Schmerzmittel nicht bedenkenlos einnehmen

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Fast jeder hat sie zu Hause, die Helfer gegen Kopfschmerz, Zahnschmerz und Co. - doch kann man diese freiverkäuflichen Mittel jederzeit und in jedem Fall nehmen? Einiges muss vor der Einnahme bedacht werden - dies soll hier nur ein AUFRUF ZUR VORSICHT sein und ein ANSSTOSS SICH ZU INFORMIEREN (Arzt, Apotheke!)

Wichtig sind vor allem folgende Punkte:

Verträgt sich das Schmerzmittel mit meinen sonstigen Medikamenten?
Es gibt einige Wechselwirkungen zu beachten. Nimmt jemand blutverdünnende Mittel ein (Marcumar, Plavix, ASS...), erhöhen viele Schmerzmittel noch die Blutungsneigung oder aber bei der Kombination Ibuprofen-ASS kann die Wirkung des letzteren behindert werden.. IMMER in solchen Fällen: Arzt oder Apotheker fragen!

Nimmt man schon andere Schmerzmittel, die verschrieben wurden, kann es auch leicht zuviel des Guten werden.

Vertrage ich das Mittel generell?
Asthmatiker und Allergiker müssen vorsichtig mit z.B. Ibuprofen und ASS (Acetylsalicylsäure) sein. Asthma kann hier ausgelöst werden. Allergien können verstärkt werden etc. Alle chronisch Erkrankten sollten ihren Arzt nach Wechselwirkungen mit "Alltagsmedikamenten" fragen.

Fast alle Schmerzmittel reizen den Magen. Bei vorgeschädigter Magenschleimhaut kann es zu gefährlichen Blutungen kommen! Wer manchmal Magenschmerzen hat - Finger weg von Aspirin u.ä.

Wie oft und wieviel Schmerzmittel kann ich nehmen?
Grundsätzlich gilt:
Erstens: ohne ärztlichen Rat darf man kein Schmerzmittel länger als drei Tage hintereinander und nicht öfter als an 10 Tagen im Monat nehmen. Erstens gewöhnt sich sonst der Körper daran und reagiert bei "Entzug" mit z.B. Kopfschmerz! Teufelskreis vorprogrammiert, zweitens können Nieren-, Leber- und sonstige Organschäden die Folge von Dauergebrauch sein. Auch die Tageshöchstmengen (nachzulesen im Beipackzettel) sind extrem wichtig!

Achtung auch bei Paracetamol: schon eine kurzfristige Überdosierung kann zu massiven irreversiblen Leberschäden führen.

Mir erzählen immer wieder Leute von ihrem übermäßigen Schmerzmittelgebrauch und deshalb habe ich mich da gut informieren lassen!

Bei starken und häufig wiederkehrenden Schmerzen sowie Zahnschmerzen und auch bei unerklärlichen Schmerzen immer in Behandlung begeben.

Hier nur noch einige Beispiele für sanfte Alternativen bei leichteren Beschwerden ohne näher darauf einzugehen:

Homöopathie
Entspannungstechniken
Wärme- bzw. Kälteanwendungen
Tees, Heilkräuter
Bewegung
Schlafen/Ruhe
Änderung der Lebenssituation

leicht gesagt...

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15 Kommentare


#1
31.7.10, 11:08
Bei Risiken und Nebenwirkungen erschlagen Sie den Arzt oder Apotheker !!!!!
#2 Marsdefender
31.7.10, 11:42
Eigentlich ein guter Tipp, wo ich aber immer wieder anfange zu schmunzeln:

Homöopathie => Hokuspokus, gibt es bis dato keinen Wissenschaftlichen Nachweis

Ändern der Lebenssituation => Job Kündigen? Kinder hergeben? Damit man Ruhe hat?

Ansonsten schön erklärt.
#3 Quasten
31.7.10, 14:40
@Marsdefender:

"Homöopathie => Hokuspokus, gibt es bis dato keinen Wissenschaftlichen Nachweis"

Wissenschaft ist auch nur eine Glaubensrichtung. Warum gibt es Krankenkassen, die homöopathische Anwendungen bezahlen?

"Ändern der Lebenssituation => Job Kündigen? Kinder hergeben? Damit man Ruhe hat?"

Vielleicht genügt es, sich so zu organisieren, daß man weniger Streß hat.
#4
31.7.10, 15:19
die Warnungen kann ich bestätigen; bin von je her sehr vosichtig mit Schmerzmitteln;
allerdings habe ich lange gedacht, Paracetamol sei ungefährlich, weil man es ja sogar Babies geben kann. Bis ich einen Artikel darüber gelesen hab, wie gefährlich der Wirkstoff für die Leber ist. War übrigens in einem Artikel, in dem es um Homöopathie ging;
übrigens ist das in Teilen sehr wohl wissenschaftlich nachgewiesen und viele Krankenkassen fördern homöopathische Behandlungen. ist keinesfalls Hokuspokus.
Die Lebenssituation lässt sich auch ändern...man kann sogar mit Kindern reden und erklären, was los ist und ab und an um etwas Rücksicht bitten;
Kitas und Horte haben Öffnungszeiten von 7.00 Uhr in der Früh bis wenigstens 17.00 am Nachmittag; Omas, Opas, Freunde und Verwandte auf freundliche Anfrage hin auch oder länger; notfalls tuts auch mal der/die Ex.
Besonders nette Grüße an Marsfelder
#5 @Marsdefender
31.7.10, 16:14
Naja, Kinder hergeben vielleicht nicht gleich, aber sie einweihen und mit ihnen drüber reden. Selbst ganz kleine Kinder können der Mama schon den Kopf streicheln oder auch mal lieb kuscheln statt laut zu toben...

Meine Mutter litt regelmäßig an Kopfschmerzen und mir wurde einfach von klein auf beigebracht, da dann Rücksicht zu nehmen. Ist doch auch supereinfach zu erklären, Mama und Papa sind ja auch besonders lieb zu mir, wenn ich Bauchweh habe. Oder so in der Art ;)
#6 Wer...
31.7.10, 16:15
...hier lesen kann, sollte eigentlich auch in der Lage sein, einen Beipackzettel zu lesen. Und somit die meisten Informationen schon haben...
#7 Blabla
31.7.10, 19:13
Also ich habe an ca. 4 Tagen im Monat Kopfschmerzen. Die Ursache kenne ich, aber es lässt sich nichts dagegen machen. Natürlich stimme ich zu, dass man mit Schmerzmitteln vorsichtig umgehen sollte, aber eine echte, wirksame Alternative habe ich noch nicht gefunden. Ich bin schon froh, dass ich nur Kopfschmerzen habe und keine Migräne und Aspirin noch hilft und ich kein stärkeres Zeugs brauche.

Homöopathie hilft bei mir gar nicht.. Habe da schon viel Geld für nichts in der Apotheke gelassen. Da ist ne Packung Aspirin sowohl wirkungsvoller als auch billiger. Entspannung, Bewegung, Schlaf sind gut aber helfen auch nicht bei meinen Kopfschmerzen und mit einem Eisbeutel auf der Birne kann ich nicht in die Arbeit gehen und meinen Job kann ich schlecht hinschmeissen. Die Kopfschmerzen begleiten mich übrigens seit über 20 Jahren durch sämtliche Lebenssituationen.

Viele Grüße1
#8
31.7.10, 19:19
@Blabla: geht mir selber genauso! Allerdings hilft bei mir am besten ein Schmerzmittel in Kombination mit Entspannung/Schlaf...da wirkt es bei mir doppelt so schnell! Manchen hat ja schon Pfefferminzöl - auf die Schläfen getupft - geholfen und Migränepatienten sollen durch hochdosiertes Magnesium - kurmäßig angewendet - Erleichterung ( seltenere Anfälle von geringerer Intensität) erfahren haben. Bei mir hat sich auch schon die angesprochene "Änderung der Lebenssituation" als extrem wirksam herausgestellt!
#9
31.7.10, 20:53
@all

übrigens ganz wichtig :)
Bei immer mal wiederkehrenden Schmerzen... immer etwas dagegen tun, zum Arzt gehen, Schmerzmittel nehmen, Entspannen, was eben hilft.
Auf jeden Fall etwas dagegen unternehmen.
Denn ich zitiere hier mal:
"Wenn Schmerzsignale sich ständig wiederholen, können sich Nervenfasern dauerhaft verändern und es entwickelt sich ein Schmerzgedächtnis. Veränderte Nervenzellen reagieren empfindlicher auf Schmerzreize, so dass oft schon eine Berührung als Schmerz wahrgenommen wird."
(von h t t p : / / dgk.de/gesundheit/schmerzen/allgemeines/schmerzen.html)
#10 @UlliMaus
31.7.10, 22:49
Ich bin über ein Jahr lang von Arzt zu Arzt gerannt, die mir alle nur gesagt haben dass man Kopfschmerzen nicht messen kann und mir nutzlose/unwirksame Ratschläge gegeben haben. Letztlich helfen tun bei mir nur Aspirin Effect und die Zäpfchen mit Paracetamol, alles andere - egal wie stark oder verschreibungspflichtig - hat bei mir den selben Effekt wie Bonbons essen.
Was fang ich nun an mit meinem Schmerzgedächtnis? ^^
#11
1.8.10, 07:34
jeder hat Selbstheilungskräfte, die man durch tiefe Entspannung aktivieren kann.
#12
1.8.10, 10:33
@UlliMaus: Also beim sog. Schmerzgedächtnis geht es um (starke) chronische Schmerzen, Rheuma , Wirbelsäulenerkrankungen etc. wo praktisch der Schmerz schon unabhängig von der Ursache eigenständig als "Krankheitsbild" vorhanden ist - viele ältere -v.a. Frauen meinen immer , sie müssten den Schmerz "aushalten" um auch Schmerzmittel zu sparen - was aber -
eben wg. dem "Schmerzgedächtnis " eher negativ ist - und um den Punkt, Tumorpatienten ihr opioidähnliches Schmerzmittel nicht vorzuenthalten - aber das sind logisch alles Sachen für die ärztliche Behandlung! Mir ging es halt auch um den Punkt, dass Kopfschmerzen als FOLGE von zu langem Gebrauch von Schmerzmitteln - eben als täglicher ENTZUGSSCHMERZ (Analgetika induzierter Kopfschmerz) auftreten - ich kenn da leider Betroffene (Anzahl im 2-stelligen Bereich!) die ihre 2 Schachteln "Thomis" pro Woche brauchen!
#13
3.8.10, 22:49
@ANNY2:
hat ja keiner das Gegenteil behauptet.
Wollt noch einmal daran erinnern, dass Schmerzmittel durchaus ihren Sinn besitzen.
:) Wie bei allen Dingen, übertreiben sollte man es nicht und am besten bei Schmerzen beim Arzt nachfragen.
#14
12.8.10, 12:34
Nochmal an "Ullimaus" und "Blabla"...ihr tut mir echt leid!!! Habt ihr es schon mal mit Akkupunktur versucht? Wenn möglich, bei einem Arzt, der eine chinesische Ausbildung hat. Ich war mal wegen Wirbelsäulenschmerzen und Taubheit in der Hand zur Akkupunktur und das half 1A!!! So ganz nebenbei waren dann auch meine Kopfschmerzen weg, und zwar sowohl die vom Rücken kamen, als auch Verspannungsschmerzen und Kreislaufkopfschmerzen.
LG und die Hoffnung nicht aufgeben. (so eine Praxis gibt es in Raunheim bei Frankfurt...der Arzt heißt Dr. Ghasi)
#15
7.12.10, 22:05
es ist unbedingt wichtig, sich vorher gut zu informieren ob die medikamente zusammenpassen!! meine großmutter hat schon sehr heftige probleme bekommen, weil die medikamente nicht richtig aufeinander abgestimmt waren. zum glück hat sie eine gute apotheke, wo man sie drauf aufmerksam gemacht hat. immer lieber 2mal fragen, den arzt und den apotheker.

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