Gesundes Misstrauen ist eine gute Voraussetzung, um gefälschte Nachrichten zu enttarnen. Ich sollte mir klarmachen: Nicht alles, was im Internet steht, stimmt.

Fake News: Was kann ich tun, um nicht hereinzufallen?

Jetzt bewerten:
4,9 von 5 Sternen auf der Grundlage von

In den sozialen Medien kursieren immer wieder Fake News also Lügenmärchen, die gezielt verbreitet werden, um meine Meinung zu manipulieren. Doch welche Nachricht ist echt und welche gefälscht? Auf den ersten Blick ist das oft nicht so leicht zu erkennen. Mit ein paar Tricks kann ich den Fake News aber trotzdem auf die Schliche kommen.

Misstrauisch sein

Gesundes Misstrauen ist eine gute Voraussetzung, um gefälschte Nachrichten zu enttarnen. Ich sollte mir klarmachen: Nicht alles, was im Internet steht, stimmt – und es gibt Menschen, die bewusst falsche Informationen streuen. Sei es, um politische Ziele durchzusetzen oder um mit Klicks Geld zu verdienen. Dank der sozialen Medien wie Facebook, Twitter & Co haben solche Leute ein leichtes Spiel. Denn Nachrichten verbreiten sich über diese Kanäle besonders schnell. Doch nur, weil etwas oft geteilt wurde, muss es noch lange nicht seriös sein.

Kritisch lesen

Bei reißerischen Schlagzeilen und überspitzten Formulierungen bin ich deshalb grundsätzlich vorsichtig. Vor allem, wenn nur eine Meinung geäußert wird, keine Erklärungen und andere Ansichten vorkommen, etwas wie Stimmungsmache wirkt oder nach Sensation klingt, schaue ich ganz genau hin. Denn das alles können Anzeichen für Fake News sein. Ein weiterer Hinweis: Es werden Zahlen und Fakten genannt – aber keine nachvollziehbaren Quellen dazu.

Fakten prüfen

Vermeintlich objektive Fakten, Zahlen oder Zitate von Experten können auch frei erfunden sein. Um herauszufinden, ob sie wahr oder falsch sind, hilft nur eins: Ich muss selbst recherchieren. Kann ich die Angaben durch andere Quellen verifizieren? Wer ist der Politiker, der sich in dem Beitrag angeblich zu Wort meldet? Berichten auch andere Medien über das Thema – und wenn ja, in welcher Weise?

Im Zweifel hilft es schon, einfach entsprechende Begriffe in meine Suchmaschine einzugeben. Dann sehe ich unter Umständen bereits, wie eine Nachricht einzuordnen ist. Auch Bilder kann ich damit recherchieren. Am besten geht das mit der Funktion Rückwärtssuche: Ist ein angeblich aktuelles Foto schon früher einmal im Internet aufgetaucht, stimmt etwas nicht.

Quellen anschauen

Nicht nur den Inhalt einer Nachricht sollte ich unter die Lupe nehmen – sondern auch ihre Quelle. Echte Nachrichten stammen aus zuverlässigen Quellen. Mir unbekannte Quellen sollte ich deshalb stets überprüfen. Bei Webseiten hilft ein Blick ins Impressum. Dort müssen der Name, die Adresse und Kontaktmöglichkeiten der Person oder Firma stehen, die für die Inhalte auf der Seite verantwortlich ist. Fehlt diese Angabe oder ist sie unvollständig, besteht Anlass zur Vorsicht.

Bei Facebook und Twitter gibt es zudem sogenannte verifizierte Accounts. Ein weißer Haken auf blauem Grund bedeutet: Dieses Konto wurde überprüft und der Absender stimmt. Nachrichten aus solchen Quellen kann ich eher trauen als anderen.

Fake News melden

Webseiten wie mimikama.at oder Hoaxmap.org sammeln Falschmeldungen. Hier kann ich Fake News melden, damit andere gewarnt werden. Die Betreiber dieser Seiten gehen meinem Hinweis dann nach, überprüfen ihn und machen die falschen oder verdrehten Inhalte als solche öffentlich. Sie sind natürlich auch eine gute Anlaufstelle, wenn ich mich selbst über bereits bekannt gewordene Falschmeldungen informieren möchte.

Von
Eingestellt am

10 Kommentare


3
#1
6.2.17, 19:01
Wie auch im Video des BR am 27. Januar erklärt:
https://www.facebook.com/BR24/videos/10154783968255336/
1
#2
7.2.17, 06:35
Das sind tolle Tipps, danke! Nicht jeder ist auf Facebook angemeldet, um das Video zu sehen. Deshalb 5 Sterne!
2
#3
12.2.17, 11:16
Sehr richtig!
Bei der Vielzahl an Meldungen, die uns jeden Tag erreichen, ist Vorsicht
und eine kritische Sicht geboten. Allerdings beileibe nicht nur im
Internet, sondern ganz genauso bei den üblichen Medien. Oft genug hat
sich eine Darstellung von Sachverhalten im Öffentlich-rechtlichen TV und
in Zeitungen und Zetischriften auch als falsch herausgestellt. Das wird
dann aber nicht ganz so gerne an die große Glocke gehängt, wie die
jetzige Fake-News-Kampagne.
3
#4
12.2.17, 11:41
einfach abmelden bei facebook und twitter !!!
#5
12.2.17, 12:14
@Munnie: genau so ist es! Und wenn sie dann doch gezwungen sind eine Gegendarstellung zu bringen, erscheint diese nicht mehr auf der Titelseite mit riesigen Buchstaben, sondern winzig klein unter möglichst uninteressanten Minimeldungen. Im TV sind die journalistischen  Kollegen natürlich nur einer Falschmeldung aufgesessen, die ersten Prüfungen zufolge nicht als unwahr bewiesen werden konnte. So rollten imaginäre Köpfe aber das Gerücht verbreitet sich fort. 
1
#6
12.2.17, 14:06
Ja, aber nicht jede Meldung, die sich im Nachhinein als teilweise oder ganz falsch herausstellt, ist Fake News. Das kann passieren, aber die weit überwiegende Mehrheit der Nachrichten aus seriösen Quellen ist nachprüfbar richtig. 
Wie oben schon steht, sind Fake News "Lügenmärchen, die gezielt verbreitet werden, um meine Meinung zu manipulieren". 
2
#7
12.2.17, 16:20
@HörAufDeinHerz,
"Wie oben schon steht, sind Fake News "Lügenmärchen, die gezielt verbreitet werden, um meine Meinung zu manipulieren". "
Ja, richtig. Nur trifft das leider auf die sog. "seriösen Quellen" auch zu. Bei den seriösen Quellen haben sie dazu noch eine viel verheerendere Wirkung, weil die meisten Menschen sich ungeprüft auf sie verlassen. Oft wird noch nicht einmal mit puren Lügen gearbeitet, sondern mit Halbwahrheiten, Verdrehungen, und Weglassen von wichtigen Hintergrundinformationen.

Ein kleines Beispiel:
Informationen durch die ÖR-Medien zu Syrien beziehen oft auf die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte". Hört sich seriös an, ist es aber nicht. Die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" besteht aus 1 Mann, der sich in London befindet und der seine Informationen telefonisch aus Syrien erhält. Von welchen Gruppierungen er diese Informationen erhält, wird nicht bekannt gegeben. Seriös sieht meiner Meinung nach anders aus.

Ich könnte noch sehr viele solcher Beispiele bringen, aber das ist hier nicht der richtige Ort dafür. Ich wünsche mir nur, dass meine Mitmenschen etwas kritischer mit ALLEN Informationen umgehen, die uns vorgesetzt werden. Oft genug verfolgen diese ein bestimmes Ziel: unser Denken in gewünschte Richtungen zu lenken.
1
#8
12.2.17, 16:33
Danke für diesen wichtigen Beitrag! Wir haben schließlich alle selbst in der Hand, ob wir uns manipulieren lassen möchten. Gerade jetzt, wo bei den Medien immer alles sehr schnell gehen muss, passieren auch bei seriösen Medien leicht mal Fehler. Aber es gibt deutliche Unterschiede zu Fake-Portalen. Nicht von guten Grafikdesign oder professioneller Sprache täuschen lassen - entscheidend ist der Inhalt!
#9
13.2.17, 12:55
Klassischer Journalismus befolgt die "Sechs W":  Wer?, Wann?, Was?, Wie?, Wo?, Warum?. Wenn in einer Meldung, einem Artikel oder einem Kommentar also erkennbar einige dieser "W" fehlen, dann ist zumindest schon einmal Vorsicht geboten. Besonders mißtrauisch sollte man bei unbestimmt-neutralen Formulierungen oder bei Passivkonstruktionen sein:  "am Rande der Veranstaltung wurden Stimmen laut" ist z. B. so ein beliebter Trick, bei dem man sich sofort fragen sollte: "WER hat das denn gesagt - und steht der Betreffende denn überhaupt in einem Zusammenhang mit dieser Veranstaltung oder hat der Reporter hier einen seiner Kumpel vors Mikrophon geholt, der ihm dann die gewünschte Aussage geliefert hat?. Ähnliche Formulierungen sind: "der Soundso gilt schon seit langem. ..." (ja bei WEM denn und WIE LANGE denn?), "Kritiker bezweifeln" (WER sind denn diese Krtiker  genau?), "Nichtregierungsorganisationen haben..." (Davon gibt es tausende - und WELCHE und WIEVIELE denn nun genau?). Beliebt auch "der renommierte Autor" bzw. das Gegenstück "der umstrittene Autor": da weiß man sofort, hier geht's um Meinungsmache und nicht um Information.

Eine weitere Unseriosität begegnet uns jeden Tag: "Außenminister Soundso glaubt nicht, daß..." oder "die Bundeskanzlerin ist überzeugt, daß..." . Woher will ein Journalist denn wissen, was im Kopf eines anderen Menschen vorgeht? Seriöse Berichterstatter können nur berichten, was die Betreffenden sagen oder verlautbaren - aber wirklich niemand weiß, was der Minister wirklich glaubt oder wovon die Kanzlerin tatsächlich überzeugt ist. Das ist zwar nicht im strengen Sinnen "Fake-News", aber Journalisten, die so etwas schreiben, haben das Wort "unseriös" schon auf der Stirn stehen.

Besondere Vorsicht auch, wenn Reizworte oder Schlagworte verwendet werden. Aktuelles Beispiel aus meiner Heimatzeitung: in der Überschrift ist von "Rechten" die Rede, im ersten Textabschnitt werden aus den Rechten schon "Rechtsextremisten", wieder einen Abschnitt später ist dann nur noch "Neo-Nazis" die Rede. Da weiß man als Leser sofort: hier versucht der Verfasser, mich zu manipulieren.
#10
15.2.17, 01:48
früher war das eine Zeitungsente....

Verfasse einen Kommentar

Emojis einfügen