Angebotswochen

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Neulich habe ich einige Pakete im Angebot gekauft. Beim Kontrollblick auf dem Kassenbon ist gleich aufgefallen, dass aber der reguläre Preis genommen wurde.

Auf Nachfragen beim Serviceschalter bekam ich gesagt, dass das erst nächste Woche im Angebot ist.

Ich antwortete daraufhin, dass bereits heute an den Regalen die Angebotshinweise/-preise befestigt seien und ich sonst nicht Kaffee auf Vorrat gekauft hätte.

Die Dame meinte dann, wenn der Preis am Regal steht, dann bekomme ich selbstverständlich den Angebotspreis.

Ich will ja nun nicht unterstellen, dass der Supermarkt mit Absicht einen zum Kauf verführt bzw. das man darauf hofft, dass die Kassenzettel nicht kontrolliert werden ...

Mein Fazit lautet: "Nicht nur beim Autokauf Augen auf"

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9 Kommentare


#1 Schnegge
17.7.06, 10:29
Kenn ich gut! In meinem Stammsupermarkt ist das jedes Mal so bei reduziertem Obst und Gemüse. Das geht ja leider nach Gewicht und man muss höllisch aufpassen, dass da nicht der reguläre Preis eingebont wird (wird so ziemlich IMMER). Ärgerlich und lästig, man muss ständig die Preise im Kopf haben und der Kassiererin auf die Finger gucken beim Tippen....
#2 Kiwi
17.7.06, 11:20
Ich hab mal eine Frage an die Juristen hier. Hab bei Yves Rocher eine Ware gekauft, die als 4,90 gekennzeichnet war (Schildchen direkt am Wühltisch), im Regal stand die Ware für teurer, aber das hatte ich nicht gesehen. Nach dem Bezahlen fragte ich also warum sie zuviel dafür berechnet hatte, sie schaute nach und erklärte dass das Schild am Wühltisch falsch sei. Ich bekam die Ware nich für den Preis :-( is das korrekt so?
#3 roi-roy
17.7.06, 12:31
@Kiwi
Ein Kaufvertrag (KV) kommt zustande durch Angebot und Annahme. Die Preisauszeichnung bei YR war jedoch kein Angebot zum Abschluss eines KV von YR, sondern eine "Aufforderung" an die Allgemeinheit, mit dem Teil zur Kasse zu gehen und dadurch ein KV-Angebot zu machen, welches YR annehmen oder ablehnen kann. - War korrekt.
Ob dies allerdings auch wettbewerbsrechtlich korrekt ist, ist eine andere Frage.
#4 Helmut
17.7.06, 14:12
Einfach klasse!
#5 kiwi
19.7.06, 00:34
vielen dank @roi-roy !!!! das hatte ich mich immer schonmal gefragt!
#6 vanita
20.7.06, 11:16
kiwi:
Ich bin zwar keine Juristin, aber ich denke, YR könnte sich auch damit rausreden (oder vielleicht war es sogar so?), dass dieser Artikel gar nicht auf den Wühltisch gehörte. Kunden legen Waren ja manchmal einfach irgendwo ab.
#7
27.8.06, 17:15
jep, ist uns auch schon ein paarmal passiert. wirklich aufpassen!
#8
14.9.07, 00:18
Mal ein kleiner Tip zu sog. "Angeboten":

Ich habe kürzlich eine käufmannische Ausbildung abgeschlossen und da lernt man interessante dinge:

Die "Angebote" und deren Preise sind nicht unbedingt rechtlich bindend für den Verkäufer, da es sich nicht um ein Angebot handelt, sondern nur um eine Anpreisung. Das Angebot ensteht rechtlich gesehen erst an der Kasse, wenn der Preis eingetippt wird. Mit dem Bezahlen wurde das Angebot (also auch der Preis) angenommen und es ist ein kaufvertrag zustande gekommen.

Also vorsicht. Man meist kein recht, die Differenz zurück zu fordern.

Die Verkäufer machen dies aus kulanz, sind dazu aber nicht rechtlich verpflichtet!!!!!!!!!!!!!
#9 Kohlrabi
9.7.08, 07:06
Wie roi-roy weiter oben schon korrekt geschrieben hat, macht das Angebot zum Vertragsabschluss nach deutschem Recht der Käufer, indem er die Ware aufs Band legt, und der Verkäufer nimmt es durchs Eintippen oder Einscannen an (oder auch nicht). Der Kaufvertrag kommt also schon vor dem Bezahlen zustande, das ist bloß eine Verpflichtung daraus.

Wenn die Willenserklärung des Kunden aber z.B. durch falsche Auspreisung auf falschen Annahmen beruht, kommt kein wirksamer Kaufvertrag zustande. Der Verkäufer kann nicht einfach an der Kasse beliebige Preise verlangen. Außerdem kann der Vertrag auch nichtig sein, wenn ihm wettbewerbs- oder sittenwiedriges Verhalten oder ein sonstiger Rechtsverstoß zugrunde liegt.

Folglich hat man kein Recht, die Ware zum angepriesenen Preis zu bekommen, aber man kann sie auf jeden Fall zurückgeben und sein Geld zurückverlangen, falls man den höheren Preis erst nach dem Bezahlen bemerkt. Im Fall einer arglistigen (absichtlichen) Täuschung hat man u.U. sogar Anspruch auf Schadensersatz (z.B. für die Fahrtkosten).

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