Gedicht leichter auswendig lernen

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Manche Kinder haben Schwierigkeiten Gedichte von der Schule auswendig zu lernen. Oft verbringen sie Stunden, um sich die richtigen Wörter zu merken und sind teilweise am Verzweifeln. Mit folgenden Tipps kann den Kindern beim Auswendiglernen von Gedichten geholfen werden:

Das Gedicht wird öfters laut gelesen und der Inhalt wird mit einem Erwachsenen besprochen.
Das Gedicht wird gesungen und während des Sprechen des Textes geht das Kind im Raum umher.
Je nach Inhalt des Textes werden passende Gesten eingeübt, die das Gedicht beim Aufsagen begleiten.

Generell gilt, dass sich Kinder Inhalte oder Wörter besser merken können, wenn sie diese mit einer Bewegung verbinden. Den Kindern macht dadurch das Auswendiglernen mehr Spass, das Kind bekommt einen persönlichen Bezug zum Gedicht und es wird sich das Gedicht spielend merken.

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27 Kommentare


#1 Pumukel77
22.1.11, 09:25
Guter Tipp, so haben wir es gemacht als wir das Lummerlandlied lernen mußten, mit Bewegung lässt sich das Sortiment der Frau Waas im Kopf halten. Super Tipp.
#2
22.1.11, 10:20
Superidee. Habe auch mal gehört, dass man in Gedanken eine Weg entlang gehen soll, bei dem man mit den einzelnen Stationen des Wegs jeweils eine der einzuprägenden Informationen verbinden soll. Dabei hilft es angeblich, wenn man sich zur Station des Weges ein Bild der Information einprägt. Das könnte mit dem Sortiment von Pumukel auch ganz gut gehen.
#3 milia
22.1.11, 13:21
Das Gedicht auf Kassette aufnehmen und immer wieder anhören-klappt prima.....
#4
22.1.11, 16:53
Noch ein Tipp:
Die einezelnen Stophen auf je ein Blatt Papier schreiben und an verschiedenen Orten im Haus auhängen.
Z. B. An der Kinderzimmertür Stophe 1; an der Badezimmertür Strophe 2 usw.
Ein besonders toller Platz für die schwierigste Strophe, der Badezimmerspiegel (Zähne putze und Gedicht lernen).
Für die Meckerer: Ja meinem Junior hat das Spaß gemacht und unser Besuch fand das auch ziemlich witzig. Die Dinger hängen ja auch nur eine begrenzte Zeit und das Gedichte lernen hat auch irgendwann ein Ende.
LG mokraft
1
#5 ichbrigitte
22.1.11, 17:24
mokrafts Tipp ist super. Der größte Spaß und die größte Motivation fürs Kind ist nämlich, wenn die Eltern das Gedicht dann auch irgendwann können (was nicht ausbleibt, wenn man überall im Haus auf die Zettel stößt.)
#6 Angelina
22.1.11, 22:20
Gestikulation hat nicht immer Vorteile.
Wir mussten als Kinder *Die Glocke* auswendig lernen.
Fest gemauert in der Erden, steht die Form aus Lehm gebrannt...
Unser Lehrer hat uns wie Orgelpfeifen nacheinander aufstehen lassen, der nächste musste da fortfahren, wo der letzte aufgehört hatte. Fließend, ohne hörbaren Übergang.
Wer das einmal gelernt hat kann sich nicht nur Gedichte merken, das ist mir heute klar.
Ich denke diese Tipps hätten mir damals wenig geholfen. Was macht da im Raum umherlaufende Kind, wenn es in der Schule stehend das Gedicht aufsagen soll?
Betonungen waren mir eine Hilfe und ein hier erwähnter Tipp mit dem entlanggegangenem Weg.
#7
23.1.11, 08:02
das Kind muss ja auch nur so lange umherlaufen,bis es das Gedicht kann.(in der Schule beim aufsagen stillstehend)
1
#8
23.1.11, 08:42
Das funktioniert wirklich gut, kann ich aus Erfahrung berichten.
Mit meinen Kindern versuche ich aus dem Gedicht einen Rap zu machen, ein Rhytmus ist in Gedichten ja immer zu finden. Und dann tanzen wir zu dem Rap den afrikanischen Auswendiglerntanz, immer im Kreis um den Tisch herum, mit Klatschen und Stampfen, das macht VIEL Spaß und die Kinder lernen gerne, was an und für sich schon die halbe Miete beim Auswendiglernen ist!
#9
23.1.11, 10:17
Das mit dem Umherlaufen / Bewegen ist schon lange bekannt.
Fast jeder hat schon mal die katholischen Priester gesehen, wie sie im Klostergarten umhergehend ihr Brevier lesen oder dass Schauspieler so ihre Rollen lernen.

Noch ein Lerntipp:
Wenn das Kind nicht subtrahieren kann, lasst es rückwärts laufen.
Ich arbeite in meiner Praxis mit solchen Tricks aus der Hirnforschung.
Auch Koordinationsübungen (googelt es mal) helfen.

Um etwas zu "Begreifen" gib ihm etwas zum Begreifen = anfassen.
Jeder Mensch hat seinen eigenen Sinneskanal, über den es am besten Zugang zu Neuem bekommt.
Fachleute finden diese mit einem einfachen Trick:
"Stelle dir vor (Augen zu und nur vorstellen), da ist ein Musikinstrument. Was passiert ?"
Abwarten.
Wenn das Kind/Erwachsener sagt "Ich höre ein Klavier" und es bewegt die Hände, als würde es Klavier spielen, ist es ein "auditiv-kinästhetischer" Mensch. Also begreift er am schnellsten durch Hören und etwas anfassen. Z. B. Tonband und dabei Bewegung/Rhythmik oder etwas basteln.

Der nächste sagt:"Ich sehe eine Harfe." dieser Mensch hat am besten Zugang über das Sehen = z. B. Film.

Eine Mischform wäre, "Ich höre, sehe, mache....". Da wäre eine Kombination das Beste.

Wenn einer nur "hört", ist er ein "Vortragsmensch", der am besten durch zuhören lernt. Usw.

Dies sind Erkenntnisse aus der Hirnforschung und sehr interessant. Probiert es gleich mal aus.
#10
23.1.11, 11:20
@Angelina: Als Lehrer wäre ich froh, wenn das Kind beim Gedichtaufsagen NICHT wie ein Zinnsoldat strammsteht. Es geht doch nicht nur ums Auswendiglernen, sondern auch Freude an Gedichten wecken!!
#11 Angelina
23.1.11, 11:26
Strammstehen mussten wir auch nicht, herumlaufen war aber auch nicht möglich, zum richtigen Zeitpunkt einsetzen, mit der richtigen Strophe war wichtig. Deshalb mussten wir das ganze Gedicht kennen, wer die Glocke kennt, weiß was das heißt;-)
#12
23.1.11, 11:42
Wir "Mittelalterlichen" mussten ja noch viel mehr auswendig lernen als die Kinder heutzutage.
Angefangen vom kleinen und großen Einmaleins (heut nehemn sie den Rechner...) bis Kirchenlieder mit 15 Versen ("Befiehl du deine Wege" etc.) Bibelsprüche, Gedichte von den diversen Klassikern. Und nicht nur eines....
Ich seh mich noch vorne stehen: "Das Riesenspielzeug von Adalbert von Chamisso".....

Und ? Hats uns geschadet ?
Das war zwar striktes Auswendiglernen ohne einen "Lerneffekt fürs Leben", aber gutes Hirntraining.
#13
23.1.11, 14:12
Das fällt und BEGREIFEN.
Ein Kind kann alles besser verstehen und lernen wenn es die Sachen BEGREIFEN kann.
Also anfassen, abtasten, greifen,BEGREIFEN.
Kinder mir Lernschwächen hilft dies sehr.
#14
23.1.11, 14:20
@KaChriSa-Alberth:
Bitte lies mal mein posting Nr. 9 .....
#15
23.1.11, 15:02
@wattebällchen - dein Posting über die Sinneskanäle finde ich sehr interessant!

Ich lerne am besten über's Sehen. So schaue ich mir z.B. einen neuen Line Dance an und habe nach ein paar Mal schauen die Sequenzen und Schrittfolgen raus.
Bei den Step Sheets (schriftliche Schritterklärung) kriege ich die Krise... :)))

Beim Vorstellen eines Musikinstrumentes "sehe" ich nur...

Meine Söhne sind beim Lernen auch immer herumgelaufen und haben mit den Armen gestikuliert...
#16
23.1.11, 15:39
Dies ist natürlich nur ein winzigwinzigwinzigkleiner Ausschnitt dessen, was wir Fachleute mit der Hirnforschung anfangen können.

Probiere diese "Vorstellungsübung" mal mit deinen Jungs oder mit andern Leuten. Du wirst sehen, es funzt. Und manchem , der sich im Moment vielleicht noch schwer tut, auf die Sprünge helfen.
Nutzt es !
#17 Angelina
23.1.11, 16:12
Es gibt wie Wattebällchen schon sagt, verschiedene Lerntypen.
Es gibt aber auch die Tatsache, dass der Mensch gelerntes unterschiedlich behält,
Durch Lesen nur 10%
durch Hören schon 20%,
durch Sehen 30%, 50% durch Hören und Sehen gleichzeitig, 70% dadurch, das man es selbst erklärt, und 90% durch eigenes Handeln
Gelernt habe ich allerdings erst, wenn ich es umsetzen kann.
#18
23.1.11, 17:38
Wichtig ist, dass man verstanden hat, was man gelernt hat, sonst wäre es nur mechanisches abspulen von auswendig Gepauktem. Erst, wenn man etwas in eigenen Worten wiedergeben kann, "sitzt" es.

Beim Gedicht oder Choreografie lernen, markiere ich die Verse / Abschnitte mit verschiedenen Farben und dann lerne ich es nach Farben.
Oder im Gedicht die Handlung merken = Ablauf

In Englisch heißt "auswendig" "by heart", d. h., es muss im Herzen drin sein ....
#19
23.1.11, 20:49
Supertipp und super Kommentare. Da macht das Lesen richtig Spass. Dank an alle, die sich bisher geäußert haben.
#20
24.1.11, 07:40
@Angelina:
Dazu möchte ich anmerken, dass etwas erst nach 7 Wiederholungen im Langzeitgedächtnis abgespeichert ist.
Man sieht, das Lernen mit Karteikarten ist ein sehr gutes Mittel dazu.

Ich erfinde in meiner Praxis auch immer wieder neue Techniken/Spiele, mit denen man sich etwas merken kann. Z. B. wird das zu Lernende (Kopie) auseinander geschnitten wie ein Puzzle (kreuz und quer schneiden), dann nimmt man ein Teil zur Hand und ersetzt die fehlenden Teile im Gedächtnis (so hat man immer einen kleinen Anhaltspunkt, wie es weitergeht ...), dann wird es zusammengepuzzelt.
#21
24.1.11, 14:05
Die Idee ist nicht schlecht,klappt aber nicht bei jedem Kind.Da ich als Kind niemanden hatte mit dem ich ein Gedicht üben konnte,habe ich es abgeschrieben.So konnte ich es mir ohne Probleme merken.Das hat mir sogar Spaß gemacht,weil ich gerne geschrieben habe.Dadurch war ich auch in der Rechtschreibung ganz gut.
Ich mach es heute immer noch so.
1
#22
24.1.11, 14:22
siehe Posting Nr. 20:
während des Studiums habe ich in den Vorlesungen mitgeschrieben, fast Wort für Wort (ich hab noch Steno gelernt) = 1. + 2. Wiederholung.
Daurch kann ich heute noch in meinen Unterlagen nachsehen und bin sofort wieder auf dem Laufenden, denn man vergisst die Feinheiten eben doch im Laufe der Zeit.
Zuhause hab ich das ins Reine geschrieben = 3. Wiederholung
In den Paukkurs gegangen = 4. Wiederholung
Selbst gepaukt = 5. Wiederholung z. B. mit selbst gemachten Karteikarten und nach meinen Manuskripten und Büchern. Da die mir selbst gehören, hab ich da drin reingeschrieben, mit Leuchtmarkern unterstrichen etc. = optisch "einleuchtend"
Mit Kommilitonin gelernt/abgefragt = 6. Wiederholung
Nochmal selbst gepaukt = 7. Wiederholung
Prüfungsvorbereitungskurs = 8. Wiederholung = Überprüfung des gelernten Wissens und die Abrufbarkeit.
#23
24.1.11, 15:53
also ich habe so lernen müssen und auch meine Kinder.
10 x still lesen,
10 x laut
dann die erste Übung aus dem Kopf mit Buch.
wenn ich meinte das ich es könne, habe ich es aufgesagt (dabei hatte meine Mutti das Buch)
bin ich stecken geblieben, mußte ich von vorne anfangen.
ist das 5x passiert musste ich wieder bei Punkt 1 anfangen.
das abhören haben wir neben bei gemacht, da sind wir (mama und ich) normal den Beschäftigungen nach gegangen.
aber das einprägen habe ich eher im sitzen gelernt.
gut, manch mal lag das Buch auf dem Tisch und ich bin so mal vorbei und habe rein geschmult.
aber normal im sitzen, oder auch liegen- im Bett oder Sofa- und so haben es auch meine beiden gelernt.
naja meine zicke hatte es sich dann später angewöhnt im Unterricht kurz vorm abhören noch schnell mit zu lernen.
aber sie konnte es dann auch. ist schon komisch wie es jeder in den Kopf bekommt.
die Hauptsache ist ja das es drinnen ist.
#24
24.1.11, 19:55
Klar, für solche Themen gibts schon lange software, zB "Das kleine Einmaleins als RAP"
#25
7.2.11, 17:28
sehr gut
#26
2.5.11, 14:45
@ Regenwald: Wichtiger Tipp, prima. Und dickes Kompliment auch an die guten Darlegungen und Ergänzungen von Wattebällchen!
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Kinder generell besser lernen, wenn nicht nur 1 sondern mindestens 2 Sinne angesprochen werden, sei es über die Kombination mit richtiger Bewegung oder Gestik, Akustik, Optik, Geruch, Singen, Nachsprechen, Assoziation vor dem "inneren Auge", egal... Irgendwie scheint das Lernen dann besser zu "sacken", das Erlernte sich besser einzuprägen. Auch das Erlernte in eine Interaktion mit einem Lernpartner zu setzen kann helfen.
Ich glaube, wenn das Hirn über 2 "Kanäle" mit einer neuen Info erreicht wird, verarbeitet es diese lieber/besser, als wenn die Info nur übers Lesen, nur über sprechen etc. ankommt.
#27
21.12.11, 09:01
Ganz tolle Ideen, vielen Dank an alle. Ich bin mit meinen Kindern oft der Verzweiflung nahe. Als ich jünger war, habe ich alles zwei- dreimal abgeschrieben, dann war es im Kopf, aber bei den beiden funktioniert das nicht.

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