„Beleidigen Sie mich ruhig weiter, ich hätte nicht gedacht, dass sie sprechen können.“

Kränkungen – Ursachen und Umgang

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Es gibt nur einen Grund, warum Menschen sich gekränkt fühlen: Andere Menschen. Oder, um genauer zu sein: Das was andere Menschen tun, oder auch nicht tun. Niemand wird sich vom Winter gekränkt fühlen, weil er kalt ist. Oder von seinem Hund, weil der nicht hört. Nein, Flora und Fauna sind einfach da, ohne böse Absicht oder Hintergedanken. Der Mensch ist in Sachen Kränkungen also ziemlich einzigartig. Und begabt. Schon Jean-Paul Sartre wusste: „Die Hölle, das sind die anderen“. Wer sind sie denn nun, diese ominösen „anderen“?

Nun, da hätten wir tyrannische Chefs, Besserwisser, illoyale Beziehungspartner oder rücksichtslos eitle Selbstdarsteller, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Insbesondere den Selbstdarstellern oder Narzissten werden wir später noch etwas genauer auf den Zahn fühlen, denn ihre Zahl wächst rasant. Eins haben alle diese Typen gemeinsam: Sie lieben es sich groß zu fühlen und machen dafür andere systematisch klein. Eine der bewährtesten Methoden dabei ist die gezielte Kränkung des Gegenübers durch verbale Schläge unter die Gürtellinie. Diese ebenso simple wie brutale Strategie geht leider viel zu oft auf. Warum? Weil sich diesen Menschen niemand ernsthaft in den Weg stellt und sie in ihre Schranken verweist.

Ihr merkt schon: Hier geht es um die gezielte, absichtliche Kränkung, nicht um Verletzungen, die aus Versehen passieren. Von einer unbeabsichtigten Kränkung getroffen zu werden, kann zwar auch schmerzen, ist aber leichter zu verzeihen. Kränkungen, die mit voller Absicht erfolgen, sind hingegen nicht entschuldbar. Sie verdienen eine passende Entgegnung und manchmal auch eine treffende Retourkutsche. Aber selbst wenn wir nichts Schlagfertiges entgegenzusetzen haben, müssen wir für uns einen Weg finden, mit Kränkungen so umzugehen, dass wir sie abschütteln und hinter uns lassen können.

Wo tut es weh?

Für eine gute Abwehrposition gegenüber Kränkungen gilt es zuerst herauszufinden, wo die eigenen Schwachstellen liegen. Mit anderen Worten: Wodurch bin ich am leichtesten zu verletzen, was kränkt mich am meisten? Kommunikationsforscher der University of Texas haben bei einer Befragung von Studenten ermittelt, dass „Verrat“ und „Zurückweisung“ zu den häufigsten Gründen für eine schmerzliche Kränkung zählen. Zwei Begriffe, die wir etwas genauer unter die Lupe nehmen müssen.

Verrat gilt per Definition als Vertrauensbruch innerhalb einer vermuteten Loyalität. Das gibt es im großen Stil, man denke an Edward Snowden, von dem sich die USA verraten fühlen, und im kleinen, privaten Rahmen. Ein Beispiel: Ich gehe davon aus, dass zwischen meinem Arbeitskollegen Thomas und mir ein freundschaftliches Verhältnis besteht. Bei einem gemütlichen Feierabendbier erzähle ich ihm im Vertrauen, welche seltsamen Verhaltensweisen ich bei unserem gemeinsamen Vorgesetzten beobachtet habe und wie sehr mich diese ärgern. Er nickt verständnisvoll und gibt mir das gute Gefühl, mir „etwas von der Seele“ geredet zu haben. Zwei Tage später werde ich bei der Arbeit zum Gespräch mit dem Chef gebeten. Der macht mich zur Schnecke, weil ich angeblich hinter seinem Rücken über ihn gelästert habe. Bämm. Ich habe nur mit Thomas über den Chef gesprochen, also ist klar, woher dieser seine Informationen hat. Thomas war mir gegenüber illoyal, hat mich dadurch verraten und das tut weh. Das Beispiel lässt sich auf alle möglichen Situationen übertragen, in denen jemand, der unser Vertrauen genießt, dieses enttäuscht.

Zurückweisung kann einem in allen möglichen Lebenslagen widerfahren. Ich kann von einem einzelnen oder einer ganzen Gruppe zurückgewiesen werden. Hier braucht es kein Beispiel. Wohl jedem wird das schmerzliche Gefühl bekannt sein, das mit einer Zurückweisung einhergeht. Insbesondere in allen Situationen, bei denen Liebe im Spiel ist, kann es sehr wehtun zurückgewiesen zu werden.

Ich bin kein texanischer Student, trotzdem kann ich diese Ergebnisse aus persönlicher Erfahrung nachvollziehen. Sich verraten oder zurückgewiesen zu fühlen tut einfach nur weh. Dabei hängt der Grad der Verletzung direkt mit der Struktur der eigenen Persönlichkeit zusammen: Je weniger Selbstwertgefühl ein Mensch besitzt, desto schwerer trifft ihn eine Verletzung. Wer sich von Kränkungen dieser Art selbstbewusst abgrenzen und innerlich distanzieren kann, ist klar im Vorteil.

Was passiert wie?

Ebenso wichtig, wie die persönlichen Schmerzpunkte zu kennen, ist es, die Mechanismen und Methoden zu verstehen, die Menschen benutzen, um andere zu kränken. Daher an dieser Stelle eine Übersicht der gängigsten Muster:

Manipulation

Das Hauptanliegen manipulativer Menschen besteht darin, andere zu einem bestimmten Verhalten zu zwingen. Es geht dabei immer um Macht und zur Durchsetzung der eigenen Interessen wird oft ein Dilemma erzeugt: „Entweder machst du was ich sage, oder ich trenne mich von dir.“ Insbesondere in ohnehin schwierigen Partnerschaften sind Sätze wie dieser ein ganz übles Druckmittel.

Verallgemeinerung

Durch Generalisierung wird erreicht, dass ein Mensch als Ganzes abgewertet wird. Wenn ein Vorgesetzter sagt: „Sie kümmern sich nie um etwas“, obwohl nur ein kleines Versäumnis vorliegt, rückt das die gesamte Persönlichkeit des Betroffenen in ein schlechtes Licht.

Projektion

Bei Verbalattacken werden oft die eigenen negativen Gefühle auf den anderen übertragen. Eine Aussage wie: „Ich glaube, du kannst mich nicht leiden“ bedeutet im Grunde nichts anderes als: „Ich kann dich nicht leiden.“

Doppelbotschaften

In verärgertem Tonfall zu fragen „Wie geht es dir?“ erzeugt beim Gegenüber Unsicherheit. Auf die Gegenfrage „Warum bist du sauer?“ macht dann die Antwort „Wieso? Ich habe nur gefragt, wie es dir geht“ aus der Unsicherheit ein Gefühlschaos. Besonders in Eltern-Kind-Beziehungen sind Doppelbotschaften ein häufiger Grund für Angst, Selbstzweifel und Kränkung des Kindes.

Wolfssprache

Dieser Begriff wurde von dem US-Psychologen Marshall Rosenberg geprägt. Laut Rosenberg, einem Verfechter der gewaltfreien Kommunikation, benutzen manche Menschen die sogenannte Wolfssprache, damit ihr Gegenüber sich schlecht fühlt, ausweicht oder in eine Abwehrhaltung gehen muss. Diese Art der Kommunikation verursacht zwangsläufig gegenseitige Aggression und ist ein Garant für Kränkungen aller Art. Wolfssprache bedient sich nach Rosenberg folgender Methoden:

  • Interpretation: „Du verhältst dich so, weil…“
  • Analyse: „Wenn du das so gemacht hättest, dann…“
  • Kritik: „Das machst du falsch, das macht man…“
  • Wertung: „Du bist faul (dumm, egoistisch, naiv)…“
  • Strafandrohung: „Wenn du nicht damit aufhörst, dann…“

Sonderfall Narzissmus

Wie bereits oben angekündigt, bekommen die Narzissten ein Extra-Kapitel. Das müsste ihnen doch eigentlich gut gefallen, schließlich handelt es sich bei Narzissten um Menschen, die den Mittelpunkt der Welt in der Nähe des eigenen Bauchnabels vermuten. Hauptsache, es dreht sich alles um ihre Person. Ihr Lebensweg ist in aller Regel gepflastert mit gekränkten Seelen, gebrochenen Herzen und den sprichwörtlichen Leichen, über die sie gehen. Die Bezeichnung „schwierig“ wird ihnen nicht wirklich gerecht. Schwierig sind höhere Mathematik oder die 100 Meter unter zehn Sekunden zu laufen. „Unerträglich“ trifft es bei den meisten Narzissten wohl eher.

Das zwischenmenschliche Verhalten der sogenannten Narzissten ist von Machtdemonstrationen und Manipulationsversuchen gekennzeichnet. Damit ist die Kränkung anderer Menschen bereits vorprogrammiert. Sie besitzen nachweislich ein geringes Maß an Empathie und interessieren sich nicht für die Gefühle ihres Gegenübers. Soziologen und Psychologen zufolge bieten der gegenwärtige Celebrity-Kult und die Möglichkeit der Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken einen besonders guten Nährboden für Narzissten. Die eigene Person supertoll zu finden ist derzeit schwer angesagt und wird auch noch von Fans und Followern gefeiert. Dabei übernehmen diese schillernden Mediengestalten die Funktion von Influencern und wecken den latent schlummernden Narzissten in Lieschen Müller und Hans Schmidt. Narzissmus wird dadurch von der psychischen Störung, die er in Wirklichkeit ist, zur gesellschaftlichen Norm und salonfähig. Das bedeutet: Es gibt immer mehr Narzissten, vor deren Verhalten es sich zu schützen gilt. Doch wie geht das am besten?

Abwehrmethoden

Komisch – die besten schlagfertigen Erwiderungen auf eine kränkende oder beleidigende Bemerkung fallen mir erst ein, wenn die Situation schon lange vorbei ist. Dann liege ich im Bett und denke „Ha, dem hätte ich das und das an den Kopf schmeißen können.“ Leider nur „können“, denn getan habe ich es nicht. Daher finde ich die Tipps des Hamburger Psychologen Valentin Nowotny sehr hilfreich. Er ist Autor des Buches „Die neue Schlagfertigkeit“, und hat sich mit dem Thema intensiv beschäftigt. Für ihn ist das Bewahren der eigenen Integrität der Dreh- und Angelpunkt einer Strategie gegen Kränkungen. Hier einige seiner Ideen in meinen Worten wiedergegeben:

Zurückspiegeln

Einen kritischen Vorwurf wie „Da fehlt dir wohl komplett der Durchblick“ einfach aufgreifen und zurückgeben: „Du scheinst dich damit ja bestens auszukennen.“ Indem man sich nicht rechtfertigt, sondern den anderen zum Thema macht, wendet man den Angriff einfach ab.

Selbstsicherheit zeigen

Wer sich klein macht, lädt andere förmlich dazu ein, auf einem herumzutrampeln. Daher: Aufrecht halten, mit lauter Stimme in klaren Worten sprechen und Blickkontakt suchen. Das reicht oft schon aus, um die meisten Attacken im Keim zu ersticken.

Leichtigkeit bewahren

Mit Humor kann man die Absicht eines persönlichen Angriffs oder einer Kränkung gut neutralisieren. Dabei kann man dem anderen zwar augenscheinlich Recht geben, seine Bemerkung aber durch eine gezielte Übertreibung ins Lächerliche ziehen. Auf den Satz „Meine Güte, herrscht bei dir wieder ein Chaos“ einfach mit „Stimmt, genau wie bei Bill Gates. Das brauchen wir einfach für unsere Kreativität“ antworten. Das nimmt dem Angreifer den Wind aus den Segeln.

Sachlich bleiben oder auf Distanz gehen

Auch bei einem unfairen Angriff gilt: Immer versuchen bei sich zu bleiben und nicht emotional zu werden. Es gibt keinen Grund, sich zu rechtfertigen, man kann auf der Sachebene bleiben. Wenn es um massive Beleidigungen oder sogar die Androhung von Gewalt geht, einfach gehen und den (momentanen) Kontakt abbrechen.

Mir persönlich gefällt in diesem Zusammenhang auch ein Satz des Dichters Art van Rheyn sehr gut:

„Beleidigen Sie mich ruhig weiter, ich hätte nicht gedacht, dass sie sprechen können.“

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66 Kommentare


#1
9.10.17, 14:41
Sehr schön
3
#2
9.10.17, 15:15
@naisha:

du findest es sehr schön und gibst trotzden nur einen Stern? verstehe ich nicht..

@ Kriss, wie immer sehr treffend geschrieben, das werde ich mir mehrmals durchlesen👍
#3
9.10.17, 15:27
Ich wollte alle Sterne geben aber irgendwie funktionierte es nicht.
#4
9.10.17, 15:31
@naisha:

du musst auf den rechten Stern klicken...na jetzt weißt du es ja😂
1
#5
9.10.17, 15:36
Ja jetzt weiß ich wie es funktioniert 5 Sterne von mir. Hat mir sehr gut gefallen
8
#6
9.10.17, 18:27
Das ist mir alles zu kompliziert zu lesen, ich machs mir einfacher. Wer mich ärgert oder kränkt ,den strafe ich mit Mißachtung, das ist besser, als sich aufzuregen. Merke ich, daß ich mit verbalen Giftfeilen beschossen werde, schieße ich auch schon mal zurück, was mir dann aber Freude und Genugtuung bereitet. Jaja, ich weiss, das ist böse, egal 😄
3
#7
9.10.17, 18:33
@naisha: 
Zu den Sternen:
Genau das habe ich auch Ewigkeiten falsch gemacht:
Ich dachte, ich muss den ersten Stern 5x anklicken. War wohl nichts. Aber dann kam die hilfreiche Erklärung eines Mitglieds und ich konnte mich nur noch entschuldigen, für so viele mangelhaften Bewertungen zu Tipps, die mich wirklich beeindruckten😟

Um mich zum Tipp zu äußern, werde ich ihn noch ein- bis zweimal lesen.
4
#8
9.10.17, 18:52
Die vielen Regeln kann ich mir nicht merken wenn ich mich über etwas ärgere.
Meine Reaktion kommt ganz drauf an, wie ich gerade drauf bin.
1
#9
9.10.17, 18:54
@Upsi: Bei mir ist es ähnlich. 
1
#10
9.10.17, 18:55
😄
2
#11
9.10.17, 21:29
Gegen Narzissten ist kein Kraut gewachsen. Da hilft nur die Flucht. Du kannst versuchen, sie zu loben, wenn sie mal einigermaßen erträglich sind, dann sind sie dir etwas wohlgesonnen und weniger kränkend. Oder ihnen deine Ideen als ihre eigenen unterjubeln und sie dann wieder für ihre tollen Ideen loben. Aber die beste Idee ist noch, ihnen aus dem Weg zu gehen.
1
#12
9.10.17, 22:05
#6 ich meine natürlich Giftpfeile keine Feile, blöde automatische  Rechtschreibkorrektur 😁
2
#13
9.10.17, 22:43
Ganz so sehr verurteile ich narzisstisches
Verhalten nicht, denn ich finde es sehr wichtig, sich selbst zu lieben..........


Ich fühle mich extrem selten gekränkt, kränke
aber sicherlich hin und wieder sensiblere Personen aus meinem Umfeld, da ich persönlich zwar über Einfühlungsvermögen und durchaus auch über Empathie verfüge, zwar nicht unsensibel aber doch recht “robust” bin.  Zu manchen Kränkungen oder persönlichen Angriffen nehme ich Stellung, andere sind mir die Gedanken/Mühe nicht wert. Ich bekomme sie mit, sie sind mir aber nicht einleuchtend genug, um dazu Stellung zu nehmen, da dies ins Uferlose ausarten würde.


Wer seine Meinung vertritt, dem wird oft
nachgesagt, anzugreifen und zu kränken. Das sehe ich anders:

 Viele Menschen fühlen sich angegriffen, weil sie eine vorgefasste negative Einstellung zu einer
bestimmten Person haben und extrem reagieren, selbst wenn es dazu gar keinen Grund gibt. Siehe hierzu auch: “Anleitung zum Unglücklichsein” von Paul Watzlawick.

Dort, wo ich früher auf Anfeindungen reagierte,
bemühe ich mich seit einiger Zeit, die Ruhe zu bewahren, Hintergründe zu hinterfragen und auch mal die Füße still zu halten und gar nichts dazu zu
sagen.

Auf irgendeine Weise scheint es sich positiv
auszuzahlen und zu entwickeln...........

Es kommt nicht darauf an, wie eine Beleidigung zugefügt wird, sondern  wie man sie aufnimmt.
(Lucius Annaeus Seneca)
7
#14
10.10.17, 00:52
Tut mir leid - ich höre hier auch schon die empörten Aufschreie - aber was tun solche pseudowissenschaftliche Artikel in epischer Breite auf einer Seite wie "Frag Mutti"?
Auch wenn sie zweifellos gut geschrieben sind, was will Mutti uns denn hier bloß erklären zwischen Marmorkuchen und Heringssalat?
Nix für ungut Kriss, ich mein es nicht persönlich , hab auch mal studiert, aber ich kapier's
nicht.
Und nun fallt alle über mich her!
5
#15
10.10.17, 10:16
@superwoman neu: ich gebe dir recht und habe schon oft über solche wissenschaftlich und schwer zu verstehende Beiträge gemosert, vor allem über bedenklich medizinische. Scheint aber alles nicht erhört zu werden und langsam ist es mir auch egal, die letzte Verantwortung liegt nicht bei mir. 
Mich stört vor allem die Pauschalisierung in psychologischen Beiträgen. Dieses " am besten ist " , ist zu einseitig, denn jeder geht in bestimmten Situationen anders mit den Dingen um. Ganz davon abgesehen sind solche Beiträge schwer zu verstehen mit den vielen Fremdwörtern und angebl. Erkenntnissen. Lieschen Müller steht mit Sicherheit vor solch einem Beitrag wie der sprichwörtliche "Ochs vorm Tor " , ein wenig geht es mir auch so. 
Nicht böse sein Chris, ich lese dich gern, aber wissenschaftliche Erkenntnisse in Psychologie rauschen bei mir durch wie Wellen im Meer.
8
#16
10.10.17, 12:40
Das Zumselchen ist NICHT einverstanden, dass andere Menschen der Grund sind, warum Menschen sich gekränkt fühlen. 
Vielmehr ist der Grund in der Seele des gekränkten Menschen zu suchen. So hat nahezu jeder seinen wunden Punkt, der sich oftmals schon in Kleinstkindzeiten entwickelt und sich im Laufe der Jahre manifestiert hat. Wird dieser wunde Punkt getroffen durch bestimmte Ereignisse (der Musikfreund vor einem an der Kasse ergattert die letzten Konzertkarten und man selbst geht leer aus) oder durch bestimmte Verhaltensweisen (die Leiterin des Töpferkurse übersieht mich und ist mehr mit anderen Teilnehmern beschäftigt), so kann dies leicht als Zurückweisung und Entwertung des eigenen Selbstwertgefühls verstanden werden. Die Herausforderung besteht in der Stärkung des Selbstwertgefühls. Je nach Schwere der Verletzung desselben kann man Kränkungen nicht mit Floskeln wie: Zurückspiegeln, Selbstsicherheit zeigen, Leichtigkeit/Humor bewahren, etc. in den Griff bekommen. Vorsicht, denn auch diese vermeintlich gut gemeinten Ratschläge können wie eine Ohrfeige wirken. Jeder muss für sich selbst den individuell für richtig befundenen Weg gehen, um mit Kränkungen klarzukommen. Dabei ist es keine Schande, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
#17
10.10.17, 12:53
@superwoman neu: 👏👍
3
#18
10.10.17, 13:07
@zumselchen: wie z.B. sollte man reagieren, wenn irgendein Schwachmat einem ins Gesicht sagt, " du bist fett, häßlich, dumm und deine Kinder auch ". Mein Selbstbewußtsein würde sagen " hau ihm eine aufs Maul ". Mein Verstand würde sagen " keine Gewalt, dreh dich um, geh weg und lächele ". Da ich Gewalt verabscheue, würde ich warscheinlich auf den Verstand hören, aber garantieren könnte ich das nicht, wenns wie wild in den Fingern juckt. Zum Glück musste ich das nie testen, aber würde mich interessieren, was wäre wenn. Ich glaube in solch einer Situation könnte man viel über sich selbst lernen.
1
#19
10.10.17, 13:09
@zumselchen: Da hast Du viele wichtige Punkte angesprochen!
Und es kommt auch bei den einzelnen Menschen immer wieder auf ihre "Tagesbefindlichkeit" an: Was ihnen an dem einen Tag gar nichts ausmacht, kann sie an einem anderen völlig ausrasten lassen.
Mich kann heute aber nicht so leicht etwas kränken, denn gestern ist unser siebentes Enkelkind gesund zur Welt gekommen, und ich schwebe glücklich auf meiner Oma-Wolke!
1
#20
10.10.17, 13:25
@Maeusel: Ganz herzlichen Glückwunsch! 💜

@upsi: Warum sollte jemand sowas zu Dir sagen? Das Zumselchen ist der Ansicht, das man aus Schwachmatenschlammschlachten nur als Verlierer wieder herauskommt (Es sei denn, man hat ein Lichtschwert mit Zerbröselmodulator.;-). Daher sollte man sich hüten, sich in eine solche hineinzubegeben. Als Reaktion auf die eingangs angefüherte Beleidigung würden sich Antworten wie: "Ganz wie Sie meinen." oder auch einfach "Ja-ja" anbieten. :-)
#21
10.10.17, 14:12
@zumselchen: war auch nur ein Beispiel, was wäre wenn. Gibt ja auch
andere Kränkungen. Da ich kein Lichtschwert habe, nur die Wahl zwischen
Faust und Wort, hoffe ich, daß ich das nie testen muss. Nochmal, ich bin
total gegen Gewalt, aber wissen das auch meine Nerven ?
Wer mich kennt weiss, daß ich der freundlichste und friedlichste Mensch
bin, aber bleibt man das auch, wenn man in eine Ausnahmesituation kommt ?
#22
10.10.17, 14:22
@zumselchen: "Ganz wie sie meinen" antworten, aber es ist nicht aus der Welt geschafft.
Es kann sich im Gehirn andocken.
Dann kommt es noch darauf an, wer das zu einem sagt. Jemand, der sowieso nur dumme Sprüche liefert und der einen egal ist. Oder jemand, an den einen was liegt.
Beruhigt ist man dann wahrscheinlich erst, wenn der böse Spruch durch ein Missgeschick des anderen "ausgebügelt" wird.
Denn Rache ist für viele süß!
Nicht mal das Alter schützt davor. Vor vielen Jahren in Koblenz belegt:
Ein fast 80 -Jähriger hatte mehrere Wochen mit Telefonterror zu tun. Er erhielt hunderte anonyme Anrufe zu jeder Tageszeit. Es waren vier Frauen von ungefähr 80 Jahren. Eine hatte die anderen dazu animiert, weil sie Streit mit ihm hatte und vielleicht gekränkt war?
1
#23
10.10.17, 14:46
Diese Analyse mit den Tipps finde ich einfach nur großartig! Ich hatte auch mal eine aggressive Kundin, die mich wegen einer Kleinigkeit am Telefon derart beleidigt und heruntergeputzt hat. Sie hörte gar nicht mehr auf zu meckern, so dass ich den Telefonhörer einfach mal neben das Telefon legte und wegging.  
1. Ich habe nicht aufgelegt.
2. Ich habe ihr damit zu  verstehen gegeben, dass ich  ihr Verhalten nicht toleriere.
3. Ein sachliches Gespräch war mit ihr nicht möglich, da hätte ich mich auf den Kopf stellen können.
4.  Auf diese Kundin ist für mich eh geschi.... (sorry).
Fazit: Der Kunde ist König, aber nicht wenn es extreme Ausmaße annimmt. Sie hätte sich auch  anders ausdrücken können und mich nicht unsachlich beleidigen  müssen. Irgendwann greift die Selbstliebe, sodass man sich nur noch schützt.
8
#24
10.10.17, 15:03
@superwoman neu: 

Nur kurz ein paar Gedanken zu deinem Kommentar #14:

Wenn der Name "Frag Mutti" hier Programm ist (oder sein soll), kann theoretisch über alles geschrieben werden, und das auch in, wie du es nennst, "epischer Breite". Ich denke eine Mutter im realen Leben sollte für alle Fragen offen sein, und dazu gehören neben der Frage nach dem Rezept für "Marmorkuchen oder Heringssalat" auch die Frage, wie man mit bestimmten Situationen im Leben (besser?) umgehen kann.

Ich für meinen Teil wäre froh gewesen, wenn meine Mutter mir zu solchen Themen etwas mehr mit auf den Weg gegeben hätte - vielleicht wäre mir manche unangenehme oder schmerzhafte Erfahrung dadurch erspart geblieben. Und auch hier bei Frag Mutti freue ich mich über jeden Beitrag, in dem es um Menschen und nicht um Essen oder Haushalt geht.

Wie dem auch sei. Ich freue mich darüber, dass du sagst der Beitrag wäre gut geschrieben, danke dafür. Und eins noch: Ich habe übrigens nicht "auch mal studiert", sondern gar nicht studiert. Es gab einfach keinen Studiengang, der mich gereizt hätte.
1
#25
10.10.17, 16:51
@superwoman neu: Auch ich habe ein Hochschulstudium absolviert. Gerade deshalb bin ich vielseitig interessiert. "Frag Mutti", ja was fragt man Mutti denn alles? Bestimmt will man von der Mutti nicht nur in Sachen Rezepte und Haushalt beraten werden. Soziale Kompetenz ist eine wichtige Schlüsselqualifikation für ein zufriedenes Leben. Insofern empfinde ich diese Tipps nicht als deplatziert. 
#26
10.10.17, 17:55
Noch ein paar Worte zum Narzissmus bzw. zur narzistischen Persönlichkeitsstörung: Auch beim Narzissten ist von einem schwach entwickelten Selbstbewusstsein auszugehen. Besonders er ist sehr leicht kränkbar und kennt keine echten Gefühle.

Allgemein entsteht diese Störung durch den Mangel an bedingungsloser Liebe, Empathie und Grenzsetzung im Kindesalter. Das gilt es zu kompensieren mit Selbstdarstellung und Erniedrigung anderer. 
Auch sehr interessant ist der sog. WEIBLICHE Narzissmus, wobei die Narzistin stets versucht, sich an anderen auszurichten. Diese Form ist schwer zu entlarven... googelt mal... 

Im nächsten Kommentar gibt'seinen interessanten Link, der wohl erst morgen hier erscheinen wird.
#27
10.10.17, 17:58
http://umgang-mit-narzissten.de
2
#28
10.10.17, 18:30
Ich stimme zumselchen zu. Eine relativ neutrale Aussage kann von einem als Kränkung verstanden werden, vom anderen nicht. Die eigene Befindlichkeit entscheidet dann darüber. Ich hatte in jungen Jahren gar kein Selbstbewusstsein oder besser gesagt Selbstwertgefühl und war sehr schnell gekränkt. Das ist mit zunehmendem Alter und zunehmendem Selbstwertgefühl deutlich besser geworden. 
Upsi, was du beschreibst, ist ja keine Kränkung mehr, sondern geäußert mit der Absicht, wirklich tief zu verletzen. Sowas kommt ja nicht aus heiterem Himmel aber selbst wenn, sehe ich es auch so: bei solchem Niveau kann man nicht gewinnen. Ein englischsprachiger Kollege sagte mal (meine Übersetzung): „streite nie mit einem Idioten / Schwachmaten. Erst zieht er dich auf sein Niveau runter und dort schlägt er dich dann mit seiner größeren Erfahrung“. Das Original geht so „Never argue with an idiot. They drop you down to their level and beat you with experience“. Deshalb kann man auch mit Idioten wie Trump, Boris Johnson oder Gauland nicht argumentieren, man landet sonst unweigerlich auf deren Niveau. 

Ich lese sowas hier wie von Kriss ganz gerne. Den Vorwurf, der Text sei kompliziert, finde ich schwierig. Das kann man so oder so sehen. Und was wäre die Konsequenz? Sollen auf FM nur einfachste Texte abgegeben werden und warum? Wer es nicht mag, kann weiter klicken. Machen wir doch sonst auch alle.
#29
10.10.17, 18:33
@Kriss: zum Thema Kränkungen kann ich dir alles von Bärbel Wardetzki empfehlen. Eine Münchner Psychologin. Ich kenne sie nicht persönlich, finde sie aber sehr sympathisch. Bevor du ein Buch kaufst, schau mal auf YT und Google mal ihren Namen. Vielleicht schaust du dir einen ihrer Vorträge bei der ?Akademie Vorarlberg an. Fand ich sehr aufschlussreich. 
3
#30
10.10.17, 20:41
@superwoman neu: Ich falle nicht über Sie her! Im Gegenteil, Sie reden mal "Tacheles". Es ist leider so, dass in diesem Forum regelmäßig pseudowissenschaftliche Beiträge eingestellt werden. Und dem FM Geschäftsmodell entsprechend ausgiebig über diesen Schmonsens diskutiert wird. Ich denke Kriss (und alle anderen die so ausgiebig posten) sollte mal ein Buch mit seinen Thesen veröffentlichen. Dann regelt der Markt die Relevanz seiner Allgemeinplätze. Einen schönen Abend allerseits
1
#31
10.10.17, 21:08
Hallo Kriss  , bist du nicht der " Macher " der Seite ?
Der Erfinder von frag Mutti .de ?

Hab noch nicht den ganzen Beitrag gelesen , aber frag mich 
gerade woher du deine Informationen nimmst .

😄
1
#32
10.10.17, 21:19
Die 'Erfinder' der Seite sind Hans-Jörg Brekle & Bernhard Finkbeiner ;-), zu finden hier im Impressum: frag-mutti.de/impressum.php
3
#33
10.10.17, 21:23
Wenn hier nur über Marmorkuchen und Heringssalat geschrieben würde,  wäre es ziemlich langweilig. 
Ich lese solche Sachen ganz gerne mal, auch weil Kriss einen tollen Schreibstil hat.
4
#34
10.10.17, 21:39
Warm wurden eigentlich die "Daumen-runter" Symbole abgeschafft?!?!?!?!
#35
10.10.17, 21:52
Brauchst du den unbedingt?
1
#36
10.10.17, 21:56
@Arjenjoris: 
Unbedingt nicht, hin und wieder schon.
1
#37
10.10.17, 22:19
Liegt es am Kontext, am Wiedererkennungswert, am Unverständnis...........oder warum stößt dieser "Tipp" auf so viel Unverständnis?
#38
10.10.17, 22:33
@xldeluxe_reloaded: och, das ist doch noch harmlos. Du weißt doch, richtig viele Kommentare gibts beim Thema Kalk lösen und Klo putzen. Ich glaube, Kränkungenbetreffen auch jeden, jeder ist schon mal gekränkt worden. 
#39
10.10.17, 22:43
@Binefant: danke , hätt ich auch selbst drauf kommen können 😄
War ja nicht bös gemeint ,werd  mal draufschauen 😄
Danke 👏👍
1
#40
10.10.17, 22:56
@xldeluxe_reloaded: weil nur du es verstehst 😄😁
#41
11.10.17, 00:10
@zumselchen: #27 danke für den Link Zumselchen, jetzt wird mir doch so einiges klar 👍
1
#42
12.10.17, 14:30
@Mister_Y: Ich sage dazu: Narzissten läßt man am besten im Regen stehen, den sie selbst angezettelt haben.
1
#43
12.10.17, 14:37
Ich habe mich vor kurzem über einen narzisstischen Kirchenmann geärgert. Doch ich habe mit Hilfe von Freunden einen Weg gefunden, ihm aus dem Weg zu gehen. 
Nun ist ihm der Gegner verloren gegangen! 😂 
#44
12.10.17, 16:00
@tappasseria: Sie zeigen es ganz wunderbar: zum Konzept dieser Seite gehören Leute wie Sie, die gerne "Tacheles" reden. Es ist leider so, dass in diesem Forum regelmäßig provokante Kommentare gepostet werden damit -- dem FM Geschäftsmodell entsprechend -- ausgiebig diskutiert wird. Wenn sich der Sinn der Tipps erschöpft hat, (oder wenn er sich dem einen oder anderen nicht erschlossen hat), braucht es unbedingt noch etwas Unsinn, damit die Diskussion nicht einschläft. Wer weiß, welcher Tippeinstellern oder Kommentator von der Redaktion gesponsert ist? 😱  Andererseits jedem Tierchen sein Pläsierchen! Frag Mutti hat zweifelsohne einen wunderbaren Unterhaltungswert! 😜. Man kann sich so schön virtuell austoben und nimmt vielleicht doch die eine oder andere Anregung für den grauen Alltag und den Ernst des Lebens mit. 
2
#45
12.10.17, 22:46
@sylvi50: Aus einem Focus-Artikel, den er etwas gekürzt und abgewandelt hat..
#46
12.10.17, 22:56
@Malin: Sorry.
Eigentlich wollte ich dir (vorerst) keinen Daumen geben sondern nur fragen, ob du für diese Ansage eventuell einen belastbaren Link hast?
2
#47
12.10.17, 23:10
@Jeannie: Ich weiß nicht, ob ich den Link setzen darf. Aber wenn du nach "Focus Mechanismen der Abwertung" suchst, wirst du fündig. Das ist Seite 2 des gesamten Beitrags, bei dem die Parallelen besonders deutlich sichtbar sind. Aber auch auf Seite 1 und 3 findet man so manches wieder. Ich vermute eine Vermischung dieses und anderer Artikel. Zumindest ist diese aber von Kriss recht gut gemacht ;)
#48
12.10.17, 23:16
Danke dir. 👍
#49
15.10.17, 02:22
@Malin: Danke für die Information.
#50
15.10.17, 09:44
"Dabei hängt der Grad der Verletzung direkt mit der Struktur der eigenen Persönlichkeit zusammen: Je weniger Selbstwertgefühl ein Mensch besitzt, desto schwerer trifft ihn eine Verletzung. Wer sich von Kränkungen dieser Art selbstbewusst abgrenzen und innerlich distanzieren kann, ist klar im Vorteil."

Das ist der wichtigste Punkt! 
Sich selbstbewusst abzugrenzen heißt für mich jedoch nicht, zurückzuschlagen oder schlagfertig sein zu müssen. 
Analyse und innerliche Distanz: Sehr hilfreich. 

Danke, @Kriss. Gerade hier, wo aus fast jedem zweiten Kommentar so viel darüber herauszulesen ist, wie (unnötig) "klein" sich der-/diejenige fühlen muss, ist es sehr sinnvoll, solche Tipps einzustellen. 

Basis, etwas zu verbessern, ist allerdings die Fähigkeit zur Selbstreflektion. 
2
#51
15.10.17, 19:49
Ich find es sehr informativ und gut lesbar - einfach auch schön, mal einen kleinen Anstoss zu bekommen, diese Kränkungsmechanismen anders einzuschätzen und ihnen neu zu begegnen  - die Geschichte mit dem Vertrauensbruch ( man erzählt dem Kollegen was und der Chef weiß es dann wenig später) , ist mir vor kurzem passiert.....man glaubt, man ist alleine mit solchen Sachen, aber das passiert wohl sehr häufig auch anderen...! Komisch: ich wusste gleich, wer den Tipp eingestellt hat - bin (trotz einiger Unkenrufe hier) ein Fan von Kriss' Beiträgen! Nicht alles, was einem nichts "bringt" muss man runtermachen - oder?
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#52
16.10.17, 23:34
Ein schwieriges Thema.
Ich mag keine sozial tief schürfende Themen, dennoch sind diese interessant, ich werde mir diese Sätze über einen längeren Zeitpunkt durchlesen und für mich auswerten)
Blöd ist für mich das ich jeden Monat damit konfrontiert bin. (bin ehrenamtlich für an Demenz-Erkrankte, physisch und auch psychisch erkrankte Menschen im sozialen Bereich tätig)  
Ich bin bis zu zwei Stunden (und mehr) die Woche für genannte Menschen da, damit die Angehörigen auch mal Luft für sich haben und für zwei Stunden abschalten können.
Was ich da erlebe könnte Romane füllen. Wird es mit zu 100% Sicherheit aber nie, da ich dazu verpflichtet bin Stillschweigen zu halten wenn ich dieses Ehrenamt auch noch künftig ausüben möchte. 
Was ich früher als Aggression empfand ist heute nach über 10 Jahren Erfahrung im sozial ge- und erlebten Bereich ein laues Lüftchen.  
#53
17.10.17, 00:02
@Unwetterhasser: Lieber Mensch! 
Dein Kommentar hat mich sehr berührt. Bist du sicher, dass es nur ein laues Lüftchen ist?? 
Jede Aggression kann mich treffen, oder ich lasse sie abprallen: dafür gibt es verschiedene Strategien. 
Hast du mal hinterfragt, ob du evtl. ein Burn-Out-Syndrom hast? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man das auch bei ehrenamtlicher Tätigkeit haben kann, wenn man sich zu viel zumutet. 
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#54
17.10.17, 00:37
Hallo  WZimdahl 
Ich bin mir sicher da ich meine Grenzen kenne und es ablehne weiterzumachen wenn eine Grenze für mich erreicht ist.
Man muss auch Nein sagen können wenn es dem Selbsterhalt dient.
Und wir haben eine wirklich gute Truppe die jeden Monat zusammenkommt, dann unterrichtet wird und wo jeder seien Probleme sagen darf ohne das er dafür schief angesehen wird,
Ich selber habe auch schon zwei Klienten abgelehnt weil einfach die Chemie  nicht stimmte. 
Es bringt nichts wenn man nicht in der Lage ist Nein zu sagen und sich innerlich längst vom Ziel entfernt hat. 
Und unsere Chefin (die hört ja eh nicht zu) würde uns niemals zu etwas zwingen wo es nichts bringt. Sie sagt letztendlich bleibst Du dabei und willst nicht länger mit dem Klienten etwas zu tun haben? Und sie verlangt ein eindeutiges Ja oder eben Nein und regelt dann die Angelegenheit mit den Angehörigen oder Betreuer ohne das man sich selbst darum kümmern muss.
So und nun muss ich aber ganz schnell schlafen da ich heute früh auf den Beinen wegen besagten Thema  sein muss und sein will!
Gute Nacht!
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#55
17.10.17, 08:55
Arbeite auch ehrenamtlich "nebenher". Bis vor kurzem betreute ich auch eine alte, demente Dame, weil die Familie am Ende ihrer Kraft war. Jeweils von Mittags bis Abends Samstags. Bis man die Frau schließlich in ein entsprechendes Heim brachte. Was da an Verletzungen und Kränkungen innerhalb der Familie geschah ...... das versuchen die Angehörigen immer noch aufzudröseln, aufzuarbeiten. 
Mich haben diese Erlebnisse "geerdet". Wenn man lernt, was wirklich wichtig ist im Leben, auch, das Ende des Lebens zu begreifen, kränken andere, unreflektierte Menschen, die sich z.B. wie bei FM immer wieder der Fall, übers richtige WC-Putzen, Kuchen backen u.dgl. in die Wolle kriegen, nicht mehr. 
#56
17.10.17, 17:28
😂 ganz toll!  Und ja der Satz des Dichters ist genial👍. Danke, war ein schöner und im Moment passender Artikel, auch mir begegnen leider immer wieder Narzissten in ihren verschiedenen Schattierungen. Gut und unterhaltsam geschrieben 😉👍
#57
17.10.17, 19:07
👏 Danke, wenn mein Mann den nächsten Anfall bekommt und mich wegen nichts kränkt und immer wieder kränkt, werde ich an deine Worte denken und sie versuchen umzusetzen.
Ich erkenne ihn auf jeden Fall hier.
#58
17.10.17, 21:13
@Netzkatze:  "Gut und unterhaltsam geschrieben". Finde ich auch. Für mich ergibt sich nur ein klitzekleines Problem: #45 Malin behauptet, der Beitrag sei aus einem "Focus"-Artikel abgeschrieben (Kriss hat bisher noch nicht dementiert!). Das scheint aber offensichtlich hier keinen zu stören, scheinbar gehen die Foristen davon aus, dass ohnehin die überwiegende Mehrzahl der Tipps irgendwo "abgekupfert" wurden. Abgesehen davon, dass ich so ein Vorgehen gegenüber den "echten" Autoren unfair empfinde kann u. U. bei erwiesener Urheberechtsverletzung eine empfindliche Strafe folgen. Ich gehe hoffnungsvoll davon aus, dass die überwältigende Mehrheit der FM-Nutzer nicht(!) der Meinung ist, dass es der "Lügenpresse" nur recht geschieht, wenn ihre Artikel auf diese Weise verwurstet werden! Aber wir können Kriss ja eine Brücke bauen: Ein kurzer Post, 'Sorry, ich habe die Quellenangaben vergessen'-schon wären wir im Reinen. Es ist ja ein nicht unerheblicher Aufwand, einen Zeitungsartikel zu straffen, die Essentials herauszustellen und einige Passagen für die Verständlichkeit umzuformulieren. Dafür gebührt Kriss Dank. Aber bitte immer mit: "Wie ich im Focus letztens gelesen habe..." Und wenn Kriss Humor hat schreibt er den nächsten Artikel über "Warum mit fremden Federn schmücken".
Einen schönen Abend allerseits
#59
17.10.17, 21:53
@Greekoma: oh je, das hört sich nicht gut an. Musst du dir das antun? Na, du wirst deine Gründe haben. Alles Gute für dich.
3
#60
17.10.17, 22:11
@tappasseria: 

Wenn du hier die Frage aufwirfst, ob ich meine Beiträge "abschreibe" wie du es nennst, kann ich guten Gewissens mit "Nein" antworten. Klar ist: Natürlich benutze ich bei manchen Themengebieten Quellen und benenne diese auch, wenn ich wörtlich daraus zitiere. Niemand wird davon ausgehen, dass ich Details und Fachwissen über verschiedene Milchsorten oder DVBT-Receiver aus dem Ärmel schüttele. Es läuft so: Ich habe ein Thema, über das ich schreiben möchte, lese darüber (entweder ganz klassisch in verschiedenen Printmedien oder online) und verwende das daraus gezogene Wissen für meine Texte. Dass dabei Parallelen zwischen Texten entstehen, die mit Abschreiben im klassischen Sinn nichts zu tun haben, ist logisch und zwangsläufig.

Es ist ja auf den ersten Blick sehr freundlich von dir, mir eine "Brücke" bauen zu wollen, aber nein Danke - ich möchte überhaupt nicht ans andere Ufer. Es gibt weder eine geschriebene noch ungeschriebene Regel, dass ich verpflichtet bin aufzulisten, was ich im Vorfeld eines Textes alles gelesen, gesehen oder gehört habe.  

Genauso freundlich scheint es zu sein, dass du dich für die "echten" Autoren stark machst. Aber da du mit Null veröffentlichten Beiträgen offensichtlich nicht dazugehörst, denke ich es wäre gut, es diesen unfair behandelten Autoren selbst zu überlassen, sich gegen die "Abschreiber" zu wehren. Wenn sie es denn genauso sehen wie du.

So. Nun habe ich mehr Zeit und Energie in die Antwort auf deinen Kommentar verwendet, als ich eigentlich dafür übrig habe. Und das habe ich nicht getan, um mit dir "im Reinen" zu sein, sondern weil ich mich geärgert habe.

Mit freundlichen Grüßen, Kriss
1
#61
17.10.17, 22:25
@Kriss: 
Voll den Punkt getroffen! 👏 👍👌
#62
17.10.17, 22:33
@Unwetterhasser: Ich bedanke mich für deine offene und ehrliche Antwort. 
Mach weiter so! 
#63
17.10.17, 22:45
@Kriss: Auch ich finde, dass du eine gute Antwort gefunden hast. Warum müssen andere Menschen immer neidisch sein? Eines weiteren Kommentars enthalte ich mich hier. 
1
#64
17.10.17, 22:47
@tappasseria: Neidisch sein auf die Erfolge Anderer hat bisher selten geholfen. Auch nicht dem eigenen Image. 
#65
vor 7 Minuten
@WZimdahl
Woran machst Du fest, dass diese Menschen neidisch sind? Gäbe es noch andere Todsünden oder zutreffende Charaktereigenschaften? 
Neidisch ist man auf etwas was der andere hat oder ist oder eben nicht ist. Aber wie die Studie mit den Studenten gezeigt hat, die willkürlich in 2 Gruppen eingeteilt wurden. 1. Gruppe Wärter 2. Gruppe Gefangene. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Studenten aus der Wärter-Gruppen auf einen Gefangenen neidisch gewesen sein könnten. Hat doch der Wärter das höchste Gut das ein Mensch haben kann - seine Freiheit und die Freiheit zu tun und zu lassen was ihm beliebt. 
Trotzdem musste diese Studie abgebrochen werden, weil "Wärter" "Gefangene" schikanierten ohne Grund und Anlass - nur weil sie es konnten.
#66
vor 2 Minuten
@Rapunzel3: 
Meinst Du damit, dass ich in diesem Fall aufgrund WZimdahls Kommentar bezüglich "neidisch sein" ein "Gefangener" bin? 😮

Im Leben nicht!

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