Am Ende bestimmt das Kind, was es möchte und braucht, sonst niemand.

Erfahrungen mit Baby-Ratgebern

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Ich bin jetzt seit 7 Monaten Mama und wer schon Kinder hat kennt es: das ewige "du musst", "das darfst du auf keinen Fall" usw. von Oma, Mutti, Hebamme und jeder Menge Menschen, die man gar nicht kennt.
Zu allem Überfluss liest man dann auch noch online oder in Buchform viele Ratgeber (hatte mich der Coupons wegen bei einigen Seiten angemeldet) und am Ende war zumindest ich sehr verunsichert.

Ich war am Rande der Verzweiflung als mein Mann einen Termin bei unserem Kinderarzt gemacht hat und alles auf den Tisch brachte. Die Antwort des Arztes gab mir dann wieder Sicherheit: Am Ende bestimmt das Kind, was es möchte und braucht, sonst niemand.

Also: hört einfach nur auf euer Kind, seitdem ich alles mit "du musst" etc. ignoriere, funktioniert auch fast alles wie geschmiert.

Viel Spaß allen anderen jungen Muttis mit ihrem Nachwuchs.

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23 Kommentare


4
#1
24.6.16, 13:05
Jedes Kind ist anders und hat spezifische Bedürfnisse. Dein Arzt ist wirklich cool und weiß, wovon er spricht. Hör auf Dein Herz, schau Dir Dein Kind richtig an und nimmt es bewusst und achtsam war. Ein paar Tipps von "normalen" Mehrfachmüttern können dabei auch ganz hilfreich sein. Ich habe damals bei meinem Sohn noch in der Schwangerschaft einen Kurs für werdende Eltern bei der VHS gemacht. Der war auf die wirklich wichtigen Fragen zugeschnitten und hat mich beruhigt.  Wir Frauen sind in der glücklichen Lage über eine Intuition zu verfügen, nutze sie, dann wird alles gut. 
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#2
24.6.16, 15:30
Man hat halt als junge Mutter Sorgen und will das Beste für das Kind. Deswegen sucht man sich schlauen Rat bei Leuten, die es hoffentlich besser wissen. Der beste Tipp, den ich einmal gelesen habe, lautet: 

               "keine Ratschläge befolgen, die gegen das eigene Bauchgefühl gehen" 

Jeden Ratschlag, den man seltsam findet, schön bleiben lassen, es sei denn der Ratgebende kann dich überzeugen.Wer einen Rat nur halbherzig befolgt, wird damit beim Kind nicht viel bewirken und dann ist keinem damit geholfen.
Viele Erziehungsratgeber habe ich deswegen gleich im Laden stehen lassen, nachdem ich nur ein paar Seiten gelesen hatte, weil sie mich nicht überzeugen konnten.
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#3
24.6.16, 18:22
das ist mit der dümmste rat, den ein arzt eltern geben kann. nur auf das kind und das bauchgefühl hören? ähnliches höre ich immer wieder von eltern, die ihren kindern, die nicht einmal alt genug für den kindergarten sind, getränke wie kaffee und cola vorsetzen, es überhaupt nicht schlimm finden, wenn die kinder hin und wieder ein halbes glas wein trinken, und auch bier hat man ja früher schon getrunken.

es ist völlig richtig, dass man sich nicht von den verschiedenen ratgebern verrückt machen lassen sollte. und auch, dass kein kind dem anderen gleicht. aber wenn immer noch omas rat befolgt wird, dem baby honig zu geben, weil honig ja heilt und ein "reines naturprodukt" ist, dann stimmt etwas nicht. das dauert wohl noch generationen, bis auch der letzte begriffen hat, dass honig nichts für babys ist und sie an einer kuhmilchunverträglichkeit leiden können, wenn sie immer wieder spucken. stattdessen wird das arme kleine dann in die schublade "spuckkind" gesteckt, "so ist das eben, manche spucken, andere nicht."

und wie es sein kann, wenn "nur auf das eigene kind gehört wird", kann man hervorragend an den vielen kleinen kindern sehen, die stark übergewichtig sind und in die trotzdem ein keks nach dem anderen hineingestopft wird, weil es ja sonst weint und kein brot mag. hoffentlich weicht wenigstens dann das bauchgefühl der eltern einem bauchgrummeln, wenn sie sehen, was sie angerichtet haben.
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#4
24.6.16, 20:58
Wenn man ein gutes Bauchgefühl hat, dann gibt man seinem Kind auch keinen Kaffee und massenweise Plätzchen. Mafalda hat da schon ganz recht. Die meisten Mütter haben Angst, dass die Wünsche der Kinder ins uferlose gehen. Aber manche Kinder mögen eben keinen Brokkoli oder Salat, aber es gibt auch noch Möhrchen, Ebsen und leckeres Obst. Wenn man gute Dinge vorlebt, kann da garnicht soviel passieren. Es will ja keiner sein Kind antiautoritär erziehen, aber Helikoptereltern wünsche ich auch keinem Kind. 
3
#5
24.6.16, 22:18
du bist eine kluge Mama, ich denke das es deinem Baby prächtig geht.👍👏
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#6
24.6.16, 23:01
Kann dem Tipp so nicht zustimmen.
Klar sollte man sich nicht durch vers. Ratgeber, Großeltern, Eltern und wer weiß noch wen alles verunsichern lassen und erstrecht auch nicht jeden Rat befolgen.
Und ohne Frage ist es auch wichtig in gewissem Umfang auf das Kind zu "hören" und so dessen Bedürfnisse wahrzunehmen...wie bereits mehrfach gesagt wurde ist schließlich jedes Kind anders.
Aber man sollte doch mit bisschen Verstand an die Sache gehen und nicht jeden gut gemeinten Rat beiseite schmettern, weil man nur noch auf seinen eigenen Bauch und das Kind hört.
Ratgeber und vorallem Großeltern und Eltern haben oft auch gute Tipps und Kenntnisse, die man meiner Meinung nach zum Teil auch durchaus annehmen sollte. An diesem Punkt kommt der Verstand, die eigenen Erfahrungen und der eigene Bauch ins Spiel...ob der Tipp der Oma vll doch veraltet ist oder fürs Kind nicht geeignet sollte ein erwachsener Mensch mit etwas Verstand für sich beurteilen können.
Was dabei herauskommt wenn man aufs Kind hört und nur auf den eigenen Bauch kann ich als Erzieherin in einer Kita des öfteren miterleben und bei dem ein oder anderen fragt man sich dann wer zu Hause wen erzieht.
Natürlich sollte man auch auf seinen Bauch hören, sich Zeit nehmen um die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen und auch selbst Erfahrungen sammeln. Man sollte meiner Meinung nach aber auch den Rat von z.B. Müttern schätzen und einige davon auch annehmen.
Letztendlich will für gewöhnlich jede Mutter das beste für ihr Kind...auch die Mutter für ihr Kind, dass keine Ratschläge hören will und ihrem Enkelkind!
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#7
24.6.16, 23:19
Ach ja...und wenn das Kind allein bestimmt was es möchte und braucht, dann ist da irgendwas schief gelaufen. Kinder können viele Entscheidungen nicht alleine tragen und können viele Gefahren auch nicht einschätzen. Dafür brauchen sie die Erwachsenen.
Jedes Kind sollte seinem Entwicklungsstand entsprechend natürlich so viel wie möglich mit entscheiden können, vieles können Kinder aber nicht allein.
Würdest du dein Kind z.B. ausschließlich von Süßigkeiten ernähren, weil diese ihm besser schmecken und somit alles an Süßkram einpacken, was das Kind wünscht? (Etwas übertrieben dargestellt...aber einige Kinder würden sich nur bzw. überwiegend davon ernähren, würden die Eltern dies zulassen). Oder würdest du es im Winter im luftigen Sommerkleid rausgehen lassen, weil das Kind das grad so will und nicht abschätzen kann, dass es kalt ist und dem Kind in dem Moment vll auch deine lieb gemeinte Erklärung vll gar nicht versteht?
Das sind nur 2 kleine Beispiele...Kinder sollen natürlich sich viel ausprobieren dürfen und auch selbst so viel wie möglich im Tagesablauf mit entscheiden können. Viele Entscheidungen können sie aber einfach noch nicht selbst tragen. Dafür sind die Eltern da. Sie dienen auch als Vorbild...gerade in den ersten Lebensjahren sind die Eltern die größten Helden für Kinder...von wem sollen sie lernen und Erfahrungen sammeln wenn nicht von und mit den Eltern - die Personen, die für gewöhnlich die wichtigsten im Leben eines Kleinkindes sind?
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#8
25.6.16, 08:29
@Julice: aha. hier wird nun vom guten bauchgefühl gesprochen und nicht mehr vom bauchgefühl allein. da freuen sich kinder, eltern und auch großeltern, wenn das kleine sich von viel zucker ernährt. da sagt einem das bauchgefühl, dass ja alles in ordnung sein muss, weil es dem kind ja schmeckt und es keinen stress beim essen macht.

und weil man früher selbst ja auch von vaters bier nippen und den rest wein aus dem glas austrinken durfté, muss das wohl auch in ordnung sein.

genau das ist es nicht. und weil es ja so schön einfach ist, den weg des geringsten widerstandes zu gehen, lässt man die kinder machen, was sie wollen, ohne zu beachten, dass kinder, vor allem sehr kleine, zwar instinkte haben, aber trotzdem keine lebenserfahrung haben, die mit voraussicht denken lassen. das kind sieht nur die schönen bunten schuhe, die es tragen will. dass es draußen regnet und sich dieses schuhwerk nicht eignet, bedeutet ihnen vorher nichts.

ich finde es einfach unglaublich, wenn auf instinkte von eltern hingewiesen wird, die dafür sorgen, dass schon alles richtig gemacht wird. es geht übrigens nicht nur um mütter, sondern auch um väter. auch das stört mich, wenn auf die bedürfnisse und anforderungen von kindern eingegangen wird. meistens sind es nur mütter, die angesprochen werden, selten väter. auch heute ist das noch oft komisch für viele menschen, wenn väter sich aktiv an der erziehung beteiligen. im kindergarten meiner beiden großen ging eine weile die meinung umher, mein mann müsse wohl arbeitslos sein, weil meistens er die beiden hinbringt und auch wieder abholt, so dass er "meine" aufgabe übernehmen "muss".

der instinkt meiner kinder sagt ihnen manchmal, dass sie keine nachtruhe brauchen, dass sie im eifer des spiels nichts trinken müssen und dass süßigkeiten von morgens bis abends in ordnung sind. da ist dann das eingreifen von menschen gefragt, die es besser wissen. meine mutter war völlig davon überzeugt, dass ohrfeigen ein wichtiger bestandteil der kindererziehung sind, um sie zu maßregeln und gehorsam zu lehren.

um auto zu fahren, muss man in der regel einen führerschein gemacht haben. um ein geschäft zu führen, braucht man ebenfalls eine berechtigung. für jedes winzige elektrische gerät, das man kauft, bekommt man einen warnhinweis, was man alles damit nicht tun sollte. und bei der geburt eines kindes, das einen möglicherweise für den rest des lebens begleitet und das völlig abhängig ist von den fähigkeiten der eltern, soll es ausreichen, sich auf das bauchgefühl der eltern zu verlassen, die vollkommen unvorbereitet auf diese neue lebenssituation losgelassen werden?

wie "gut" das funktioniert, sieht man ja daran, dass immer wieder verwahrloste kinder bemerkt werden. bemerkt werden sie. etwas unternehmen, damit es ihnen besser geht, ist eine ganz andere geschichte. wie oft sterben kinder, deren eltern bereits dem  jugendamt aus negativen gründen bekannt sind? wie kann es sein, dass kinder jahrelang nicht bei kinderarzt waren, ohne dass irgendjemand alarm schlägt? das bauchgefühl der eltern ist nicht einmal so viel wert wie der dreck unter meinen nägeln.

als ich zum ersten mal schwanger war, habe ich mir auch viele ratgeber und bücher durchgelesen. auch ich war danach oft irritiert und auch verunsichert, weil sich vieles widersprach. das kind war leider eine fehlgeburt, und als die nächste schwangerschaft begann, las ich wieder viel über schwangerschaft und kindererziehung, außerdem unterhielt ich mich mit vielen müttern unterschiedlichen alters. und stellt fest: mütter und auch väter sind nicht allwissend. sie können dumm und stur sein, nicht dazu bereit, neues zu akzeptieren und vor allem medizinische erkenntnisse ins reich der märchen zu verweisen. einige meiner alten damen, die ich im altenheim besuche, sind auch heute noch davon überzeugt, dass laktoseunverträglichkeit eine erfindung der industrie ist, um mehr geld mit speziellen lebensmitteln zu verdienen, dass ein gesundes, hungriges kind alles isst und man sie nicht verzärteln soll, sondern im gegenteil früh "abhärten". es wird gegessen, was auf den tisch kommt, und so etwas wie nussallergien gibt es auch nicht. diese damen sind keineswegs senil, sondern nur dickköpfig und zu stolz, um zuzugeben, dass auch sie nicht alles wissen und fehler gemacht haben.

ganz gewiss mache auch ich fehler. aber weil ich nicht perfekt bin, muss ich auch andere meinungen beachten und mich umfassend informieren, was das wohl meiner kinder angeht. ein arzt, der das alles beiseite schiebt, wäre die längste zeit mein kinderarzt gewesen.
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#9
25.6.16, 08:55
Bin voll deiner Meinung.Alles gesagt damit.👍
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#10
26.6.16, 08:20
Mit "hört auf das Kind" war eher gemeint dass (bestes Bsp. gestern früh) man das Kind in meinem Fall nicht zu nem Milchbrei zwingen sollte wenn es diesen nicht möchte. Mein Mann war verzweifelt, er wusste nicht was er machen sollte. Lösung: Brot schmieren.


Und Tipps meiner Schwiegermutter höre ich mir inzwischen gar nicht mehr an, da kam schon zu viel Mist raus, im folgenden einige Beispiele:
"Kinder müssen schreien um fie Lunge zu trainieren, lass sie einfach"
"Mach Edelweisszucker in die Milch, davon gehen die Blähungen weg" (sie wollte nicht raffen dass es sich um Milchzucker handelt und auch dieser grund für Bauchschmerzen hätte sein können)
"gib dem Kind nicht so viel Milch, so oft kann sie keinen Hunger haben" (war abgepumpte Muttermilch)
"Gib ihr nur zu festen Zeiten Milch, dazwischen Tee"
"Nimm ihr den Schnuller weg, da ersticken Babys dran"


In diesem Fall hoffe ich hier auf Verständnis, dass es Menschen im Umfeld gibt deren "Tipps" für mich nicht mehr beachtungswürdig sind.
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#11
26.6.16, 09:15
das ist aber eine ganz andere situation als die, die du als tipp eingegeben hast. und auch im vorliegenden fall sehe ich keine intuitive handlung an sich. das kind will den milchbrei nicht. gut, das kann vorkommen. wenn es das brot auch nicht will, was gibt es dann? das, was das kind unbedingt will? oder etwas, was man auch als eltern vertreten kann? oder vielleicht auch gar nichts?

die beispiele deiner schwiegermutter sind ein paradebeispiel für das, was ich schon so oft gehört habe, und vieles davon kommt tatsächlich von einer älteren generation.

schreien hat einen grund, den gilt es herauszufinden. heute ist man teilweise immer noch der ansicht, bereits ein wenige tage oder wochen altes baby könnte damit seine umwelt so weit manipulieren, um lediglich aufmerksamkeit zu bekommen, weil es sich langweilt.

immer schön nach dem vier stunden-rhythmus füttern, so gewöhnt sich das kind an feste zeiten. noch bescheuerter geht es gar nicht, ist jedoch immer noch weit verbreitet. an beide beispiele habe ich mich niemals gehalten. wir haben immer versucht herauszufinden, weswegen die kinder schreien, und beinahe immer auch einen grund gefunden. meine kinder wurden gestillt, wann immer sie danach verlangt haben. weder wurden sie stundenlang hingehalten, weil es "noch nicht zeit war", noch wurden ihnen mahlzeiten aufgedrängt, weil "jetzt zeit zum trinken ist". in den augen vieler frauen in meiner umgebung habe ich mich zum sklaven meiner kinder gemacht und mir von ihnen auf der nase herumtanzen lassen, und sie seien dadurch sehr verwöhnt.

vom milchzucker erst gar nicht zu reden. es sind genau diese tipps, gegen die ich allergisch bin, gegen dieses "hat schon früher funktioniert, war gut, hat niemandem geschadet, alle kinder leben noch, also kann es nicht falsch oder schlecht gewesen sein". ich selbst glaube nicht, dass ein kindergartenkind direkt todkrank oder zum alkoholiker wird, wenn es einen schluck wein trinkt. aber es geht um dieses sorglose weiterempfehlen, gegen die vernunft, gegen den allgemeinen irrglauben, nur weil jemand älter ist und lebende erwachsene kinder hat, dass er auch besser bescheid weiß als jemand, der jünger ist und vielleicht weniger kinder hat. ich habe vier kinder, alle sind gesund und munter. darüber bin ich sehr glücklich. wein gibt es trotzdem nicht, auch nicht einen symbolischen tropfen ins saftglas bei einer feier. und es ist nicht immer einfach, das den kindern auch zu erklären, warum es so ist. es gab schon öfter lange gespräche darüber, weswegen wein und tabak nichts für kinder ist, und nicht immer hat jedes unserer kinder völlig verstanden, aus welchen gründen wir es ihnen nicht erlauben.

gewiss habe ich erfahrung mit der erziehung und der ernährung von kindern. aber auch ich mache vielleicht nicht alles richtig. das tun jedoch auch mütter nicht, die noch mehr kinder haben und sich niemals darum gekümmert haben, wie man sie gesund ernährt. oder vielleicht auch nur gesünder als sie selbst. es muss nicht von früh bis spät rohkost sein, jedoch kann ich nicht nur aus einzelfällen berichten, dass manche eltern einfach kein frisches obst anbieten. es matscht, klebt, man muss es erst aufschneiden. da ist ein quetschfrüchtchen oder ein fruchtzwerg doch viel einfacher zu geben. das ist nur ein beispiel von vielen. im kindergarten meiner beiden älteren wird obst angeboten. viele kinder kannten nicht einmal frische äpfel vom geschmack her. von saisonobst ganz zu schweigen.

ich suche mir sehr genau aus, auf wen ich höre. meine schwiegermutter ist eine fantastische frau. sie hat niemals gegen unseren wilen gehandelt oder mir dumme tipps gegeben, sie respektiert unsere stellung als eltern. und vielleicht nehme ich auch deswegen so gern ihren rat an. oder höre ihr einfach nur zu. im gegensatz zu vielen anderen menschen sieht sie ihre enkelkinder als eigenständige persönlichkeiten, denen man nicht aus purer arroganz den eigenen willen aufzwingen darf. etwas wie "das kann doch gar nicht sein, dass dein kind mein gulasch nicht mag, den haben alle meine kinder und enkelkinder immer gern gegessen. aber das schaffe ich schon, den in das kind hineinzukriegen!" gibt es bei ihr nicht.

bauchgefühl ist schön und gut. nur sollte es dann auch von jemandem sein, der genügend verstand, wissen und erfahrung hat, um handeln aus dem bauchgefühl heraus auch zu verantworten. kinder zu erziehen und mit ihnen zu leben ist eine reise, eine ständige herausforderung und ein abenteuer, und jeden tag lernt man etwas dazu, wenn man mit wachem verstand arbeitet.
2
#12
26.6.16, 11:39
Dass ich nicht alles Perfekt mache ist mir klar, auch dass ich garantiert vieles Falsch mache.
Aber bei dem was ich mache habe ich zumindest ein gutes Gefühl, denn meinem Kind geht es gut.
Frisches Obst kennt sie auch schon, ihrem Alter entsprechend eben...

Wo es mir hauptsächlich drum geht ist, dass es nicht DAS Durchschnittsbaby gibt, und dass unsere Kinder nicht genauso sind wie wir vielleicht waren.

Jeder muss selbst rausfinden was klappt und wie das kind "tickt.
3
#13
26.6.16, 15:43
Ich glaube, Mareikes Tip ist von einigen als zu locker und unreflektiert aufgefaßt worden, aber gar nicht so gemeint.
Meine Mutter hat oft gesagt: "Das erste Kind wird nach dem Buch erzogen, bei den nächsten hat man die nötige Sicherheit." Damit wollte sie sagen, daß man sich beim ersten Kind gerne auf die Experten verläßt, dann aber merkt, wie die Wirklichkeit aussieht.
Ratgeber können immer nur von einem Mittelmaß ausgehen, das so ungefähr auf alle Kinder zutrifft. Weil aber jedes Kind ein Individuum ist, können für das jeweilige Kind andere Methoden besser sein.
Mit dem "Bauchgefühl", auf das man sich verlassen soll, ist bestimmt nicht die Bequemlichkeit gemeint, dem Kind alles zu erlauben und immer den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Der Arzt ist sicherlich davon ausgegangen, daß Mareike und ihr Mann genügend Verantwortungsbewußtsein haben, um nichts Schädliches mit ihrem Kind zu machen. Einem Elternpaar, dem er dieses Verantwortungsgefühl nicht zugetraut hätte, hätte er vermutlich etwas anderes gesagt.
Vor einigen Jahren hat eine Rechtsanwältin in München ihre eineinhalb Jahre alte Tochter bei Minustemperaturen nur mit Windel und Body bekleidet auf dem Fahrrad mitgenommen, weil das Kind nichts Wärmeres anhaben wollte. Diese Art von Bauchgefühl ist in dem Tip ganz sicher nicht gemeint!
Als unser erstes Kind einige Monate alt war und tagsüber nicht mehr so viel schlief, war ich total unsicher, wie ich den Tag mit unserer Tochter gestalten sollte. Ich suchte nach Büchern zu dem Thema, fand aber nichts. Irgendwann merkte ich, daß man auch schon mit so einem kleinen Baby die Zeit einteilen darf, wie es für das Kind angenehm ist, und habe viel mit ihr gesungen und gespielt. Von da an war ich viel gelassener und traute mir die nötige Sicherheit zu.
1
#14
26.6.16, 15:52
Ich brauche kein Buch das mir sagt wie ich mein Kind erziehen kann oder soll. Es liegt in der Natur der Frau das automatisch zu können. Ich habe im Leben noch nie ein Buch zur Kindererziehung gelesen.
3
#15
26.6.16, 16:17
Ich habe meine Kinder auch nicht nach einem Buch erzogen und es sind alles tolle Erwachsene geworden. Auch meine Enkel haben von einer normalen undiktierten Erziehung keinen Schaden genommen. Jede Familie lebt und erzieht anders, denn auch jedes Kind ist anders, da gibt es glaube ich keine allgemein gültige Methode. Wir Frauen wissen schon, was für unsere Knirpse gut und richtig ist, da brauchen wir keine Ratgeber die von Leuten geschrieben wurden die vielleich gar keine Kinder haben. Der Urinstinkt einer Mutter zeigt immer den besten Weg. Wie bei allem bestätigen Ausnahmen die Regel.
5
#16
26.6.16, 19:05
@seidenloeckchen: HALLO!?!

Das mit dem "Bauchgefühl" steht nicht im Tipp, das habe ich reingebracht in # 2
Noch einmal für dich und alle anderen. Das hatte ich geschrieben:

 "KEINE Ratschläge befolgen, die GEGEN das eigene Bauchgefühl gehen" 

In diesem Satz sind gleich zwei VERNEINUNGEN drin. Vielleicht war das für einige hier zu schwer zu verstehen. Deswegen übersetze ich das einmal in eine Formulierung ohne Verneinung:

"Nur Ratschläge befolgen, bei denen man ein gutes Bauchgefühl hat"

Das heißt bei allem, was man mit dem Kind tut, sollen Hirn (Ratschlag) UND Bauch im Einklang sein. Wenn man eins von beiden ausschaltet, läuft es schief: nur nach dem Hirn (evtl. sogar noch nach fremden Denken) ohne Bauchgefühl zu handeln ist genauso schlimm wie gedankenlos nur das Bauchgefühl einzusetzen. 
2
#17
26.6.16, 21:50
 .......vergesst nicht   das Herz und den Humor. 
1
#18
26.6.16, 23:41
@susimausi12345: Aha, das liegt also in der Natur der Frau.*g*

So ein Mist, jetzt lese ich schon seit Ewigkeiten Bücher und das hätte ich mir alles sparen können?

Meine Meinung ist allerdings , dass Bauchgefühl eng mit Wissen (auch durch lesen) gekoppelt ist. Erst wenn ich einiges weiß, kann ich abwägen, was sinnvoll ist und mein Bauchgefühl aufrufen.
1
#19
26.6.16, 23:52
@Rumburak: Denk doch mal nach, hat deine Urgroßmutter etwa Babyratgeber gelesen? Die Burgfräulein im Mittelalter? Meine Mutter hat keine gelesen und es ist trotzdem was aus uns geworden. 
Wer sagt denn, dass der Autor genau weiß wie man sich verhalten muss oder sollte? Vielleicht weil er das studiert hat? Quatsch mit Soße!

Seit Menschengedenken bekommen Frauen Kinder und kommen damit gut zurecht ohne irgendwelche Ratgeber. Sogar Tiere ziehen ihren NAchwuchs groß und bis jetzt habe ich noch kein Vöglein auf dem Ast lesen sehen. 
Nein das regelt unsere Natur ganz gut für uns.
1
#20
27.6.16, 06:48
😜 @susimausi12345: was sollen die mit ihrem Spatzenhirn auch anderes machen?
#21
27.6.16, 21:44
Ich glaube momentan tanzt sie mir auf der Nase rum...
Abend nummer 3 wo Kind nicht schläft und ich mit ihr in der Manduca stundenlang durch die Felder spaziere
#22
28.6.16, 12:53
Oh wei,das ist wirklich ein heikles Thema....
Ich denke,man muss bei allen Ratschlägen ein gesundes Mittelmaß finden.
Ganz klar ist allerdings bei der Erziehung dass Schläge überhaupt nichts bringen.Das zeugt nur von der eigenen Hilflosigkeit der Situation gegenüber - als Beispiel mal eingeworfen.
Ich denke aber auch,die eigene Erziehung spielt eine nicht zu verachtende Rolle dabei.
Ganz klar ist auch dass Alkohol in welcher Form auch immer,für Kinder tabu sein muss. Da hatte ich auch Kämpfe mit meinen Schwiegereltern führen müssen.
Die haben es sehr locker gesehen,wenn der Nachwuchs mal "probierte" - aber nicht mit mir.
Mein Mann trank,bei mir in der Familie gab es Alkohol nur zu großen Feiern und auch nur für die Erwachsenen.
Das war jetzt mein Beispiel wegen Erziehung von einem selber.....
LG
1
#23
30.6.16, 15:47
Mhh es stimmt mich nachdenklich, das hier zwei Fraktionen zu sein scheinen: Einmal die Gegner des Bauchgefühls und einmal die Beführwortet. Nun jetzt gebe ich auch mal meinen Senf ab, da die Sprache auf frühere Generationen gekommen ist. Weshalb wir heute eine so große Menschenmasse sind liegt an unserer Natur, auf unsere Vorfahren zu hören: Geh nicht bei Nacht raus, sonst wirst du gefressen! Weisheiten sind immer weiter gegeben worden und haben uns viel geholfen. Auch im Mittelalter gab es Ammen und es wurde auf ältere Frauen gehört, die schon Kinder hatten. Aber wären wir ewig nur in unseren Höhlen geblieben, hätten wir auch nicht überlebt. Die Mütter probierten Neues aus, machten Fehler und berichteten ihren Töchtern darüber: Das hat bei mir funktioniert, als du einen wunden Po hattest! Oder: Darauf hast du allergisch reagiert. Heutzutage kenne ich leider viele moderne Mütter, die nichts mehr von guten Tips wissen möchten. Finde ich schade, denn wer noch kein Kind hatte... bei dem weiß es eben die Mama immer noch ein bisschen besser, wie es in manchen Situationen ist. Reden hilft auch viel, ich kann doch meinen Verwandten sagen: Hey Mama ich glaub Milchzucker ist nicht so gut, das verträgt sie/er nicht... Und gleichzeitig neues ausprobieren... aber das hab ich ausprobiert, das hilft. Ich finde es sollte ein Gleichgewicht zwischen Altem und Neuen, zwischen Ratschläge befolgen und Bauchgefühl gefunden werden. Nicht immer sind Neuerungen auch gut und nicht immer weiß ein Kind, was gut für ihn ist... die Mama hat immer noch mehr Erfahrung im Leben, die sollte auch helfen ein Kind in die richtige Richtung zu lenken, ohne Zwang, aber mit Bestimmtheit, auch wenn die Richtung Gemüse heißt ;)

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