569963a02487f

Kinder zum Lesen motivieren

Jetzt bewerten:
4,5 von 5 Sternen auf der Grundlage von

Die meisten Mütter kennen sicher das Problem, dass Kinder ungern lesen, besonders wenn es etwas für die Schule ist.

Oft heißt es ja, die Eltern sollen vorbildlich handeln und nichts tun, was die Kinder nicht tun sollen. Wieso nicht das ganze auch umgekehrt zu Herzen nehmen und vor den Augen der Kinder das tun, was sie sollen?

Kurz gesagt: Wenn die Kinder lernen sollen, hilft es nichts ihnen dies mit Worten einzubläuen. Stattdessen kann Mensch einfach vor den Augen der Kinder selber lesen, meistens fangen selbst die Kleinsten dann an zu "lesen", weil die Großen es auch machen. Die Erfahrung habe ich immer wieder gemacht, einschließlich bei mir selbst.

Von
Eingestellt am

23 Kommentare


2
#1 Icki
4.11.10, 10:26
Hochpädagogisch, hat bei mir aber nicht gewirkt. Ich war einfach der Meinung, dass Lesen ein sehr langweiliges Spiel ist, weil man die ganze Zeit dabei ruhig rumsitzt (dass man das beim Fernsehen auch tut, ist mir da noch nicht aufgefallen;-) )
Das Problem beim Lesen ist am Anfang ja, dass man häufig die Zusammenhänge gar nicht versteht, vor allem bei längeren Geschichten. Man ist so mit Buchstabieren beschäftigt, dass man die Handlung nicht begreift. Erfolg hatten meine Eltern dann später mit dem gemeinsamen Lesen: Im Familienkreis wurde ein Buch zusammen eine Seite reihum, aber wenn Icki eine besonders lange Seite abbekam oder der vor oder nach mir eine besonders kurze Seite mit Bild hatte, haben wir getauscht und ich bekam die kurze Seite. Irgendwann war das Tauschen nicht mehr nötig und nebenbei hatten wir ein schönes Familienritual. Ich lese grad mal wieder Tom Sawyer und hab noch so richtig im Ohr, wer welche Stelle besonders lustig fand.
2
#2 Pumukel77
4.11.10, 13:31
Nachtelfe da hast du so recht.Schade das es keine Selbstverständlichkeit ist.Und ganz wichtig ist auch schon sehr früh mit vorlesen anzufangen.Dann werden Bücher richtig interessant.
1
#3 Die_Nachtelfe
5.11.10, 13:55
@Pumukel77: In vielen Familien wird auch so sehr wenig gelesen, was ich sehr schade finde, gibt im schlimmsten Fall Kinder, die vor der Schule noch nie ein Buch in der Hand hatten - nicht einmal ein Bilderbuch.

Klar, es wirkt nicht bei allen Kindern, aber es ist auf jeden Fall besser als den Kindern sowas direkt vorzuenthalten.
2
#4 Icki
5.11.10, 14:00
Bleibt nur die spannende Frage, ob Eltern, die selbst nicht lesen, einen Tipp öffnen, der "Kinder zum Lesen motivieren" heißt;-)
Die Selbstverständlichkeit des Lesens darzustellen ist natürlich trotzdem richtig (Zumal fließend Lesen können in einer so internetbasierten Welt ja NOCH wichtiger wird).
1
#5 Annemi
23.12.10, 08:05
Hallo Nachtelfe Ja da gebe ich Dir vollkommen Recht, ich Lese auch sehr gerne und habe auch meiner Tochter gerne vorgelesen nicht nur abends, und Sie liest heute mit 18 auch noch sehr gerne, hat sich auch immer schon Bücher aus der Stadtbibliotheck geholt und lässt sich auch Weihnachten Geburtstag und andere Anlässe gerne Bücher schenken. Es ist schon etwas dran was mann den Kindern Vorlebt wird nachgeahmt und ich bin Glücklich darüber. :-)
3
#6
26.12.10, 22:46
Hallo Nachtelfe, du hast ja so recht. Aber gern lesen ist ja nicht nur ein Wert an sich, sondern auch eine wichtige Übung, sich in gutem Deutsch auszudrücken. In vielen Familien wird ja nicht mehr viel geredet, also ich meine in ganzen Sätzen, sondern meist wird nur in Befehlen kommuniziert: Komm her, geh weg, lass das etc. Da ist es gut, wenn das Kind auch noch eine andere Art sich zu äußern lernt. Ich bin ehrenamtliche Vorleserin in Kindergärten und weiß von was ich rede. Die meisten Kinder sprechen heute sehr, sehr schlecht und sind daher später in der Schule gehandicapt. Also meine Bitte, Kinder nicht nur Lust zum Lesen vorleben, sondern auch mit ihnen sprechen und zwar in ganzen Sätzen!
4
#7
17.1.11, 19:49
Grundsätzlich ist der Tipp super.
Ich bin von klein auf an eine Leseratte gewesen und habe es meinem Sohn auch immer vorgelebt.
Seit mein Junior ein Jahr alt war habe ich ihm vorgelesen, auch Leselernbücher haben wir gemeinsam durchgearbeitet. Trotzdem kann ich ihn nicht dazu animieren, selbständig mal ein Buch in die Hand zu nehmen.
Es ist zum verzweifeln.
1
#8
8.2.11, 21:23
Nicht verzweifeln, @gartenfine; Mein ältester Sohn ist 16. Er hat im ersten Schuljahr supergerne gelesen, brauchte aber leider für einen Weile eine Brille und so schwand seine Lust irgendwie im 2. Schuljahr dahin. Er fand und findet heute noch, dass Lesen anstrengend ist. Aber: Für die Mofaprüfung musste er lesen und für den Sportbootschein auch. Und wie! Und oft! Lesen, erfassen, auswendig behalten...alles kein Problem. Es lag halt in seinem Interessenbereich, genau wie seine Zwischenprüfung in der Ausbildung.
Außerdem kauft (!) er sich täglich eine Zeitung und liest und behält sich die Informationen, auch wenn es 'nur' die BILD ist.
Meine Tochter wollte und konnte lesen lange ehe sie in die Schule kam und ist, wie ich selbst, eine Leseratte.
Und unser kleiner Erstleser? Er liest noch langsam und Schulisches sehr ungern, dafür aber Insektenbücher und alles über Dinosaurier so gerne, dass er regelmäßig in der Bücherei seine Lieblinge ausleiht. Also nur Mut und nie aufgeben.
Der Tip von Nachtelfe ist natürlich gut und richtig. Vorbilder sind für ein Kind immer noch das Beste, ganz genau wie das miteinander lesen. Das ist Qualitäts-Zeit.
Ich habe den Tipp allerdings in der Hoffnung angeklickt, mal was Neues dazu zu lesen und erinnere mich nun an das Buch "Im Dutzend billiger"; der Vater der 12 Kinder hat ein paar Tricks auf Lager. Zum Beispiel spielt er eine Art Schnitzeljagd mit ihnen und versteckt kleine Belohnungen, für gelöste Rätsel und Aufgaben. Er streicht sogar die Wände im Haus neu: mal mit Planeten und Sternen, um das Interesse für Astronomie zu wecken, mal mit dem Morsealphabet.
Kinder nehmen es meist nicht übel, wenn man sie pädagogisch etwas austrickst.
Phantasie ist natürlich erforderlich.
Viel Glück!
1
#9
9.2.11, 09:14
@Neveradoubt: Das Buch kenne ich auch. Leider ist es sehr doof verfilmt worden. Aber den Trick mit den Infos an den Wänden etc. habe ich übernommen. So hing bei uns im Esszimmer eine riesige Landkarte. Mal Amerika, mal Europa, mal die Sterne etc. Und so hat sich vieles eingeprägt, was sie hinterher wußten, ohne es bewußt gelernt zu haben.
Die Eltern aus dem Buch waren übrigens berühmte Rationalisierungsfachleute. Die Frau hatte die U-förmige Küche (also diese schmale Zeile) erfunden, die ja heute noch in den meisten Wohnungen Standard ist.
2
#10
21.2.11, 13:04
Ich finde es wichtig, dass man Kindern zunächst etwas zu lesen gibt, das sie interessiert; selbst wenn es erst mal etwas pädagogisch nicht ganz so wertvolles ist (z.B. Comic), ist es eine generelle Übung zum Lesen und Verstehen von Gelesenem. Man sollte sich auch dafür interessieren, was das Kind so liest und es evtl über das gerade gelesene befragen (natürlich nicht wie in der Schule ausfragen, sondern das Kind soll ganz einfach erzählen, was es gelesen hat), so merkt man gleich, ob das Kind versteht was es liest.
Wenn das Lesen damit dann besser klappt, sind auch die Texte für die Schule nicht mehr schlimm.
1
#11
21.2.11, 13:22
@SpookyAngie: Das mit den Comics ist absolut richtig, auch Bücher über Dinosaurier sind der absolute Hit bei Kindern. Es muss sie halt interessieren und ihrem Alter bzw. ihrem Lese-Alter entsprechend geschrieben sein und am Anfang voller Bilder!
1
#12
21.4.11, 07:29
Bei meinem Sohn hat es folgendermassen geklappt. Er wollte unbedingt Harry Potter sehen, weil doch alle schon alles gesehen haben. Da habe ich einfach zur Bedingung gemacht, dass er vorher die Bücher liest, bevor er den Film schaut. Und so hat er bereits in der 3. Klasse sämtliche Bücher von Harry Potter gelesen (kontrolliert durch Antolin.de) und anschliessend die Filme zusammen mit mir geguckt. Da es immer wieder spannende Filme schauen wollte, die eigentlich ab 12 sind, hat er auch schon die ganze Tintenherz-Triologie, Eragon und so gelesen. Das Lesefieber hat ihn jetzt voll gepackt und er liest natürlich auch viele Bücher, die nicht schon verfilmt wurden.

Bei der mittleren Tochter ist es jedoch etwas schwieriger; die hat trotz lesenden Eltern, etwas Mühe damit. Aber die täglichen 10-Min.-Pflichtlesen von der Schule kriegen wir schon hin. Bei der Kleinen lese ich eine Seite, dann sie wieder eine. Sie hat auch bereits angefangen, ohne Mami zu lesen.
1
#13 Icki
26.4.11, 10:26
Mmh, Wolfsfrau, aber das mit Antolin.de hat der kleine freiwillig gemacht? Sonst fände ich es schade, man muss Kindern ja auch ein wenig Vertrauen mitbringen, selbst auf die Gefahr, dass sie die Bücher dann nur durchblättern und so tun als wenn sie läsen...
1
#14
27.4.11, 11:05
an Icki:
Das mit Antolin.de war ein angenehmer Nebeneffekt. Man kann ja nur über die Schule (wenigstens bei uns) bei Antolin angemeldet werden d.h. sie mussten eine festgesetzte Punktzahl in einem Monat erreichen. Er hat gelesen, was ihn interessierte und dank dicker Bücher viele Punkte abgestaubt. Er hat bereits ein Lesediplom von da (ab 3000 Punkten) gekriegt. Die mittlere ist auch via Schule bei Antolin dabei; sie hat rausgefunden, dass viele Pixi-Büchlein ebenfalls je Buch 10 Punkte geben. So hat sie halt jeden Tag ein Pixie-Büchlein gelesen, statt ein dickeres Buch, welches nur 20 Punkte gibt. Bei uns ist von der Schule aus Pflicht, dass die Schüler ab 2. Klasse zudem täglich min. 10 Minuten laut vorlesen. Tja, du siehst mit 3 Kindern bin ich mindestens pro Tag 30 Minuten voll Ohr.
1
#15
27.4.11, 13:16
@Wolfsfrau: das mit antolin.de kenne ich nicht, da mein kind schon erwachsen ist und der enkel noch zu klein. aber für meine vorlese-kinder im kindergarten bzw. hort (die sind schon schulpflichtig) ist das ein toller tipp. da muss ich mal die lehrerin drauf aufmerksam machen. die kinder (3. klasse) lesen sowas von schlecht und ungern, die können oft nicht mal den sinn der hausaufgaben erkennen, so schlecht lesen die.
1
#16
17.8.11, 21:45
@gartenfine: nicht verztweifeln, irgendwann kommt das noch
2
#17
16.9.11, 15:46
Tja, das habe ich auch immer gedacht: Ich habe immer schon gerne und viel gelesen, auch als meine Tochter dann da war. Leider habe ich sie nicht damit infizieren können. Habe alles versucht, vorgelesen, Bücher gekauft mit Themen, die sie interessierten, in die Bücherei zum Stöbern gegangen...
Sie hat da wohl die Gene vom Papa, mittlerweile ist sie 21 und dahingehend hat sich auch nichts geändert.
1
#18 Icki
16.9.11, 16:41
@Tamora: Wenn deine Tochter jetzt 21 ist, liest sie wahrscheinlich doch ziemlich viel- halt nur im Internet! Je nachdem, welchen Zweck man verfolgt, reicht das völlig, die Lesekompetenz ist auf jeden Fall da, da kann sie sich auch noch mit 42 plötzlich für die großen Werke deutscher Schriftsteller interessieren, sollte ihr keine Probleme bereiten.

Ich mache mir manchmal ein wenig Sorgen, wie Schrift-orientiert unsere Welt ist... ohne lesen zu können (nicht dass ich das favorisiere, aber die Analphabetenrate soll ja höher sein als man ahnt) bist du in unserer Gesellschaft komplett aufgeschmissen, grade auch durch das Internet.
3
#19
8.7.12, 19:24
Man muss halt die Kinder bei ihren Interessen abholen - das scheint mir die Lehre aus vielen Post zu sein. Nicht fragen, was mich als Elternteil interessiert oder festlegen, was die Kinder zu interessieren hat - sondern (natürlich innerhalb gewisser Grenzen) von den spontanen Interessen der Kinder ausgehen. Und dabei keine Vorurteile haben: Ich habe das Lesen durch Lektüre von Comics gelernt (Asteriks). Dann kamen Fussballbücher. Später Politik (sehr, sehr rot - war damals angesagt). Mein Sohn (bald 14) interessiert sich sehr für Technik (Raumfahrt u. a.)- natürlich kauf' ich ihm jedes Buch, das er zum Thema haben will. Manches ist nicht billig, er liest fast schon zu viel (auch auf englisch!) :-)
1
#20 Goma
26.2.13, 19:02
Eines unserer Kinder liest, wenn es geht, von morgens bis abends, würde am liebsten seine Lektüre nicht mal fürs Essen unterbrechen.
Das andere liest kein Wort mehr, als unbedingt notwendig.

Ein Vorbild sein ist sicher gut. Und vorlesen natürlich auch, schon auch wegen der gemeinsamen Zeit .
Allerdings funktionieren Kinder nicht auf Knopfdruck " wenn ich dies tue, reagiert Kind so..."
Jedes ist einzigartig. Auch beim Lesen.
#21 Meckerziege
26.2.13, 19:41
Mein Sohn wollte mit Buchstaben nichts zu tun haben.Trotz vorlesen /vorleben .Etlichen KinderBücher zum trotz blieben die Buchstaben ungelesen.Nur Bilderbücher wurden "gelesen"
Bis ich einen ganzen Karton Comics gekauft hatte.Diese Bilder wurden irgendwann mit den Texten verarbeitet.
Mittlere Tochter hat mit 4 schon KinderLexika gelesen.
Die jüngste hat durch die "erst lese ich ein Stück+ dann liest Du" das Interesse an den Büchern gefunden. Obwohl alle mit Büchern durchs Haus wandern


Bücher liegen überall parat.Vom Klo bis Badewannenrand über Treppe Küche Wohnzimmer Schlafräumen. Das Spielzimmer ist inzwischen mit Kuschelsofa und Bibliothek ausgestattet
1
#22 eisernelady
18.12.13, 12:19
Geht doch mal in die Stadtbibliothek. Dort findet man einfach ein anderes Sortiment als daheim und allein das ist schon anregend. Nebenbei kostest es nur Centbeträge und die Kinder lernen, das Buch pfleglich zu behandeln - weil es ja zurückgegeben werden muss.
#23 pasodoble
11.3.14, 10:45
Also bei uns hilft das nicht. Ich lese oft, mein Kind mag es aber nicht zu lesen. Ich kann es gut verstehen, dass Kinder nicht lesen mögen, denn sie haben schließlich genug für die Schule zu lesen und praktisch gar keine Zeit mehr zum Lesen anderer Lektüre als in Schulbüchern.

Verfasse einen Kommentar

Emojis einfügen