Aufgeschobener Kaffee

Aufgeschobener Kaffee

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Ein tolles Angebot, das Obdachlose gerne in Anspruch nehmen: Vielleicht kennt ihr den aufgeschobenen Kaffee ja schon, doch für alle, die das noch nicht wissen sollten, dachte ich, ich setze dazu mal diesen Tipp hier ein.

In sehr vielen Städten in Deutschland machen die Cafes, Bäckereien mit und ich finde das eine richtige tolle und nette Idee. Ich habe nun auch schon zwei Mal einen Kaffee aufschieben lassen und bin mir sicher, dass sich ein Obdachloser darüber gefreut hat. Viele der Obdachlosen wissen es schon, denn so was spricht sich ja schnell rum. Bei uns in der Stadt wird das Angebot gerne angenommen, besonders wenns draußen kalt ist, können sie sich etwas wärmen.

So gehts

Bei der nächsten Kaffeebestellung einfach sagen, man möchte noch einen aufgeschobenen Kaffee zahlen, dann zahlt man noch einen zweiten mit, und das wird dort aufgeschrieben und wenn der nächste Obdachlose um einen aufgeschobenen bittet, bekommt er den serviert.

So kann jeder einen kleinen Beitrag leisten und andere freuen sich darüber.

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73 Kommentare


11
#1
17.2.15, 20:12
Das habe ich noch nie gehört und dann müssten die Obdachlosen auch erst einmal in ein Cafe kommen --ich weiß das es oft nicht gerne gesehen wird und sie keinen Zutritt haben.
36
#2
17.2.15, 20:25
In Wiesbaden gibt es ein Café, die haben extra eine Art Ampel für diese Aktion bestellt. Ist die Ampel auf Grün, gibt es drinnen bezahlten Kaffee, ansonsten steht sie auf Rot. Finde ich eine gute Idee.
8
#3
17.2.15, 20:25
Davon habe ich auch noch nie etwas gehört

Die Idee ist aber gut, falls die Restaurants und Cafes dann auch so tolerant sind und den Obdachlosen auch wirklich Zutritt gewähren.
25
#4 muppel500
17.2.15, 20:30
Ich kenne es nicht anders, als einem Obdachlosen anstatt Geld ein Getränk und etwas Essbares zu geben.Wenn ein Hund dabei ist, wird dieser natürlich mit versorgt.
Die Idee mit der Ampel finde ich gut.
Ansonsten glaube und vertraue ich nur mir und nicht einer Bäckerei.
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#5
17.2.15, 20:43
@Sternenleuchten: also die meisten holen sich ihren Coffee to go Becher und gehen wieder. Es gibt aber auch welche, die setzen sich kurz rein und trinken. Ich habe noch nicht mitbekommen, dass einer gebeten wurde zu gehen.
4
#6
17.2.15, 21:18
So eine Aktion ist mir bisher noch nie aufgefallen. Muss mal drauf achten. Es sitzt bei uns nur eine Obdachlose an der Haltestelle neben der Pommesbude. Die bekommt dann oft etwas ab, oder mal einen Kaffee spendiert.
4
#7
17.2.15, 23:25
Das ist ja eine super Idee. Aber leider gibt es sowas bei uns nicht. Ich lebe in einer kleineren Stadt an der Nordsee.
Aber vielleicht kann man diesen Tipp mal hier an die Cafes und Bäckereien weiter geben.
1
#8
17.2.15, 23:26
Schlaufi: ja klar warum nicht. Vielleicht machen die mit, nur ich glaube in etwas kleineren Städten sind die Obdachlosen nicht so viele.
17
#9 xldeluxe
17.2.15, 23:32
Ich glaube, die meisten Cafes würden es nicht so gerne sehen, wenn jemand dort seinen Kaffee trinkt bzw. auch nur auf seinen Kaffee wartet, der nicht ins "Ambiente" passt. Die meisten tragen ja auch viele Tüten und Taschen mit sich und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich einige Bürger aufregen, so etwas "sehen zu müssen", wenn sie gemütlich einen Kaffee trinken möchten....ähnliche Skandalnachrichten gab es ja auch schon in anderer Form..........

Ich begrüße die Idee sehr und hoffe, die teilnehmenden Händler reichen die Geldspende auch wirklich weiter. Ich habe bei Geldspenden immer so meine Probleme.............
2
#10
17.2.15, 23:35
xldeluxe: ja klar könnten es auch behalten das stimmt. Bis jetzt habe ich zwar noch nicht gehört bzw gesehen, dass jemand Probleme hatte, die meisten nehmen den Kaffee eh mit.
Jedes Cafe bietet das auch nicht an, ich meine die mit dem noblen Ambiente ..... die machen da erst gar nicht mit is klar.
3
#11
17.2.15, 23:45
habe ich bisher nur in Österreich gesehen, gibt es jetzt also auch in Deutschland?
freud mich
5
#12
18.2.15, 07:21
Das ist ja mal eine sehr schöne Idee!!:))
7
#13 Beth
18.2.15, 09:57
Das kannte ich schon.
Aber gut, dass du daran gedacht hast es hier einzustellen.
Viele kennen es nicht.
Guter Tipp.
3
#14
18.2.15, 11:21
Die Idee finde ich gut, habe bisher noch nicht davon gehört.
In unserer Stadt gibt es das vermutlich noch nicht, sonst hätte sicher mal ein Artikel darüber in der Tageszeitung gestanden.
Dass die beteiligten Cafés, Bäckereien, Backshops etc. gekennzeichnet sind (#2), ist sinnvoll.
Ich denke allerdings, dass sich Obdachlose vielleicht scheuen, das Angebot anzunehmen.
Außerdem sieht man nicht jedem an, ob er Bedürftiger ist und somit einen Gratis-Kaffee bekommen kann.
Mit einem Kaffee-Gutschein, den man an der Kasse vorlegen kann, wäre die Hemmschwelle sicher niedriger. Aber wie und wo verteilen?
2
#15
18.2.15, 11:21
Die Idee finde ich gut, habe bisher noch nicht davon gehört.
In unserer Stadt gibt es das vermutlich noch nicht, sonst hätte sicher mal ein Artikel darüber in der Tageszeitung gestanden.
Dass die beteiligten Cafés, Bäckereien, Backshops etc. gekennzeichnet sind (#2), ist sinnvoll.
Ich denke allerdings, dass sich Obdachlose vielleicht scheuen, das Angebot anzunehmen.
Außerdem sieht man nicht jedem an, ob er Bedürftiger ist und somit einen Gratis-Kaffee bekommen kann.
Mit einem Kaffee-Gutschein, den man an der Kasse vorlegen kann, wäre die Hemmschwelle sicher niedriger. Aber wie und wo verteilen?
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#16
18.2.15, 11:37
Tolle Sache, das erste mal hab ich im Radio davon gehört. Die brachten eine Reportage über ein Cafe in Hamburg, welche diese aufgeschobenen Kaffee anboten für alle welch knapp dran sind !
10
#17
18.2.15, 11:40
Ich hab darüber mal einen Bericht im Fernsehen gesehen. Die Kunden zahlen den aufgeschobenen Kaffee (oder neudeutsch "Suspended Coffee") und die Quittung dafür kommt in ein Glas auf der Theke. Obdachlose können sich dann daraus einen Kaffee aussuchen (kann ja auch ein Latte oder Milchkaffee sein - je nachdem, was der Kunde ausgewählt und bezahlt hat).
Die Café-Besitzer melden sich ja freiwillig dafür, von daher sind sie auch auf die Obdachlosen eingerichtet (und das Stamm-Publikum dort auch).
6
#18
18.2.15, 13:29
Die Idee gefällt mir sehr gut. Leider gibt es diese Aktion hier nicht.
Aber eventuell kann ich das ja beim nächsten Einkauf bei verschiedenen Bäckern und Cafes ansprechen, vielleicht bringt das ja was.
Dazu müsste ich mir Artikel darüber suchen, ausdrucken, kopieren und dann den Besitzern vorlegen.Besser, man hat etwas in der Hand, wenn man von den Leuten etwas möchte. ;-)
Einen positiven Bericht über sein Geschäft sieht jeder von denen gerne in der Zeitung.
Probieren werde ich das auf alle Fälle.
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#19
18.2.15, 17:55
Den aufgeschobenen Kaffee kenne ich auch aus den usa.da zahlt jeder einen aufgeschobenen Kaffee mit der sich einen Togo holt und da ist kein Obdachloser unwillkommen.finde diese Idee auch hier zulande richtig gut.und bei uns in rheinstetten wird dies aus so praktiziert und es stört keinen ob es zum "Bild" passt oder nicht
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#20 tante2
19.2.15, 21:19
Schön,daß das hier publik gemacht wird.
Bei uns in der Ba-Wü-Kleinstadt gibt es das Projekt "Brot am Haken".
Ich bin immer wieder darauf angewiesen und freue mich daß es Bäckerei-Kunden gibt, die einen Bon erwerben (nach freier Wahl: Kaffee, Kuchen, Brötchen, Brot) während Ihres eigenen Einkaufs.
Der Bon wird im Verkaufsraum an einen Haken an einer Korkpinnwand gehängt, schön aufgeteilt auf den ersten Blick nach Kaffee (nur dort zu genießen), Kuchen und anderes Backwerk.
Je nachdem was derjenige ausgewählt und bezahlt hat kann ich frei wählen.
Nehme den Bon an die Kasse und gehe meist mit eiem Laib Brot nachhause.(Manchmal ist das bestimmte Brot aber grade vergriffen).Dann wird Ersatz gesucht, oder ich kaufe selbst oder komme am nächsten Morgen nochmal.
Kaffee trinke ich nicht und ärgere mich manchmal auch über die Blicke der dortigen Gäste, die lassen
Nichts zu interpretieren...trotzdem bin ich sehr dankbar über diese Hilfe und gelebte Mitmenschlichkeit.
Bin ich finanziell besser gestellt kaufe ich auch einen Bon.
Auf die Aktion wurde in der Kirchengemeinde und im Tafel-Laden hingewiesen, übrigens von einem jungen Mann der hiesigen Jusos, der den tv-Bericht von HH gesehen hatte.
Bis zur Realisation vergingen 2 (!) Jahre.
Nur ein Bäcker v. ca. 40 wollte und konnte sich darauf einlassen.
Die Vorteile für Ihn liegen aber auf der Hand und es wird gut angenommen von allen Kunden,
Gebern und Nehmern.

Die Akzeptanz bei den Bäckereifachverkäuferinnen läßt allerdings zu wünschen übrig.
Der Eindruck ein Bittsteller zu sein, ihnen etwas "wegzunehmen", eine Schmälerung Ihres Einflußbereichs oder gar Verdienst wird gern vermittelt.

Augen zu und durch, immer schön freundlich und dankbar.
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#21
20.2.15, 11:21
Das ist eine super Erfindung! Gibt`s glaub ich bei uns noch nicht. Werde mich mal umhören.
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#22
20.2.15, 16:14
Von dem Tipp kann jeder halten was er will. Was mich zunächst irritiert ist der Ausdruck "aufgeschoben". Kannte ich bisher nur i.S.v. "zurückgestellt", wie in der Redewendung "aufgeschoben ist nicht aufgehoben".
Hier soll es wohl so was heißen wie "spendiert"? Oder? Hört sich, sorry, für mich fast so an wie "aufgedrängt" - aber das kann doch nicht sein?

P.S. Sehe gerade den Ursprungsbegriff "Suspended Coffee" - soll also doch wohl "bezahlt, aber Lieferung aufgeschoben" heißen. Na ja, Übersetzungen sind Glücksache, in diesem Fall missglückt, möchte ich sagen!
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#23
20.2.15, 16:53
Ich fände auch eine andere Bezeichnung, z.B. spendierter oder gesponserter Kaffee, treffender.
Unter dem Namen "Aufgeschobener Kaffee" konnte ich mir zunächst auch nichts vorstellen, da man das Wort "aufgeschoben" normalerweise mit einer Tätigkeit verbindet - aber nicht mit Kaffee.

Eigentlich sollte der Name für eine Aktion einleuchtend und nicht erklärungsbedürftig sein; das würde auch den Bekanntheitsgrad fördern, was diese gute Idee verdient hätte.

Habe nachgeschaut, dass "suspend" u.a. bedeutet "vorübergehend einstellen" (beenden), wie z.B. vom Unterricht suspendiert sein.
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#24
20.2.15, 16:53


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#25
20.2.15, 23:31
@tante 2

Die Aktion "Brot am Haken", die bei euch läuft, finde ich ebenfalls richtig gut.Ob die Leute kucken oder nicht, sollte dir am Allerwertesten vorbei gehen, die sollen doch glubschen, bis sie Augentrost- Kompressen brauchen. ;-))))
So sehe ich das zumindest inzwischen.Manche meinen es auch nicht mal böse, aber bei vielen, das stimmt, kann man genau sehen, was sie denken.
Ich wünsche normalerweise nie jemandem etwas Böses, aber denjenigen, die einen in solchen Situationen ansehen wie den letzten Dreck wünsche ich immer, dass sie einmal für ein Jahr mit denen tauschen müssen, die sie so von oben herab ansehen.
Vor allem, wenn man seit seinem 15. Jahr für alles hart gearbeitet hat.vorher schon ab dem 7.Jahr den Haushalt machen musste und dann einmal durch eigene Dummheit-weil man anderen helfen wollte- und dann durch fiese Krankheit in so eine Lage kommt, schmerzt es extrem.
Bei dir , bzw. von dir finde ich es gut, dass du, wenn du dazu in der Lage bist, auch so einen Bon kaufst.Das machen längst nicht alle, dafür ein dickes Kompliment und meine Achtung.
Ich werde versuchen, auch diese Aktion bei uns bekant zu machen.
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#26
21.2.15, 14:14
"aufgeschobener Kaffee" das hat mich neugierig gemacht, ich dachte an ein cooles Rezept und finde eine coole Aktion!

"Brot am Haken", "Wurst am Haken", "Suppe...." etc nach genau dem gleichen Prinzip gibt es bei uns schon seit einigen Jahren. Zum Glück finden sich auch immer wieder Kunden, die für den Bonnachschub in den Geschäften sorgen.
Schön, daß solche Aktionen bei FM Verbreitung finden.
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#27
22.2.15, 07:24
Die Aktion mit dem Kaffee kenne ich nicht aber die mit Brot am Hacken.Ich glaube das es für manchen Menschen nicht leicht ist diese Gabe an zu nehmen da man im Moment des Erwerb im Mittelpunkt steht.
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#28
22.2.15, 08:33
Grossartige Idee! Ich weiss nicht ob es das bei uns in der Schweiz gibt. Wäre ein guter Grund, es einzuführen :-) . Danke für den Tipp!
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#29
22.2.15, 08:44
Habe ich noch nie gehört, finde ich aber eine tolle Idee.
Werde mal in der nächsten großen Stadt, in der ich bin,
versuchen.
Eine kleine D-Map über diese Art von "Obdachlosenhilfe" gibt es nicht ?
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#30
22.2.15, 09:35
@eggmanne: Guten Morgen, diese Idee sollte man auch für Allein Erziehende anbieten, hier ist so manchmal Schmalhans Küchenmeister, und kein Brot geschweige Kuchen im Haus.

Viele von uns kennen das auch hier sollte auf diese art und weise geholfen werden.

Gruss Giesa
#31 krillemaus
22.2.15, 10:45
Diese Idee mit dem gesponserten Kaffee gibt es in italienischen (Kaffee-) Bars schon einige Jahre und ist gut angekommen und angenommen. Man hat dort auch nicht den Eindruck, dass die Barbesitzer, bzw. das Service-Personal die Kaffeespende zu ihrem Vorteil ausnutzen und sie nicht weitergeben. Auch werden Menschen, die um solch einen Kaffee bitten, nicht dumm angesehen.
Ich finde, dass es eine gute Idee ist, einen wärmenden Kaffee oder Tee für jemand Bedürftigen im Voraus zu bezahlen. Spendet man Geld, so wird dies von vielen in Alkohol umgesetzt, der gegensätzliche Wirkung hat - er lässt den Körper noch weiter auskühlen.
Die Bitte um einen suspended coffee mag u.U. demütigend sein, sie verhindert aber auf jeden Fall, dass anstelle des Kaffees Alkohol erbeten wird!
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#32 krillemaus
22.2.15, 10:45
Diese Idee mit dem gesponserten Kaffee gibt es in italienischen (Kaffee-) Bars schon einige Jahre und ist gut angekommen und angenommen. Man hat dort auch nicht den Eindruck, dass die Barbesitzer, bzw. das Service-Personal die Kaffeespende zu ihrem Vorteil ausnutzen und sie nicht weitergeben. Auch werden Menschen, die um solch einen Kaffee bitten, nicht dumm angesehen.
Ich finde, dass es eine gute Idee ist, einen wärmenden Kaffee oder Tee für jemand Bedürftigen im Voraus zu bezahlen. Spendet man Geld, so wird dies von vielen in Alkohol umgesetzt, der gegensätzliche Wirkung hat - er lässt den Körper noch weiter auskühlen.
Die Bitte um einen suspended coffee mag u.U. demütigend sein, sie verhindert aber auf jeden Fall, dass anstelle des Kaffees Alkohol erbeten wird!
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#33 krillemaus
22.2.15, 10:45
Diese Idee mit dem gesponserten Kaffee gibt es in italienischen (Kaffee-) Bars schon einige Jahre und ist gut angekommen und angenommen. Man hat dort auch nicht den Eindruck, dass die Barbesitzer, bzw. das Service-Personal die Kaffeespende zu ihrem Vorteil ausnutzen und sie nicht weitergeben. Auch werden Menschen, die um solch einen Kaffee bitten, nicht dumm angesehen.
Ich finde, dass es eine gute Idee ist, einen wärmenden Kaffee oder Tee für jemand Bedürftigen im Voraus zu bezahlen. Spendet man Geld, so wird dies von vielen in Alkohol umgesetzt, der gegensätzliche Wirkung hat - er lässt den Körper noch weiter auskühlen.
Die Bitte um einen suspended coffee mag u.U. demütigend sein, sie verhindert aber auf jeden Fall, dass anstelle des Kaffees Alkohol erbeten wird!
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#34
22.2.15, 11:04
Moin Zerberus, einen schönen Sonntag mit Suppe auf dem Tisch (statt an einem weit entfernten Haken).

Allen anderen Muttis ebenfalls einen wunderschönen Vorfrühlingssonntag!
#35
22.2.15, 11:29
Die Sache mit dem aufgeschobenen Kaffee kenne ich schon lange,es ist eine gute Sache. Es ist nur traurig das es so etwas in so einen "Reichen Land" wie Deutschland überhaubt gibt genauso wie Obdachlose. Was mir dabei auffällt das offensichtlich nur Deutsche Bürger von der Obdachlosigkeit betroffen sind. Ausländische Obdachlose habe ich hier in Deutschland noch nicht gesehen. In dem Ort wo ich wohne leben Flüchtlinge sogar im Hotel.

Liebe Grüße euer Sonnenschein
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#36
22.2.15, 12:08
Wem der Kauf von Brot in der Bäckerei zu teuer ist, könnte sich einen Brotbackautomaten zulegen. Es gibt diese Automaten für 1 Brot oder auch für 2 Brote.
Die Anschaffung lohnt sich finanziell schnell, wenn man regelmäßig darin backt.
1kg - Brotbackmischungen, denen man nur Wasser zufügen muss, gibt es bei allen Discountern für unter 1€.
Man kann damit das Brot auch in einer Kastenform im Backofen backen.
Oder man backt gleich nach eigenem Rezept ohne Fertigmischung.

Zu Brotbackautomaten gibt es auch Testergebnisse.
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#37
22.2.15, 12:55
@anemone: Deine Idee ist super! Soetwas sollten die Cafés und Bäckereien anbieten..also einen Gutschein für 1 Kaffee! Den könnte man dann einem Obdachlosen "in die Hand drücken"! Besser als ihm eine Geldspende zu überlassen, die leider oftmals in Alkohol umgesetzt wird. Meine beiden Daumen für Deine Idee!!! Echt klasse.
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#38 krillemaus
22.2.15, 12:59
@McSteve: #29: Schau mal unter www.suspendedcoffee.de nach. Dort gibt es Liste und Karte der angeschlossenen Gastronomiebetriebe bzw. Cafes.
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#39
22.2.15, 14:08
Die Idee ist sehr gut!, sowohl mit Kaffee als auch mit Brot oder anderen Lebensmitteln. Bis jetzt habe ich davon noch nie gehört. Ich wohne auch nahe einer Kleinstadt an der Nordsee, und soviel ich weiß, gibt es diese Aktion bei uns nicht. Aber es gibt eine ganze Reihe Obdachlose und Bettler.
Ich werde mich mal umhören, ob wir hier auch so etwas einführen können.
#40
22.2.15, 14:09
@krillemaus: Wollte ich gerade auch empfehlen. Da können sich Cafés zum Mitmachen eintragen. Vielleicht hat der eine oder andere ja einen guten Draht zu "seinem" Café und empfiehlt diese Aktion? Dann sind es vielleicht bald mehr als 150 Cafés mit "aufgeschobenem" Kaffee.

Übrigens, die Diskussion um die Begrifflichkeit finde ich überflüssig. Ob das jetzt "aufgeschoben", "gespendet" oder sonstwie heißt, ist doch völlig wurscht. Hauptsache, der Kaffee (oder Kakao oder Tee oder vielleicht auch ein belegtes Sandwich) kommt da an, wo ich es haben will.
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#41
22.2.15, 15:09
@Eisenhauer #40:
So, findest Du? Mir ist es nicht wurscht, ob ich etwas verstehe oder nicht, oder ob ich verstanden werde. Ich würde in meinem Heimatort in völlig verständnislose Gesichter schauen, wenn ich "aufgeschobenen Kaffee" zur Sprache brächte.
Im übrigen würde ich nur neutrale Gutscheine verschenken wollen, die von den Beschenkten "ohne Aufsehen" eingelöst werden können.
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#42
22.2.15, 15:40
Wer mir den roten Daumen gegeben hat, hat wohl ernsthaft angenommen, ich würde Obdachlosen einen Brotbackautomaten empfehlen.
Ich denke aber, dass der gerade in den Familien, wo das Geld knapp ist, eine lohnende Anschaffung wäre (#30).
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#43
22.2.15, 15:56
@anemone: Meinst Du, ein Brotbackautomat bäckt effizienter als der Backofen? Hmm, kann schon sein. So ein Backautomat braucht 'ne Menge Platz in einer kleinen Küche und umständlich zu reinigen ist er auch. Da backt das Zumselchen viel entspannter in der Röhre. :-)
#44 krillemaus
22.2.15, 16:00
Unter der angegebenen Adresse ( s.# 38) kann man sich auch als Privatmensch melden und Material anfordern, um Cafes oder Bäckereien über die Aktion zu informieren. Ich vermute, dass die bisher bestehenden weißen Flecken auf der Landkarte der suspended coffee Läden auf Unkenntnis und nicht auf Ablehnung beruhen.
Übrigens: diese Aktion wurde in Neapel "erfunden", nicht gerade eine Stadt, in der der Reichtum regiert!
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#45 krillemaus
22.2.15, 16:08
@zumselchen: #43: Ein Brotbackautomat benötigt weniger Energie als ein Backofen, da ja nur ein kleiner Backraum erhitzt werden muss. Selbst das vorherige Mischen und Rühren, das Zeit sparen hilft, benötigt inklusive Backen nicht so viel Energie wie ein Backofen.
Und reinigen lässt sich die Brotbackform eines Backautomaten ganz leicht: Brot herausnehmen, mit feuchtem Mikrofasertuch auswischen - fertig!
Dazu kommt, dass man den Brotbackautomat super zum Marmelade-Kochen benutzen kann.
Mein Brotbackautomat hat sich schon vielfach bezahlt gemacht, obwohl ich zwischendurch auch immer mal wieder Brot beim Bäcker kaufe.
#46
22.2.15, 16:30
@zumselchen:

Wenn man wenig Platz für einen Automaten hat und ca. 3 Kastenformen gleichzeitig in den Backofen stellt, entspricht das energiekostenmäßig vielleicht dem Backen in einem Automaten.
Bei mir hat das Gerät seinen festen Platz in der Speisekammer, weil mich die Rührgeräusche stören.
Gereinigt werden muss nur der Brotbehälter, was aber mit feuchtem Auswischen schnell erledigt ist.
#47
22.2.15, 17:27
Suppe war aus deswegen gab es Schmorkraut,schönen Sonntag noch Birgit-Martha natürlich auch für alle anderen.
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#48 Hertina
22.2.15, 17:55
Hallo ihr Interessierten. Bei uns geht das so: Unser Bäcker mit acht Filialen hat nur relativ kleine Läden d.h. Platz für einen Aufenthalt gibt es kaum. Wenn ich nun einen Aufgeschobenen bezahle, wird ein To go-Becher sofort in in einen Korb gelegt, Dieser steht in der Nähe des Fensters, ist also für jeden zu sehen. Sind Becher im Korb, dann gibt es Kaffee und mindestens einen Keks dazu. Die Bedürftigen wollen in den meisten Fällen auch schnell wieder zu ihrem Hab und Gut. Es gibt von einigen Kaffeetrinkern auch eine Gegenleistung. Ein Laden liegt an einer Bushaltestelle in Schulnähe. Den Schülern macht der Müll auf dem Gehweg wohl nichts aus, die Obdachlosen räumen den Bürgern hinterher. Dafür gibt es dann ein belegtes Brötchen. Eine bessere Reklame kann sich der Bäcker nicht wünschen, das ist nicht nur meine Meinung.
Den Namen Aufgeschobener finde ich ganz passend. Der Kaffeegenuss wird aufgeschoben bis ein Bedürftiger kommt.
Liebe Grüße von Hertina
4
#49
22.2.15, 18:42
@Hertina:

So, wie euer Bäcker es macht, finde ich es eine sehr gute Idee!
Ich habe vorhin mal an die beiden größten Bäcker in unserer Stadt (mit sehr vielen Filialen in der Region) E-Mails geschickt mit der Anfrage, ob sie "Aufgeschobenen Kaffee" auch anbieten werden.
Bin mal gespannt auf deren Reaktion!
#50
22.2.15, 21:15
@xldeluxe: sehe ich auch so (habe hier aber nicht alle Beiträge gelesen). Ich hatte mal ehrenamtlich in einem nicht-kommerziellen Kaffe-Projekt für Dokumenta-Besucher gearbeitet. Da es dort den Kaffee umsonst gab, kamen sehr viele Wohnsitzlose und Drogenabhängige und nur wenig Dokumenta-Besucher / Kunstinteressierte. Der kostenlose Kaffee ist durchaus gut, besser noch, wenn man sich mit dem zusammen in ein Kaffee setzt. Sicher da gibt es eine Hemmschwelle auf beiden Seiten, aber meistens lohnt es sich für beide die zu überwinden. Natürlich ist das auch eine Zeitfrage. Vielleicht kann man so einen Menschen auch mal fragen, ob man ihn/sie zu einem Kaffee einladen darf oder ob man ihm/ihr einen Kaffee ToGo (blöde Anglismen!) spendieren darf.

Ich studierte in Kassel. Irgendwelche Leute hatten unsere (Co-Student) Adresse an durchreisende Wohnsitzlose/Stadtstreicher/"Berber" weiter gegeben. So bekamen wir manchmal überraschend Besuch zu Kaffee & Kuchen. Dabei lernt man wirklich interessante Leute kennen. Natürlich sollte man vorsichtig sein, Angst braucht man aber nicht zu haben - bestohlen oder sonstwie bedroht wurden wir auch nicht.
5
#51 xldeluxe
22.2.15, 21:49
@paraiba:

Ich lebe in Amsterdam bewusst und nicht notgedrungen in einem Randbezirk, den ich liebevoll THE BRONX (NY) tituliere.

Vor 12 Jahren sollte es kurzzeitig zur Milieustudie sein; bis heute bin ich nicht umgezogen.

Dort gehört diese Menschengruppe zum ganz normalen Stadtbild und niemand nimmt Anstoß daran bzw. behandelt diese Menschen anders als jeden anderen. Toleranz ist das Zauberwort und der begegnet man in dieser Weltstadt wie selbstverständlich in allen Bereichen.

Ich selbst habe von Hause aus keine Berührungsängste und sehe in den Begegnungen mit den verschiedensten Menschen keine Unterschiede.

Wichtig ist allein, dass man jedem Menschen den gleichen Respekt zukommen lässt.

Erst vor wenigen Tagen hatte ich in Deutschland ein ganz kurzes Erlebnis, das mich lange nachdenklich gestimmt hat.

Es ging darum, dass ich mehr so im Vorbeigehen ganz unverbindlich mit einem "Berber" sprach, der biertrinkend Schutz vor Regen und Kälte in diesem Häuschen suchte, in dem die Einkaufswagen stehen. Ich schob meinen Einkaufswagen zurück. Es waren nur zwei ganz neutrale freundliche Sätze über das Wetter - er schaute mich total verblüfft an, als sei er nicht sicher, dass er gemeint war.....
Ganz zögerlich antwortete er, als ich schon im Begriff war, zu gehen.

Mehr ist nicht passiert, aber es hat mich ganz lange beschäftigt und ich fragte mich:

Wer redet eigentlich überhaupt mit ihm?

Der Tipp/Hinweis und Dein Kommentar entspricht ganz meiner Einstellung und ich würde mir wünschen, dass ein Umdenken stattfindet.

Man muss gar nicht mal unbedingt die Geldbörse öffnen, es reicht schon, das Herz zu öffnen.
#52
22.2.15, 22:29
Ja, das hast Du vollkommen Recht!!! Leider haben die meisten Berührungsängste. O. k. die können manchmal unangenehm riechen - das tuen Haustiere auch oft. Dennoch scheint die Tierliebe größer zu sein als die Nächstenliebe. Und Fremde einzuladen ist nicht wirklich unsere Kultur, aber das können wir üben. Den wirtschaftlichen Erfolg, den man haben kann, sollte man nicht nur sich selber zuschreiben, so wie die Schieflage von "Berbern" auch oft externe Gründe hat. Mir ist auch aufgefallen, dass da in den NL eine andere Kultur herrscht als in D.

Mich hatte es sehr irritiert, dass ein ehem. Hells Angel, der nur jemanden zum Reden suchte zu uns geschickt wurde. Der kam dann sporadisch (auf der Durchreise). Der roch nicht unangenehm, war nicht aufdringlich, freute sich und wir uns auch, wenn er da war - und wenn er kam, dann war das ein guter Grund Kaffee zu machen ;-) Da kamen auch noch andere Leute.
1
#53
23.2.15, 09:27
@xldeluxe:

Ich lebe in Österreich - hier sind die Menschen ja auch zum größten Teil nicht gerade tolerant was
Menschen "anderer " Nationen, Hautfarbe usw..... betrifft.
Hier in unserer kleinen Marktgemeinde gibt es eine TAFEL wo eben Menschen mit geringem
Einkommen Lebensmittel günstig erwerben können.
Am Anfang ging das sehr zäh weil ja viele Menschen sich gar nicht trauen so eine Einrichtung in Anspruch zu nehmen - noch dazu in so einem kleinen Ort wo ja jeder jeden kennt.
Und was die scheelen Blicke betrifft der sogenannten "BESSEREN" die können einem echt am A... vorbei gehen.
Ich selber bin Gott sei Dank noch nie in diese Situation gekommen. Aber ich bin nicht so abgehoben zu behaupten dass mir sowas nie passieren könnte.
Auf jeden Fall finde ich die Idee mit diesem gesponserten Kaffee sehr gut und ein Lob an jene Kaffeehaus - und Bäckerei Inhaber die sich daran beteiligen.
In dieser kalten und berechnenden Welt, wo es ja anscheinend nur mehr um Macht und Geld geht ist etwas Menschlichkeit schon Rarität.
Und soviel mir bekannt ist sind die Menschen in den Niederlanden von Haus aus toleranter als andere
#54 krillemaus
23.2.15, 10:05
@mangotango: Meine österreichische Freundin sagt immer, dass ihre Landsleute etwas längere Zeit benötigen, Fremdes zu akzeptieren, grundsätzlich aber nicht abgeneigt sind.
Insofern ist es doch eine Frage, wie schnell man diese "fremde Aktion" bekannt macht und somit zu etwas Vertrautem.
1
#55
23.2.15, 13:51
@anemone: Man könnte z.B. in einem Cafe`, (am besten wäre ein Cafe`mit Straßenverkauf, denn da trauen sich die Obdachlosen schon eher ran, als wenn sie ein Cafe`betreten müssten) selbstgemachte Gutscheine (entweder nur Kaffee oder Kaffee mit einem Brötchen oder Kuchen) abstempeln lassen, bezahlen und den Obdachlosen den Gutschein selbst überreichen. So kann man auch ziemlich sicher sein, dass das Geld nicht in irgendeiner "Schürzentasche" verschwindet.
3
#56
23.2.15, 18:59
@krillemaus:

also das kommt drauf an, in den Städten sind die Menschen sagen wir mal aufgeschlossener
als am Land.
Obwohl wir ja immer schon ein Mischvolk waren bzw. sind.
Wir hier haben keine Obdachlosen - aber es gäbe sicher einige Menschen die sich über
einen sog. Aufschub - Kaffee freuen würden.
Und ich denke unser einziger Bäcker und Kaffeehausbesitzer würde da sicher mitmachen.
2
#57
24.2.15, 01:21
Die Idee finde ich rundherum super.
Woran kann ich die Bäckereien erkennen, bei denen das möglich ist?
2
#58 krillemaus
24.2.15, 08:07
@FragMuttiHardy: Im Laden nachfragen (hat auch den Effekt, dass es für die Aktion sensibilisiert) oder unter www.suspendedcoffee.de schauen!
3
#59
24.2.15, 10:55
Liebe Mutti´s und Vati´s,, es ist nur eine Sache des wollens, was bei uns möglich ist und was doch noch "etwas " Zeit braucht.
Ein Aufkleber am Geschäft, das beides möglich ist, geben und nehmen oder schenken und beschenken lassen.
Beides ist doch möglich, ODER ??. Wir sollten doch einmal etwas zurück sehen, da wären wir "ALTEN" auch sicher dankbar gewesen wenn es ein kleines Brot oder ähnliches gegeben hätte, da war in Deutschland grosse Not.Viele allein erziehende Mütter, wo die Väter im Krieg geblieben, oder als Invalide heimgekehrt sind. Von Euch jüngeren, fragt doch einmal, so lange es noch möglich ist, wie war das damals nach Kriegs ende- ......... Kaffee war aus Malz.
Uns allen geht es doch gut---oder.
Hier meinte ich auch die Bäcker mit Ihren Geschäften, die doch sicher auch von sich aus etwas tun könnten.
Gruss Giesa
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#60 krillemaus
24.2.15, 13:04
@Giesa: Ich gehöre zwar der Nachkriegsgeneration an, kenne diverse Nachkriegs-Hilfsprojekte aber aus den Erzählungen meiner Mutter. Mein Teddy aus Kindertagen trägt heute noch ein Kleinkind- Kleidchen, das meine Mutter Ende der 1940er Jahre mit einem Care-Paket zugeschickt bekommen hatte. Diese Care-Pakete, von ganz normalen US-Bürgern gespendet, haben so manche deutsche Familie über Wasser gehalten.

Unter vielen Entbehrungen hat mir meine Mutter eine gute Schulbildung und ein Studium ermöglicht, üppig haben wir nie gelebt! Heute geht es mir gut, ich bin dankbar, dass ich jetzt im Pensionsalter nicht auf Sparflamme leben muss. Und ich fühle mich verpflichtet, an meinem Wohlergehen Menschen teilhaben zu lassen, die nicht so viel Glück oder Chancen in ihrem Leben hatten.
Viele in unserem Lande jammern auf hohem Niveau. Angesichts wirklicher Not in unserem Land, aber auch in anderen Ländern, sollte man sich doch auf Mitmenschlichkeit besinnen und nicht auf den Nachbarn deuten, wenn aktive Hilfe (und sei es nur ein heißer Kaffee) angesagt ist.
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#61
28.2.15, 18:50
An alle, die diese Idee gut finden: Habt Ihr schonmal beobachtet, dass ein Obdachloser dieses Angebot annimmt? Oder mal nachgefragt, wie das unerbetene Geschenk angenommen wird?

Ich glaube nämlich, dass die durchaus gutgemeinten Spenden gar nicht die Menschen erreichen, für die sie eigentlich gedacht sind, weil diese nämlich per se nicht zu jenen gehören, die selbst einen Kaffee ToGo bestellen würden, weil sie eben NICHT zu der Käuferschicht solcher Geschäfte gehören.

Ich empfinde so einen "aufgeschobenen" Kaffee als - natürlich unbeabsichtigte - Zumutung und überhebliche Geste der "Besserverdiener", so ähnlich als ob jemand 8 Sushi bezahlt, aber nur 6 verspeist und die übrigen 2 an "Obdachlose" spendet.

Versteht überhaupt jemand hier, was ich meine?
#62 krillemaus
28.2.15, 20:19
@Vati: #61 Ich kenne diese Aktion aus Italien, da wird sie von den "Bedürftigen" so gut und wie selbstverständlich angenommen, wie Kaffeetrinker einen Kaffee spenden. Aber dort ist möglicherweise das Betreten einer (Kaffee-) Bar und die Bitte um einen gespendeten Kaffee eine weniger große Hemmschwelle als bei uns das Betreten eines Cafes oder einer Bäckerei-Filiale.

Das von Ihnen angesprochene Problem ist nicht ausschließlich eines, das sich auf einen Kaffee bezieht. Auf die Inanspruchnahme von Suppenküchen oder Tafel-Einkaufsläden, von Sozialkaufhäusern oder Kleiderspendenausgabestellen angewiesen zu sein, wird von vielen Betroffenen als demütigend empfunden.
Ich denke, es ist dann an uns, die wir es uns leisten können zu spenden, die Spende so zu geben, dass die Würde des "Bedürftigen" nicht leidet.

Viele Menschen sind sich unsicher, wie sie helfen können, ohne den Betroffenen herabzuwürdigen, da zieht man sich gerne auf die Position des anonymen Spenders zurück. Besser so als gar nicht!

Mir ist diese Aktion des gespendeten Kaffees weitaus lieber, als jedem, der mich mit "haste ´mal ´ne Mark?" anmacht, eine Münze in die Hand zu drücken, die dann in Alkohol umgesetzt wird.
Es ist mir auch schon passiert, dass ich jemandem ein belegtes Brötchen und einen Kaffee angeboten habe, der bei mir an der Wohnungstür betteln kam ("ich bin sooo hungrig..."), und dieses Brötchen wurde strikt abgelehnt und ich mit Beschimpfungen bedacht, dass ich so geizig sei. Dass man sich nach solch einem Erlebnis in die Anonymität als Spender zurückzieht, ist vielleicht nachvollziehbar?!
#63
28.2.15, 22:14
@Vati: Ja, ich verstehe, was Du meinst. Mir ist beim Lesen Deines Kommentares spontan durch den Kopf gegangen: Wieviele "Bettler"/"Obdachlose" (oder wie auch immer Menschen in dieser Lebenssituation korrekt genannt werden) habe ich in meinem Leben mit einer Flasche Alkohol gesehen und wieviele mit einem Becher Kaffee? Prozentual müßte ich das mit 100:0 beantworten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich unter Obdachlosen so herumspricht wie manch andere für sie wertvolle Information. Zumal Café oder ähnliches auch für uns nicht erkennbar sind. Wäre dann schon gut, wenn sie ein Logo mit Wiederkennungswert hätten. Und wenn nachvollziehbar wäre, wie viele der gespendeten Kaffee weitergegeben worden sind.
Alles andere macht mich ein wenig mißtrauisch.
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#64 xldeluxe
28.2.15, 22:33
Ich stehe trotz aller Denkanstöße dem Tipp immer noch sehr positiv gegenüber, befürworte nach wie vor den gesponserten Kaffee und würde sogar auf belegte Brötchen erweitern.

@Vati:

Ja, es gibt tatsächlich auch hier bei FM Menschen, die verstehen, was du meinst! :)
#65
6.3.15, 04:44
In Siegen gibt es bei div. Sozialinstitutionen und im Rathaus sogar einen Flyer, auf dem die sich beteiligenden Cafe's, Pizzerien und Eisdielen aufgeführt sind !! Die meisten geben einen Kaffee, Cappuccino o.ä. aber auch nur im "To go" Becher ab :-( Aber mittlerweile gibt's sogar einen Friseur der einen aufgeschobenen Haarschnitt anbietet. Nachzulesen auf : aufgeschobener-kaffee-siegen.de
#66 krillemaus
6.3.15, 08:20
Hier in Dortmund erachtet es eine große ortsansässige Bäckereikette noch nicht einmal für nötig, auf eine entsprechende Anfrage zu antworten.
Ehrlich gesagt, das empfinde ich als beschämend!
In dieser Bäckerei werde ich nichts mehr einkaufen.
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#67
6.3.15, 10:36
@krillemaus: Hallo krillemaus, schreibe das der Geschäftsleitung der Bäckereikette - vielleicht auch eine Kopie an eine lokal vertretene Zeitung oder Rundfunk - mit der Bitte um eine Stellungnahme. Gegebenenfalls nach etwa zehn Tagen nochmals erinnern, bis eine Antwort kommt. Meistens kommt dann doch mal eine Antwort und oft sogar positiv. "Steter Tropfen höhlt den Stein."
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#68 krillemaus
6.3.15, 11:11
@paraiba #67: ich habe mich ja direkt an die Geschäftsleitung gewandt, weil teilweise die Verkäuferinnen in den Filialen (ich formuliere es mal vorsichtig) schon Probleme haben, die Preise von zwei Brötchen im Kopf zusammenzurechnen.
Aber um der guten Sache willen werde ich den "steten Tropfen" spielen und weiter schreiben.
Schönes Wochenende!
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#69
6.3.15, 12:05
@krillemaus: Es geht nur über die Geschäftsleitung, auch wenn andere das dann beantworten. Ich hatte da schon öfter mal aus anderen Anlässen geschrieben. Meist bekommt man bald Antwort, manchmal sogar als Dank ein Paket mit schönen Sachen, Gutscheine oder einen Blumenstrauß. Hier macht es sich gut, wenn man noch andere Institutionen mit ins Boot holt (soziale Vereine, Medien Print/TV). Manchmal muss man aber ausdauernd lästig werden - hatte bei Problemen mit dem Internetprovider da auch wiederholt an einen Vorstand des Unternehmens Briefe "Persönlich - Eigenhändig zu öffnen" geschickt - funktionierte dann doch.
Dir auch ein schönes Wochenende!
#70 krillemaus
6.3.15, 12:56
@paraiba#69: ist schon erledigt! Ich habe in meiner Mail an die Geschäftsführerin darauf hingewiesen, dass ihre Geschwister Schüler von mir waren und ich zu meiner aktiven Lehrerzeit mein Brot immer in der Filiale gegenüber meiner Schule gekauft habe. Vielleicht hilft so ein persönlicher Bezug.
Außerdem habe ich damit gelockt, dass die Teilnahme an dem Projekt ja auch werbewirksam sein kann, wenn man die Presse zur Einführung einlädt.
Na, wir werden sehen!
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#71 krillemaus
6.3.15, 14:17
@paraiba: Noch mal ich: hat schon gewirkt, ich habe eine -nicht ablehnende!- Antwort der Geschäftsführerin bekommen. Jetzt geht es darum, die Organisierbarkeit zu klären, aber dafür gibt es ja" www.suspendedcoffee".de, die Infomaterial und Plakate ausgearbeitet haben.
Vielleicht gehört Dortmund dann bald auch zu den Städten, wo diese Aktion ein Zeichen für Mitmenschlichkeit setzt.
#72
6.3.15, 20:02
@krillemaus: freut mich! Ich hatte auch schon überlegt ob hier (Kuhkaff am Rande einer Großstadt, aber ohne Bäckerei oder nennenswerten Einzelhandel) so etwas auch gehen könnte. Aber hier gibt es kein Klientel, das als Empfänger infrage kommen würde.
#73
9.3.15, 23:55
Super Idee, das ganze hier publik zu machen! Kannte es selbst auch noch nicht und werde das nächste mal auch einen Kaffee aufschieben lassen! :)

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