Koffein - Kaffee und Co
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Wieviel Koffein hat Kaffee & Co.

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Das kleine Koffein-ABC

Wer die Frage "Den Kaffee mit Milch oder Zucker?" mit einem lapidaren "Danke, nur mit Tasse!" beantwortet, gehört zu den 16,6 Prozent der deutschen Kaffeetrinker, die ihren Kaffee pur trinken*. Kaffee-Experten bezeichnen es übrigens als Pflicht, die erste Tasse einer neuen Kaffeesorte ohne jeden Zusatz zu trinken. Nur so könne der unverfälschte Geschmack richtig beurteilt werden. Völlig unabhängig davon, um welchen Genuss-Typ es sich handelt – eine Gemeinsamkeit eint alle Kaffeetrinker: Sie schätzen die anregende Wirkung des in Kaffee enthaltenen Koffeins. Die 4,59 Millionen Deutschen, die im Jahr 2014 mehr oder weniger regelmäßig entkoffeinierten Kaffee gekauft haben, lassen wir mal außer Acht. Schließlich geht es hier um Koffein und seine Wirkung.

Koffein wissenschaftlich betrachtet

Koffein (auch Coffein, Tein oder Thein) ist ein der Stoffgruppe der Xanthine angehörendes Alkaloid. Es handelt sich um eine anregende psychotrope Substanz, die vor allem in Genussmitteln wie Kaffee, Tee, Cola, Guaraná, Energy-Drinks und Mate enthalten ist. Auch in Kakao und Schokolade sind geringe Mengen Koffein nachweisbar. Reines Koffein tritt in Form von bitter schmeckendem, kristallinem Pulver mit weißer Färbung auf. Die chemische Struktur wurde im Jahr 1875 von Ludwig Medicus mit dem sperrigen Namen 1,3,7-Trimethylxanthingekennzeichnet.

Koffein versus Tein

Das in Grün- und Schwarztee enthaltene Koffein wird umgangssprachlich oft als Tein bezeichnet. Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich um ein und denselben Stoff. Die Unterscheidung besteht in der Art der Freisetzung des Koffeins im menschlichen Organismus. Im Kaffee enthaltenes Koffein wird bereits im Magen resorbiert und wirkt dementsprechend schnell. Koffein aus Tee wird hingegen erst im Darm freigesetzt. Infolge dessen tritt die anregende Wirkung von Tee langsamer ein, hält dafür aber länger an.

Die Koffein-Wirkung

Das breite Wirkungsspektrum von Koffein umfasst Symptome wie Anregung des Zentralnervensystems, Steigerung der Herzfrequenz, erhöhte Darmtätigkeit, Gefäßerweiterung bzw. -verengung und vieles mehr. Neben diesen, je nach Heftigkeit als angenehm oder unangenehm empfundene Nebenwirkungen, ist es in erster Linie die stimulierende Wirkung, die Kaffeetrinker schätzen. Koffein wirkt in kleinen Dosen als Stimulans für Psyche, Konzentration und Antrieb. Gleichzeitig vertreibt es Ermüdungserscheinungen. Neuesten Studien zufolge soll mäßiger Kaffee-Konsum sogar eine Verbesserung des Langzeitgedächtnisses bewirken.

Koffein als Droge?

Die erste Tasse Kaffee am Morgen wird von vielen als "Zündschlüssel" für den beginnenden Tag empfunden. Ohne den Koffein-Kick fällt ein guter Start oft schwer. Das ist für regelmäßige Kaffeetrinker ein absolut typisches Phänomen. Körper und Psyche entwickeln rasch eine Gewöhnung an den stimulierenden Effekt und kommen ohne ihn nicht recht in Schwung. Bei plötzlichem Absetzen einer regelmäßigen Koffein-Zufuhr können Entzugserscheinungen in Form von Kopfschmerzen, Energieverlust, Erschöpfung, Schläfrigkeit bis hin zu depressiven Verstimmungen und grippe-ähnlichen Symptomen auftreten. Diese dauern in der Regel zwei bis neun Tage an.

Hier zeigt sich eine relativ große Schnittmenge von Koffein und anderen typischen Suchtmitteln. Eine schwere Koffein-Abhängigkeit wird in Fachkreisen als Coffeinismus bezeichnet. Obwohl es die weltweit am häufigsten konsumierte Substanz mit pharmakologischer Wirkung ist, wird Koffein nicht offiziell als Suchtmittel eingestuft.

Koffein in Getränken – eine Übersicht

Die folgende Übersicht kann helfen den eigenen Koffein-Konsum besser einzuschätzen. Wieviel noch unbedenklich und wieviel bereits schädlich ist, lässt sich nicht verallgemeinernd sagen. Die letale Dosis für einen Erwachsenen liegt bei ca. 10 Gramm Koffein. Das entspricht etwa der in einhundert Tassen Kaffee enthaltenen Menge (auf einmal getrunken!). Da sind selbst die Hardcore-Konsumenten auf der sicheren Seite.

Koffeingehalt 

(alle Angaben sind circa-Werte)

Eine Tasse Kaffee (150 ml):

40 bis 120 mg

Ein Espresso (30 ml):

40 mg

Eine Tasse Schwarz- oder Grüntee:

20 bis 40 mg

Guaraná (1 g Trockenmasse):

40 bis 90 mg

Eine Tasse Kakao:

6 mg

Energy-Drink (Red Bull 100 ml):

32 mg

Mate-Limonade (Club-Mate 100 ml):

20 bis 25 mg

Cola (100 ml):

25 mg

Schon Paracelsus wusste: "Allein die Menge macht das Gift". Für alle unter euch, die sich selbst als Kaffeetante oder Kaffeeonkel bezeichnen, gilt dieser Satz natürlich auch. Also: Hand aufs koffeeinbeschleunigte Herz – wie steht es um euren eigenen Kaffee-Konsum? Hoffentlich war dieser Artikel ebenso anregend wie eine Tasse guter Kaffee. Wohl bekomm´s!

*Quelle: © Statista 2015 (de.statista.com)

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19 Kommentare


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#1
6.2.15, 09:56
Um die Frage zu beantworten :
Kaffee (schwarz) gehört für mich zu den Grundnahrungsmitteln.
Schon von Kindheit an trinke ich schwarzen Kaffee, früher hat man sich keinen Kopf darüber gemacht, ob Kaffee wirklich das richtige für ein Kind im Vorschulalter ist.
Ich konnte schon immer schlafen, auch wenn ich viel Kaffee getrunken habe.
Es ist bei mir relativ viel, weil ich Kaffee auch kalt, also richtig zum Durst löschen trinke.
Das schmeckt mir auch, während es meinen Mann schüttelt, wenn er aus Versehen einen Schluck vom kalten Kaffee nimmt.
Soviel also dazu. :-)
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#2
6.2.15, 10:34
Da hast du dir aber viel Mühe gegeben, mit diesem Beitrag.
Für mich ist er sehr informativ.

Zum Beispiel wusste ich nicht, dass das im Schwarztee enthaltene Koffein erst im Darm resorbiert wird und die Wirkung deswegen etwas später eintritt, dafür aber länger anhält.

Meinen Kaffee trinke ich übrigens
schwarz :-)
#3
6.2.15, 10:39
Es kommt doch auch immer darauf an, wie stark der Kaffee gekocht wird. Da ich den Kaffee auch oft schwarz trinke, mag ich ihn nicht so stark und kippe statt Milch oft noch heißes Wasser rein.
Da liegt bei meinem Kaffee der Wert wohl eher bei 40 als bei 120 mg pro Tasse.
#4 Traumwetter
6.2.15, 11:32
Danke für den sehr informativen Artikel.
Stimmt es eigentlich auch, dass das Koffein beim Kaffee mit Milch langsamer abgebaut wird als wenn man Kaffee schwarz trinkt?
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#5
6.2.15, 12:12
Kaffee kann - wenigstens ist das bei mir so - nicht so leicht "über den Durst" getrunken werden, weil der Körper nach der zweiten oder dritten Tasse "genug" meldet. Bei Bier z.B. ist oft das Gegenteil der Fall. dann schreit er "Mehr, mehr!". ;-)

Durch Milch wird nicht die Wirkung des Koffeins gemildert, wohl aber die im Kaffee enthaltenen Säuren etwas neutralisiert - er ist so für Viele magenverträglicher.

Ob ein Kaffee als stark oder schwach empfunden wird, ist individuell verschieden. Manchmal denke ich jedoch, warum sich Pflanzer und Röster so viel Mühe gegeben haben, wenn so ein "Plörre" damit aufgebrüht wird. Das gleiche gilt für Tee.

Bin ich kaffeesüchtig? Viele weisen das weit von sich, wenn ihnen aber der Morgenkaffee verwehrt wird, werden sie zumindest "etwas ungehalten". Aber eine echte Sucht, d.h. mit körperlicher Abhängigkeit, ist es wohl doch nicht.
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#6
6.2.15, 15:18
@Traumwetter: da ist der Punkt bei der Milch.
diese wird langsamer abgebaut und so bleibt man länger wach!
der Kaffee bringt dich in Schwung und mit Milch bleibt ein Autofahrer länger munter.

was natürlich niemals gemacht werden sollte!!!!!!!!!!
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#7
6.2.15, 22:55
sehr nett ausgeführt..aber kaffee&milch vertragen sich lt. vielen studien nicht.also schwarz-trinken!
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#8
7.2.15, 10:33
Wer den Kaffee pur genießen will, kann ja vorher, nachher oder nebenbei noch anderes genießen, was den Kaffeegeschmack oder die Wirkung des Koffeins positiv beeinflusst.
In vielen Kaffees wird ein Keks zum Kaffee serviert und der Kaffee schmeckt gleich viel milder.
In Italien trinkt man ein Glas Wasser dazu, dann ist der Kaffee im Magen verdünnt, aber man hat nicht so eine Plörre in der Tasse.
In Persien legt man Kardamomsamen in das Tropfloch an der Tülle der Kaffeekanne, so dass der Kaffee beim Eingießen darüberfließt und etwas Kardamomaroma bekommt.
In Russland nimmt man einen Löffel Obstmus oder Marmelade in den Mund und trinkt dann einen Schluck Tee.
So wie die Ostfriesen das mit dem Kandis machen.
Ich nehme dazu gerne ein Stück Bitterschokolade.

Der Vorteil davon ist, man braucht nicht die ganze Tasse oder ganze Kanne mit dem selben Aroma zu versehen, sondern kann bei jedem Schluck neu entscheiden, bzw. ein intensives Aroma langsam abklingen lassen.
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#9
7.2.15, 12:25
@penguschi:
So so, viele Studien. Wieder mal. Gibt es überhaupt noch irgendwas, für das man keine bestätigende "Studie" finden kann? Und natürlich ebenso viele, oder mehr, die das Gegenteil "meinen herausgefunden zu haben"?
Jetzt ist also der gute alte Milchkaffee dran. Kaum zu glauben!
#10
7.2.15, 13:51
Bei uns in Deutschland gibt es auch Cafés, in denen man zum Kaffee gleich ein Glas Wasser serviert bekommt.
Ich habe mir das Kaffeetrinken ganz abgewöhnt und bekomme jetzt sogar Herzklopfen, wenn ich eine Tasse entkoffeinierten Kaffee trinke. Schwarzer und grüner Tee haben die gleiche Wirkung, davon werde ich ganz zittrig. Ich glaube, ich könnte dann nicht mal mehr Auto fahren.
#11 frecheratte
7.2.15, 18:51
Ich habe gelernt, dass Kaffee zwar nicht süchtig macht wie z.B. Alkohol oder Nikotin, aber auch zur Gewöhnung führen kann. Dann wirkt er nicht mehr anregend bzw man muss mehr davon trinken, bis er anregend wirkt.
Kaffee vertreibt die Müdigkeit, weil Koffein im Gehirn an den Rezeptoren andockt, die für das Schlafhormon Melatonin vorgesehen sind. Das hält wach, weil das Melatonin nicht zum Zuge kommt. Da der Körper aber Schlaf braucht, werden mit der Zeit einfach mehr Andockstellen für Melatonin produziert, so kann das Schlafhormon neben dem Koffein auch zum Zuge kommen und man wird trotz Kaffeetrinkens müde.
Dazu passt auch Maeusels Bericht von der starken Wirkung des Koffeins auf jemanden, der kaum Kaffee und Tee trinkt.
#12
8.2.15, 00:10
Ich mag keinen Kaffee, ich trinke nur Tee, der morgens auf alle Fälle ein schwarzer sein muss. Gelegentlich einen Espresso oder Mocca lass ich mir gefallen, aber diesen bitte süß. Damit bin ich zwar im Land der Kaffeetrinker ziemlich überflüssig, aber damit kann ich leben. :)))
#13 jb70
8.2.15, 09:02
Guter Beitrag !!
Ich würde von mir selbst behaupten, ich bin "süchtig" .
Verwehrt man mir meinen Kaffee, oder speist mich mit einem Gebräu ab ( Krankenhaus, Hotelfrühstück) das sich eigentlich gar nicht Kaffee nennen dürfte, kann ich ziemlich "unleidlich" werden.
Außerdem fällt es mir schwer, meinen Kaffeekonsum zu reduzieren. Anzeichen dafür also, daß ich das Koffein wohl "brauche" :-( !?
#14
8.2.15, 12:52
Es gibt wirklich Kaffeesorten, bei denen sogar ich als extremer Viel-Kaffeetrinker mir meinen täglichen Kaffee glatt abgewöhnen könnte.
Natürlich liegt es zum Teil immer am persönlichen Geschmack, aber Kaffee, der bitter und/oder muffig schmeckt, bringe ich nicht durch den Hals.
Kaffee darf für mich auch nicht SO stark sein, dass schon Fettaugen auf der Oberfläche schwimmen.
Aber auch nicht so dünn, dass er vor Schwäche nicht aus der Kanne kommt.
Es gibt Menschen, die tatsächlich glauben, sie tun einem etwas Gutes, wenn sie beim Kaffee kochen noch einen Löffel extra "für die Kanne" und noch einen dazu "für den Geschmack" und endlich noch einen "für den Gast" in den Filter geben.
Dabei kommt ein Gebra
#15
8.2.15, 12:59
Ich war doch noch nicht fertig, weiß nicht, was passiert ist.
Jedenfalls kann man den Kaffee dann echt nicht trinken.
Es liegt manchmal aber auch an der Art, Kaffee zu kochen.
Ich mag ihn am liebsten richtig aufgebrüht.
Es gibt gute Kaffeemaschinen, aber auch welche, die selbst die beste Kaffeesorte versauen.
Lieber trinke ich eine Tasse weniger, habe dafür aber wirklich gut schmeckenden Kaffee, als das ich einen lieblos zubereiteten Kaffee ohne oder mit fiesem Geschmack trinke.
Es lohnt sich wirklich, auch mal Sorten auszuprobieren, die nicht so gängig sind.
Dann halt erst mal nur ein viertel Pfund kaufen.
Dass mein Kommentar auf einmal weg war, hat mich ganz aus dem Konzept gebracht, nun ist der Rest, den ich noch schreiben wollte, meinem Hirn entschwunden. :-)))
Wenn es wiederkommt, schreibe ich noch mal.
#16
9.2.15, 22:35
Kann mir jemand sagen wieso Energydrinks so wach machen? Wenn ich mit Kaffee nicht mehr weiterkomme und noch etwas wacher werden möchte trink ich einen Energydrink und bin wieder hell wach. Das widerspricht doch aber der tatsache das Energydrinks gesetzlich auf 32mg/100ml Koffein beschrenkt sind. Selbst bei einer Monsterdose mit 0,5l sind das dann "nur" 160mg Koffein, also nicht (viel) mehr als ein normaler Kaffee. Zucker ist in meinem Energydrink übrigens nicht drin, sondern "nur" Süßstoff. Was macht da denn dann so wach und bekommt man das auch in natürlicher Form?
#17
10.2.15, 03:02
Kannst du vielleicht mal alle Zutaten von deinem Drink hier einstellen?
Sonst kann man dazu schlecht etwas sagen.
#18
10.2.15, 21:43
Ich hab zwar gerade keine Dose da und es ist nicht die tichtige Geschmackssorte aber immerhin die selbe Firma.
https://energy-drink-magazin.de/2011/12/monster-energy-das-grune-biest-im-testbericht-2945
#19 jb70
14.2.15, 11:47
DeepThought :

Ich könnte mir vorstellen, daß es am Taurin und/oder Zuckergehalt liegt.

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