Geschickte Arbeitseinteilung im Job

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Viele Menschen machen im Job den Fehler, dass sie Arbeit, die ihnen Kollegen oder der Chef geben, annehmen, obwohl sie genau wissen, dass sie momentan vollkommen ausgelastet sind.

Wenn also der Kollege XY dich bittet dies oder jenes zu erledigen, solltest du dir genau überlegen, was du antwortest. Hast du genug Luft, dann sage zu (dein Kollege ist auch nicht blöd und merkt schnell, wenn du alles ablehnst). Sollte dies aber nicht der Fall sein, und du steckst noch bis über beide Ohren in deiner eigenen Arbeit, dann solltest du diese "Mehrarbeit" höflich ablehnen und dem Kollegen sagen: "Ich habe noch dies und jenes zu tun, leider kann ich das nicht machen". Es gibt nichts schlimmeres als immer JA und AMEN zu allem zu sagen.

Die Gründe sind relativ einfach:

Wenn man es nachher nicht schafft, obwohl du zugesagt hast, ist wahrscheinlich dein Kollege und vielleicht auch der Chef verärgert, weil sie sich ja auf dich verlassen haben.

Wenn du aber abgesagt hast, und dann wider Erwarten doch noch Zeit finden solltest, kannst du immer noch zu deinem Kollegen gehen und ihn fragen, ob du ihm die Arbeit doch abnehmen könntest, da du glücklicherweise doch früher mit deiner anderen Arbeit fertig geworden bist.

Lang- und Mittelfristig spart das Zeit, Nerven und Ärger.


Eingestellt am

6 Kommentare


#1
6.12.07, 17:50
Oder folgender Tip:
Sich beim Chef oder den Kollegen für die Fülle der Arbeit freundlich bedanken.
Dann sogleich folgendes einwenden: "Gern würde ich dass für Sie übernehmen. Leider habe ich äusserst terminkritisch jetzt noch folgende Aufgaben zu bearbeiten". Jetzt folgt die Aufzählung einer langen Liste mit Arbeitsaufgaben.

Ist der Chef der Kontaktpartner, dann einwenden: "Gern würde ich Ihre aktuellen Aufgaben übernehmen, aber dann müste ich" Es folgt eine Aufzählung wichtiger Arbeiten "zurückstellen. Welche der wichtigen Arbeiten soll ich aufgrund Ihrer aktuellen Arbeitsaufgaben zurückstellen?"
Dann ist der Chef gefordert, eine Entscheidung zu treffen.

Sind Kolegen oder Kunden Ansprechpartner, dann die Wichtigkeit und Dringlichkeit der eigenen Arbeitsaufgaben besonders betonen.

Dann hinzufügen: "Im Moment geht es leider nicht. Aber Ende übernächster Woche/nächsten Monat/nächstes Quartal/ nächstes Jahr/ im neuen Jahrzehnt/etc. würde ich dass in meinem Zeitplaner
#2
6.12.07, 17:54
Am besten sind die KollegenIinnen die ihre sachen liegen lassen bis kurz vor knapp und dann um Hilfe bitten, weil sie selbst nicht mehr klar kommen. Da sage ich dann nein - denn mit der Zeit kennt man sein Volk
1
#3
6.12.07, 17:55
Eine Frage an den Tipp-Geber: Wenn du mal Arbeit abgeben musst, sagt dann auch gleich jeder NEIN?

Wenn ich sehr viel zu tun habe, sage ich nie nein, sondern folgendes: Ich melde mich bei dir, wenn ich mit meinen Sachen durch bin und dann helfe ich dir. Das ist keine sofortige klare Absage!
#4 Nafets
9.12.07, 21:55
Tja...wohl einer der wichtigsten und aktuellsten Fragen des täglichen Lebens bei der es mich doch ein bisschen wundert, dass sie gerade hier Beantwortung finden soll :)
Als man mir vor 20 Jahren die ersten "Beweihräucherungs-Info-Meetings" über das doch so tolle Lean-Management aufdrückte, hatte man vergessen uns zu erzählen, dass es eigentlich nur darauf hinaus laufen sollte, dass immer weniger Leute immer mehr Arbeit machen müssen.

Leider musste ich dann auch noch feststellen, dass 80% meiner Kollegen das Wort Team wirklich nur als Abkürzung für "Toll ein anderer machts" sieht.

So bin ich heute froh, die letzten 20 Jahre immer wieder darum gekämpft zu haben ein Einzelgänger zu bleiben. Denn das ist für mich, der von sich behauptet, ein recht fleissiger Mensch zu sein, die einzige Möglichkeit nicht den Neid der anderen zu provozieren oder die Faulheit der anderen ausgleichen zu müssen.

Und was die "Laberei" des Chefs angeht? Da kann ich nur jedem raten, eine gewisse innere Ruhe zu entwickeln...Arsch bleibt Arsch.
#5 Freddy P
28.1.08, 16:57
Im Büro vom eigenen Schreibtisch aus, eine lange Ablagefläche schaffen. Also mehrere Tische zusammenstellen, so dass hier eine längere Fläche entsteht. Die Arbeiten so anordnen, dass sich dringende und wichtige Arbeiten auf dem Schreibtisch, sowie auf der Ablagefläche gleich neben dem Schreibtisch befindet. Die anderen Arbeiten, welche nicht so dringend sind, werden vom eigenen Schreibtisch weiter entfernt gelagert.

Kommen jetzt MA mit ihren Arbeiten, welche sie an mich delegieren wollen, bitte ich sie ihre Arbeiten an der vom Schreibtisch entferntesten Stelle der Ablage zu lagern.

Gerade bei solchen Bitten, wie „Könnten Sie gerade mal eben schnell...“ tritt bei diesen Kollegen Ernüchterung ein. Auf die im Anschluss eher vorsichtigen Nachfragen, wann ihre Arbeiten fertig seien, benutze ich folgende Aussagen: „Ende übernächster Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr, im neuen Jahrzehnt, etc.“ Ehe die MA nach einer Erklärung fragen können, verweise ich auf die Vorgänge, welche breit gefächert auf der langen Ablagefläche lagern. „Wenn ich das hier zu Ende abgearbeitet habe, dann widme ich mich Ihrer Aufgabe. Legen Sie mal dahinten“ ich verweise auf das hintere Ende der langen Ablagefläche „ab“. Um empörte Bemerkungen abzublocken, empfiehlt sich noch: „Sie müssen ja nicht“.

Kommt der Chef und labert herum, verweise ich ihn darauf dass er es doch ist, der für die Personalbesetzung zuständig ist. Das hilft meistens.
#6 Sepp01
4.9.13, 15:37
Natürlich sollte man nicht ja und amen zu allem sagen. Ob einem direkte Absagen gegenüber dem Chef wirklich weiterbringen, ist allerdings auch fraglich.
Dann lieber einen konkreten, realistischen Termin nennen, bis wann die Arbeit fertig sein kann - oder den Chef bitten, die Aufgaben zu priorisieren und zu sagen, was verschoben werden soll.

Für ein sicheres Auftreten im Beruf kann auch ein Coaching hilfreich sein, hier habe ich noch etwas Interessantes dazu gefunden:


Bitten Kollegen mich darum, Aufgaben von ihnen zu übernehmen, nenne ich ihnen ebenfalls einen möglichst konkreten Termin zur Fertigstellung. Reicht ihnen das nicht, sind sie ja frei, jemand anderen zu fragen.

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