Wie wird die Zeit nach der Corona-Pandemie aussehen? Wir können die Krise auch nutzen, um aus ihr zu lernen – wir als Einzelperson, als Land und gemeinsam auf der ganzen Erde.

Was kommt nach Corona? Das können wir aus der Zeit lernen

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Auch wenn man es sich momentan noch nicht vorstellen kann, wird es eine Zeit nach der Corona-Pandemie geben. Doch die Frage bleibt offen, wie die Welt danach aussehen wird. Wird alles wie zuvor sein? Gibt es Veränderungen?

Wir können die Krise nutzen, um aus ihr zu lernen – wir als Einzelperson, als Land und gemeinsam auf der ganzen Erde. Ich möchte in diesem Tipp einige Anregungen und Denkanstöße geben, wie das Coronavirus auch positive Folgen für uns haben kann. Wir können aus der Zeit mehr lernen, als Masken richtig zu tragen und die korrekte Hygiene beim Händewaschen anzuwenden.

Chancen von digitaler Bildung und Online-Vorlesungen

Ein großes Thema, das durch Corona präsenter denn je ist, ist digitale Bildung und digitales Lernen. In den Schulen fanden die letzten Wochen viele Unterrichtsstunden online statt – an den meisten Hochschulen und Universitäten werden Online-Vorlesungen auch die kommenden Monate fortgeführt.Ein großes Thema, das durch Corona präsenter denn je ist, ist digitale Bildung und digitales Lernen. In den Schulen fanden die letzten Wochen viele Unterrichtsstunden online statt – an den meisten Hochschulen und Universitäten werden Online-Vorlesungen auch die kommenden Monate fortgeführt. Mit Lernplattformen wie Moodle und Microsoft Teams sowie Videoplattformen wie Zoom werden Unterrichtsstunden bzw. Vorlesungen gehalten, Schüler können Hausaufgaben hochladen und Studenten Prüfungsleistungen oder andere Abgaben einreichen. Auch Chat-Funktionen sind in vielen Anwendungen eingebaut.

Schulen

Online-Unterricht ist meiner Meinung nach keine Alternative für Präsenzunterricht. Kinder sehen in der Schule ihre Freunde, sind weniger abgelenkt als zu Hause und sicher auch disziplinierter, wenn der Lehrer oder die Lehrerin direkt vor ihnen steht, anstatt am Laptop spricht, an dem man ganz schnell das Mikrophon auf lautlos stellen kann. Dennoch kann man für die Zukunft Angebote wie digitales Arbeitsmaterial oder Online-Abgaben aufgreifen. Wird man beispielsweise übers Wochenende unerwartet krank, hat aber einen Aufsatz, den man am Montag abgeben muss bereits fertig geschrieben, wäre es praktisch, diesen schnell und einfach über eine Lernplattform hochladen zu können.

Dass die Zeit des Tageslichtprojektors abgelaufen ist, sollte in den meisten Schulen angekommen sein. Neben der richtigen Software-Ausstattung wäre es sicher auch sinnvoll, Schulen mit Hardware wie Tablets und interaktiven Tafeln auszustatten. Digitale Medien in den Schulalltag zu integrieren kann eine Chance sein – jedoch braucht es ein durchdachtes Konzept und wie gesagt eine gewisse technische Infrastruktur, mit der langfristig gearbeitet werden kann.

Hochschulen und Universitäten

Im Studium geht es darum, sich selbst zu organisieren. Die meisten Vorlesungen sind keine Pflichtveranstaltungen, sodass man selbst entscheiden kann, ob man eine Vorlesung besucht oder nicht. Natürlich ist es vorteilhaft, wenn man neben dem 800-Seiten-Skript noch einige persönliche Anregungen und Erläuterungen des Professors bzw. der Professorin erhält, Rückfragen stellen kann und gerade für Gruppenarbeiten ist es wichtig, sich auch mal persönlich zu treffen und abzusprechen. Bei meiner Hochschule wurde bereits viel mit der Lernplattform Moodle gearbeitet, mit der man auch seine Kurse planen kann. Ich bin froh, dass wir keine Monster-Skripte ausdrucken mussten, sondern alles digital erhalten haben. Potenzial sehe ich in Online-Vorlesungen, die an manchen Unis und Hochschulen schon gang und gäbe sind. Viele Studenten arbeiten während des Studiums als Werkstudent oder Aushilfe. Einige müssen über eine Stunde zur Uni pendeln oder müssen Kurse belegen, die sich überschneiden; falls man z. B. eine Prüfung nachholen oder wiederholen muss. Für solche und ähnliche Fälle wäre es sehr praktisch, an bestimmten Vorlesungen bequem von zu Hause aus teilzunehmen bzw. sie nachholen zu können.

Home-Office als Möglichkeit für Unternehmen und Arbeitnehmer

Aufgrund von Corona arbeiten momentan viele Menschen seit mehreren Wochen im Home-Office. Für einige Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist es eine komplett neue Situation, da nicht in jedem Unternehmen die Möglichkeit der Heimarbeit besteht.Aufgrund von Corona arbeiten momentan viele Menschen seit mehreren Wochen im Home-Office. Für einige Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist es eine komplett neue Situation, da nicht in jedem Unternehmen die Möglichkeit der Heimarbeit besteht. Wir im Frag Mutti-Team haben jeden Morgen eine Videokonferenz, um zu besprechen, wer an was arbeitet und was die nächsten Tage ansteht. Man sammelt neue Erfahrungen im Umgang mit Home-Office und kann diese auch für die Zeit nach der Corona-Krise nutzen. Wenn das Zuhause zum Arbeitsplatz wird, spart man sich nicht nur den Weg ins Geschäft und somit Zeit, sondern schont auch die Umwelt und vermeidet nervenaufreibende Staus. In Zukunft wäre es toll, wenn viele Unternehmen ihren Mitarbeitern zumindest die Möglichkeit des Home-Offices anbieten. Jeder muss für sich selbst entscheiden und herausfinden, wo er am besten und effektivsten arbeiten kann. Den persönlichen Kontakt und Austausch mit Kollegen möchte ich nicht missen. Aber die Option, an ein bis zwei Tagen die Woche auch mal von zu Hause aus zu arbeiten, wäre für viele Menschen sicher eine Bereicherung. Dafür müssen Firmen natürlich Rahmenbedingungen wie die richtige Ausrüstung und Software bieten, damit reibungslose Arbeitsbedingungen geschaffen sind.

Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung

Doch auch jeder Einzelne kann aus der Corona-Zeit positive Erfahrungen und Werte für sich mitnehmen und zukünftig beibehalten. Wir alle zeigen Solidarität und bleiben für kranke und alte Menschen zu Hause.Doch auch jeder Einzelne kann aus der Corona-Zeit positive Erfahrungen und Werte für sich mitnehmen und zukünftig beibehalten. Wir alle zeigen Solidarität und bleiben für kranke und alte Menschen zu Hause. Menschen kaufen für ihre Familienmitglieder oder Nachbarn ein und unterstützen soziale Einrichtungen oder lokale Unternehmen finanziell. Es bleibt zu hoffen, dass systemrelevante Berufe in Zukunft nicht nur anerkannt und applaudiert werden, sondern auch durch höhere Gehälter belohnt werden. Pflegeberufe sollten einen besseren Stellenwert erlangen und ausreichend wertgeschätzt werden.

Wir alle sollten auf jeden Fall den Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung im privaten Umfeld und unseren Mitmenschen gegenüber auch nach Corona beibehalten und darüber nachdenken, was man persönlich aus der Zeit lernen konnte.

Umwelt- und Klimaschutz – Wir sind ein Planet

Das Coronavirus hat sich so schnell verbreitet, da wir in einer globalisierten Welt leben und Krankheiten eben auch keinen Halt an Grenzen machen. Dies zeigt umso mehr, dass wir alle gemeinsam auf einem Planeten leben, den es auch in Zukunft zu schützen gilt.Das Coronavirus hat sich so schnell verbreitet, da wir in einer globalisierten Welt leben und Krankheiten eben auch keinen Halt an Grenzen machen. Dies zeigt umso mehr, dass wir alle gemeinsam auf einem Planeten leben, den es auch in Zukunft zu schützen gilt. Nach der Corona-Pandemie wird Klima- und Umweltschutz aktueller denn je sein. Es gibt keine Ausreden mehr. Die Lage hat gezeigt, dass wir im Alltag auf Dinge verzichten können, der Flugverkehr eingeschränkt und die Industrie abgeschaltet werden kann. Und das hat bereits – wenn auch zunächst nur kurzfristig – Auswirkungen auf unsere Erde. Satellitenbilder zeigen bspw. in China und Italien einen Rückgang von Stickstoffdioxid in der Luft. Böden und Gewässer werden weniger verschmutzt und der Strom- und Ölverbrauch sinkt durch den Rückgang der Produktion. Vor allem in Städten, nicht zuletzt aufgrund von weniger Verkehr auf den Straßen, sieht man diese kurzfristigen positiven Effekte. Gute Nachrichten erreichen uns von der ganzen Welt:

„Kegelrobben holen sich die Ostsee zurück“

„Vom Aussterben bedrohte Lederschildkröten bauen wieder mehr Nester“

„Himalaya-Gipfel nach 30 Jahren wieder sichtbar“

„Dank Shutdown: Klare Kanäle in Venedig und Delfine in den Häfen Italiens“

Jedoch muss man sich bewusst sein, dass dies alles nur kurzfristige Auswirkungen auf unsere Umwelt sind. Treibhausgase sind immer noch in der Luft; lediglich die unmittelbare Luftverschmutzung durch Feinstaub und Stickstoff geht zurück. Außerdem besteht die Gefahr, dass der weltweite CO2-Ausstoß nach der Pandemie wieder drastisch ansteigt. Dieser Effekt wurde bereits nach der Weltwirtschaftskrise 2008 beobachtet. Menschen wollen wieder reisen, Geschäftsreisen werden nachgeholt und Fabriken versuchen mit höheren Auslastungen den Produktionsausfall auszugleichen. Um unsere Erde langfristig zu schützen und unseren Kindern intakt zu hinterlassen, wird eine nachhaltige Umwelt- und Klimapolitik nötig sein und sicherlich auch ein Umdenken in den Köpfen der Menschen.

Zeit zusammen wertschätzen

Was jeder aus der Corona-Zeit mitnehmen kann, ist, die Zeit mit geliebten Menschen wertzuschätzen. Wir alle sollten uns Zeit nehmen für Menschen, die uns wichtig sind und Versprechungen oder Floskeln wie „Wir müssen mal wieder was machen“ in die Tat umsetzen.Was jeder aus der Corona-Zeit mitnehmen kann, ist, die Zeit mit geliebten Menschen wertzuschätzen. Wir alle sollten uns Zeit nehmen für Menschen, die uns wichtig sind und Versprechungen oder Floskeln wie „Wir müssen mal wieder was machen“ in die Tat umsetzen. Egal wie stressig der Alltag ist – wenn wir es wirklich wollen, schaffen wir es auch, jemandem ein paar Stunden unserer Zeit zu schenken. Oft reicht ja auch nur ein kurzer Anruf, eine liebe Nachricht oder ein einfaches „Danke“. Solche Zeichen der Wertschätzung können mehr bei einem Menschen auslösen, als man denkt.

Natürlich können wir auch viele positive Dinge für uns selbst aus der Zeit mitnehmen. Viele sind nun quasi gezwungen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Man kann sich persönlich weiterbilden, Home Workouts ausprobieren oder mal wieder ein Buch lesen. Doch auf Dauer – so geht es zumindest mir – braucht man einfach Menschen um sich herum. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Vielleicht genießt man in Zukunft die Zeit mit seinen Kindern, Eltern, Großeltern und Freunden umso mehr. Ich vermisse Familienfeste, Urlaub mit Freunden und Umarmungen. Ich hoffe, dass wir nach der Corona-Pandemie viele Dinge, die früher als selbstverständlich galten, mehr zu schätzen wissen.

Was denkt ihr über die Zeit nach der Corona-Pandemie und was wir daraus lernen können? Teilt gerne eure Gedanken in den Kommentaren. :-) Ich habe an manchen Stellen natürlich auch nur meine Meinung dargelegt. Keiner kann wissen, wie die Welt nach Corona aussehen und was sich alles verändern wird.

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