Auch Wartezeit ist Lebenszeit. Wer sich diesen Umstand bewusst macht, kann im Warten mehr als eine störende und ärgerliche Unterbrechung des gewohnten Ablaufs sehen.

Wartezeiten auch ohne Smartphone sinnvoll überbrücken

Jetzt bewerten:
3,3 von 5 Sternen auf der Grundlage von

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen ein Handyverbot in Arztpraxen und Krankenhäusern im wahrsten Sinne des Wortes einfach „wegwischen“. Da wird munter drauflos telefoniert und gesimst, gespielt oder Musik gehört. Man erfährt (ob man will oder nicht), welche neuen Klingeltöne gerade hip sind und was es bei Familie XY zum Abendessen gibt. In Amerika nennt man das TMI. Das Kürzel steht für „To Much Information“ und bringt das Problem des unfreiwilligen Mithörens treffend auf den Punkt.

In solchen Momenten fühle ich mich einfach nur Oldschool. Mein Mobiltelefon benutze ich zum Telefonieren, wenn es wichtig ist. Nicht, um irgendwem vom Wartezimmer aus mitzuteilen, dass die U-Bahn „tierisch voll“ war und ich mich „super langweile“. Ich spiele weder „Angry Birds“ noch „Pokemon Go“, und niemals überfällt mich der unstillbare Drang schnell noch einen Post in meiner Facebook-Chronik zu teilen. Was haben die Menschen bloß gemacht, bevor es diese Hosentaschen-Computer gab? Sind sie vor Langeweile eingegangen? Soweit ich weiß sind bislang keine Fälle von tödlich endender Langeweile dokumentiert. Ich für meinen Teil kann ehrlich sagen mich noch nie in meinem Leben gelangweilt zu haben. Solange ich meinen Kopf dabei habe, gibt es immer etwas mit dem ich mich beschäftigen kann.

Womit wir beim eigentlichen Thema dieses Beitrags wären: Wartezeit, egal wo, sinnvoll zu überbrücken. Werfen wir zunächst einen Blick auf die klassischen Situationen in denen Wartezeiten entstehen.

Top-Four des Wartens

Natürlich sind alle folgenden Zahlen- und Zeitangaben statistische Durchschnittswerte, die von den persönlichen Erfahrungen abweichen können.

Platz 4: Warteschlange an der Supermarktkasse

Der Durchschnittsdeutsche verbringt pro Jahr etwa sieben ganze Tage in Supermärkten und anderen Geschäften. Dabei entstehen pro Einkauf 6,9 Minuten Wartezeit an der Kasse, aufs Jahr hochgerechnet macht das sechs Stunden. Im Europa-Ranking liegt Deutschland damit auf Platz 13. Am kürzesten warten die Portugiesen mit 2,5 Minuten und am längsten die Griechen mit 13,7 Minuten.

Platz 3: Wartezeit beim Arzt

Die Wartezeiten unterscheiden sich je nachdem, welcher Arzt aufgesucht wird. Am schnellsten geht es beim Zahnarzt mit rund 13 Minuten, am längsten wartet man mit 37 Minuten beim Augenarzt. Im Durchschnitt aller ärztlichen Fachrichtungen sind es 24 Minuten. Bei den statistisch 17 Arztbesuchen pro Jahr kommt so eine Wartezeit von 6 Stunden und 24 Minuten zusammen.

Platz 2: Im Stau stehen

Der Deutschen „Heilig’s Blechle“ ist ein echter Zeitfresser: Rund 38 Stunden pro Jahr verbringt der durchschnittliche Autofahrer im Stau. Besonders hart trifft es Pendler, die jährlich bis zu 58 Stau-Stunden hinter dem Lenkrad verbringen.

Platz 1: Warten am Computer

Trotz Highspeed-Internet und Hochleistungs-PCs entstehen die längsten Wartezeiten am heimischen Desktop oder Laptop: 156 Stunden pro Jahr warten Nutzer darauf, dass ihr Rechner hochfährt, Programme runtergeladen und installiert werden oder sich die Windows-Sanduhr endlich wieder in einen Cursor-Pfeil verwandelt. Das hätte ich nicht gedacht, aber ich halte es da im Zweifelsfall mit Churchill, der (angeblich) sagte: „Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“

Zwangspausen sinnvoll nutzen

Auch Wartezeit ist Lebenszeit. Wer sich diesen Umstand bewusst macht, kann im Warten mehr als eine störende und ärgerliche Unterbrechung des gewohnten Ablaufs sehen. Wie oft hört man den Satz „Ich habe zu wenig Zeit für mich selbst“? Nun, die Wartezeit gehört uns selbst, was hindert uns daran sie zu nutzen? Im Folgenden fasse ich kurz zusammen, womit ich Wartezeiten gerne überbrücke.

Ohne Hilfsmittel

Im Stau oder in der Schlange im Supermarkt kann man immer eine schnelle Runde Gehirnjogging absolvieren, zum Beispiel:

  • Im Kopf die Preise der Artikel im Einkaufswagen möglichst genau addieren und später mit der tatsächlich gezahlten Summe vergleichen.
  • Von einer beliebigen vierstelligen Zahl in Siebener-Schritten rückwärts rechnen. Die Sieben ist beim Subtrahieren sehr unbequem und fordert das Gehirn. Fortgeschrittene nehmen Siebener-Potenzen, also 14 oder 21.
  • Einen ausgedachten Satz im Kopf rückwärts sprechen. Beispiel: "spazieren Hund dem mit noch ich gehe nachher". Fortgeschrittene können auch noch zusätzlich die einzelnen Wörter des so entstandenen Satzes rückwärts buchstabieren.
  • Aus den Buchstaben von Autokennzeichen kurze, witzige Sätze bilden. So wird beispielsweise aus HD-SN „Heute dürfen Senioren Nacktbaden“. Wenn´s länger dauert möglichst viele Varianten bilden (Heftiger Dauerregen schockt Nordfriesland).

Mit Hilfsmitteln

Wenn man beim Warten sitzt, beispielsweise beim Arzt, können auch Hilfsmittel wie Stift und Papier zum Einsatz kommen.

  • Der Klassiker: Das Buch, das schon seit Wochen auf dem Nachttisch liegt, mitnehmen und weiterlesen.
  • Eine To-Do-List für die nächsten Tage ins (mitgebrachte) Notizbuch schreiben.
  • Einfache Origami-Figuren falten (ist auch super, um mit anderen Wartenden ins Gespräch zu kommen, falls man das möchte).
  • Ein Rätselheft einpacken und Kreuzworträtsel oder Sudoku lösen.
  • Themen für Tipps auf Frag-Mutti überlegen und notieren :)
  • Einfach mal die Augen schließen, tief durchatmen und die Gedanken streunen lassen.

Speziell für die Wartezeit am Computer

Alles machen, außer am Bildschirm zu kleben und den Fortschrittsbalken zu beobachten. Dann dauert es nämlich (gefühlt) noch viel länger. Lieber kurz aufstehen, ein paar kurze Gymnastikübungen machen, eine Tasse Tee kochen oder die Spülmaschine ausräumen. An der Wand neben meinem Rechner hängt übrigens eine Dartscheibe – mittlerweile bin ich ziemlich gut in Übung…

Was macht ihr, wenn ihr warten müsst?

Von
Eingestellt am

32 Kommentare


4
#1
31.8.16, 13:23
toller Beitrag mit wirklich interessanten Alternativen :) danke!
14
#2 ManuS
31.8.16, 13:27
eBook-Reader raus und weiterlesen (mittlerweile sind mir die "normalen" Bücher zu schwer und nehmen zu viel Platz weg, wenn man nach dem Arztbesuch auch noch einkaufen will ...)
15
#3
31.8.16, 15:25
Jeder wie er möchte, gute Vorschläge, aber man muss ja nicht gleich das Smartphone verteufeln.
2
#4
31.8.16, 15:30
Du sprichst mir aus der Seele! Ich selbst habe immer etwas zum Lesen dabei:
am Besten meinen E-Book-Reader, den ich zur Zeit immer öfter benutze als gedruckte Bücher - so eine eigene Bibliothek in der Tasche ist einfach unschlagbar.
Des Weiteren habe ich immer meinen Kopf dabei: Wartezeiten werden ja oft negativ gesehen. Ich habe mir angewöhnt, Wartezeiten als willkommene Pause zu sehen und beim Warten zu entspannen. So können lange Warteschlangen an Supermarktkassen durchaus positiv werden, indem ich die Wartezeit mit Entspannungsübungen fülle oder einfach mal gar nichts denke, was vielen unter uns scheinbar schwerfällt, weil oft reflexartig das Smartphone gezückt wird, um das Netz mit völlig überflüssigem Geschwafel zu verstopfen.
1
#5
31.8.16, 15:59
@VIVAESPAÑA:
Hallo,
das Smartphone wurde doch nicht verteufelt, oder habe ich etwas überlesen??? Niemand sagt, dass das Smartphone per se schlecht ist. Im Gegenteil: so einen kleinen Computer, der mehr Leistung hat, als die Bordcomputer der Apollo-Mondmissionen, in der Tasche zu haben, und diesen sinnvoll zu nutzen (den Sinn muss natürlich jeder für sich festlegen!), ist, aus meiner Sicht, eine tolle Sache - aaaaber: Pokemongesteuert oder anders gesteuert, durch die Welt zu tapern, ohne sein Umfeld wahrzunehmen, degradiert viele (nicht alle) Smartphonenutzer zu Deppen, die letztlich auch der Solidargemeinschaft der Versicherten zur Last fallen, wenn ihnen auf Grund der Unaufmerksamkeit durch das Smartphone etwas passiert, dessen Kosten durch uns alle getragen werden müssen!!!!
12
#6
31.8.16, 16:03
Im Wartezimmer beobachte ich die Leute und denke mir zu jedem eine Geschichte aus. Manchmal musste ich schon dabei lachen und der ein oder andere schaute mich verwundert an, aber pssst, nicht weitersagen.
#7
31.8.16, 16:53
Es tut mir leid: aber ich muss noch mehr Klugscheissersenf beitragen;-)
Es geht um die Entwicklung der Menschheit und hier um einen entscheidenden Satz des Posters: "Was haben die Menschen bloß gemacht, bevor es diese Hosentaschen-Computer gab?" Vor ein paar Jahren (Smartphones waren unbekannt) erlebte ich eine Diskussion, in der es um (damals aktuelle) Handys ging:
 "wenn ich irgendwo auf freier Strecke eine Panne habe, wie wird mir geholfen. Antwort: "Unsere Wälder sind bevölkert von Menschen , die in der dunklen, handylosen Zeit eine Autopanne hatten, und nie wieder nach Hause kamen. Sie ernähren sich noch heute von Baumrinde und manchmal hört man ihr Heulen entlang wenig befahrener Straßen.
Sicher, keine befriedigende Antwort, aber deutlich! Als wenn es kein Leben vor der Handy- Smartphone-Zeit gegeben hätte! Ich habe nichts gegen technische Neuentwicklungen: Es kotzt mich aber an, wenn Kreti und Pleti zu früh mit diesem für sie  per se Smartphonetechnologischen Overkill, bekannt gemacht wird und damit, wie man sieht, nicht umgehen kann. Sollte sich irgendwann einmal in meiner Gegenwart ein Kreti mit einem Pleti per Smartphone melden, ICH BIN MACHTLOS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
1
#8
31.8.16, 17:10
Wenn ich im Wartezimmer sitze,dann singe ich (im Kopf natürlich) die Lieder durch,die ich kenne.Dann ist es nicht ganz so langweilig.😐 Oder ich gucke mir die Leute an und male mir aus,wie alt sie sein mögen und was sie machen.
2
#9
31.8.16, 17:14
Am Computer immer eine Tasse  Tee und einen Collegeblock für Notizen und kleine spontane Entwürfe bereithalten. Ansonsten nehme ich meinen Kindle bei zu erwartenden Wartezeiten mit. Den darf man auch im Krankenhaus benutzen. Meist habe ich mehrere Bücher gleichzeitig  am Start. und entscheide mich dann punktuell  für leichtere Literatur. 
Schlangen an der Kasse umgehe ich durch frühes oder sehr spätes Einkaufen. Meine Mails und  Geschäfte checke ich zuhause gemütlich im Sitzen mit Tee am PC. Ich lebe den Luxus permanenter bezahlter Tagesfreizeit (Rentnerin) und bin flexibel. Ich muss auch nicht jedem posten, wo ich gerade bin, mein Essen fotografieren oder zigmal am Tag Facebook anschauen.
Früher habe ich zu allen Gelegenheiten Strickzeug mitgenommen, da schafft man ganz schön was. Man hat aber immer irgendeinen Beutel mit dabei. 
Bei Zwangspausen einfach mal durchschnaufen, entspannen  und an was Schönes denken.
Das Arbeitsleben ist hart genug. Ich glaube die meisten können keine Stille zum Entspannen ertragen und dödeln sich mit allem zu, um nicht nachdenken zu müssen. 
1
#10
31.8.16, 17:15
@Upsi: danke für diesen Knaller! Einfach aber darauf muss man erstmal kommen!
2
#11
31.8.16, 17:20
Tja, seit ich dahinter gekommen bin, dass man sich mit so einem Smartphone-Spiel die Zeit an der Bushaltestelle vertreiben könnte, just zur gleichen Zeit, musste ich, da wegen eines schwierigen Augenfehlers Gleitsicht nicht geht, zwei Brillen im Wechsel für Nähe und Ferne benutzen. Damit hatte sich für mich diese Sache sofort erledigt, weil ich sonst höchstens mit der Nasenspitze auf dem Display hätte hängen müssen, wie "der blinde Ullmann".
Irgendwie kann ich mich in der Öffentlichkeit dann sowieso weder auf die Sache, noch auf die Umwelt genau konzentrieren. Da würde das Spielen gar keinen Spaß machen; und wer weiß welcher Zeitgenosse, den ich vielleicht gerne mal wieder gesehen hätte, dann ahnungslos und unbemerkt an mir vorbei geht.
Eine andere Frage stelle ich mir: Wie machen das all die Leute im freien Raum, dass ihr Akku bei Musikhören, Spielen und sonstigem Betrieb das durchhält?
Im Wartezimmer lese ich immer in aller Ruhe meine Tageszeitung. Schön handlich gefaltet, geht das gut. Zu Hause nehme ich mir doch nicht so viel Zeit dafür. Danach ist eine kurze Pause zum Sinnieren sehr willkommen. Bücher schleppe ich noch als richtiges Buch mit mir herum. So kostet mich das über die Bibliothek nicht eine müde Mark.
Optimal sind natürlich Menschen, die sich zum Unterhalten finden. Gut, dass es doch noch welche gibt unterwegs.
3
#12
31.8.16, 18:51
Ich habe immer meinen ebook-reader dabei. Das ist für mich ein geniales Teil und ich möchte nicht mehr ohne sein. Der hat mir schon so manche Wartezeit versüsst :-)
#13
31.8.16, 19:14
Bei einem ebookreader hätte ich Bedenken, dass ich zu schnell und hastig im Lesen würde, weil schnell viel verfügbar ist ... und die Neugier treibt vielleicht auch noch? Ich wüsste ein unendliches Meer an Möglichkeiten im Hintergrund und würde deshalb nicht mehr in aller Ruhe mein Büchlein lesen (können) ... ?
3
#14 Pella
31.8.16, 19:33
... je nach Thema und Art des Arztbesuches hat man vielleicht keinen  Kopf für Ablenkungen und ist evtl. im Grübelmodus...
15
#15
31.8.16, 22:04
Ich muss sagen, dass ich den Tipp äußerst spießig finde. Natürlich ist lautes Gequatsche oder Mucke über's Telefon für andere Leute drumherum unangenehm und unhöflich. Was geht es aber andere Leute an, ob wer SMS schreibt, auf seinem Telefon Tetris spielt oder die Bild Zeitung liest? Genau: Gar nichts. Leben und leben lassen und nicht ständig das olle "früher ging es doch auch" (früher war mehr Lametta...) anbringen. 
9
#16
31.8.16, 22:22
@Kanzlerin: 
Ich wollte einiges schreiben, aber "Früher war mehr Lametta" sagt alles 😂  Wie hab ich ihn geliebt!
5
#17
31.8.16, 22:25
bevor ich rückwärts sätze aufsage, nutze ich die zeit lieber wirklich effektiv auf meinem smartphone und schreibe sinnvolle sms. meistens jedoch lese ich beim arzt zeitschriften oder unterhalte mich. und wenn nur noch die auto-zeitschriften ausliegen und ich von unangenehmen menschen umgeben bin, spiele ich liebend gern eine weitere runde 94 % oder quizduell. das ist auch gehirnjogging, wenn man es schon so vor sich selbst rechtfertigen muss.
4
#18
31.8.16, 22:34
Also die Zeit beim Arzt ist witzig,waren besondere Zeiten,ambulante Chemo etc,morgens um 8 in der Klinik,oft erst gegen 15 Uhr die Hölle wieder verlassen.Ich als Angehörige sage heute,für jede Stunde 10 Euro,ich wäre reich.Aber,was wirklich nervt,wenn Leute so laut reden,daß jeder mithören muß.Zugfahrt Hamburg-Frankfurt,wenn jemand alle 10 Minuten erzählt,wo er gerade ist,darüber seine 3 Kinder vergißt,und der Schaffner die Gören einsammeln muß,weil Mutti sms schreibt,es nervt einfach nur.Am Kindergarten,Mutti Smartphone am Ohr,Kind zwischen Autos unterwegs,angefahren worden.Ich kann dieses Teil auch mal ausmachen,wer wirklich was will,wird sich wieder melden.Das ist nicht spießig,sondern vermindert die digitale Umweltverschmutzung!
12
#19
31.8.16, 22:42
Ob lesen, To-do-Liste schreiben, Sudokus lösen oder Einkaufszettel machen... dafür nehmen manche Menschen halt ihr Handy. Da hat man alles auf einmal und sogar noch mehr!

Solange man den Ton ausschaltet sehe ich das wie die Kanzlerin.
Es ist meine Sache und das geht niemanden was an, solange ich damit keinen belästige.
1
#20
31.8.16, 22:53
Ich und ein junger Mann früh um 7:40Uhr beim Arzt.
Es war noch nicht geöffnet und wir mussten draußen vor der Haustür warten. Nach zehn Minuten, er spielte mit seinem Smartphone, wir hatten aber trotzdem schon das eine oder andere Wort gewechselt, meinte ich:"Hehe, wenn ich nur jetzt so einen runden großen Gummiball hätte..." Ich spielte ein wenig auf die Spassmacher in der Schweiz an, die Smartphonenutzer mit eben diesen Gummiball beschiessen.
Er antwortete:"Ja, so einen Gymnastikball, da könnten sie sich jetzt ein wenig setzten."
Ich darauf:"Touche!"
Er:"Wieso?" Nun kam raus, er kannte den TV_Beitrag gar nicht , der am Abend davor in den Nachrichten lief.
Als ich es später meinen Sohn erzählte, hat er wieder über mich gelacht. Nene...
3
#21
31.8.16, 23:38
@Kanzlerin: 
Ich nehme das mit dem „spießig“ jetzt mal einfach als
Kompliment…

Du hast natürlich völlig Recht, dass es niemanden etwas
angeht, wenn ein anderer auf seinem Handy spielt, liest oder sonst etwas
(ruhiges) macht. Aber darum geht es in meinem Beitrag ja auch gar nicht.
Einerseits geht es mir um die Dauertelefonierer und Musikhörer, die alle
anderen mit zwangsunterhalten. Aber noch wichtiger ist
mir die Frage, welche Alternativen es zur Beschäftigung mit dem Smartphone
gibt.

Ich gehöre keineswegs zur Fraktion der „Früher war alles
besser“-Typen. Trotzdem finde ich es erschreckend, wenn ich durch Berlin laufe
und alle paar Meter aufpassen muss nicht mit einem Smombie (Jugendwort des
Jahres, bedeutet Smartphone-Zombie) zusammenzuprallen. Und wenn jemand an der Supermarktkasse versucht gleichzeitig zu telefonieren und zu bezahlen (und am
besten noch die Verkäuferin genervt anguckt, die es wagt nach Kleingeld zu
fragen) kommt mir das große Fremdschämen. Da bin ich dann wirklich froh ein
Spießer zu sein…
2
#22
1.9.16, 01:36
Arzt: Wenn ich vorher weiß daß ich warten muß, nehme ich ein Buch, eine Zeitung oder meinen Mp3Player mit.
An der Supermarktkasse nehme mein Kleingeld aus dem Portemonnaie und zähle es durch, damit ich an der Kasse den Betrag nach dem Komma passend geben kann. Außerdem gucke ich was die anderen Leute so eingekauft haben. So Sachen wie "Rückwärtsrechnen oder Sätze ausdenken und rückwärts sprechen" wären mit viel zu kompliziert. Da entspanne ich lieber...
Wenn ich mit dem ÖPNV fahre, hänge ich meinen Gedanken nach und schaue ich aus dem Fenster...
Sollte ich mal mit dem Auto unterwegs sein, mach' ich das Radio an.
Am PC warte ich grundsätzlich nicht auf irgendwas. Wenn irgendeine Aktion länger dauert, mache ich was, was eh getan werden muß.
3
#23 jinx
1.9.16, 09:37
Im Prinzip stimme ich dir zu: die ständige Belästigung durch fremde Telefonate, die einem überall ins Ohr geblökt werden und durch Leute, die am Daddeln oder Pokemonjagen sind, oder durch laute Musik völlig taub für Umweltgeräusche sind, während sie aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, geht mir auch sehr auf die Nerven.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich das kleine Kästchen auch sehr häufig nutze, wenn ich z.B. beim Arzt oder im Zug rumsitze. Ich lese darauf ebooks, die ich in meiner Bibliothek ausleihe, oder ich lerne Französisch mit der Duolingo-App. Letzteres macht unglaublich viel Spaß und trainiert die kleinen grauen Zellen auch hinreichend.
#24
1.9.16, 13:41
Hab' noch vergessen zu erwähnen, daß ich stets meine Ohrstöpsel in der Tasche hab', falls mich laute Musik oder Leute mit Handy am Ohr nerven. ;)
#25 Pella
1.9.16, 18:21
@xldeluxe_reloaded: Oh Mann, Lametta liebte ich auch (ohne Witz). Vielleicht sollte man als Tipp: Lametta  schnell selbsthergestellt: Alufolie durch den Shredder jagen, erwägen, zwinker😄
3
#26
1.9.16, 18:38
Leute, die sich nicht benehmen können, gab es schon lange vor dem Smartphone. Schon zu Zeiten der tragbaren Kassettenrekorder 😁.  Ob man gute oder schlechte Manieren hat, daran ändert das Smartphone nicht viel.
Mein Smartphone benutze ich in erster Linie für die Arbeit (Telefon und Email), lese darauf auch meine Zeitung und Ebooks, mache Sprachkurse, schaue Fahrpläne und Straßenkarten an. Wenn ich all das in der Printversion dabei haben wollte, müsste ich ganz schön schleppen.
Wartezeiten lassen sich gut für Minimalgymnastik nutzen, z.B. Augengymnastik, Gesichtsgymnastik, Beckenbodengymnastik, Lockerungsübungen für Nacken und Schulter, progressive Muskelentspannung nach Jakobson ...
#27
1.9.16, 20:52
Wie wäre es denn mit den Zeitschriften die in jeder Arztpraxis liegen? Die kann man auch im Supermarkt kaufen und in jeder anderen Situation lesen. Ich besitze kein E-Book, brauche ich auch nicht.😜
1
#28 Pella
1.9.16, 21:46
...anscheinend können wir alle nicht mehr warten oder gar mit uns allein sein und müssen, rundherum abgelenkt und bespaßt zu werden. Es muss ja immer was passieren.

Ich stellle diese Frage auch durchaus mir selbst: Können wir alle keinen Stillstand, keine Zeit mit uns allein mehr ertragen? Sicherlich: Wartezeit beim Doc ist zumeist eine Belastung, man ist ja typischerweise wegen gesundheitlicher Probleme im Wartezimmer.

Wenn ich eure Kommentare lese, merke ich, dass ich wohl irgendwo in der Mitte liege: Ich gebe auch denen recht, die sich "Pro Smart-Phone" äußern.

Wären immer alle technischen Neuerungen verteufelt worden, säßen wir vielleicht heute noch auf den Bäumen.

Auf der anderen Seite bekomme ich - ungewollt - so viele Telefonate mit, die es vor Handyzeiten nie gegeben hätte, die zudem auch gar nicht nötig gewesen wären - und es wohl auch heute nicht sind ...

Wie oft frage ich mich auf dem Weg zur Arbeit, wer denn morgens um 07:30 Uhr mit Freunden und / oder Familie eifrig reden muss?? Die Meinen würden sich bedanken, weil sie entweder schon unterwegs zur Arbeit sind oder aber . wie der ältere Kreis . noch ausschlafen möchten und auch sollen.

Ungewollt höre ich dann auch immer Satzfetzen wie: "Booooah, er /sie ist online und antwortet mir seit 30 Minuten nicht....."

Einmal mehr  sage ich: Es ist wirklich eine Gratwanderung.Es kommt darauf an, was man daraus macht und wie intensiv man es angeht. Wie bei so vielem im Leben.

Unterm Schnitt: schon toll, dass wir diese Möglichkeiten haben, aber nicht sinnfrei lostelefonieren, wäre manchmal für einige Mitmenschen schön.

Wenn sich jemand Wartezeit, etc. vertreiben will, soll mir das recht sein, was habe ich damit zu tun .....? Nur bitte nicht minutenlang laut in mein Ohr brüllen. Dann ist für mich alles ok.
#29
6.9.16, 06:24
Danke für den Gedankenanstoss. Bei mir ist der Griff zum Handy beinahe zur Sucht geworden, allerdings ohne zu telefonieren, aber News lesen. Die Siebnerreihe rückwärts mache ich aber, wenn ich nicht schlafen kann, das wirkt garantiert.
#30
6.9.16, 08:22
#28@Pella: "Wie oft frage ich mich auf dem Weg zur Arbeit, wer denn morgens um 07:30 Uhr mit Freunden und / oder Familie eifrig reden muss??"

Genau das denke ich mir auch immer.  Aber da gibt es noch viel mehr Situationen. Beim Essen, während der Arbeitszeit, im Urlaub--was kann denn da so wichtig sein. Nichts. Das meiste ist nur Wichtigtue.
2
#31
18.9.16, 10:10
Eins vorweg, ich bin Vielnutzer meines Smartphone`s. Egal ob im Krankenhaus, beim Arzt oder beim Einkauf. Genaugenommen nutze ich es mehr, als PC und Tablet. Bin mir aber immer bewußt, Wo und wo ich es stummschalten kann auch.
Aber in den wenigstens Arztpraxen oder Krankenhäuser`n ist heutzutage Handynutzung verboten.
Gerade bei Ärzten sollte man die ausliegenden Zeitschriften nicht nehmen, weil man nicht weiß, Wer, mit welchen Viren oder Bakterien sie vorher in den Händen hatte.
#32
18.10.16, 11:11
@Alicia54: Ich gebe zu, iIch habe mein kleiner Lieblingscomputer auch immer bei mir aber - beim Arzt wenn ich weiß, dass ich länger warten werden müsse - immer was zu lesen (entweder E-Book oder Taschenbuch)  dabei. Ganz einfach weil ich mich vor diesen Zeitschriften ekle. (nicht nur wegen Krankheitsviren aber ich finde es auch "widerlich" wenn manche Leute den Finger ablecken und dann durchblättern...wuaaaaah :-( .  Es interessiert mich auch nicht was in den Königshäuser passiert also brauch ich das nicht zu lesen.
Wenn ich  wirklich nichts zu lesen dabei haben sollte, lasse ich einfach meine Gedanken schweifen....Ihr ahnt nicht wo man da landet. :-) .
Das Smartphone bleibt (lautlos) in der Tasche.

Verfasse einen Kommentar

Emojis einfügen