Der Valentinstag – eine Spurensuche nach dem Ursprung

Der Valentinstag – eine Spurensuche nach dem Ursprung
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Die einen setzen jedes Jahr am 14. Februar die rosarote Brille auf und zelebrieren den Valentinstag als Fest der Verliebten und der Liebe. Andere sind dagegen eher genervt von dem ganzen Tamtam und outen sich als kategorische Verweigerer des Liebesrummels. Der Einzelhandel wittert seit jeher eine Chance, zwischen Weihnachten und Ostern noch ein lukratives Konsumfest zu etablieren. Und für den Blumenhandel ist der Valentinstag sowieso das ganz große Ding.

Ihr seht, der Valentinstag dividiert die Gesellschaft in viele verschiedene Interessensgruppen. Nur in einer Hinsicht kommen fast alle auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: In der totalen Unwissenheit über den Ursprung des polarisierenden Festes. Bei einer spontanen Umfrage in meinem Bekanntenkreis wussten genau null Personen, woher das Fest und der Brauch des Blumenschenkens stammen. Die Bandbreite der Theorien reichte  von mafiösen Verstrickungen des Blumenhandels bis hin zu Relikten aus der Nazi-Zeit. Alles falsch. Ich selbst wusste es bis vor kurzem übrigens auch nicht. In meiner diffusen Vorstellung hätte der Valentinstag auch der kleine Bruder vom Muttertag sein können oder ein heidnischer Frühlingsgruß, oder oder… Aber wofür gibt es denn den schlauen schwarzen „Kaschte“, wie meine Frau unseren PC immer liebevoll nennt? Der weiß doch bestimmt mehr über den 14. Februar. Also habe ich frisch drauflos gegoogelt und einiges herausgefunden. Das Folgende ist kein klassischer FM-Tipp, vielmehr soll der Beitrag euch ein paar frische Background-Infos liefern, mit denen ihr im nächsten Gespräch über den Valentinstag alle überraschen könnt.

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Die katholische Kirche…

…reklamiert den 14. Februar für sich als Gedenktag des Priesters Valentin aus dem italienischen Ternia. Er soll trotz staatlichem Verbot Trauungen von Verliebten nach christlicher Tradition durchgeführt haben und dafür am 14. Februar 269 in Rom hingerichtet worden sein. Ein Jahrhundert später ernannte ihn die Kirche zum Märtyrer und sprach ihn heilig. Im Jahr 496 erklärte Papst Gelasius den 14. Februar dann offiziell zum „Valentinstag“. Ursprünglich wurde an diesem Tag das Kirchenfest Maria Lichtmess gefeiert, aber nach der Kalenderreform war der Tag plötzlich „frei“. Insofern kam der Todestag des Valentin der Kirche damals nicht ungelegen. Die Überlieferung dieser Legende steht aber auf so wackeligen Beinen, dass der Heiligengedenktag bereits 1972 aus dem Kirchenkalender gestrichen wurde.

Der Volksglaube in Frankreich und England…

…besagt, dass jedes Jahr am 14. Februar die Paarungszeit der Vögel beginnt. Der englische Dichter Geoffrey Chaucer ersann dazu im 14ten Jahrhundert eine blumige Umschreibung der erwachenden Frühlingsgefühle beim paarungswilligen Federvieh: „For this was sent on Seynt Valentyne's day, whan every fowl cometh ther to choose his mate.“ Von der Vogelbalz war es nur ein kleiner (geistiger) Schritt zum Turtelverhalten verliebter Paare, und so entstand der Brauch sich am Valentinstag Liebesbriefe zu schreiben und kleine Geschenke zu überreichen.

Bereits die Römer…

…brachten am 14. Februar Blumenopfer für ihre Göttin Juno dar. Als Ratgeberin der Frauen wählte sie angeblich mit einem Liebesorakel den richtigen Partner fürs Leben aus. Später wandelten sich die Blumenopfer dann in Blumengeschenke für die Frauen.

Die Verbreitung des Valentinstags…

…und des damit verbundenen Brauchs Blumen und kleine Präsente zu verschenken ging im Mittelalter von England und Frankreich aus. Mit der großen Auswanderungswelle schwappte das Brauchtum nach Amerika und fand dort regen Zuspruch. Aus dem englischen „Tag der Liebenden“ entwickelte sich in Amerika der Valentinstag zum Symboltag für Familie und Freundschaft. Deutschland ist in Sachen Valentinstag eher ein Nachzügler: Erst mit der zunehmenden Amerikanisierung nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Valentinstag in den 1950er Jahren auch hierzulande bekannt. Deutsche Blumenhändler erklärten 1950 den 14. Februar zum „Tag der offenen Herzen“. In Nürnberg fand im gleichen Jahr der erste offizielle Valentinsball statt.

Vorsichtig sein…

…sollten alle Unverheirateten unter euch. Ein alter Volksglaube besagt, dass eine Frau den Mann heiratet, der ihr am Valentinstag zuerst begegnet. Falls ihr also kein verschärftes Interesse am Zeitungsausträger oder Bäckereifachverkäufer habt, bleibt lieber daheim.

Was sonst noch so geschah…

Der Valentinstag liegt bequem eingebettet zwischen dem internationalen Welttag des Radios am 13. Februar und dem serbischen Nationalfeiertag der Unabhängigkeitsbewegung am 15ten. Schon immer sind am Valentinstag Dinge passiert, die mit Liebe und Blumen nicht viel zu tun haben. Beim sogenannten Valentinstag-Massaker am 14.02.1929 sterben in Chicago sechs Mitglieder einer mit Al Capone verfeindeten Bande im Kugelhagel. Autsch. Völlig unblutig ist dagegen der Fund des drittgrößten Diamanten der Welt, dem Star of Sierra Leone am Valentinstag 1972.

Und dass am 14. Februar 1981 die erste Folge von Wetten, dass…? mit Frank Elstner über die deutschen Bildschirme flimmert, gehört schon beinahe in die Kategorie „liebenswert“. Selbst ich, damals gerade mal 13 Jahre alt, erinnere mich an einen muskelstrotzenden Kraftmeier, der ein bisschen wie David Hasselhoff aussah und eine Wärmflasche aufpustete, bis sie PLATZTE. Und Frank Elstner hat sich eine Zigarette an einem mit dem Hammer glühend geschlagenen Eisenstab angezündet. RAUCHEN im Fernsehen. Skandalon, aber das waren halt die 80er. Das ist bis heute mein persönliches Valentinstag-Highlight und wird auch wohl nicht mehr zu toppen sein. Bei rund 17 Millionen Zuschauern der ersten Wetten, dass…? -Folge dürften die meisten von euch auch noch wissen, wo sie am Abend des Valentinstags 1981 waren, oder?

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