Wer diese Gebote als Tipp auffassen will, der möge sich (frei nach Kants kategorischem Imperativ) fragen, ob er wollen kann, dass das ALLE so machen, und seine Schlüsse daraus ziehen.

Die 10 Gebote des Kassenschlangen-Trottels

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So mancher Mensch, der vor einem in der Kassenschlange steht, benimmt sich so unerklärlich dumm, dass man ihn ohrfeigen könnte. Man tue es aber nicht; es wäre unfair. Denn er hält sich nur in bestem Glauben, an die folgenden Gebote:

  1. Du sollst Deine Waren nicht sofort aufs Band legen, sondern erst, wenn zwischen ihnen und den Waren des Vordermanns zwei Meter freien Platzes herrschen. Dann aber sollst du sie ganz hinten aufs Band legen. Der Anblick des ungenutzten Platzes vor dir aber soll deine Hinterleute lehren, ihre Ungeduld zu beherrschen.
  2. Flaschen sollst du nicht längs des Laufbandes hinlegen, auf dass sie bleiben, wo sie sind. Sondern du sollst sie hinstellen, auf dass sie umfallen, wenn das Band anläuft, und sich mit den Waren deines Hintermannes vermählen. Wenn sie aber umgefallen sind, sollst du dies erst nach längerer Zeit bemerken. Dann aber sollst du sie wieder hinstellen, auf dass sie erneut umfallen. Deinen Hintermann aber soll dies lehren, dass die Trennung weltlicher Güter in Mein und Dein nur eitel Narrenspiel sei.
  3. Willst du deine Flaschen unbedingt hinlegen, so lege sie nicht LÄNGS, sondern QUER zum Band, auf dass sie dir davonrollen und sich mit den Waren deines Hintermannes… siehe oben. Dies aber tue nur, wenn du zugleich sorgsam darauf bedacht bist,
  4. Keinen Trennklotz hinter deine Waren zu legen.
  5. Die Gebote 2 bis 4 gelten speziell für leere, federleichte Discounter-Einwegpfandflaschen, die du an der Kasse abgeben willst. Solche Flaschen sollst du nicht kleinknautschen, so dass sie im Sammelsack Platz sparen könnten. Du sollst ihnen vielmehr ihr volles Volumen belassen, auf dass die Kassiererin sich alle zehn Minuten erheben und den Sammelsack austauschen muss. Sie wird dies freudig tun, denn es schont ihre Kniegelenke. Deine Hinterleute aber lehrt es Geduld.
  6. Beim Schlangestehen bedenke: Der Mensch soll nicht vorhersehen, was künftig sei. Wird die Kassiererin von dir Geld sehen wollen? Oder wird sie dich durchwinken, dir dabei ihren Lieblingswitz erzählen oder einen Bauchtanz auf dem Drehstuhl hinlegen? Du kannst es nicht wissen. Also zähle beim Warten KEIN Kleingeld heraus, ja überlege nicht einmal, wo dein Geldbeutel steckt oder ob du ihn überhaupt dabeihast.
  7. Sondern beginne erst dann, all deine Taschen nach ihm abzutasten, wenn du wie vom Donner gerührt erfährst, dass die Kassiererin DOCH Geld von dir will.
  8. Krumme Kleinstbeträge aber zahle nicht passend, sondern mit einem Fünfzig-Euro-Schein. Denn siehe: Spielt nicht jeder Mensch auf der Bühne des Lebens mehrere Rollen, und ist nicht das Schönste dabei der Rollenwechsel? So auch für die Kassiererin. Mit Freuden klopft sie alle drei Minuten eine neue Münzrolle auf. Deine Hinterleute aber… du weißt bescheid.
  9. Wenn du aber dennoch Kupfergeld loswerden willst, so soll dir diese Idee nicht früher kommen, als bis die Kassiererin bereits den Fünfziger wechselt. Du sollst dabei sagen: „Oder… Moment, ich glaub´, sieben Cent hab ich doch passend…“. Deine Hinterleute aber… usw.
  10. Überprüfe zum Schluss deinen Kassenbon sorgsam auf Unregelmäßigkeiten. Findest du welche, so lasse dir ausführlich von der Kassiererin erörtern, dass der richtige Platz für Beschwerden die Infotheke sei. Stelle erst im Zuge dieses Gesprächs fest, dass du dich verrechnet hast und der Bon doch stimmt.

Wer diese Gebote als Tipp auffassen will, der möge sich (frei nach Kants Kategorischem Imperativ) fragen, ob er wollen kann, dass das ALLE so machen, und seine Schlüsse daraus ziehen… :o)

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