„Gibt es auch Meerjungmänner?“

Gibt es echte Meerjungefrauen und -männer? Im Schwimmbad auf jeden Fall! Mit der Flosse zischen sie alle los wie der Blitz.
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Bei uns seid mittwochs endlich einmal Ihr Kids an der Reihe! Unsere Lotte weiß nämlich ganz genau, dass es auf der Welt ziemlich viele unlogische und rätselhafte Dinge gibt. Deshalb hilft sie euch gerne bei der Suche nach Antworten.

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Heute fragt Tom, 6 Jahre, aus Innsbruck:

„Gibt es auch Meerjungmänner? “

Lotte weiß, dass die Welt der Erwachsenen manchmal seltsam ist.Lieber Tom,

sein langes, grünes Haar weht zottelig im Wind. Sein dicker Bauch baumelt über einem ausgeleierten, braunen Fischschwanz, der von einem Felsen ins Wasser hängt. Und in der Hand hält er eine Bierflasche … zu Meerjungmännern fallen mir gleich viele schöne Bilder ein.

Auf jeden Fall steht für mich eins fest: Wenn es Meerjungfrauen gibt, dann gibt es auch Meerjungmänner – ganz egal, ob sie nun mit dicken Bäuchen Bier trinken oder lieber rank und schlank an Algen knabbern.

Immer mehr Männer und Jungs wollen das Meerwesen-Dasein nicht mehr den Frauen und Mädels überlassen.

Schauen wir erst einmal nach den Meerjungfrauen. Die sind seit Jahrhunderten schwer angesagt – nicht erst seit „Arielle“. Vielleicht kennst du das traurige Märchen von Hans Christian Andersen? „Die kleine Meerjungfrau“ ist sicher das bekannteste Fischmädchen der Welt. In Kopenhagen, einer sehr schönen Stadt in Dänemark, steht seit über 100 Jahren ihre Bronzefigur.

Allerdings hat schon vor über 2.700 Jahren ein Dichter mit dem Namen Homer über verführerische Meerjungfrauen geschrieben. Er nannte sie „Sirenen“. Und die hätten fast den berühmten Seefahrer Odysseus absaufen lassen. Die Sirenen hatten nämlich Spaß daran, mit ihren Gesängen Schiffe anzulocken – und sie dann an Klippen zerschellen zu lassen.

Kein Happy End gibt es für die kleine Meerjungfrau. In Kopenhagen sitzt sie am Wasser und träumt von der Liebe.

Auch in Deutschland gibt es viele Geschichten über Nixen und Wasserfrauen. Im geheimnisvollen See Blautopf soll bis heute eine von ihnen leben: die schöne Lau. Der berühmte Dichter Mörike hat über diese traurige Wasserfrau ein langes Gedicht geschrieben.

Schade, eigentlich: Die ganzen Mädels scheinen im Wasser wenig Spaß zu haben. Ging es ihren Kerlen da besser? Eher nicht. Der Dichter Homer hat zum Beispiel über ihren Chef geschrieben, den Meeresgott Poseidon. Das war ein bärtiger, wilder Fiesling. Und er wollte den armen Odysseus ebenfalls ertränken.

Wo, wenn nicht hier - am Blautopf - gibt es Wasserfrauen? Im langen Höhlensystem suchen Taucher:innen nach ihnen.

Auch die anderen Wassermänner in den Märchen und Sagen aus Europa sind finstere Typen. Lebt einer von ihnen in Tümpeln oder Flüssen, nennt man ihn Nök. Mit ihm ist das übrigens so wie mit dem Ungeheuer von Loch Ness: Je mehr Alkohol die Leute getrunken haben, desto häufiger sehen sie ihn. Aber das heißt natürlich nicht, dass es keine Meerjungmänner gibt. Ein Foto als Beweis kann ich dir allerdings leider nicht vorlegen.

Dafür gibt es in vielen Schwimmbädern ganz echte Kurse für das „Meerjungfrauenschwimmen“ – bei dem auch immer mehr Jungs und Männer dabei sind. Probier’s doch auch mal aus. Mit der großen Flosse zischst du auf jeden Fall wie ein Pfeil durchs Wasser.

Ich hoffe, ich konnte dir ein kleines bisschen weiterhelfen. Hast du noch andere Fragen? Dann kannst du sie mir gerne schicken.

Bis nächsten Mittwoch

Deine Lotte

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