Wenn ich einen vollen Bauch habe, hat mein Körper gut zu tun. Der Verdauungsprozess beansprucht viel Blut, was zu diesem Zeitpunkt in anderen Körperteilen fehlt. Dies lässt mich müde und träge werden.
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Gefahr Badesee: So vermeide ich Badeunfälle

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Sommerzeit - Badezeit. Wenn es so richtig heiß und drückend ist, hilft nur noch eins: Raus aus den Klamotten und ab ins kühle Wasser! Doch der Badespaß birgt auch Risiken, Badeunfälle können im schlimmsten Fall tödlich enden. Doch welche Risiken birgt die Badesaison und wie kann ich diese vermeiden?

Schockgefahr: Warum einfach Reinspringen gefährlich sein kann

Auch wenn nach einem ausgiebigen Sonnenbad die Verlockung auf eine schnelle Abkühlung im kalten Nass noch so groß ist, sollte ich vorsichtig sein. Denn der plötzliche Temperaturwechsel von der heißen Sonne ins kalte Wasser bedeutet für meinen Körper Schwerstarbeit. In kurzer Zeit muss er sich auf die neuen Umgebungsbedingungen einstellen.

Wenn ich Probleme mit dem Kreislauf oder Herzen habe oder vorher besonders stark überhitzt war, kann dieser plötzliche Kälteschock daher fatale Folgen haben. Im schlimmsten Falle erleide ich einen Schock, einen Kreislaufzusammenbruch oder sogar einen Herzstillstand. Um dies zu vermeiden, gewöhne ich meinen Körper am besten langsam an das Wasser, indem ich meine Arme und Beine zuerst mit ein wenig kaltem Wasser benetze und nur langsam tiefer ins Wasser gehe. Im Freibad bietet es sich an, sich vorher unter einer Dusche abzukühlen.

Ein voller Bauch schwimmt nicht gern

Wenn ich einen vollen Bauch habe, hat mein Körper gut zu tun. Der Verdauungsprozess beansprucht viel Blut, was zu diesem Zeitpunkt in anderen Körperteilen fehlt. Dies lässt mich müde und träge werden. Für meinen Körper ist es jetzt besonders schwer, sich auf die zusätzliche Anstrengung des Schwimmens und kalten Wassers einzustellen.

Daher sollte ich unmittelbar vor dem Baden deftige Mahlzeiten vermeiden und lieber leichte Snacks zu mir zu nehmen. Habe ich mir doch die Portion Pommes gegönnt, dann sollte ich nach dem Essen noch eine Stunde mit dem Baden warten. Ungünstig sind auch Bier, Cocktails und andere alkoholische Getränke. Denn der Alkohol beeinträchtigt nicht nur meine Bewegungen und mein Urteilsvermögen, er weitet auch meine Blutgefäße. Dadurch aber kann mein Körper den Kälteschock durch das Wasser weniger gut abpuffern.

Wie verhalte ich mich bei Krämpfen?

Auch das ist Klassiker bei sommerlichen Badeunfällen: ein Krampf im Fuß oder Bein. Plötzlich kann ich mein Bein kaum mehr bewegen, es verkrampft sich und verursacht stechende Schmerzen. Typischerweise passiert dies, weil die Muskeln im kalten Wasser auskühlen oder durch Überanstrengung. Ich sollte daher darauf achten, niemals zu lange im kalten Wasser zu bleiben.

Aber wie verhalte ich mich bei Krämpfen richtig? Wichtig ist es auch hier, Ruhe zu bewahren. Kann ich wegen des Krampfes nicht mehr ans Ufer schwimmen, rufe ich laut um Hilfe und signalisiere anderen, dass ich in Schwierigkeiten bin. Gleichzeitig kann ich versuchen, selbst den Krampf zu lösen: Ich versuche, mit Hilfe meiner Hände, das Bein oder den Fuß wieder zu strecken und dehne sie dabei bewusst gegen die Richtung, in die der Muskel verkrampft ist. Nach ein paar Wiederholungen löst sich mit etwas Glück der Krampf dadurch auf.

Wie entkomme ich Strömungen?

Bade ich am Meer oder in einem Fluss, passieren viele Badeunfälle durch Strömungen. Am Meeresstrand beispielsweise unterschätze ich leicht die Kraft der Wellen und des Brandungssogs. Dieser entsteht, wenn das Wasser vom Strand ins Meer zurückströmt. Je nach Küste kann er beträchtliche Sogwirkung entfalten. Er kann mir selbst im flachen Wasser die Füße wegziehen.

Aber auch weiter draußen im Meer oder in einem Fluss kann ich die Strömung leicht unterschätzen, bis es zu spät ist und ich mitten drin stecke. Gerade Querströmungen machen es mir dann schwer, auf geradem Wege wieder zum Ufer zu gelangen. Jetzt ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren und sich nicht durch Panikreaktionen vorzeitig zu erschöpfen. Ich lasse mich von der Strömung so lange tragen, bis diese nachlässt und schwimme dann in einem großen Bogen zurück zur Küste.

Die wichtigsten Grundregeln gegen Badeunfälle

Generell gilt: Ich sollte niemals alleine ins Wasser gehen und in einem See oder am Meer nicht zu weit hinausschwimmen. Lieber parallel zum Ufer bleiben, dann kann ich mich jederzeit in Sicherheit bringen – oder andere können mich retten. Kenne ich den See oder Fluss noch nicht, sollte ich besonders vorsichtig sein und mich langsam mit diesem Gewässer vertraut machen: Wo gibt es eine Strömung? Liegen womöglich spitze Steine im Wasser? Wie kalt ist das Wasser?

Insbesondere für Kinder gilt: Ich sollte Kinder niemals ohne Aufsicht ins Wasser gehen lassen. Selbst wenn sie nur im flachen Wasser spielen wollen, behalte ich sie besser immer im Blick. Wichtig auch: Schwimmflügel oder Schwimmringe sind keine Garantie gegen Unfälle und Ertrinken. Auch diese Schwimmhilfen können sich lösen, Luft verlieren oder das Kind rutscht aus dem Schwimmflügel heraus.

Was tun, wenn ein Notfall eintritt?

Sollte trotzdem ein Badeunfall passieren, ist es wichtig schnell zu handeln und vor allem Ruhe zu bewahren. Bin ich nicht selbst betroffen, sollte ich schnell handeln, dabei aber darauf achten, dass ich mich nicht noch selbst in Gefahr bringe. Denn Ertrinkende schlagen in panischer Angst oft um sich.

Bin ich ebenfalls im tiefen Wasser, sollte ich mich immer von hinten nähern, den Betroffenen dabei aber beruhigend ansprechen. Ist ein Surfbrett, ein Ball oder sonstiges Schwimmhilfsmittel griffbereit, schiebe ich es dem Betroffenen so unter, dass er sich daran festhalten kann. Nur wenn meine Kraft und meine Schwimmfähigkeiten ausreichen, sollte ich selbst versuchen, den Ertrinkenden zu bergen.

In jedem Falle mache ich durch laute Rufe die Bademeister, Rettungsschwimmer oder andere Badegäste am Ufer auf die Lage aufmerksam. Es sollte sofort der Notarzt alarmiert werden. Ist das Unfallopfer an Land, prüfe ich, ob er bei Bewusstsein ist. Ist der Betroffene bewusstlos ist, sollte ich ihn die stabile Seitenlage legen. Atmet er nicht mehr und es ist noch keine Hilfe da, muss ich schnell handeln: Ich beginne mit der Wiederbelebung, indem ich rhythmisch und in schneller Folge mit beiden Händen auf sein Brustbein drücke. Das setze ich so lange fort, bis der Notarzt eintrifft.

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1 Kommentar


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#1
22.7.16, 14:15
Ich habe den Artikel runtergerated weil:

- "Denn Ertrinkende schlagen in panischer Angst oft um sich." das ist meistens falsch - einfach nach "symptome leises ertrinken" googlen.

- "Voller Bauch...." zumindest fraglich und ich konnte keinen Nachweis für diese (auch in meiner Jugend vielzitierte Falschmeldung) finden.

- Hilfreicher wäre, dass man Kindern einbläut z.B. nicht sinnlos "Hilfe" zu schreien, wenn kein Notfall vorliegt (nachzulesen beim DLRG. Die "voller Bauchregel" taucht übrigens im Faltblatt der DLRG erwartungsgemäß nicht auf.

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