Ziemlich aggressive Jugendliche pöpeln einen Busfahrer an: Zivilcourage in öffentlichen Verkehrsmitteln, was kann man tun?

Zivilcourage in öffentlichen Verkehrsmitteln

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Heute hatte ich mal wieder einige Termine zu erledigen, und da ich nicht so gut zu Fuß bin, habe ich den Bus genommen. Bevor der Bus an die Haltestelle kam, waren an meiner Haltestelle 5 Jugendliche um die 15 Jahre alt. Haben sehr laut Musik über ihre Handys gehört und waren ziemlich aggressiv.

Das erregt zumindest bei mir, eine erhöhte Aufmerksamkeit. Der Bus kam pünktlich und die Jugendlichen stiegen ein, fingen gleich an den Busfahrer anzupöbeln und wollten den Fahrpreis nicht zahlen. Konnten sie wohl auch nicht. Er hat vergeblich versucht, sie hinauszuschicken.

Nachdem ich das gesehen hatte, trat ich aus dem Bus zurück und wählte den Notruf, da ich nicht wissen konnte, was außer einer massiven Bedrohung evtl. noch kommt.

Polizei kam wirklich superschnell, weil die Wache nur 2 Minuten entfernt ist, und hat alles aufgenommen. Haben die Jugendlichen erst einmal mitgenommen.

Einerseits gut und andererseits? Ich greife ein, wenn solche Missstände entstehen und andererseits macht es mir schon etwas Angst, aber ich würde immer wieder so handeln, denn, es kann doch jedem passieren, dass man angegriffen wird, oder? Wenn auch nicht die eigene Person, aber das ist, doch wohl nebensächlich, denn mir ist es wichtig, dass Zivilcourage von jedem, der sich dazu in der Lage fühlt, auch praktiziert wird.

Wenn ich da mit meiner Denkweise falsch liege, könnt ihr mich gerne darauf hinweisen!

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13 Kommentare

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#1
1.3.18, 00:12
Ich fand das sehr mutig von dir und   ich will nicht vorschnell über  jugendliche urteilen. Es gibt in jeder Altersgruppe die Guten und die Bösen. Ich habe einmal in einer vollen  Bahnhofshalle, gesehen wie schnell man ein Messer im Rücken hat und nur weil Jugendliche drauf aufmerksam gemacht wurden das Rauchen da Verboten war. Ich weis es ist Feige, aber seit dem entferne ich mich , in solchen Situationen ganz schnell.
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#2
1.3.18, 00:33
Man sollte überall in der Öffentlichkeit Zivilcourage haben, nicht nur in den Verkehrsmitteln.
3
#3
1.3.18, 08:35
du hast richtig gehandelt! wenn die Polizei nicht gekommen wäre, wär die Sache vielleicht aus dem Ruder gelaufen!
2
#4
1.3.18, 09:34
Man muss heute sehr genau abwägen, ob man selbst in Konfliktsituationen eingreift, oder die Hilfe der Polizei anfordert. 
Einerseits: Die Polizei ist eindeutig überlastet, was sich gelegentlich dadurch bemerkbar macht, dass das Eintreffen von Polizeibeamten erst geschieht, wenn die brenzlige Situation vorbei ist und nur noch ein Schaden aufgenommen werden kann.
Andererseits: Auf Fehler angesprochen, können sogar ganz "normale" Leute regelrecht ausrasten. Ich habe das mehrmals erfahren müssen, als ich Menschen, die in unserer schmalen, verkehrsberuhigten Straße den Gehweg zuparkten, darauf freundlich hinwies, dass dies verboten ist und Fußgänger behindert u.U. sogar gefährdet. Mir wurden Prügel angedroht, ich wurde beleidigt, sogar mein in der Garageneinfahrt stehendes Auto wurde demoliert. Letzteres konnte ich zum Glück beobachten und die Polizei rechtzeitig rufen.
Jetzt trete ich persönlich nicht mehr auf, erstatte aber Anzeigen bei den Ordnungsbehörden. So mancher vermeintlich nicht erwischte Falschparker ist dadurch schon einige Tage später von den Ordnungsbehörden mit einer Zahlungsaufforderung überrascht worden. Zumindest bei den Dauerfalschparkern in unserer Straße hat schon Erfolg gezeigt, wenn innerhalb einer Woche mehrere Zahlungsaufforderungen einflattern, die parken jetzt nicht mehr auf dem Gehweg, sondern auf dem nur wenige Schritte weiter entfernten Großparkplatz.
Den Ordnungsbehörden scheinen diese Privatanzeigen zudem auch noch mächtig gegen den Strich zu gehen, jetzt kommt häufiger eine Politesse zur Kontrolle vorbei, außerdem wird mir jedes Mal, wenn ich eine Anzeige erstattet habe, eine Nachricht zugeschickt, welche Bedingungen in meiner Anzeige erfüllt werden müssen - es werden immer mehr. Irgendwie führt sich diese Behörde damit selbst ad Absurdum. Ich mache aber weiter, denn selbst, wenn meine Anzeigen nicht zu Knöllchen führen, kann die Ordnungsbehörde es sich nicht leisten, gar nicht zu reagieren, so schicken sie eben öfter Politessen! 
3
#5
1.3.18, 11:12
Es muss alles natürlich in einem Verhältnis stehen, meine Mitmenschen das Leben rein aus Prinzip schwer zu machen ist eklig. Und so klingt das bei Dir, whirlwind. Ich wünsche Dir weniger Verbitterung und und eine Aufgabe in Deinem Leben, die Dich erfüllt und zufrieden macht.
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#6
1.3.18, 12:10
@Kugel #5: Ich bin ein sehr zufriedener, ausgelasteter Mensch ohne jegliche Verbitterung.
Nicht ich mache meinen Mitmenschen das Leben schwer, sondern die Dauerfalschparker in unserer Straße, die aus reiner Faulheit die Gehwege zuparken, im Absoluten Halteverbot parken, Rettungswege zuparken, obwohl ein paar Meter weiter ein Großparkplatz kostenfrei zu erreichen ist, und die dann noch so tun, als sei ihnen in die Wiege hinein garantiert worden, dass sie ohne Rücksicht auf andere ungestraft durch ihr Leben marschieren könnten. 
Ich denke, wenn Dein Vater im Alter von über 80 Jahren vom zugeparkten Gehweg auf die Fahrbahn wechseln müsste und dann noch von einem zu schnell fahrenden, von hinten kommenden und dicht auffahrenden Fahrer mit voller Lautstärke angehupt würde, oder, wenn Deine Kinder den zugeparkten Gehweg nicht nutzen könnten auf dem Weg von Zuhause in die Schule, sondern auf die Fahrbahn ausweichen müssten -und das in unserer Straße kein Einzelfall, sondern Dauerzustand- dann würdest Du nicht mehr von ekligem Anderen-das-Leben-schwer-machen tönen, sondern ebenfalls dafür sorgen, dass Deine Kinder einen sicheren Schulweg haben, indem sie freie Gehwege nutzen können. Die Straßenverkehrsordnung dient nämlich - das scheint Dir offenbar nicht so ganz klar zu sein - nicht der Schikane von Autofahrern, sondern vorrangig dem Schutz und der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer!
2
#7
1.3.18, 14:40
Ich finde, hier wird der Begriff "Zivilcourage" etwas falsch interpretiert.
Du hast ja nicht aktiv in das schlechte Verhalten der Jugendlichen eingegriffen (das hätte ich ich in diesem Fall auch nicht getan, denn es wurde ja niemand akut bedroht), sondern Du hast Dich vom Ort des Geschehens zurückgezogen und dann von diesem sicheren Ort aus die Polizei angerufen. Das finde ich völlig in Ordnung, versteh mich bitte nicht falsch!
 Aber unter Zivilcourage versteht man eigentlich etwas anderes, nämlich, daß jemand sich in das falsche Verhalten anderer einmischt und anderen beisteht.
Oder habe ich Dich jetzt falsch verstanden, haben die Jugendlichen daneben gestanden und hätten Dich angreifen können?
#8
1.3.18, 15:07
@Maeusel: Gemäß wikipedia umfasst der Begriff Zivilcourage auch das Handeln, das  Ashanti beschrieben hat.
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#9
1.3.18, 15:37
@Maeusel: #7
Ich bin aus dem Bus ja wieder ausgestiegen.Ich gebe dir aber andererseits recht, dass ich den Begriff "Zivilcourage" hier hätte nicht wählen sollen.In Sicherheit war ich nicht, da ich ja direkt vor dem Bus die Polizei angerufen habe und somit meiner Meinung nach dem Busfahrer schon geholfen habe.Falsch verstanden habe ich dich nicht, aber ich würde als Frau nicht in ein Geschehen eingreifen, wo ich nicht weiß, ob jemand der Beteiligten eine Waffe bei sich hat.
Andere darauf aufmerksam machen und um Unterstützung bitten, Polizei holen, das sind die Dinge, die ich bereits getan habe, wenn jemand bedroht wurde und diese würde ich auch in Zukunft tun, allerdings nicht, wenn mir mehr als 3 "Gegner" gegenüber stehen.
Schade finde ich es, dass solche Situationen wesentlich häufiger vorkommen, als noch vor ein paar Jahren.
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#10
1.3.18, 15:41
@Ashanti: Ich finde es ja auch völlig richtig, wie Du gehandelt hast!
Ja, es ist traurig, daß solche Situationen immer wieder vorkommen. Und ich fürchte, das wird eher noch zunehmen.
1
#11
1.3.18, 15:59
@Maeusel: #10
Ich denke da auch so - leider! Muss gestehen, dass ich nicht mehr so gerne alleine unterwegs bin.Vielleicht sollte ich positiver denken.
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#12
3.3.18, 07:11
@Ashanti: 

Ich finde das richtig, das Du die Polizei gerufen hast.  
Zivilcourage bedeutet nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen, sondern in einer Situation helfend einzugreifen. Das hast Du getan. 
1
#13
3.3.18, 07:24
@whirlwind: 

So ähnlich ist es hier bei uns. Auf der rechten Seite darf geparkt werden, links nicht. Wir leben in einer Nebenstraße, die recht schmal ist.

Das hat zur Folge, das z.B. die Müllabfuhr nicht mehr durch kommt und letzte Woche schaffte es die Feuerwehr auch nicht. Die mussten mitten auf der Straße stehen bleiben und zu Fuß weiter.
Wir haben gegenüber jemanden im Rollstuhl wohnen, der kann auf seiner Seite nicht den Bürgersteig benutzen. Für kleine Schul Kinder jeden morgen gefährlich.

Nun kommt jeden Morgen und Nachmittag das Ordnungsamt, verteilt Strafzettel und lässt die Autos abschleppen. An zwei Tagen in der Woche, WI Müllabfuhr kommt, sind die Ordnungshüter schon eher da und machen den weg frei. 

Finde es daher richtig was du machst👍

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