Umfangreiche Strickschrift lesen
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Wenn Strickschriften ein A4-Format nicht überschreiten, reicht es, sie ggf. zu kopieren und neben sich zu legen. Die Strickschrift für mein neuestes Projekt aber - ein Lace-Dreiecktuch - war auf einem größer als A0-Bogen so umfangreich, detailliert, und in so vielen unterschiedlichen Abschnitten gegliedert gedruckt, dass ich sie nicht einfach hätte neben mich legen und danach stricken können, ohne vor einem Monster von Papier zu sitzen, diese ständig knicken und/oder wenden zu müssen und dabei den Überblick zu verlieren.

Deshalb bin ich zum besseren Händeln wie folgt vorgegangen

Materialien: Umschlagmappe aus Karton mit Eck-Gummibändern - Schere - Gummiband - Klebestif - Karton als Unterlage.

Alle Strickschrift-Teile kopieren - auch die Erklärungen der verwendeten Symbole - wenn möglich, zusammengehörende Strick-Muster-Abschnitte auf möglichst ein und dasselbe A4-Blatt zu kopieren (bei mir war je eine Strickschrift für die rechte und eine spiegelbildlich gleiche für die linke Tuchhälfte abgedruckt).

Wenn dies aus technischen Gründen nicht geht, zusammengehöre Teile/Blätter ggf. auseinander schneiden und gut lesbar auf einem neuen A4-Blatt aufkleben.

Um während des Strickens auch und gerade bei ständig wachsender Maschenzahl den Überblick zu behalten, habe ich mir Folgendes einfallen lassen:

  • Durch Weiterweghalten der Strickschrift bei gleichzeitigem Augenzukneifen habe ich versucht, den Rapport herausfinden, sofern nicht ohnehin eingezeichnet - diesen habe ich durch rote senkrechte Striche markiert.
  • Genau hier setze ich später auch die Maschenmarkierer, sodass ich nach dem Weglegen der Handarbeit auch mitten in einer (langen!) Reihe schnell die aktuelle Strickposition wieder finde.
  • Mit einem blauen Edding habe ich in der Strickschrift ungefähr jede 10. Reihe hervorgehoben: Hier ziehe ich während des Strickens vorsichtshalber einen kontrastierenden Sicherheitsfaden durch alle auf der Nadel befindlichen Maschen und belasse ihn dort. Wenn ich dann mal aufribbeln muss, dann wenigstens nur bis zu diesem Faden, von dem ich dann nämlich alle Maschen (besonders Umschläge und zusammengestrickte Maschen ...) bequem und ohne „Verlust“ wieder aufnehmen kann.
  • Alle zu strickenden Löcher/Umschläge ... habe ich gelb hervorgehoben: Schon ist das Loch-Muster deutlich klarer und grenzen sich die Mustersätze voneinander ab.
  1. Das jeweilige A4-Blatt, auf dem die aktuell verwendete Strickschrift steht, klebe ich auf eine harte(!) Unterlage, damit es keinen Millimeter verrutscht, wenn ich später das breite Gummiband darüber (ver)schiebe (s.u.).
  2. (Nur) der so vorbereitete jeweils aktuelle verwendete Abschnitt wird in die Umschlagmappe locker obenauf gelegt. Alle übrigen (zukünftigen) Strickschrift-Abschnitte werden in die Umschlagmappe hinein gelegt und sind dort sicher für ihren zukünftigen „Einsatz“ verwahrt.
  3. Damit ich nach dem Weglegen der Strickarbeit und Wieder- in-die-Hand-nehmen derselben noch weiß, in welcher Reihe des Mustersatzes ich mich gerade befinde, habe ich zwei Gummibänder entsprechend der Breite der Umschlagmappe leicht gedehnt zugeschnittenen und an den Schmalenden aneinanderstoßend mit einem breiten Zickzackstich zusammengenäht. Diese Gummibänder werden über Pappe mit der darauf geklebten aktuellen Strickschrift geschoben, und zwar genau über (!) die Reihe, deren Maschen ich gerade stricke: Das hat den Vorteil, dass ich jederzeit weiß, in welcher Reihe ich mich befinde. Gleichzeitig aber habe ich einen Überblick darüber, welchen Teil des Musters ich schon gestrickt habe. Das Auge wird so nicht vom noch ausstehenden Muster abgelenkt. Außerdem kann man so kann man leichter kontrollieren, ob die aktuell gebildeten Maschen/Formen (Umschlag, Zusammenstricken u.a.m.) zu dem schon Gestrickten "passen" oder völlig aus dem Muster herausfallen“.                                                   
  4. Wenn ich eine Reihe beendet habe, schiebe ich das Gummiband sofort - noch vor einem evtl. Weglegen der Handarbeit - eine Strickreihe höher.
  5. Besonders auf das Blatt mit den als ersten zu strickenden Abschnitten habe ich die Legende geklebt, damit man diese stets im Blick hat, bis man sie ohnehin auswendig kann ...
  6. Soll die Handarbeit für diesen Tag dauerhaft beiseite gelegt werden (Transport zum Stricktreff/ Arzt...), klappe ich die Mappe einfach zu und verschließe sie mit den Eck-Gummibändern. Vor Ort nur aufgeklappt, ist die Strickschrift wieder parat und das Tuch kann weiter „wachsen“...

Vielleicht habe ich ein paar Anregungen geben können. Freue mich aber auch auf eure Erfahrungen und Tipps zu diesem Thema! Danke im Voraus! Gruß         

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    3 Kommentare


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    #1
    26.5.15, 20:01
    OMG....OMG!!!
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    #2
    27.5.15, 10:56
    ein prima Tipp, für alle die sich mit diesem Thema auskennen. Danke für diesen Tipp! Du hast dir sehr viel Arbeit gemacht !!! :)
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    #3
    27.5.15, 21:06
    Alle Achtung, da hast du dir aber ein tolles Projekt vorgenommen. Viel Erfolg!
    Punkt 3 aus deinem Tipp finde ich am besten: Abdecken was noch kommt, damit man vergleichen kann, mit dem was man schon hat. Aber ich glaube an so etwas Schwieriges wage ich mich nicht ran.

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