Kaffee zu heiß?

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Ist der Kaffee zu heiß? Dann stellt einen Aluminiumlöffel in die Tasse. Alu ist ein guter Wärmeleiter und bringt das Käffchen schnell auf Trinktemperatur.

Ein Löffel aus Edelstahl tut es auch, aber da dauert es länger.

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17 Kommentare


#1
9.6.10, 21:12
Alu ist ein einigermaßen vernünftiger Wärmeleiter. Aber wenn er die Wärme nirgendwo hin leiten kann, dann bringt das auch nix...
#2
9.6.10, 22:43
na klar bringt das was. Die Waerme wird an die Luft abgegeben. Die Luft ist zwar kein optimaler Waermeleiter, aber da die Waerme sowieso an die Luft abgegeben werdne muss (auch wenn kein Loeffel drin ist), ist die Flaeche groesser, von der Waerme in die Luft abgegeben werden kann.
#3 Blech
9.6.10, 22:46
Erstmal nimmt der Löffel die Wärme auf. Daß er sie weiterleitet, ist nicht unbedingt nötig.
#4 Bansch
9.6.10, 22:52
Der Loeffel "leitet" die Waerme auf jedne Fall weiter. Denn die Entropie sucht nach einem Gleichgewicht. D.h. Entropie wandert von Stellen mit viel Entropie (d.h. heissen Stellen, in unserem Fall dem Kaffee) in den Loeffel (Kaffee heiss, Loeffel kalt). Und dann wird der Loeffel natuerlich warm. Nun haben wir das naechste Ungleichgewicht: Loeffel warm, Luft kuehl => Entropie wandert vom Loeffel in die Luft.

11. Klasse Physik oder http://de.wikipedia.org/wiki/Thermodynamik

PS: Man kann z.b. genau berechnen, um wie viele Sekunden/Minuten schneller sich der Kaffee abkuehlt, wenn man einen Loeffel in den Kaffee steckt. Dazu benoetigt man nur die Temperaturen und Waermeeigenschaften der Materialien.
#5
9.6.10, 23:28
@Bansch: Auf die Berechnung hab ich aber akut keine Lust. Prinzipiell schön erklärt...für all diejenigen, die nicht schon im 6. Semester Quantenphysik stecken :P

ABER:
Wär mir neu, dass man das Thema in der 11. Klasse ausreichend tief bespricht, um nen solchen Fall zu lösen. Nichtstationäre Gradientenfelder explizit berechnen ist nicht ohne.

Und ob Entropie wandert? Jedenfalls nicht von Punkten hoher Entropie zu Punkten niedriger Entropie, sondern genau andersherum. Wenn ich gemein wäre, würd ich sagen: In der 11. Klasse Physik nicht aufgepasst, wa? ;)
#6
10.6.10, 05:49
Der Löffel muss natürlich irgendwann mal rausgenommen werden, um neben der Tasse auszukühlen. ;-)
#7 Bansch
10.6.10, 09:39
@Bzzz: Du musst da was verwechseln. In der 11. Klasse macht man die Hauptsaetze der Waermelehre durch (zumindest war das damals bei mir so). Und damit haben wir dieses Problem geloest. Nichtstationaere Gradientenfelder braucht man dazu nicht (was immer das auch ist, ich habe Physik nach der 11. Klasse abgewaehlt).

Aber du hast recht, in der 11. Klasse hatte ich besseres zu tun als aufzupassen :)
#8 Bleche
10.6.10, 15:01
@ 4 Bansch "Der Loeffel "leitet" die Waerme auf jedne Fall weiter."

Das darf er ja. Nur ist die an die Luft weitergeleitete Wärme unerheblich, weil die Weiterleitung viel langsamer vonstatten geht als vom Kaffe ins Alu.
#9
10.6.10, 18:46
@Bansch: N bisschen Gay-Lussac und so haben wir auch gehört, und auch später im LK vertieft, aber das war trotzdem fernab von jeder Anwendungsmöglichkeit für solche Probleme. Ne warme Tasse Kaffee ist nämlich kein thermodynamisch stabiles System. Die kannst du mit Elftklasswissen bestenfalls beschreiben, wenn sie nen Tag rumgestanden hat... ;)

Wusstest du übrigens schon, dass die heutige Entropieproduktion längst das Wirtschaftswachstum hemmt? Schräge Sache...
1
#10
11.6.10, 17:17
Ich wünsche jedem, der hier mit seinem Physikabi schwadroniert, dass er sich mal gehörig die Gusche am Kaffee verbrennt. Wer dann immer noch vom 99. Hauptsatz der Thermodynamik schwafelt, hat es auch nicht anders verdient. *ggg*
#11
13.6.10, 00:07
Also das ganze Gelaber von Thermodynamik, Physik etc. wird mir hier echt zu viel. Habt ihr schon mal versucht durch hineinpusten in die Kaffeetasse, den Kaffee abzukühlen??? Manchmal hilft auch vorsichtiges Schlürfen um den Kaffee auf Trinktemperatur zu bekommen. Ihr könnt natürlich noch den idealen Anstellwinkel der Kaffeetasse an der Unterlippe berechnen, bis dahin ist der Kaffee dann auch etwas abgekühlt!
#12
13.6.10, 09:44
@ Tischi-06: Genau, du sprichst mir aus der Seele. Komm, ich lad dich zu nem Käffchen ein. Dann zeige ich dir mal meine Aluminiumlöffelsammlung... ;-)
#13
13.6.10, 12:49
Ist schon schlimm, wenn man "logisch klingende, also bestimmt richtige" Tipps einfach mal widerlegt, gell ;)

Demnächst behaupt ich bestimmt auch, dass das Reiben der Münze am Automaten gar nicht hilft, wenn sie nicht angenommen wird. Oder dass in diesen unsäglichen Zuckerkügelchen nicht 20% Magie (Alte Hexe nackt und singend bei Vollmond 3x ums Feuer, etc.) und Hastenichtgesehenbinichwiedergesund drin ist, sondern 100% Zucker - der abgesehen vom Placeboeffekt genauso viel hilft wie ein Stück Würfelzucker, aber dafür das Tausendfache kostet.
Tzz...
#14 alsterperle
13.6.10, 13:47
Also, hab vielleicht nicht alles ganz verstanden, Physik Oberstufe schon zu lange her und sowieso abgewählt:), aber es war amüsant zu lesen! Jedenfalls wesentlich humoriger als das Geschreibsel über Putzmittel die nicht helfen oder Zusatzstoffe in Kartoffelchips:)
#15
13.6.10, 14:23
@Bzzz: Du hast was? Naja, ist ja auch egal. Die Praxis sagt mir jedenfalls: Der Kaffe kühlt ab mit dieser Methode. Ob daran die Entropie schuld ist oder Samba tanzende Atome in der Metallgitterstruktur, das ist mir absolut egal. *ggg*
#16
26.10.10, 17:55
**schmunzel

Wie wäre es einfach mit Pusten - hab ich jedenfalls, ohne Physikstudium, so gelernt - von meiner Mutti.

Nette Kommentare ;)

LG, ne alte Mum
1
#17 Dora
14.3.14, 09:42
@mamamia: von meiner Mutti habe ich gelernt, dass man den Inhalt der Tasse schnell abkühlen kann, wenn man es von einer Tasse in die andere kippt. Ist natürlich eine Tasse mehr Aufwasch, aber man macht es ja nicht täglich, nur wenn man mal in Eile ist.

@Schnauff: deinen Tipp kann ich leider nicht ausprobieren, denn ich habe kein Alubesteck (mehr).

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