Sonderposten - nicht abwimmeln lassen

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Am Montag ist es mal wieder passiert: ein Sonderposten des r..l-Marktes hat mich in die Filiale gelockt, und was ist: ausverkauft. Es ist immer dasselbe: mehrere Verkäufer/innen versuchen mich mit fadenscheinigen Argumenten (zu wenig geliefert, Ware nicht genügend eingetroffen bla, bla) abzuwimmeln. Mittlerweile rege ich mich nicht mehr auf und frage sofort nach dem Filialleiter. Wie so oft, der reagiert tatsächlich richtig: lässt sich meine Telefonnummer geben und versucht, extra für mich das gewünschte Teil zu bestellen. Meine Bemerkungen, dass der Markt schon mal wegen so einer Praxis abgemahnt worden ist, dass ich meine Rechte als Kundin kenne, werden sofort akzeptiert - ich bin ja nicht die einzige, die sich nicht verar... lässt.

Was soll ich sagen: am nächsten Tag werde ich angerufen vom Filialleiter persönlich, das Teil liegt reserviert auf meinem Namen an der Information. Geht doch!

Also, lasst Euch nicht abwimmeln, lasst Euch den Chef geben und erklärt ihm, dass Ihr Eure Rechte kennt. In der Regel reagieren sie sehr freundlich und das Teil wird nachbestellt.

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8 Kommentare


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#1 MiO
15.3.12, 22:55
Lockangebote die dann " ausverkauft " sind ... kurz nach Öffnung ( am Angebotstag) ... Nu - in diesem Fall hat der Filialleiter klug gehandelt - ist nicht immer so ;-)
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#2
15.3.12, 22:57
bei unserem real Markt wird sofort alles bestellt, wenn man an der Info nachfragt. Meistens guck ich aber erst ob der Artikel online verfügbar ist, dann bestell ich direkt nach hause :)
#3
15.3.12, 23:07
Freundlich fragen hat bei mir immer viel besser geholfen als rumtoben. Klingt aber nach einem Markt, der einen nicht so überzeugenden Personalstamm hat.
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#4
16.3.12, 07:24
Habe den Fall auch einmal gehabt. Nach einigem hin und her bekam ich dann auch den Filialleiter zu Gesicht und auch er hat mir den Artikel dann besorgt und noch einen gratis dazu gegeben. Ich bin auch der Meinung, dass man sich nicht abwimmeln lassen soll.
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#5
16.3.12, 08:22
Guter Tipp...
Allerdings würde mich interessieren was du mit "ich kenne meine Rechte" meinst.
Wenn ein Geschäft irgendwo ein (Sonder)Angebot macht (Katalog Radio Schaufenster etc) nennt man juristisch gesehen eine "invitatio ad offerendum". Eine IAO ist eine "Einladung ein Kaufangebot abzugeben". Ganz einfach erklärt ist es eine Einladung an den potentiellen Kunden in das Geschäft zu gehen und zu sagen "Ich biete Ihnen für die Uhr den im Katalog beschriebenen Preis von X Euro".
Dann ist es Aufgabe des Mitarbeiters/Chefs etc. dein Kaufangebot anzunehmen.
Das Geschäft ist NICHT verpflichtet dir etwas für einen gewissen Preis zu verkaufen, nur weil es irgendwo einen Hinweis auf das "Sonderangebot" gab.

Zu einem Kaufvertrag gehören immer Angebot und Annahme. Die Begriffe der Geschäfte ("Heute im Angebot"... "Super Sonderangebot"...) sind irreführend, da es sich nicht um Angebote im juristischen Sinne handelt, sondern um die "Aufforderung/Einladung an den Kunden, ein Kaufangebot abzugeben".

Somit ist das was der Filialleiter dann getan hat zwar sehr nett/kulant/mühevoll, allerdings ist er keineswegs dazu verpflichtet so zu handeln.

Es ist ein guter Tipp immer nachzufragen und sich nicht abwimmeln zu lassen und ich werde es auf jeden Fall mal ausprobieren wenn es mir vorkommen sollte. Aber ich wollte das nur mal klarstellen, damit ihr Bescheid wisst ;-)
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#6 fReady
16.3.12, 09:05
@pipelette:

Dann schau mal z.B. hier:
http://www.vz-nrw.de/UNIQ133188488701760/link321952A
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#7 MissChaos
16.3.12, 09:21
@ollski: Ich frage da auch nach wenn innerhalb kurzer Zeit das Sonderangebot "vergriffen" ist. Du hast Recht. Wenn man das Gefühl hat "abgewimmelt" zu werden ist es sehr hilfreich den Filialleiter zu verlangen. Hat bei mir auch schon zum Erfolg geführt. Die Ware wurde nachbestellt und ich habe sie zum Sonderangebotspreis bekommen.

@Pipilette:
Im Ansatz gar nicht so schlecht erklärt aber doch nicht ganz richtig. Aber ich will das nur eben mal klarstellen, damit Du Bescheid weisst ;-)

Der Händler bietet in Form einer Werbeanzeige ein (Sonder-) Angebot an. Im Unterschied zum Angebot ist die invitatio ad offerendum nicht verbindlich, sondern die unverbindliche Aufforderung an andere selbst ein Angebot abzugeben. Da die invitatio nicht verbindlich ist, kann sich der Auffordernde nach Abgabe des Angebotes überlegen, ob er darauf eingehen will.
Eine solche invitatio liegt in der Regel bei Werbung vor. Der Händler, der dieser Werbung mit dem Hinweis auf günstige Preise für Ware anbietet (Sonderangebot), hält sich damit den Verkauf letztendlich offen. Ist die Nachfrage nach der günstigen Ware dann doch größer als sein Lagerbestand, ist er nicht gezwungen, diese hohe Nachfrage zu befriedigen.
Aber in der Werbung sind allerdings die Besonderheiten des Wettbewerbsrecht zu berücksichtigen. Ein Händler kann z.B. nicht ohne Weiteres mit günstigen Preisen für Waren werben, wenn dann die begrenzte Zahl des Sonderangebots verkauft ist, nur noch teurere Waren verkaufen mit dem Hinweis, daß die vergünstigte Ware bereits vergriffen sei.
Bei Sonderangeboten kommt es oft vor, dass diese schnell verkauft sind.
Damit es nicht zu sogenannten „Lockangeboten“ kommt, hat der Gesetzgeber vorgesorgt. Er hat er festgelegt*, dass der Unternehmer die Sonderangebote "für einen angemessenen Zeitraum in angemessener Menge zum genannten Preis bereitzustellen" hat. Das Gesetz geht außerdem davon aus, dass in der Regel Ware für zwei Tage angemessen ist.

*Im Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ist es festgelegt.
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#8
19.3.12, 09:14
@MissChaos: danke, dass Du das so plausibel für mich beantwortet hast. Ich hätte nur mit der Antwort "unlauterer Wettbewerb" auf die Frage nach dem rechtlichen Aspekt reagiert.

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