Weltfrauentag – der 8. März ist weiblich!

Lesezeit ca. 2 Minuten
Fünf Frauen mit verschiedenen Hintergründen lächeln freundlich vor einer Backsteinwand, was Stärke und Gemeinschaft symbolisiert.

Schon vor über 100 Jahren hatten viele Frauen die Nasen gestrichen voll: Sie beschlossen, ihr stilles, benachteiligtes Dasein zu beenden und für ihre Rechte auf die Straße zu gehen. Der Grundstein für den Internationalen Frauentag war damit gelegt. Heute sind wir zwar ein gutes Stück vorangekommen – aber der internationale Weltfrauentag am 8. März macht uns eines klar: Es gibt noch viel zu tun, Mädels!

Inhalt im Überblick

  1. Suffragetten in den USA
  2. Ein echter Feiertag?
  3. Gender Pay Gap
  4. FüPoGII – Sperriger Name, gute Sache
  5. Freiheit? Gleichheit? Diversität? – USA und Ungarn

Suffragetten in den USA

Los ging alles vor mehr als 100 Jahren in den USA. Um 1900 hatten die Frauen genug von ihren benachteiligten Arbeits- und Lebensbedingungen. 1909 riefen sie deshalb einen nationalen Kampftag für das Frauenwahlrecht aus. Frauen, die das Wahlrecht forderten, nannte man damals „Suffragetten“ – vom französischen Wort für Wahlrecht, „suffrage“.

In Dänemark, dem damaligen Deutschen Reich, der Schweiz und Österreich-Ungarn nahmen sich Frauen die Suffragetten zum Vorbild: Sie taten ihre Meinung lautstark am 19. März 1911 beim ersten Frauentag in Europa kund. Das Datum wählten sie im Gedenken an die Opfer der Märzrevolution 1848. Erst seit 1921 findet der internationale Weltfrauentag am 8. März statt.

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Das Wahlrecht in Deutschland erreichten die Frauen zwar 1919, allerdings waren die Frauen hierzulande damit 13 Jahre später als in Finnland dran. Und auch sonst waren sie von einer echten Gleichberechtigung Lichtjahre entfernt. Fruchtlose Diskussionen um Kindererziehung, Lohngleichheit und -kürzungen – all das kommt uns heute nach wie vor bekannt vor.

Anfang des 20. Jahrhunderts forderten Frauen in den USA, später auch in Europa, das Wahlrecht. Man nannte sie „Suffragetten“ – vom französischen Wort für Wahlrecht, „suffrage“.

Ein echter Feiertag?

In Deutschland ist der Weltfrauentag heute nur in Berlin ein gesetzlicher Feiertag – seit 2019. Berlin war damals das Bundesland mit den wenigsten gesetzlichen Feiertagen. Das wollten 87 Abgeordnete gerne ändern und setzten sich gegen 60 Gegenstimmen durch.

Berlin befindet sich damit in überraschender Gesellschaft. Denn ein „echter“ Feiertag ist der Frauen-Welttag unter anderem auch in Georgien, Angola, Nordkorea, Russland, Nepal, Uganda, der Ukraine, Vietnam und Kambodscha.

Gender Pay Gap

Der Blick in die Vorstandsetagen börsennotierter, deutscher Unternehmen offenbart leider erst seit der Einführung der verbindlichen Frauenquote etwas mehr Weiblichkeit. Und beim Blick auf die ungerechten Gehaltsschecks staunen wir in den meisten Winkeln dieser Welt nach wie vor Bauklötze. Das gilt bedauerlicherweise auch für Deutschland. Denn hier verdienen Frauen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt rund 20 % weniger als Männer auf denselben Positionen.

Eine vom Gesetz verordnete Frauenquote? Viele finden das überflüssig. Ist es aber leider nicht.

Dieses geschlechtsspezifische Lohngefälle wird Gender Pay Gap (GPG) genannt. Dabei unterscheidet man noch zwischen un- und bereinigtem GPG. Beim bereinigten, der mehr als die Hälfte geringer ausfällt, werden strukturbedingte Unterschiede berücksichtigt – das betrifft „typische“ Branchen, in denen mehr Frauen als Männer arbeiten sowie Arbeitszeitmodelle wie Mini- und Teilzeitjobs. In Österreich und Deutschland findet deshalb am 10. März der Equal Pay Day (EPD) statt – an dem über die nach wie vor ungleiche Bezahlung der Geschlechter hitzig debattiert wird.

FüPoG II – Sperriger Name, gute Sache

Manchmal verstecken sich hinter sperrigen Formulierungen auch positive Entwicklungen. So ein „Ding“ ist das zweite Führungspositionengesetz – oder eben FüPoG II. Die Bundesregierung nimmt seit 2021 damit Unternehmen stärker in die Pflicht, Positionen in der Führungsetage mit Frauen zu besetzen.

Damit Frauen nach dem Mutterschutz keinen Karriereknick befürchten müssen, legt der Gesetzgeber mit dem FüPoGII nach.

Die Variante „I“ hatte 2015 noch vorausgesetzt, dass sich Unternehmen freiwillig für Frauen in Führungspositionen entscheiden. Nun macht Variante „II“ der viel belächelten, wenig effektiven Freiwilligkeit konkrete Beine. Dazu gehört nicht nur die Frauenquote, sondern auch die Vereinbarkeit von Führungsposition und Familie.

Mit gutem Beispiel vorangehen will der öffentliche Dienst: Hier sollen 50 % aller entsprechenden Stellen mit Frauen besetzt werden. Dass das keine reine Zukunftsmusik ist, beweist Lettland: Hier sind bereits knapp 50 % aller Führungskräfte Frauen.

Freiheit? Gleichheit? Diversität? – USA und Ungarn

Toiletten für Männer und Frauen – das reicht doch! Häme und Spott ergießen sich derzeit über Demonstrantinnen und Demonstranten an deutschen Universitäten, die sich für weitere Toiletten einsetzen. Stichwort „LGBTQ+“. Die Abkürzung steht für Menschen, die lesbisch, schwul, bi- oder transsexuell, transgender, queer, inter- oder asexuell leben.

An etwas so Einfachem wie einer Toilette entfacht sich häufig ein heftiger Streit. Doch unterm Strich bleibt eine einfache Aussage: Gleiches Recht für alle!

Nur zu gerne würden manche Menschen das Rad der Zeit zurückdrehen und einen selbstbewussten Umgang mit der eigenen, selbst gewählten sexuellen Identität – und den damit verbundenen Rechten – einschränken. In den USA ist das zum Teil geglückt. Dort hatten Frauen fast 50 Jahre lang das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche. 2022 hat der konservativ dominierte Supreme Court Abtreibungsverbote auf den Weg gebracht, dank derer verschiedene Staaten entsprechende Gesetze umgesetzt haben. Eine Abtreibung ist dort nicht einmal mehr für minderjährige Vergewaltigungsopfer möglich.

Doch müssen wir in Sachen eingeschränkte Gleichheit und Freiheit, selbst gewählte Identität und Toleranz nicht über den großen Teich schauen. Es reicht der Blick in die Nachbarschaft, zum Beispiel nach Ungarn. Dort ist seit 2021 die öffentliche Aufklärung von Kindern verboten, Werbung mit homosexuellen Personen ebenfalls. Die rechtsextreme Jobbik-Partei stellte zudem den Antrag, Menschen, die ihre Homosexualität öffentlich „erkennbar“ machen, für acht Jahre ins Gefängnis zu stecken.

Vielleicht sehen wir den Kampf für die „queere“ Toilette in unseren Universitäten durch solche Entwicklungen in einem etwas anderen Licht. Schließlich steht er im Grunde für etwas ganz anderes: für das Recht auf Gleichheit und Meinungsfreiheit, für Chancengleichheit, Toleranz, Fortschritt und damit eine weltoffene, demokratische Gesellschaft. Denn dieser Kampf ist auch nach 100 Jahren noch lange nicht beendet. Und er betrifft nicht nur uns Frauen.

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Danke schön Für die vielen Informationen zum Weltfrauentag! LG von der fahrradmaus
Liebe Stefanie, danke für deine Mühe, diesen Beitrag zu schreiben. Es ist erschreckend wie viele Länder so Intolerant gegenüber Frauen und anderen Lebensformen sind. Das bringt mich zum Nachdenken. Liebe Grüße Uschi
Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand.

Ewig aus der Wahrheit Schranken
Schweift des Mannes wilde Kraft;
Unstet treiben die Gedanken
Auf dem Meer der Leidenschaft;
Gierig greift er in die Ferne,
Nimmer wird sein Herz gestillt;
Rastlos durch entlegne Sterne
Jagt er seines Traumes Bild.

Aber mit zauberisch fesselndem Blicke
Winken die Frauen den Flüchtling zurücke,
Warnend zurück in der Gegenwart Spur.
In der Mutter bescheidener Hütte
Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
Treue Töchter der frommen Natur.

Feindlich ist des Mannes Streben,
Mit zermalmender Gewalt
Geht der wilde durch das Leben,
Ohne Rast und Aufenthalt.
Was er schuf, zerstört er wieder,
Nimmer ruht der Wünsche Streit,
Nimmer, wie das Haupt der Hyder
Ewig fällt und sich erneut.

Aber zufrieden mit stillerem Ruhme,
Brechen die Frauen des Augenblicks Blume,
Nähren sie sorgsam mit liebendem Fleiß,
Freier in ihrem gebundenen Wirken,
Reicher, als er, in des Wissens Bezirken
Und in der Dichtung unendlichem Kreis.

Streng und stolz, sich selbst genügend,
Kennt des Mannes kalte Brust,
Herzlich an ein Herz sich schmiegend,
Nicht der Liebe Götterlust,
Kennet nicht den Tausch der Seelen,
Nicht in Tränen schmilzt er hin;
Selbst des Lebens Kämpfe stählen
Härter seinen harten Sinn.

Aber wie leise vom Zephyr erschüttert,
Schnell die äolische Harfe erzittert,
Also die fühlende Seele der Frau.
Zärtlich geängstigt vom Bilde der Qualen
Wallet der liebende Busen, es strahlen
Perlend die Augen von himmlischem Tau.

In der Männer Herrschgebiete
Gilt der Stärke trotzig Recht;
Mit dem Schwert beweist der Scythe,
Und der Perser wird zum Knecht.
Es befehden sich im Grimme
Die Begierden wild und roh,
Und der Eris rauhe Stimme
Waltet, wo die Charis floh.

Aber mit sanft überredender Bitte
Führen die Frauen den Zepter der Sitte,
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht,
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen,
Sich in der lieblichen Form zu umfassen,
Und vereinen, was ewig sich flieht.

Autor: Friedrich Schiller
Über uns
Bernhard, der Gründer von Frag Mutti

Ich bin Bernhard und habe Frag-Mutti.de 2003 gegründet – weil ich damals nicht wusste, wie man Salzkartoffeln kocht.

Gemeinsam mit meinem Team und tausenden engagierten Nutzerinnen und Nutzern sammeln und teilen wir hier bewährte Alltagstipps, Rezepte und echte Erfahrungen.

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