Perlas Kärntner Reindling (Napfkuchen)

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Ein Reindl - im weitesten Sinne ein Kochtopf oder eine Kasserolle. Kann auch ein irdenes (tönernes) Geschirr sein. Man darf den Reindling auch in einer Gugelhupfform oder einer runden Auflaufform backen. Es stört ihn nicht! Die Genießer sowieso nicht!

Man bereitet den bekannten Germteig (siehe Perlas Germknödel) aus 500 g Mehl, 100 g Zucker, 250 ml Milch, 2 Eiern, 1 Würfel Germ oder 2 Btl. Trockengerm und 50 g Butter zu. Wer mag kann das Ganze mit 1 TL Anis (ganz oder gemahlen) würzen. Gut aufgehen lassen. Dann auf der Arbeitsfläche 1 cm dick ausrollen.

Darauf klassischerweise: 50 g zerlassene Butter streichen, 100 g Zucker, 2 EL Zimt und 100 g Rosinen (mehr darf immer sein). Es dürfen auch Citronat, Nüsse, Mandeln oder statt Butter, Schmalz verwendet werden - ganz nach Geschmack. Auch Honig, Mohn, Schokolade, Kakao, Rumrosinen- eigentlich darf alles rein, was schmeckt)

Die Teigplatte zu einem straffen Strudel aufrollen und in ein gut eingebuttertes Reindl oder eine andere passende Form spiralig einlegen. Nochmal ordentlich aufgehen lassen. Bei 180 Grad backen bis die Oberfläche appetitlich goldbraun ist.

Das ist in Kärnten ein beliebtes Frühstücksgebäck, das auch zur Kaffejause vorzüglich schmeckt. Nähere Informationen und ein Foto bitte dem Artikel: "Reindling" auf Wikipedia, entnehmen.

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21 Kommentare


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#1
14.10.11, 20:30
Ich hab fast kein Wort verstanden und trotzdem find ich das Rezept toll! Wo ist der Duden Östereichisch - Deutsch wenn man ihn braucht?
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#2
14.10.11, 21:09
Meine Mitbewohner werden alle fett werden, weil ich nächste Woche alle deine leckeren Kuchen ausprobieren muss :D
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#3
15.10.11, 00:13
Mir geht es fast wie Platypus... Gehe ich richtig in der Annahme, das "Germ" Hefe bedeutet?
Und was ist "spiralig einlegen"?
Das Rezept erinnert mich an schwedische Zimtwecken; nur dass da nur Butter mit Zucker und Zimt auf das Ausgerollte verteilt wird, und der Teig mit Kardamom (hmmm) gewürzt ist. Da werden dann eben Scheiben abgeschnitten nach dem Zusammenrollen.
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#4
15.10.11, 01:34
Stellt euch mal nicht so an.
Ja, Germ ist immernoch Hefe.
"spiralig einlegen" - was ist denn daran österreichisch!? "spiralig" ist das Adjektiv zu "Spirale", (http://de.wikipedia.org/wiki/Spirale); "einlegen" ist ein deutsches Verb. "legen" bedeutet "etwas in horizontale Lage bringen oder in horizontaler Lage in eine Position bringen"; "ein" ist ein Präfix, bedeutet hier "hinein". "spiralig einlegen" könnte man damit eventuell als "In Form einer Spirale in die Form legen". Ernsthaft, ist das so schwer, mal kurz das Hirn anzuschalten?
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#5
15.10.11, 09:07
@dahlie: Spieralig ist einrollen wie eine Schnecke. Germ ist Hefe. Ansonsten sind die Rezepte von Perla-La-Gadeon sehr gut, sie sollte aber einen Übersetzer beifügen. ;-)
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#6
15.10.11, 10:56
wenn ich im Allgäu bin, fahre ich immer "rüber" zum tanken ... Dank Perla's Rezepten könnte ich mich bald unbemerkt unter's österreichische Volk mischen und mitreden ... gefällt mir :o)
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#7
15.10.11, 17:53
"I bin a Kärntnerin" und wir essen den Reindling zu Ostern mit Schinken und Kren !(anstatt Brot) ungewöhnlich aber in Kärnten ist das so. ;) Du hast das Rezept tadellos beschrieben! Als Kärntnerin darf ich das behaupten ;) übrigens deine Rezepte sind alle toll 10 Daumen hoch!
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#8 Perla-La-Gadeon
15.10.11, 23:39
Perla dankt für die vielen lieben Komplimente
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#9 nevio
16.10.11, 10:33
hallo,bin auch aus kärnten! reindling ist spitze und wird bei uns jederzeit gern gegessen. die füllung ist auch in kärnten von tal zu tal unterschiedlich. wir füllen ihn mit zerlassener butter,, kristallzucker, und zimt. dann kommen noch viiiiele rosinen und sehr grob gehackten walnüssen hinein. die jeweilige form in welche die zusammengerollte, dicke schnecke eingelegt und gebacken wird, wird mit zerlassener butter eingepinselt, mit zucker ausgestreut- das ergibt eine wunderbare knusprige hülle. ebernso wird die "rein", (davon hat der reindling auch seinen namen) also die backform mit halben walnüssen ausgelegt.
zu ostern bekommt auch das gotenkind (für unsere freunde aus deutschland: patenkind) einen reindling.meist in gugelhupfform, in das *loch* in der mitte steckt man ostergras, für unsere deutschen freunde: das sind diese grünen papierfäden *grins*, darauf ein buntes osterei. das gotenkind freut sich besonders, wenn es unter dem osterei noch einen mehr oder weniger hohen geldbetrag (je nach alter des kindes) findet.

ein gutes rezept, ich gebe zum teig noch eine prise salz.

ich wünsche allen ein gutes gelingen und einen lieben gruß aus kärnten!
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#10 nevio
16.10.11, 10:44
ebenfalls ein kräftiges danke an perla. abgesehen von dem guten rezept hat sie auch noch einen beitrag zur österreichisch-deutschen völkerverständigung geleistet.
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#11
16.10.11, 10:48
ich bin ganz verliebt in diese schönen österreichischen Begriffe ... ich versuche, mir ein paar davon zu merken

Marillen klingt doch viel schöner als Aprikosen, oder ?
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#12 essgern
16.10.11, 11:56
Erde an # 4 werschaf, ist ja alles gut und schön, aber.... nicht jeder versteht das/den Dialekt anderer Menschen. Auch wenn das Hirn eingeschaltet ist und fragen kostet wohl nix oder? wer nicht fragt bleibt Dumm. Ist halt meine Meinung. Auch wenn die dir jetzt nicht gefallen sollte. Jedem das seine......
Und, Perla-La-Gadeon . Dein Rezept ist wirklich super klasse!! ;))
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#13
16.10.11, 12:26
@werschaf: Danke für die klaren Worte, von wegen Hirn einschalten. Bedeutungen ergeben sich doch aus dem Text. Finde, das es gut zu verstehen ist, auch für mich als Hochdeutsche, grins
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#14 Perla-La-Gadeon
16.10.11, 14:11
@Platypus: es gibt ein Wörterbuch Österreichisch-Deutsch: zu finden unter www.ostarichi.org. Dort werden Sie geholfen.
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#15 Oma_Duck
16.10.11, 14:46
@Perla-La-Gadeon: Anregung: Künftig einfach in Klammern die außerhalb Österreichs üblichen Begriffe zufügen. Lassen sich leicht ergoogeln. Was natürlich auch für die österreichischen Begriffe gilt. Aber so müsste nur einmal gegoogelt werden und nicht von jedem Interessierten einzeln - spart Energie! ;-)

Als Österreich-Fan habe ich das Rezept auch so verstanden. Finde es übrigens formidabel und werde es alsbald ausprobieren.
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#16
16.10.11, 15:25
Das ist ein super Rezept,ich bin aus Österreich und kenne den Reindling von meinem Kuraufenthalt in Kärnten.
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#17
17.10.11, 07:10
Ein Glück das das es hier so viele gibt die nicht in der Lage sind ihr Hirn einzuschalten, sonst würde das superhirn "werschaf" hier nicht auffallen.
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#18 alsterperle
17.10.11, 13:57
@klatoe: Na ja, ganz unrecht hat sie ja nicht;) Eine Spirale kennt wohl jeder von uns. Spiralig einlegen ist tatsächlich nicht schwer vorstellbar.
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#19 essgern
17.10.11, 15:17
OK? Aber manch einer hört sich halt gerne selbst reden ( schreiben..... ) Sowas macht man nicht wenn jemand etwas nicht sofort versteht, den dann so runter zu machen. So etwas find ich ein sch.....Benehmen.
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#20
2.11.11, 19:55
Rezept ist an und für sich nicht schlecht, habe leider bloss das Problem, dass bei einem ganzen Würfel Hefe der Kuchen ziemlich stark nach Hefe und Gärung schmeckt und bei einem halben Würfel zu fest und trocken wird.
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#21
12.4.13, 12:06
Das verstehen von Österreichischen Bezeichnungen kann doch nicht sooo schwer sein. Wir "Ösis" wissen ja auch was gemeint ist mit Aprikosen = Marillen, Quark = Topfen, Sahne = Obers, Grüne Bohnen = Fisolen, Hefe = Germ usw.
Aber wie heißt es so treffend "Nichts trennt zwei Völker so sehr wie die gemeinsame Sprache" :)

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