Zug überfüllt - Fahrgäste ohne Reservierung müssen raus

Zug überfüllt - Fahrgäste ohne Reservierung müssen raus

Das habe ich erlebt. Ein Brückentag und Herbstferien und viele, viele Leute mit dem Aldi-Sparticket für die Deutsche Bahn. Der Zug von Kassel in Richtung Süden war voll, voller am vollsten. Ich stand eingequetscht im Gang und verfluchte diese doofe Idee, an diesem Tag mit der Bahn zu fahren.

Neben mir stand eine Zugbegleiterin, die auch nicht mehr weiter kam. In Fulda hielt der Zug. Es kam die Durchsage: „Der Zug ist überfüllt. Aus Sicherheitsgründen bitten wir, dass Fahrgäste ohne Sitzplatzreservierung den Zug verlassen.“ Kein Mensch verließ den Zug. Viele tippten auf ihrem Smartphone herum. Ob sie die Durchsage nicht verstanden haben? Die Durchsage kam noch mehrere Male, später mit dem Hinweis, dass der Zug in Fulda abgestellt wird.

Die Zugbegleiterin war ziemlich nervös. Entweder wird der Zug abgestellt oder die Bundespolizei kommt und holt Leute ohne Platzreservierung raus, meinte sie. Bundespolizei? Ich war neugierig. Ja, das kommt vor, wenn wirklich große Gefahr besteht, z.B. bei einem Zugdefekt in den langen Tunnels, die im Süden Deutschlands durchfahren werden. Wenn dann alle Ausgänge und Gänge voll mit Menschen sind, dann wird es dramatisch bei einem Stopp. Mir wurde ganz schwindelig. Ich habe den Zug sofort verlassen und bin nach Umsteigen und 2 Stunden Verspätung in München gelandet. Also mehr als 1 Stunde Verspätung. Dafür gab es gleich am Bahnhof eine Entschädigung.

Wann wird geräumt?

Ein Zug wird geräumt, wenn er überbelegt ist. Der IC hat ca. 350 Plätze und darf maximal 700 Fahrgäste befördern. In Deutschland muss man keinen Sitzplatz reservieren. Deshalb kann eine Überfüllung erst festgestellt werden, wenn der Zug abgefahren ist. Und deshalb kommt es zur teilweisen Zugräumung, wenn die Sicherheitsbestimmungen nicht mehr eingehalten werden können. Sicherheit im Zug bedeutet, dass Fluchtwege in den Gängen und die Einstiegsbereiche frei sind. Das ist eigentlich logisch.

Aber der Mensch denkt zuerst an andere Dinge, z. B. daran, dass er ein Aldi-Spar-Ticket hat. Und damit ist man an einen Zug gebunden. Und wenn man dann den Zug verlässt, dann müsste man vielleicht ein neues Ticket kaufen ... So denkt der Mensch. Und bleibt lieber direkt neben der Zugtür auf dem Boden sitzen. Gefahr im Tunnel? Völlig unbekannt. So denkt der Mensch. Oder so: Ich kriege meinen Anschlusszug nicht mehr, ich will um 20 Uhr zuhause sein, ich will noch schön essen gehen und habe für 20:30 einen Tisch reserviert. Der Mensch denkt nicht daran, dass er als Toter kein schönes Gericht mehr essen kann ...

Ich war richtig schockiert, als ich sah, dass fast kein Mensch den Zug freiwillig verlassen hat. Der Zug ist dann nicht abgestellt worden und mit großer Verspätung weiter gefahren. Mit den Menschenmassen. Ich wäre ausgeflippt in den langen Tunnels. Aber andere haben wohl keine Angst. Oder können sie sich die Gefahr nicht vorstellen? Auf jeden Fall war ich nicht gestresst, als ich in dem anderen Zug saß. Übrigens: wer ein Sparticket mit Zugbindung hat, darf bei einer Aufforderung, den Zug zu räumen, ohne Probleme einen anderen Zug benutzen.

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