Frag Mutti - Gedanken zum Thema Hausfrau

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Ich frage mich, ob aus dem "ich frage Mutti" in einigen Jahren ein "ach könnte ich doch Urgroßmutter fragen" wird, weil das alte Basiswissen in Vergessenheit gerät.

Wurde nicht mit Beginn der Emanzipation die eigentliche Hausarbeit in eine Schublade gestopft und der Beruf Hausfrau in die Kategorie "Job-ohne-Geld" verfrachtet und dem Ruf der Industrie "ihr-könnt-heute-alles-besser-kaufen" nur zu gerne gefolgt? Es steht ja alles auf der Packung was drin ist, nur irgendwie finde ich, das der Text oft länger und komplizierter geworden ist.

Ist der Beruf einer Hausfrau nicht eine sinnvolle Arbeit und sollte demnach gleich gestellt sein? Handwerkliche Tätigkeit wie die eines Tischlers, einer Köchin oder einer Schneiderin?

Ja, ja, die viel belächelten alten Hausfrauen zu denen ich mich auch zähle. Zeitweise mit eingezogenem Kopf durch die Frauenwelt lief, als rückständig und altmodisch galt, modern sein wollte und dem Ruf der Industrie folgte, aber immer nur kurz um dann wieder um zu kehren.

Zur einfachen Küche mit den teils alten Gerichten aus meiner Hausfrauen-Ahnengalerie. Das bringt die Küche in Unordnung, das kostet Zeit, das macht Arbeit und doch spart es manchen Weg zum Supermarkt, also auch wieder Zeit und Geld inklusive Fitnesstraining, denn einen Brotteig mit der Hand kneten ... nun denn, mag jeder darüber denken was er möchte.

Vielleicht helfen ja meine Gedanken zum Thema Hausfrau und Haushalt jemandem weiter - es würde mich freuen.

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21 Kommentare


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#1
22.5.11, 22:34
Sehr schön und nachdenklich stimmend geschrieben :)

Ich bin so ein Mittelding... Viele Dinge hab ich gern von Mutti und Omi gelernt, und benutze dieses, wie Du es nennst "Basiswissen" auch noch heute. Ich backe sehr gerne Kuchen und Brot selber, lege helle Kleidung, die ein paar Flecken abbekommen hat, mit einem Spritzer Zitrone in die Sonne, statt gleich zu einem Fleckenentferner zu greifen, und schmore sonntags meinen Braten, wie man es früher machte.
In anderen Dingen dann bin ich wiederum auch gerne Mal faul und modern. Da darf es dann schonmal ein Beutel Fix-für-Bolognese sein, damit es schneller geht, oder ich putze die Fenster mit Mikrofaser-Tüchern statt mit Essig und Zeitungspapier.
Ich glaube, die Mischung aus beidem macht es... Alte Traditionen, Basiswissen und hervoragende Techniken unserer Mütter und Großmütter gepaart mit den Annehmlichkeiten von heute... So gebe ich es auch gern an meine Töchter weiter. :)
Aber danke, daß Du es einfach mal erwähnt und geschrieben hast. Ich glaube, eine Generation nach mir/uns, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus...
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#2 eintoepfer
22.5.11, 23:27
Ich persönlich danke meinen Omas (beides Trümmerfrauen und Vertriebene) und meiner Mutter ("nur" Hausfrau und Mutter) in Gedanken immer wieder für die Hingabe, Liebe und Opfer, welche sie für uns gelebt haben.
Allein, die Zeiten haben sich zum Teil grundlegend geändert.
Und somit auch all die "Taktiken", den heutigen Alltag zu "managen".
Das Basiswissen als solches wird, denke ich, angepasst an die heutigen Bedürfnisse auch nie ganz verschwinden, aber sicherlich laufend ergänzt werden.
Und der "Nurhausfrau" als solcher gebührt meiner Meinung nach immer noch höchster Respekt.
Zumal dies heutzutage ja eine "freie" Entscheidung ist, und nicht wie früher aus einem quasi "Weltbild" heraus erfolgt.
Heute ist es ja zum Teil in der öffentlichen Wahrnehmung eher "unnormal", sich für "für oder gegen" zu entscheiden, und nicht mit "Hängen und Würgen" einen möglichst "modernen" Konsens zu suchen, auch wenn man persönlich die eigene Wahl bereits getroffen hat.

Was den "Job-ohne-Geld" angeht:
Es wird soviel ohne Sinn und Verstand bezuschusst und subventioniert, zumindest die Kindeserziehung sollte den einen oder anderen Euro mehr wert sein, wie in Europa den Tabakanbau zu subventionieren und gleichzeitg das Rauchen zu bekämpfen.

Gut, Politikern mit Verstand beizukommen, ist verschwendete Zeit.

Aber Anerkennung lässz sich eh nicht verordnen. Die kommt von Herzen.
Und die hat sich meiner Meinung nach jede Mutter und Hausfrau verdient.
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#3 Die-alte-Hausfrau
23.5.11, 06:44
danke für deine doch sehr positive Antwort.

Rumms - bei den Microfasertüchern wurde ich gepackt. Die benutze ich auch, weil sie hervorrragende Putzeigenschaften haben und waschbar sind. - Aber das Fensterputzen als solches mache ich wie Du bzw. wie ich es gelernt habe, mit heißem Wasser,einigen Tropfen Haushaltsreiniger und der Kraft meiner Hände.

Ja, so nach 35 Jahren eigenem Haushalt und den Jahren meiner Kindheit bei Mutter und Großmutter, kommt einiges an Erfahrungen zusammen. Auch meine Küche hat im Laufe der Jahre viele An- und Abschaffungen an z. B. unsinnigen elektrischen Geräten durch gemacht, die "man" doch heutzutage unbedingt haben müsse. Ich behaupte heute sogar, es war oft raus geschmissenes Geld.

Irgendwann stieß mir diese Verallgemeinerung "man" sauer auf und fing an mich selbst zu fragen - was will Ich und was brauche Ich wirklich, was macht Sinn und was nicht, kostest nur Geld und steht dann rum? Ist die neueste Technik wirklich immer besser als das Vorgängermodell usw. und so fort.

Ich bin im Laufe der Jahre nachdenklich geworden, was den Hausfrauen heute so von der Industrie angepriesen wird. Welcher Sinn steckt wirklich dahinter? Wirklich nur die Hausarbeit zu erleichtern oder den Geldbeutel der Hausfrau? Viele Fragen einer einfachen alten Hausfrau.
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#4
23.5.11, 10:07
Wie so oft im Leben: die Mischung macht es. Das Alte mit dem Neuen kombinieren.



PS: "alte Hausfrau" mit Jahrgang '57 :)))
Was sind denn dann unsere Mütter? :)
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#5
23.5.11, 10:23
Ich bin noch so eine " Alte ", Jahrgang 35 ! Mir gefällt der beitrag. Auch ich mische
alt und neu oder modern, sonst säße ich nicht am PC.Meine Tochter hat es von mir übernommen, noch Z.B. Kohlrouladen, oder Rindsrouladen, oder eine feine Gräupchensuppe selber zu kochen.Meine Söhne , kommen sie zu Besuch, freuen sich auf Mamas Hausmannskost.Ich kann nur raten , gebt an Eure Kinder oder Enkel weiter, was Ihr von zu hause kennt.
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#6
23.5.11, 16:43
"... fing an mich selbst zu fragen - was will Ich und was brauche Ich wirklich, was macht Sinn und was nicht, ..." (Die-alte-Hausfrau)

Dies frage ich mich, bezüglich Küche und Bad, auch seit längerer Zeit immer wieder. Aber auch in anderen Bereichen des Lebens macht dieses Hinterfragen Sinn. Unterm Strich spart man Geld/Kosten, Zeit sowie Platz.

Was uns heute so angepriesen wird, hat nur einen Zweck: Unseren Geldbeutel zu erleichtern.
Früher hatte man nur grüne Seife und Soda. Damit wurde geputzt und gewaschen. Und heute ...? Heute "soll" eine Wohnung steriler als ein OP-Saal sein, sagt die Werbung. "Soll" sie wirklich? Ich bin der Meinung: Nein.

@Die-alte-Hausfrau
'Finde es super, daß Du die Fenster altväterlich putzt. Ich putze sie mit Mikrofasertüchern und ledere sie nach. Geht schneller. Allerdings - die Autofenster putze ich altväterlich, weil ich festgestellt habe, daß durch die Mikrofasertücher das Wasser in kleinsten Perlen auf den Scheiben trocknet. Dadurch ist die Sicht durch einen bestimmten Lichteinfall, z. B. Sonne wie auch Beleuchtung, teilweise erheblich eingeschränkt.


Ansonsten finde ich es schade, daß auch heute noch Nur-Hausfrauen manchesmal schief angesehen werden.
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#7
23.5.11, 17:50
Nun muß ich wohl als Dinosaurier unter den alten Hausfrauen ein paar Gedanken beisteuern. Ja ja, ich bin ein Dino, geb. 1932, also kann ich schon ein wenig aus der Geschichte der "Hausfrauen" erzählen. Jede Zeit hat Gutes und jede Zeit auch weniger Schönes. Wenn ich z.B. an das Waschen der Wäsche denke, bin ich dankbar dass nicht mehr machen zu müssen, was wäre ich ohne die Waschmaschine. Es geht weiter, denken Sie an das Beheizen der Zimmer, Soll ich aufzählen oder können Sie sich noch erinnern, fangen wir beim Asche wegbringen an und hören wir ganz schnell beim Brikettabladen auf.
Nun zu den Kochgewohnheiten, seit nunmehr 71 Jahren koche ich, sehr gerne, wie meine familie sagt sehr schmackhaft und auch immer wieder mit neuen Ideen, aber jede Neuerung in der Küche habe ich mit Interesse und mit großer Freude angenommen. Was wäre ich heute ohne meine moderne Küche, weil ja auch die körperlichen Kräfte einfach langsam weniger werden. Meine Meinung zu diesem Thema ist, jede Zeit hat vernünftige und unvernünftige Errungenschaften, es soll jeder ausprobieren wass für ihn das Beste ist. Ich hoffe ich habe
Sie mit meinen Sätzen nicht zu sehr gelangweilt.
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#8
23.5.11, 18:14
Entschuldigung, seit 61jahren koche ich.
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#9 Die-alte-Hausfrau
24.5.11, 06:40
"Jetzt habe ich den Salat", die vielen verschiedenen Antworten auf "alt und Hausfrau" lassen mein Hirn erst mal routieren.

Schon der Ausdruck "moderne Küche" bringt mich zum Nachdenken wie man es auslegen kann: Sind es die sinnvollen elektrischen Erungenschaften in der Küche, die die Hausarbeit seit den 50/60iger Jahren erleichterten, die Einstellung zur Hausarbeit jedoch noch beibehalten wurde. - Das ist die Zeit aus der ich mein Wissen beziehe und ich mich wohlfühle.

Mit meiner inneren Einstellung zur Hausarbeit sehe ich mich als "alte Hausfrau" weil ich diese Tätigkeit sinnvoll finde und gerne mache. Mich mit dieser Einstellung auch schon fast als "Dino" bezeichnen würde. Das ich hier auf noch so richtig "gestandene Hausfrauen, welche sogar schon den Goldenen-Haushalts-Hochzeitstag" zustande bekommen haben treffe, erstaunt mich sehr. Oh ha, daneben komme ich mir ja wie ein junges Haushaltsküken vor, die noch was lernen kann.

Was Teddy schreibt, in hinsichtlich kostet Geld, sehe ich heute genau so und was schützt vor zuviel Geldausgaben im Haushalt - das Grundwissen welches früher im hauswirtschaftlichen Unterricht gelehrt wurde. Brauchen wir eine Lebensmittelampelkennung? Ich behaupte stumpf Nein, Wissen braucht der Mensch, was er weiß das hilft ihm weiter.
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#10 Pumukel77
24.5.11, 07:16
Tolle Gedanken, es ist schön hier zu lesen. Ich bin vom Jahrgang (´77) her ja eher die junge Hausfrau, habe aber die Ausbildung zur Hauswirtschafterin genossen. Gewählt habe ich den Beruf weil es mir Spaß macht. Das Basiswissen, habe ich aber schon vorher von Oma und Mama bekommen. DDR sei dank, da gab es (fast)keine Tütchen :-)
Ich denke es hat nichts mit modern oder unmodern zu tun, wenn man die Fenster mit Microfaser putzt,oder die Küchenmaschine zum kneten.
Aber: man sollte wissen, wie es eben auch ohne unsere praktischen Helferlein geht. Ich gebe mein Wissen auch an meine Kinder weiter (alles Söhne), kenne leider Frauen meines Alters die von daheim schon nur noch "Tüte auf " kennen.

Ahne: ich finde es toll, in deinem Alter (das ist respektvoll gemeint) hier am PC mit zu mischen. 61 Jahre Haushaltserfahrung sind ein großer Schatz. Und sicher stimmen auch die 71 Jahre, denn damals halfen die Kinder doch viel mehr im Haushalt und lernten es so.
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#11
24.5.11, 08:07
Was heißt hier "alte Hausfrau"? Das Denken, dass die Frau den Haushalt schmeißen muss ist ja sicherlich bei sehr vielen vorbei.
Ich (Männlich) bin schon immer aktiv im Haushalt tätig, das war bei der Kindererziehung so, das ist beim Putzen so und beim Kochen ist es nicht anders.
Wir, meine Frau und ich, haben beide einen Fulltimejob und irgendwann mal 3 Kinder großgezogen. Wer da nicht alles teilt, also auch die Hausarbeit, ist selbst schuld.

Wir genießen unsere dadurch gewonnene (gemeinsame) Freizeit.

Hier bei "frag-mutti" stelle ich immer wieder fest, dass es DIE Hausfrau noch gibt.

Ich bin für Gleichberechtigung, auch für Männer!
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#12
24.5.11, 09:34
Heute ein paar Gedanken über "Moderne Küche", (wie ich sie sehe), ich spreche Sie heute persönlich an, es schreibt sich dann besser wenn man glaubt einen Menschen vor sich zu haben dem man etwas mitteilen kann.
Sehen Sie, geheiratet 1953, angefangen mit einem Kohleherd und von meinen Arbeitskollegen als Hochzeitsgeschenk eine elektrische Doppelkochplatte bekommen.,Das war in meinem Umfeld das modernste, ich war schon unabhängig vom feuermachen (mit allem was drum und dran hängt.) Dann kam der erste Kühlschrank (auf Abzahlung) mein Mann verdiente in dieser Zeit 270 RM, er war im Tagebau als Elektriker beschäftigt (im Monat) mein Verdienst lag bei 128 RM, ich war Verkäuferin im Konsum. In dieser Zeit konnte ich schon mal etwas Nahrung für 2, 3 Tage im Voraus kochen und kühl aufbewahren. Dann kam der Garten und mit ihm viiiiel Arbeit. aber auch viiiiel Gemüse und Obst. Alles was anfiel wurde verarbeitet, im Geschäft war weiter nichts zu finden als Kraut, Mohrrüben, (Jahre später kamen dann Kubaorangen dazu) Alles was geerntet wurde kam in die Gläser und wurde eingeweckt. Grüne Bohnen wurden in den ersten Jahren noch eingesalzen (100 Gr, Salz für 700Gr.) Es gab Jahre da waren es über 300Gläser eingewecktes Obt und Gemüse. Dann kam 1973 der erste Tiefkühlschrank, welche Arbeitserleichterung, ich hatte nur immer Angst er geht mal kaputt, was dann, zum Glück hat er mich nie verlassen. Na, ich will nicht zu ausführlich werden, so haben wir uns durchgekämpft, gingen immer unserer Arbeit nach und haben im Haushalt getan was wir konnten. Aber dann kam die Wende, und mit ihr bald eine neue Küche mit allem pi pa po und auch mit dem Wissen wie das alles genutzt werden konnte. Ich war die Größte, konnte alle Arbeiten weiter verrichten und das in noch viel kürzerer Zeit. Nun bin ich leider allein und nur noch für mich selber verantwortlich. Jetzt hieß es, wie kann ich mich versorgen ohne unnütz Energie zu verbrauchen? da war natürlich die Microwelle gefragt und nach einigen Versuchen klappt mit diesem Gerät (außer Fleisch zubereiten) alles, ob ich Kartoffeln oder Gemüse zubereite, alles gelingt wunderbar, mein Ofen wird praktisch nur noch für Fleisch und Kuchen angeheizt.Hoffentlich habe ich Sie nicht zu sehr belästigt, bis zum nächsten Mal
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#13
24.5.11, 14:42
Was mir so auffällt, ist dieses "als-nur-Hausfrau-schief-angeguckt-werden"... und es stimmt.. Wenn man irgendwo erzählt, daß man "nur" Hausfrau und Mutter ist, erntet man gleich Blicke, als hätte man sie nicht mehr alle... Aber ich stehe gerne in der Küche, habe meinen Haushalt und 4 Kinder, für die ich gerne da bin. Ich hätte niemals eins meiner Kinder schon mit 1 Jahr in einen Kindergarten geben und arbeiten gehen können, das hätte ich mit meinem Gewissen gar nicht vereinbaren können. Der einzige Nachteil ist für mich die finanzielle Seite, aber das war mir vorher bewußt, bevor ich mich entschlossen habe, eine Familie zu gründen... Und genau aus diesem Grund finde ich es einfach wichtig, im Haushalt auch zu sparen, sei es durch selberbacken, einwecken, oder an anderer Stelle...

Ich möchte auch meine Waschmaschine und meine Spülmaschine nicht missen, und ich frage mich manchmal, wie früher die Leute ihre Wäsche im Griff hatten, denn da waren 4 Kinder, wie ich sie heute habe, ja noch wenig... Und das dann ohne Maschine? Stelle ich mir anstrengend vor.
Und die Spülmaschine? Ja, die ist für mich auch Luxus, aber diesen Luxus gönne ich mir, damit ich eben für meine Kinder oder andere Dinge noch Zeit habe. Aber ich muß keine Hightech-Schnick-Schnack-Küche mit Induktionsherd, Kühlschrank incl. Eiswürfelbereiter oder sonstiges haben... Und so schnelllebig, wie unsere Zeit und die Technik ist, ist das bald sowieso schon wieder überholt... Und ständig unser Geld in so etwas zu investieren? Nein, danke... Da fallen mir schönere Dinge ein.

Ich handarbeite auch sehr gerne, stricke für meine Kinder oder nähe... Wobei das mittlerweile fast teurer ist, als wenn man die Sachen fertig kauft... Da lobe ich mir dann wieder den Luxus und die Modernität des Internets, wo man dann Wolle oder Stoff manchmal zu Schnäppchen-Preisen bekommt, wo man hier im Ort nur ein Stoff- oder Wollgeschäft hat, wo die Preise so dermaßen hoch sind, daß es sich nicht rechnet, für die Kinder etwas zu nähen. Der einzige Vorteil ist dann nur noch, daß es etwas Individuelles ist.
#14
24.5.11, 19:47
Schöne und interessante Beiträge.
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#15
15.9.11, 17:58
Dieser "Schmunzel"tip und die Kommentare hier machen mich sehr, sehr nachdenklich. Ich bin Jahrgang ´59, also für die Einen hier steinalt, für die Anderen (die hier ihre Geschichten erzählen) ein Jungspund. Und das erinnert mich an meine Kindheit. Ich bin als Einzelkind bei meiner Mutter allein aufgewachsen. Auch wenn meine Mama selig viele, viele Fehler aufgrund eines gewissen Egoismus bei mir gemacht hat, habe ich doch sehr viel gelernt, besonders im Haushalt. Wir hatten nicht viel, und das Wenige musste halt auch schonend behandelt werden. Anfangs erinner ich mich sogar noch an "Jaffa"-Möbel, also Obstkisten als Schränke. Es gab keine Fernseher, keinen Kühlschrank, keinen Elektroherd und keine Spüle. Trotzdem lernte ich schon mit vier Jahren, wie man Geschirr gespült hat. In einer Schüssel, mit einem Quietscheentchen drin. Bügeln habe ich dann so mit acht, neun Jahren gelernt. Spielerisch, zuerst Taschentücher, später dann sogar Hemden (ein Grund, warum ich heute kaum Hemden besitze....). Meine Mutter entschuldigte sich bei den allmählich aufkommenden Pflichten immer damit, dass ich eines Tages nicht wie ein dummer Junge im Haushalt stehen sollte, falls ich mal "keine Frau" finden sollte.

Aber wie sah es bei uns aus? Der Kohleherd in der Küche war immer irgendwie faszinierend. Was da alles an Leckereien entstand...... und das, obwohl meine Mutter keine Leuchte als Köchin war. Da mich das Kochen seit meiner Kindheit interessiert hat, habe ich ziemlich schnell die Grundbegriffe gelernt. Wie macht man Spiegeleier? Wie kocht man Kartoffeln? Wie wird ein Schweineschmorbraten gemacht? Wie wird Gemüse gekocht? All diese Fragen konnte mir Mutti (nein, Bernhard gabs damals noch nicht...*gg) beantworten. Aber wie gesagt, ohne Rafinessen. Die habe ich dann in den Ferien bei meiner Oma gelernt. West-Berlin. Checkpoint Charlie. Manteuffelstrasse. Omas chaotische Küche. Ein kombinierter Kohle/Gasherd. Damit wurde sogar Wasser mit heißgemacht. Oma war gelernte Köchin. Und da lernte der Stöpsel erst recht, wie man aus profanen Lebensmitteln Köstlichkeiten herstellt. So habe ich gelernt, wie Menschen in den Sechzigern kochen und backen. Das war noch viel Arbeit. Und trotzdem...... ich habe dabei auch Geschmack schätzen gelernt. Und aus wenigen Zutaten was ganz Leckeres zuzubereiten.

Ich denke, so ist auch zu erklären, warum ich Tütenfutter so vehement ablehne. Denn mit der nötigen Routine ist es heute nicht mehr schwierig und kaum mehr zeitaufwendig (alte Rechtschreibung), etwas Gutes zu kochen. Fertigessen schmeckt fast immer künstlich. Und so kommt in fast jedem Tip von mir ein ganz klein wenig das Erbe von Mama und Oma dazu. All das, was ich in einem halben Jahrhundert gelernt habe, möchte ich auf meine ganz spezielle Weise weitergeben. Es ist altes Wissen aus zwei Generationen gemixt mit neuen Ideen. Und ich freue mich wahnsinnig, wenn Menschen, die z. T. noch zwanzig und mehr Jahre älter sind als ich, ihre Lebenserfahrungen weitergeben.

Danke, "Alte Hausfrau". Danke, "Ahne". Danke, Oma Frieda. Danke, Mutti. Und Danke an alle, die mich hier "ertragen".
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#16
7.11.11, 12:35
Mir gefällt die Diskussion sehr. Ich bin ein richtiges Küken sogesehen, da ich am Anfang stehe, d.h. ich habe natürlich einen Haushalt, deshalb durchstöbere ich diese nützliche Plattform und bekomme tolle Tipps. Ich muss leider feststellen, das Frauen in meinem Alter (um die 30) in die MuKa Ecke gedrängt werden. Also Mütter und Karrierefrauen. Das führt bei vielen dazu, dass sie auf Familie gründen Mama und Ehefrau sein verzichten. Ich bedaure diese Entwicklung sehr. Schön wäre eine Mädelsdämmerug, d.h. wenn es den jungen Frauen, die jetzt wie ich am Anfang stehen, endlich einleuchten würde, dass Hausfrauen sehr wohl ihre Daseinsberechtigung haben. Also, kompliment an euch- und lasst euch nicht schief anschauen! Ich wäre gerne Hausfrau gewesen, leider scheint es diese Optopn immer seltener für "moderne Frauen" zu geben. Schade.
Trotzdem danke für eure Tipps, die ich gern weiterhin einbaue!
#17 Schnuff
10.12.11, 11:43
@Himbeerfleischer: Hallo , jetzt muss ich Dir doch mal schreiben ...
Du bist mit Deiner Ansicht nicht allein .
Mein Freund ist die perfekte "Hausfrau"!
Wir haben zwar keine Kinder zusammen , aber wir teilen uns die Hausarbeit auch genau auf .
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#18
7.3.12, 19:56
Also ich bewundere die Hausfrauen von früher, ja von früher nicht von heute. Denn früher gab es keine Waschmaschine, Staubsauger, Spülmaschine und und und. Das war ein Knochenjob! Ich habe 3 Kinder die schon etwas größer sind, aber alle noch daheim wohnen. Jahrgang 72 also noch nicht ganz Hausfrau von früher ;) meine Damen nicht beleidigt sein ... heute bin ich wenn ich schnell bin mit meinem gesamten Haushalt in 2 Stunden durch dank Waschmaschine und Co. Essen kochen nochmal so ne Stunde dazugerechnet. Ich hätte gerne einen Job aber alleinerziehend mit 3 Kindern nein danke, das wollen viele Chefs nicht. Ich langweilge mich daheim, aber keine Angst ich kann kochen, backen, nähen, stricken (na ja nur bedingt aber was solls *lach*) .... aber ich sage mir: jedem so wie er/sie es für richtig hält. Über einen Menschen zu urteilen liegt mir nicht und das ist auch jedem seine/ihre Sache wie das Leben gestaltet wird.

Aber das Wissen an die Generationen danach weiterzugeben, das ist super wichtig. Nicht alles was neu ist, ist auch toll und ich schau immer wieder gerne wie man es einfacher, billiger und gesünder macht :) Also bitte meine Damen und Herren immer her mit den tollen Tipps. :)
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#19
13.6.12, 12:06
Ich kenne den Holz/Kohleofen, zum Heizen/Kochen, noch von Omi (bei dem sie beim Holzhacken ein Auge verlor).

Meine Mama konnte noch vorzügliche Brühen (aus mir als Kind ekligen) Zutaten gewinnen - trotzdem war ihre Rindersuppe der Hit bei Groß & Klein.

Ich wünschte, Frauen/Mütter müssten nicht erst nachdenken, ob sie Zeit für Kinder & Familie haben, sondern könnten einfach ihrem persönlichem Gefühl folgen Familie und/oder arbeiten zu wollen.

Eines hatten **meine Mütter mir voraus: Die Kunst des Kochens mit einfachen Zutaten, aber auch die Muße, beim Stricken oder Selbstständig machen (meine Mum hatte in den 70igern eine eigene Agentur) ihre Erfüllung zu finden.

Das ist heute vielen Frauen versagt. Sie müssen sich gar nicht mehr entscheiden, weil es als normal gilt, beruflich, als auch als Mutter & Hausfrau zu funktionieren. Nicht vergessen - das sind mind. 2 Jobs ;)


Ganz lieben Dank an Die-alte-Hausfrau
1
#20
5.9.12, 21:06
Schönen guten Abend zusammen :-)
Vielen lieben Dank für den sehr schönen Beitrag an "die-alte-Hausfrau" und auch ein herzliches Dankeschön an alle die hier aus ihrem Leben berichten! :-)
Ich selbst bin auch noch ein junger kinderloser "Hüpfer" (29 Jahre jung)
Komme aus einem kleinen Dorf wo es keinen Supermarkt aber jede Menge große Gärten gibt.
Meine Oma (Jahrgang 38) hat auch einen solchen Garten und auch noch einen Holzofen in der Küche, der stand schon dort als ich klein war und wird auch dort bleiben.
Da sie nicht mehr die Jüngste ist helfe ich ihr im Sommer viel im riesigen Garten, denn alles was man braucht baut sie noch selber an, die Kartoffeln reichen bis zur nächsten Ernte und die eingekochten Bohnen sind die besten die ich bis jetzt gegessen habe und Marmelade musste ich auch noch nie kaufen.
Wenn ich bei ihr bin und wir zusammen pflanzen, jäten, ernten erzählt sie mir auch oft davon wie es früher war und ich genieße jeden Augenblick. Ich weiß wo sie im Sommer waschen musste, das alte Waschhaus für die Kochwäsche könnte in einem Museum stehen weil noch alles vorhanden ist.
Ich habe von ihr gelernt wie man Holz hackt und sich sein Sonntagshähnchen selbst vom Stall in den Ofen befördert.
Auch Heute rufe ich sie noch an wenn ich am Herd stehe und nicht weiter weiß.
Sie ist jetzt leider allein und kocht nicht mehr so viel, doch wenn ich sie besuche kochen wir gemeinsam, ohne Tüte, ich bringe die frischen Zutaten mit und dann stehen wir für den Flammkuchen auch mal ne Stunde in der Küche, mit Kräutern frisch vom Beet schmeckt es gleich nochmal so gut :-)
Und jedes mal wenn ich sie besuche hat sie einen Tip den ich noch nicht kannte, seis nun für den Garten oder die Wäsche oder den Haushalt.
Als ich noch klein war, meine Mutter war auch allein erziehend, verbrachte ich die meiste Zeit des Tages mit meiner Oma oder meiner Uroma (wenn Oma beim Schlachten half, oder sich beim Rübenhacken ein wenig Geld dazuverdiente).
"Damals" war es ganz normal dass Kinder nicht den ganzen Tag beschäftigt wurden, sie malten oder spielten mit Bauklötzen, wenn Mama oder Oma das Geschirr spülte oder die Wäsche aufhing und beim Unkrautzupfen habe ich damals schon gerne geholfen.
Manchmal wünsche ich mir, das es noch so wie früher wäre....ohne Fernseher und Internet hatten die Menschen doch, trotz der ganzen Arbeit, viel mehr "Zeit".Abends saß man auf der Bank vorm Haus und stopfte Strümpfe während man mit der Nachbarin am Schnacken war....gestickte Tischdecken oder ein paar selbstgestrickte Socken unterm Weihnachtsbaum sind doch viel schöner als alles was es zu kaufen gibt.
Und in Omas Stube hängen Heute noch der geknüpfte Teppich meines verstorbenen Opas und das gestickte Bild was mein Onkel meiner Oma zum 40sten Geburtstag geschenkt hat.....
Wir hatten nie viel Geld und Oma hat auch nicht jeden "Schnickschnack" für den Haushalt bekommen, aber wir waren sehr glücklich mit unserem Leben und wenn ich meiner Oma nun für die Vorbereitungen zu ihrem Geburtstag helfe und die Käsespießchen auf den "Pilz" stecke, bin ich am lächeln und denke daran dass "Früher" doch einiges besser war.....
Ich wünsche ihnen allen einen schönen Abend und einen sonnigen und schönen Herbst
Viele liebe Grüße sendet ihnen die Leonida :-)
#21
8.9.14, 18:57
Wenn eine Frau sich entschließt "nur" Hausfrau zu sein ist das IHRE Entscheidung und das hat man zu respektieren!
Solange der Ehemann mitspielt funktioniert das auch.
Aber wehe die Ehe gerät aus welchen Gründen auch immer ins wanken.
Ich habe 2 Kinder erzogen und den Haushalt erledigt und war immer berufstätig. Als die Kinder klein waren nur Teilzeit. Später wieder Vollzeit und das bis heute.
Ich glaube das es auf Dauer nicht gut ist
Wenn die Frau nur Zuhause ist.
Auch in ihrem eigenen Interesse.
Aber... Das muss jede Frau selbst entscheiden. Meins war es nie weil ich auch das Gefühl der finanziellen Unabhängigkeit brauche und so vorgelebt bekommen habe. (Meine Mutter ist 75 Jahre alt) und war auch berufstätig. Gefehlt hat es meinen Geschwistern und mir trotzdem an nichts.

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