Hilflos in der Wohnung liegen, nicht mehr aufstehen können und niemanden erreichen, eine schreckliche Situation. Wie kann man sich vorbereiten?

SOS-Handy auf dem Fußboden

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Meine Mutter hat Angst zu stürzen. Sie hat Angst nicht mehr hoch und auf die Beine zu kommen. Was passiert, wenn sie ihr Festnetztelefon auf dem Dielenschrank nicht benutzen kann? Hilflos in der Wohnung liegen und niemanden erreichen - eine schreckliche Situation! Jetzt hat sie sich was ausgedacht.

Ein uraltes Handy lag im Schrank. Dann hat sie eine billige SIM-Karte mit etwas Guthaben gekauft. SIM-Karte ins Handy, Handy in ein Brillenetui und „SOS Handy“ drauf geschrieben. „Das Handy muss ich greifen können, wenn ich stürze und am Boden liege und nicht mehr aufstehen kann.“ Wenn sie bei Bewusstsein ist, kann sie immer noch auf dem Boden vorwärtskommen. Durch Ziehen an Möbeln, mit Körperruckeln usw. Dann ist es gut, wenn das SOS-Handy am Boden liegt. Es liegt jetzt unten im Bücherregal, gut sichtbar. Damit sie es nicht vergisst!

SIM-Karte und Akku regelmäßig prüfen!

112 (lebensbedrohliche Notlage) und 110 (Feuer, Polizei) kann man anrufen vom Handy mit persönlicher SIM-Karte. Das funktioniert nur, wenn der Akku voll ist. Auch wichtig: Ab und zu dieses Handy nutzen, damit die Prepaidkarte nicht gesperrt wird. Meine Mutter ruft mich deshalb zweimal im Jahr an, an Pfingsten und am Nikolaustag. Anruftermine und Akkuprüftermine stehen sogar in ihrem Terminkalender.

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14 Kommentare


19
#1
26.6.18, 18:45
Prinzipiell eine gute Idee, aber: zum einen muss immer daran gedacht werden, dass der Akku auch mal geladen wird (vergessen viele ältere Menschen gerne mal), zum anderen bringt es nix, wenn man es im WZ liegen hat und in der Küche stürzt und sich ggfs nicht mehr zum Handy robben kann. Der - am Handgelenk oder um den Hals getragene - Hausnotruf wäre die bessere Alternative.

MIt den Kollegen vom Hausnotruf kann auch vereinbart werden, dass immer erst der Sohn/die Tochter oder sonstwer kontaktiert wird und erst, wenn dieser Versuch fehlschlägt, die Notrufkollegen selber rausfahren.
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#2
26.6.18, 18:58
Binefant kann ich nur zustimmen. Ein Hausnotruf am Arm oder als Kette ist viel besser. ´Den hatten wir für meine Mutti, der Anruf ging immer zuerst an uns. Dann hatte ich ihn bei meinem Mann, damit ich als HIlfestellung die FAchleute per Knopfdruck anfordern konnte. Oder wenn er mal allein war.
Und jetzt bin ich allein im Haus. Wenn ich mal stürzen würde... sei es im Keller oder sonstwo im Haus... das würden die Nachbarn erst merken, wenn die Maden aus der Haustür krabbeln würden.
So ein Notruf kostet zwar etwas, gibt aber eine totale Sicherheit.

Es ist ja nicht gesagt, dass man sich nach einem Sturz noch irgendwie auf dem Boden fortbewegen kann.. Zumal im Alter, da geht vieles zwar theotretisch. Aber praktisch wird es ja von Tag zu Tag weniger.

Ich kann nur den Hausnotruf empfehlen. Und dann auch immer den Ruf dabsei haben.

Meine Cousine hatte ich abends abgelegt. Stieg nachts mal auf und fiel im Bad hin.
Sie kam nicht mehr hoch und lag etwas über 6 Stunden, bis der Pflegedienst kam. Die Folgen waren sehr ,sehr unangenehm.
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#3
26.6.18, 18:59
@Binefant: Das sehe ich genauso. Gerade die Sache mit dem Akku ist doch ein echtes Problem. Ältere Akkus sind rasch leer und ob die alte Dame immer daran denkt, den aufzuladen, wenn das Handy doch unten im Bücherregal liegt....
Mit dem Notrufknopf haben wir dagegen gute Erfahrung gemacht. Wenn der Notruf aktiviert wurde, war immer schnell jemand vor Ort und die Leute waren auch freundlich, wenn es öfter mal ein Fehlalarm war.
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#4
26.6.18, 19:49
Halte das nur theoretisch fuer eine gute Idee. In Wirklichkeit wird der Akku irgendwann nicht mehr geladen, oder sie stuerzt in einem anderen Raum. Falls bei einem Sturz mal wirklich was bricht (Oberschenkelhalsbruch zum Beispiel), ist da auch nicht mehr viel mit auf dem Boden rumrobben. Wenn wirkliche Sturzgefahr oder Aehnliches besteht, sollte ein richtiger Notrufknopf gekauft werden, der dann um den Hals getragen wird. Da drauf zu druecken, kriegt man in einer Notsituation naemlich noch hin. 
#5
26.6.18, 20:14
Grundsätzlich eine gute Idee, die Frage ist aber: Ist man bei einem Sturz in der Lage, das Telefon zu erreichen?
Ein Hausnotruf wäre auf jeden Fall sicherer, ist aber auch eine Kostenfrage. Natürlich geht Sicherheit vor, aber nicht jeder hat die finanziellen Möglichkeiten. Ich habe mich allerdings noch nicht näher damit befasst und kann nicht viel dazu sagen.
Da ich davon ausgehe, dass zwischen der Tippeinstellerin und ihrer Mutter regelmäßiger Kontakt besteht, könnte sie sie an das Aufladen (telefonisch) erinnern oder ein Wecksignal im Handy erinnert die Mutter daran.
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#6
26.6.18, 20:25
Ist das Handy vielleicht so klein, dass du es auch in eine Hosentasche oder Bauchtasche tun kannst? Dann hast du es immer bei dir, auch wenn du gerade den Müll rausbringst.
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#7
27.6.18, 01:31
Es gibt auch einen sogenannten Hausnotruf. Durch meine Behinderungen habe ich den schon viele Jahre. Über meine Festnetz Nummer habe ich eine Art Gegensprechanlage. Über einen Funksender am Körper kann ich so von überall in der Wohnung mit dem Funksender Hilfe holen. Der jeweilige Anbieter hat dann auch gleich bei sich alle wichtigen Daten auf seinen Computer. Falls ich nicht mehr Rücksprache halten kann, kommen sie sofort. Es gibt verschiedene Anbieter und Angebote.
#8
27.6.18, 10:45
ich kenn von meiner Nachbarin den Hausnotruf,das ist ne super Sache, aber teuer.Meine Mutter mit ihrer Minirente hätte sich den nicht leisten können.In so einem Fall ist die Idee mit dem Handy nicht schlecht!
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#9
27.6.18, 11:23
Bei den Hausnotrufen sollte man sich erkundigen, wer welche Preise hat.
Bei vorhandenen Pflegestufen kann auch ein Teil oder alles von der Kranken/Pflegekasse übernommen werden.
Ich habe keine Pflegestufe und zahle iim Monat unter 30 Euro. Das Einbauen/Anbringen kostet auch etwas, das weiß ich aber nicht mehr.
Auf alle Fälle sollte es möglich gemacht werden (evtl. als Geburtstags- oder WEihnachtsgeschenk) den Senioren die Möglichkeit eines Hausnotrufes zu geben .
Es gibt auch die Mögichkeit, dass sieh der Patient*in morgens und abends per Knopfdruck meldet. DAmit die Anbieter wissen: alles ok.

Auch wenn sich die SEnioren vielleicht dagegen wehren, es gibt doch Sicherheit und wenn sie dann einen Hausnotruf haben, sind sie doch froch darüber. Auch wenn sie es nicht zugeben. Denn es hält sich doch fast jeder für "zu jung" dafür.
#10
27.6.18, 19:13
ich habe selbst vor Jahren in der Hausnotrufzentrale gearbeitet und kann die vorherigen Meinungen nur bestätigen - absolut sinnvoll und notwendig !!
#11
28.6.18, 07:31
Ich würde das Handy auch lieber am Körper tragen. Es gibt doch spezielle Handytaschen als Armband, Fußmanschette oder Gürtel für Jogger. Kosten unter 10 Euro und man hat das Handy wirklich immer präsent. Und die sind so bequem, dass sie die Bewegungsfreiheit nicht einschränken.
Dann kann man das Handy vielleicht auch so einstellen, dass per Kurzwahl egal auf welche Taste man drückt, eine bestimmte Nr. gewählt wird und man möglichst ohne Pincode reinkommt. Den weiß man in der Panik bestimmt nicht. 

PS. In das Handy auf dem Foto muss man noch die Karte einsetzen 😏
#12
29.6.18, 20:20
Auch ich bin für Hausnotruf und Funkfinger. Da werden Sie geholfen.

Der Tipp ist nicht ganz so schlecht, aber leider nicht im Ernstfall sonderlich nützlich. Die Nachteile wurden bereits geschildert, da muss ich nicht noch nachtreten.
#13
7.7.18, 09:45
So ein Hausnotruf ist nur zu empfehlen. Er hat nicht nur bei meiner Mutter gut Dienste verrichtet (2x war er wirklich notwendig) sondern hat auch mir als Angehörige mehr Ruhe gegeben, weil ich wusste, das Hilfe für sie leicht erreichbar war. Deshalb hätte ich die Kosten auch selber übernommen, wenn meine Mutter das nicht hätte bezahlen können. Dieser Dienst ist Gold wert.
#14
14.7.18, 15:24
@Mafalda: Das Notfall-Handy am Boden hat keinen Pin-Code. Man muss nur 112 wählen und sagen was los ist und die Adresse. Dann kommt sofort der Tatütata-Sirenenwagen. Hoffe ich!

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