaß.
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#7 Oma_Duck
6.7.13, 13:09
@ Ellaberta: Eben ist mir noch eingefallen: Durch Deine "Handkantenschläge" wird die Mittelgräte bestimmt gelockert, könnte mir also doch gelingen, das Herausreißen. Bin gepannt. Wird abgespeichert in der Hirnregion "Tricks und Kniffe".
#8
6.7.13, 21:06
Hallo Ellaberta, auch ich habe früher die Heringe so "bearbeitet", bevor ich sie in der Pfanne - nach vorherigem Wenden in Mehl - gebraten habe. Es gibt nichts leckeres als ein gebratener Hering frisch aus der Pfanne. Dann hab ich sie in einem Sud eingelegt. Meine eingelegten Bratheringe waren der Renner auf Geburtstagen. Aber heut macht mir das alles zu viel Umstände. Aber vielleicht ist es ja ein Anreiz für junge Köchinnen?l
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#9 Oma_Duck
8.7.13, 17:49
@Kochmütze: Es ist nicht zu leugnen, dass das Braten von Heringen einen lieblichen, aber für manche doch zu intensiven und lang anhaltenden Geruch verbreitet. Das wirst Du ja unter anderem mit "zu viel Umstände" meinen?
Daher noch einmal meine Empfehlung, die Grillsaison zu nutzen. Wenn man überhaupt frische Heringe bekommt. Nachfragen lohnt sich, sie sind wirklich köstlich. Finde ich, sage ich sicherheitshalber.
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#10
8.7.13, 23:24
@Oma Duck. Es ist nicht nur der Geruch, zwar auch ein Grund aber nicht nur. Es war oder ist auch der Zeitaufwand. Heringe waschen, innen und außen alzen, mehlen, braten, Sud bereiten, dazu ne große Menge Zwiebeln schälen und schneiden, braten, einlegen. Und wenn ich dabei war, hab ich ja mindesten 3 bis 4 kg gemacht, es mußte sich ja lohnen der Aufwand.
Aber das ausschlaggebende Argument ist für mich: gekaufte Bratheringe schmecken nicht unbedingt schlechter als selbstgemachte. Außerdem sind wir nur noch 2 Personen, obwohl, eigentlich könnt ich ja mal wieder welche machen für uns zwei......Bei uns in Berlin bekomme ich frische grüne Heringe überall (Markt, Fischladen etc.)
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#11 Oma_Duck
9.7.13, 12:19
@Kochmütze: Meine Rede! Ausschnitt aus meinem Rezept "Grüne Heringe nach Art von Oma Duck": "Die übrig gebliebenen Heringe kann man sauer einlegen. Ich mache es aber nicht mehr, weil mittlerweile auch die Fertigkonserven so gut sind, dass man ruhig auf sie zurückgreifen kann."

Aber frisch aus der Pfanne - welcher Binnenländer kennt sie heute noch? Ein Nischenprodukt für ältere Herrschaften. Man nimmt ja heute lieber diese völlig geschmacksneutralen Pangasius-Filets, zum Beispiel, aus ökologisch bedenklichen Zuchtanlagen im Mekong-Delta.

Mein holländischer Fischhändler bietet noch den ganzen Hering an, und "befummelt" ihn wunschgemäß, um möglichst die Rogner zu ermitteln. Gebratener Heringsrogen ist dann ein zusätzliches Schmankerl. Die Bude ist noch drei Tage nach dem Schmaus deutlich "am duften", aber mir macht das nichts aus.

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