Nutria mit Pilzsoße – Wildgericht aus DDR-Zeiten; leckeres leider etwas unbekanntes Wild; gute Alternative zum Kaninchen
Zu Unrecht ist Nutria, auch Bisamratte oder Biberratte genannt, verpönt. Mit den Ratten ist dieses Tier nicht verwandt. Der nächste Verwandte ist der Biber. Zu DDR-Zeiten konnte man das Fleisch beim Fleischer oder im Supermarkt erhalten. Heute ist es nur noch sporadisch auf dem Markt zu finden. Wer einen Förster oder Jagdpächter mit einer Pacht am Fluss kennt, hat aber gute Chancen Nutria zu bekommen. Die Tiere gelten in weiten Teilen als Wasserbauschädlinge, da sie die üble Angewohnheit haben, Deiche zu untergraben.
Zutaten
- 2 kg Nutria
- 20 g getrocknete Mischpilze
- etwas Thymian
- etwas Kerbel
- 25 g Schmalz
- etwas gekörnter Senf scharf
- 500 ml trockener Wein (rot o. weiß)
- 200 g Schmand oder Creme fraiche
Zubereitung
- Den Nutria zerlegen, die Vorder- und Hinterläufe vom Rumpf trennen.
- Fett und Sehnen sowie die Silberhäutchen möglichst weit abschneiden. Das Fleisch gut abspülen und trocknen.
- Die Pilze in Wasser einweichen. Das erste Wasser nach ca. 20 Minuten abgießen, die Pilze etwas ausdrücken und erneut mit Wasser bedecken. Ca. 90 Minuten einweichen lassen. Das Wasser nicht weggießen.
- Die Läufe pfeffern, salzen und mit Senf einreiben.
- Das Schmalz erhitzen und, wenn es anfängt leicht zu rauchen, die Keulen hineingeben und beidseitig scharf anbraten.
- Wenn das Fleisch Farbe angenommen hat, die Pilze mitsamt dem Wasser zugeben und den Topf schließen. Thymian und Kerbel zugeben.
- Den Wein nach und nach zugießen.
- Die Soße letztendlich mit Schmand oder Crème fraîche binden und abschmecken, dabei darauf achten, dass die Soße nicht mehr kocht, da sonst der Schmand bzw. die Crème fraîche ausflockt.
Servieren
- Dazu passen kräftiger Rotkohl und Semmelknödel bzw. Kartoffeln.
- Aus den verbliebenen Rumpfteilen kann man danach ein Ragout zubereiten.