Weihnachtsbräuche in Deutschland: 6 außergewöhnliche Traditionen

Weihnachtsbräuche in Deutschland: 6 skurrile Traditionen
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Weihnachtsbräuche kennt man doch so einige: die Bescherung, die Sternsinger, das Christbaumschmücken oder das alljährliche Festessen – sie alle zählen zu den beliebtesten Weihnachtsbräuchen weltweit. Doch wusstest du, dass sich manche hierzulande eine Glas-Gurke an den Baum hängen? Oder dass im Hamburger Hafen Tannenbäume durch die Luft fliegen? Hier erfährst du, was dahintersteckt und welche außergewöhnlichen und teils skurrilen Weihnachtsbräuche Deutschland noch zu verbergen hat.

Weihnachtswichtel – der unsichtbare Helfer

Der Weihnachtswichtel gilt als kleiner Gehilfe des Weihnachtsmanns. Als „Julenisse“ ist er in der dänischen Weihnachtstradition seit Jahrhunderten fest verankert. Zur Adventszeit lassen ihn aber auch einige deutsche Familien bei sich einziehen.

Hinter einer kleinen Wichteltür verweilt er dann tagsüber, bis er nachts klammheimlich mit den Weihnachtsvorbereitungen und den Geschenken hilft. Bei der Dekoration der kleinen Tür kann man seiner Inspiration freien Lauf lassen. Beispielsweise kann bereits einige Tage vor dem Einzug des Wichtels eine Baustelle seinen bevorstehenden Besuch ankündigen.

Ganz wichtig ist jedoch, dem kleinen Wichtel im Gegenzug süße Leckereien vor die Tür zu stellen, denn sonst spielt er freche Streiche. Gerade für Kinder ist dieser Brauch ein super spannendes Erlebnis. Der kleine Wichtel ist nämlich dafür bekannt, im Zuge seines Besuchs Spuren und Briefe zu hinterlassen, um mit den Kindern in Kontakt zu treten.

Der kleine unsichtbare Helfer Julenisse versteckt sich tagsüber hinter solch einer dekorierten Wichteltür, bevor er nachts bei der Bescherung hilft.

Lob und Trunk beim Christbaumloben

In Baden-Württemberg und Bayern wird es nach Weihnachten feuchtfröhlich. Beim Christbaumloben ziehen Freunde von Haus zu Haus und beäugen den Tannenbaum des jeweils anderen. Auch der schrägste Christbaumschmuck wird hier ironisch zum Himmel gelobt, denn als Dank gibt es vom Gastgeber Hochprozentiges.

Es gilt: je kreativer und detaillierter das Lob, desto lustiger wird das Ganze. Den geselligen Brauch gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert. Hintergrund ist das Zusammenfinden und gemeinsame Verweilen mit Menschen, die man möglicherweise eine längere Zeit über nicht gesehen hat – und natürlich der Spaß am Scherzen und Anstoßen.

Tannenbaumwerfen – fliegender Weihnachtszauber

Hört sich kurios an, ist in Wirklichkeit aber eine sehr schöne Geste: Alljährlich werden in Hamburg Tannenbäume von Schiff zu Schiff verteilt, um den Seeleuten, die Weihnachten nicht zuhause verbringen können, einen Hauch von Weihnachtsstimmung zu bescheren. Doch sie werden nicht irgendwie ausgehändigt – seit 1996 wirft sie ein Weihnachtsmann an Bord vieler Schiffe und zaubert den Besatzungen damit ein Lächeln ins Gesicht.

Weihnachtsgurke – die grüne Überraschung am Tannenbaum

Zugegeben, eine Weihnachtsgurke am Christbaum ist nicht jedermanns Geschmack, doch sie sorgt als skurriler Weihnachtsbrauch allemal für eine Überraschung.

Eine Gurke am Weihnachtsbaum? Ja, so skurril fällt unser Christbaumschmuck aus, wenn man einigen US-Amerikanern Glauben schenken möchte. Die „Christmas pickle“ ist aus grünem Glas und deshalb nur schwer im Tannenbaum zu entdecken. An Heiligabend wird dann eine Suchaktion gestartet. Wer die Weihnachtsgurke im geschmückten Baum findet, kann sich glücklich schätzen, denn auf ihn oder sie wartet eine ordentliche Belohnung, die je nach Familie unterschiedlich ausfällt.

Auch wenn die Glas-Gurke, wie so viele Bräuche zu Weihnachten, den meisten von uns unbekannt ist – glaubt man den Theorien, so ist sie tatsächlich deutscher Herkunft und damit Teil der vergessenen Weihnachtsbräuche in Deutschland. Hartnäckig hält sich die Theorie des im Amerikanischen Bürgerkrieg in Gefangenschaft genommenen deutschstämmigen Soldaten. Krank und geschwächt soll er nach einer sauren Gurke gefragt haben, die ihn letztlich wieder gesund werden ließ. Als Dank schmückte die Weihnachtsgurke alljährlich seinen Christbaum. Ob das wahr ist, weiß wohl keiner so recht – was jedoch nichts daran ändert, dass die Gurke eine abwechslungsreiche Alternative zu und Co. ist.

Eiskalte Tradition: das Weihnachtsbaden

Traust du dich in 3 Grad kaltes Wasser zu springen? Für manch Furchtlose gehört genau das zur Tradition an Weihnachten. Auf Sylt findet alljährlich das Weihnachtsbaden statt, bei dem Mutige in die kalten Fluten rennen. Doch das meist nicht wie gewohnt nur in Badehose und Bikini, sondern mit Zipfelmütze oder Weihnachtskostüm – was bei den kalten Wassertemperaturen natürlich nur einen optischen Zweck erfüllt. Ist der Sprung in die Kälte überstanden, geht es für die meisten relativ schnell wieder an die rettende Promenade, an der bereits Heißgetränke und deftiges Essen auf sie und die zahlreichen Zuschauenden warten.

Weihnachtsbaden: Brrr, ist das kalt! Diese Tradition verspricht Nervenkitzel. Wärst du mutig genug, an Weihnachten in die eisigen Fluten zu springen?

Seit fast 40 Jahren zieht es Mutige nun schon am 2. Weihnachtsfeiertag in die eisige Nordsee. Das Weihnachtsbaden zählt zwar nicht zu den alten Bräuchen an Weihnachten, entstammt dafür aber einer lustigen, nicht ganz nüchtern getroffenen Idee, den Sprung ins kalte Nass zu einer Wette zu machen. Heute folgen Hunderte, wohlgemerkt freiwillig, dieser Tradition und machen lustige Weihnachtsbräuche wie das Weihnachtsbaden auf Sylt zu einem echten Erlebnis.

Festliche Vorfreude am Heiligen Vormittag

Dass Deutschland es zur Weihnachtszeit gesellig mag, zeigt sich bereits an den überfüllten Weihnachtsmärkten. In manchen Städten Baden-Württembergs ist auch am 24.12. noch einiges los. Angefangen in Esslingen treffen sich seit den 1960ern tausende Menschen zum „Heiligen Vormittag“ in den Innenstädten, um gemeinsam auf den bevorstehenden Heiligabend anzustoßen.

Auf die Besucher:innen warten weihnachtliche Musik sowie vereinzelt geöffnete Gastronomie und Geschäfte. Das Skurrile daran: Nachbarorten ist der Brauch meist vollkommen unbekannt. Dabei verkörpert er doch genau das, worauf es zur Weihnachtszeit ankommt: Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen.

Ohne ihre Bräuche wäre die Weihnachtszeit wohl nicht dieselbe, oder? Ob traditionell, modern oder einfach nur skurril – herzerwärmend sind sie alle auf ihre eigene Art und bringen uns Menschen auf eine magische Weise zusammen.

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