(Kinder)Geburtstag "hinter den Kulissen"

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Jahrelang habe ich die Kindergeburtstage meiner Kinder (drei an der Zahl, die älteste ist jetzt zum Glück schon volljährig) selbst geplant, Bastelideen gesammelt, Schnitzeljagden vorbereitet! Letztes Jahr, sind mir die Ideen ausgegangen.

Einer dieser durchorganisierten Museumsgeburtstage kam für mich aus Kostengründen nicht in Frage, so eine Mottoparty im Stil von "Auf den Spuren der Pharaonen" mit Hieroglyphen-Malen kommt gerne mal auf über 100 Euro, und da ist der Transport hin und zurück noch nicht mit drin. Dasselbe gilt für die beliebten Kinder-Kegelnachmittage.

Das Theater in unserer Stadt bietet Führungen für Gruppen an, pro Kopf Euro 2,00. Eine pädagogisch begabte Dame aus dem Opernchor holte uns im Foyer ab, und dann gab es eine Führung durch die Theaterwerkstätten, wir konnten sehen, wie Perücken hergestellt werden, durften im Kostümfundus staunen, "echte" Mauern und Steine aus Styropor bewundern, auf der Drehbühne durften wir eine Runde drehen, und in der Requisite echt gefährliche Dolche aus Gummi betasten.

Für die Kinder und auch die Begleitpersonen war das eine tolle und interessante Sache, und aus Hin- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln machten wir mit Abzählreimen eine große Gaudi.

Kosten: inkl. öffentlichen Verkehrsmitteln unter Euro 40,00

Fragt bei Interesse bei der Theaterpädagogik nach.

(Dieses Jahr haben wir wieder zuhause gefeiert. Aber die Pause hat mir mal gut getan.)

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30 Kommentare


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#1
13.9.13, 11:35
Das ist ja eine super Idee und sie kommt gerade rechtzeitig!
Ich bin auch nicht für durchorganisierte Geburtstag, aber das hier klingt echt spannend - auch für die Erwachsenen.
Ab welchem Alter würdest du das empfehlen?
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#2 mayan
13.9.13, 12:08
Wie schade, dass meine Kinder schon erwachsen sind. Das klingt ungeheuer spannend und im Gegensatz zu anderen Kindergeburtstagsaktivitäten wäre das auch für mich was Neues gewesen!
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#3
13.9.13, 12:26
@Truddel: unser Theater bietet die Führung an für Kinder ab 4 Jahren, das findet dann in einer Außenstelle statt, wo hauptsächlich Kinderstücke gespielt werden. Unsere Kinder waren 7 und 9, und wir haben das große Opernhaus wie oben beschrieben besuchen dürfen. Den Kindern und ihren Freunden hat es allen sehr gut gefallen.
@mayan: solch eine Führung kannst du auch mit erwachsenen Gästen machen, oder mit Verwandten. Das Theater muss nur vorher wissen, um welche Altersgruppe es sich handelt, um die Führung entsprechend zu gestalten.
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#4 QueenOfTheStoneAge
13.9.13, 12:43
gute Idee!
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#5 mayan
13.9.13, 12:45
@Stopfnadel: Hey, das merke ich mir, da hast du eigentlich völlig recht.
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#6
13.9.13, 13:31
Eine sehr schöne und originelle Idee. Vielen Dank :)
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#7
13.9.13, 14:08
Habe so etwas ähnliches auch schon gemacht. Wirklich sehr, sehr interessant!
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#8
13.9.13, 17:19
Das könnte man ja auch als Erwachsener einem Geburtstags"kind" schenken, dass sich eigentlich nichts wünscht und auch schon alles hat.
Gute Idee!
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#9
13.9.13, 22:41
Finde es toll, dass auch mal jemand mit etwas weniger Geld einen tollen Kindergeburtstag gestaltet hat. Die allgemeinen Ansprüche sind doch schon sehr hoch und können nicht von jedem bedient werden. Als mein Sohn noch ganz klein war fingen die ersten Mütter schon mit Kegeln, Schwimmbad, Kino, inclusive Essen an. Das konnte ganz schön ins Geld gehen. Aus der Not heraus habe ich improvisiert. Eine grüne Glühbirne Birne in meinem großen Schlaf-Nähzimmer, aus einem Eßtisch mit Decken eine Butze gebaut, ein Minitrampolin mit einigen Matratzen ringherum, viele aufgepustete Luftballons, eine Truhe mit Sachen zum Verkleiden und eine Wohnung wo man von einem Zimmer ins nächste im Kreis laufen konnte und auch durfte. Die Kinder haben auch ohne mütterliche Animation den ganzen Nachmittag prima miteinander gespielt und ihren Spaß gehabt.
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#10
11.10.13, 07:26
Als jemand, der mit dem Theatervisurs infiziert ist, muss ich sagen, grandiose Idee. Vor allem, wenn sie dazu breitragen sollte, auch nur bei einem Kind die Neugierde aufs Theater zu wecken, so dass es vielleicht dazu angeregt wird, dann auch wirklich ein Stück sehen zu wollen und dann dabei hängen bleibt und zum Theater-Fan wird. Das ist zugegebenermaßen nicht wirklich billig, aber soooo viel wertvoller als Glotze, Videospiel-Ballerei oder hirnloses Hollywood-Kino.
@mayan: das ist keine Ausrede. Kann man als "Kind" jeden Alters machen. Ich bin (leider) auch erst als Erwachsener zum Theater gekommen. Hätte mir auch gewünscht, früher drauf gebracht worden zu sein, aber besser spät als nie.
#11
11.10.13, 08:01
Sehr schön und richtig, was du schreibst. Ich bin nämlich auch schon als Kind mit dem "Theatervirus" infiziert worden. Zwei meiner Kinder und ich spielen auch Theater und eine Enkelin auch (lach).
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#12
11.10.13, 08:52
Ich bin Lehrerin an einer Schule für geistig Behinderte. Bald werde ich 50. Ich überlege schon seit geraumer Zeit, wie ich meinen Geburtstag mit meinen Schnuckis begehen kann, sodass es etwas Besonderes ist (denn meine Klasse hat viele arme Schüler, die zuhause fast nie was geboten bekommen) und wofür ich trotzdem nicht einen Haufen Geld investieren muss. DAS hier ist eine super Idee, darum werde ich mich gleich mal kümmern, ob das im Staatstheater Braunschweig auch angeboten wird. Außerdem ist der Tipp nett geschrieben. Vielen Dank!
#13 quietscheentchen4711
11.10.13, 09:32
für diesen beitrag bekommst du echt ein riesigengroßes lob...;) die kinder waren mit begeisterung dabei ud lernten (im hintergrund) noch was dazu... ich hatte immer nur so kindergeburtstage mit topfschlagen und so für meinen sohn.. da er auch noch im februar geburtstag hat und wir in köln wohnen blieb ich einmal,an karnevalstagen sogar mal auf 2 geschwisterkindern sitzen, (weil die eltern feiern waren) sodass die gezwungenermassen bei mir nächtigen mussten. und wegen der matschigen jahrfeszeit habe ich ab dann immer ein halbes jahr später gefeiert. da war herrlichster sonnenschein und die kids konnten sich draussen amüsieren.
ich hatte vor einigen jahren mal in der zeitung "känguru" gelesen, dass es bei uns etwas für kinder gab, das hiess "strom zum anfassen" oder "stom zum selber machen", was ich daraus erlesen konnte, war zB dass man mit körperlicher betätigung strom erzeugen konnte, so wie man das manchmal im tv sieht, auf einem standrad ordentlich in die pedalen treten und damit den fernseher zum laufen bringt.
leider wohnte mein sohn zu dem zeitpunkt nicht mehr hier im umkreis. sonst hätte ich ihn auch im erwachsenenalter mal dahin eingeladen
#14 mayan
11.10.13, 09:49
@adgxv2000: Ich brauche keine Ausreden... ich tu mich allgemein etwas schwer mit Theater. Schuld war eine Faust- inszenierung, in die ich als Schülerin gegangen bin, weil ich das Stück, in der Schule gelesen, so faszinierend fand - es spottet jeder Beschreibung,was da draus gemacht wurde, ich bin mitten im Stück gegangen. Wertvoll können Bücher und Filme auch sein und die kann ich überdies genießen, wann ich will.
Ins Theater bin ich nur mit den Kindern in Kinderstücke gegangen, die waren schön.
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#15
11.10.13, 10:52
@mayan: Tut mir leid, dass du enttäuscht von der Inszenierung warst, das ist mir auch schon passiert. Kommt leider bei modernen Inszenierungen häufig vor. in letzter Zeit habe ich nur gute Erfahrungen gemacht, Theater ist für mich faszinierend. eine Möglichkeit ist es, vorher die Kritik zu lessen, da weiß man meistens, was einen erwartet.
Warum schreibe ich das? Möchte dich fürs Theater ermutigen bzw. interessieren- Eine Theaterverrückte1
#16 onkelwilli
11.10.13, 12:39
Leider gibt es in unserer Stadt kein "richtiges" Theater, d.h. nur eines ohne Eigenproduktionen - eine Führung wäre demnach weniger interessant.

Was den Besuch von Theatervorstellungen mit Kindern betrifft, habe ich ganz üble Erfahrungen gemacht. Manche Eltern mit "alternativen" Erziehungsmethoden sind geradezu beglückt, wenn ihre "lebhaften" Blagen sich völlig uninteressiert zeigen und durch Lärmen und Herumlaufen die anderen Besucher um den Genuss bringen. Nein danke!

Über die bis zur Unkenntlichkeit "bearbeiteten" Stücke mag ich gar nicht reden, mir läuft schon die Galle über!
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#17
11.10.13, 13:33
Woher habt Ihr denn nur diese negativen Erfahrungen mit Theater? macht mich ganz traurig.
Bei mir in Stuttgart gibt es ei n hervorragendes Kindertheater im JES (Junges Ensemble Stuttgart), das u.a. Theater für Erwachsene, Kinder und Jugendliche und auch einen Seniorentheaterclub ("Die 5te Jahreszeit) beinhaltet, in dem ich auch selber Mitglied war und gespielt habe.
Das Theater hatte jetzt 10jähriges Jubiläum.
Mit meinen Enkeln und auch mit Kinde n befreundeter Familien war ich schon öfter in einer Vorstellung und habe noch nie erlebt, dass Kinder störten oder herumliefen. Alle waren begeistert. Vielleicht ist unser Theater so gut und so spannend, ob es daran liegt? Lächel.
Leute, geht ins Theater! Das gehört doch zur Kultur.
#18 quietscheentchen4711
11.10.13, 13:40
da fällt mir grade ein, eine nachbarin hat nach der geburt ihres kindes viele gutscheine bekommen und dabei war auch ein gutschein für ein "babykonzert".

http://www.stadt-koeln.de/6/veranstaltungskalender/02848/
#19 onkelwilli
11.10.13, 14:53
@amarantis: Jaa, in der Gro0stadt hat man ganz andere Möglichkeiten. Als Provinzler bin ich auf die wenigen Tourneetheater-Vorstellungen in meinem Städtchen angewiesen. Ich meinte aber auch die im Fernsehen gezeigten "Performances", die für mich alles andere als einladend sind.

Ich freute mich mal auf meine Lieblingsoper, Mozarts "Entführung aus dem Serail", deren Handlung im Orient spielt, im 18. Jahrhundert oder früher. Als dann gleich zu Anfang der Chor der Janitscharen im Nato-Tarnanzug und Springerstiefeln auflief, habe ich verärgert abgeschaltet. "In echt" hätte ich spätesten in der Pause das Theater verlassen. Nur ein Beispiel von vielen.

Aber zugegeben: Bei Kindervorstellungen ist dieses "Phänomen" seltener. Ich erinnere mich gern an die Märchenoper "Hänsel und Gretel", von der meine inzwischen längst erwachsene Tochter heute noch schwärmt. War aber auch eine ganz konventionelle "Interpretation" ohne Schnickschnack. Heute muss man wohl damit rechnen, dass Hänsel plötzlich sein Handy aus der Tasche zieht.

Eine bessere und rigorose "Eingangskontrolle" wäre ratsam. Ich habe den Eindruck, dass mit viel zu kleinen Kindern ins Theater gegangen wird, die dann total übefordert sind. Vielleich macht man das ja in Stuttgart.
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#20
11.10.13, 16:55
@onkelwilli: Was störende Kinder angeht, volle Zustimmung. Habe ich zwar nicht wirklich oft erlebt, aber immer mal wieder, auch in Sinfoniekonzerten. Da kommen sie dann mit ihren Dreijährigen oder sogar Säuglingen an, die natürlich mit dem Dargebotenen nichts anfangen können und sich langweilen und das entsprechend zum Ausdruck bringen. Da habe ich kein Verständnis für die Eltern. Wer keinen Babysitter findet, soll daheim bleiben. Ansonsten gibts zumindest in großen Städten genügend Konzert- und Theaterangebote speziell für Kinder.
Deine Skepsis bezüglich moderner Inszenierungen von Klassikern kann ich allerdings nicht teilen. Ich finde, wenn ein Regisseur ein Stück inszeniert, das zig oder sogar hunderte von Jahren alt ist und schon zigtausende Male inszeniert wurde, dann sollte er auch eine eigene Idee, eine eigene Sicht des Stückes entwickeln, ihm eine neue Facette abgewinnen, die seiner zigtausendundersten Inszenierung eine Daseinsberechtigung gibt. Ansonsten ist das doch nur öde und langweilig. Ich brauche mir echt nicht meine fünfundzwanzigste Hamlet-Inszenierung anzusehen, wenn da Schauspieler in Barock-Kostümen über die Bühne stolpern und alles genau so ist wie vor fünfhundert Jahren, als das Stück geschrieben wurde. Da kann ich dann auch gleich daheim bleiben und das Stück lesen, da habe ich mehr davon.
Eine Hamlet-Inszenierung dagegen, die in die modernen Geschäfts-Welt versetzt war, mit den Protagonisten in Business-Anzügen und der Handlung in einem Konferenzraum fand ich überaus erfrischend und offenbarend. Hatte dem Stück gleich eine Bedeutungsebene verliehen, die ich so vorher noch nicht gesehen hatte. Ebenso entwa eine Macbeth-Inszenierung, die ins Chicagoer Mobster-Milieu der 40er Jahre versetzt war, oder eine andere, die die Handlung in den russisch-afghanischen Krieg der 80er Jahre versetzt hatte.
Natürlich sollten solche Aktualisierungen kein reiner Selbstzweck und modischer Schnickschnack sein, sondern Teil eines Regie-Konzeptes, das Hand und Fuß hat, bei dem sich der Regisseur etwas gedacht hat, und das dem Publikum als Ganzes auch einleuchtet. Aber reflexartig sofort wegzusehen oder abzuschalten, wenn ein Klassiker mal in einem anderen Gewand daher kommt als dem verstaubten Hundertjährigen, finde ich schade, da tut man vielen klugen Inszenierungen unrecht.
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#21 onkelwilli
11.10.13, 19:20
@adgxv2000: Kleinkinder im Sinfoniekonzert, und es wird nicht sofort "durchgegriffen"? Da wäre ich eisenhart, würde mein Eintrittsgeld zurückverlangen. Wo sammer denn? Aber wie gesagt, dürften erst gar nicht eingelassen werden, solche "Erziehungsberechtigten". Und der Dirigent müsste unverzüglich abbrechen.

Was die "Aktualisierung" von Klassikern angeht, handelt es sich bei mir nicht um Skepsis, sondern um ein wohlabgewogenes Urteil. Deine Beispiele riefen bei mir eine Gänsehaut hervor. Komischerweise wird bei "Fidelio" z.B. an der Musik Beethovens nicht herumgepfuscht, wär ja auch noch schöner. Aber die Handlung von einem spanischen Gefängnis des 18. Jahrhunderts nach Guantanamo verlegen, das geht? Nicht mit mir! Es gibt ja noch so was wie Werktreue. Einen Roman von Fontane schreibt man ja auch nicht um, damit ihn auch junge Leute verstehen. Nicht der Regisseur ist die Hauptperson, sondern der Autor.

Gerade noch von einer aktuellen Inszenierung der "Ratten" von Hauptmann gehört, bei der "auf spärlich beleuchteter nackter Bühne" die Akteure in Käfigen saßen wie im Zoo - wat soll dat? Ich lasse jedem seine Meinung, aber mir soll man meine auch lassen. Jeder hat das Recht, einer Inszenierung "Unrecht" zu tun, indem er sie eben nicht klug findet. O.K.?
#22
11.10.13, 19:48
@onkelwilli: es geht ja auch nicht darum, etwas "umzuschreiben". Der Text sollte natürlich schon original erhalten bleiben, bei einer Aktualisierung oder Umdichtung der Shakesepar'schen Sprache würde ich auch eine Grenze ziehen. Es geht nur darum, die Handlung in einem aktuell relevanten Kontext darzustellen. Der Autor hat das Stück in dem für seine damalige Zeit relevanten Kontext "verortet", und wenn das Stück wirklich was taugt und immer noch relevant ist, verträgt es auch eine Übetragung in einen aktuell relevanten Kontext. Oder andersrum, wenn es das nicht verträgt, stellt sich die Frage, warum inszeniert man es dann überhaupt noch, wenn es für die heutige Zeit keine Relevanz mehr hat? Das ist dann eben meiner Meinung nach eine rein museale Aufführung, die ich persönlich eben uninteressant finde. Theater sollte meiner Meinung nach, anders als Musik oder Romane, die zeitlos sind, eine aktuelle Relevanz haben, sonst finde ich persönlich es eben uninteressant. Klar kann die aktuelle Relevanz eines Stücks aus dem 18. Jahrhundert auch auf ein heutiges Publikum wirken, wenn es absolut werktreu genau wie im 18. Jahrhundert dargestellt wird. Ich habe natürlich auch genug großartige werktreue Inszenierungen gesehen, die keinerlei aktueller Kontextualisierung bedurft haben, um absolut modern und relevant zu wirken. Ich bin eben nur der Meinung, dass es nicht per se negativ ist, wenn ein Regisseur eben ein schlüssiges Konzept hat, um ein Stück in einem anderen zeitlichen und oder/lokalen Kontext zu verorten und so gewisse Apekte des Stücks noch klarer herauszustellen, als es bei einer originalgetreuen Inszenierung möglich wäre. Außerdem tue ich mich persönlich etwas schwer damit, etwas zu beurteilen, oder gar abzuurteilen, was man gar nicht gesehen hat.

Und bei Beethoven und klassischer Musik allgemein hat ein Dirigent sehr wohl eine Menge an Möglichkeiten, dem Werk seine persönliche Note zu verleihen, durch entsprechennde Auswahl von Tempi, Dynamik, Ausdrucksweise etc. pp. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es ja keinen Grund, ein Werk immer und immer wieder neu einzuspielen, und die ganze Musikkritik hätte nichts zu besprechen. Aber eine Beethoven-Symphonie wird von verschiedenen Dirigenten und verschiedenen Orchestern sehr unterschiedlich interpretiert, und das hat ja auch seine Berechtigung.
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#23
11.10.13, 20:46
Also Leute, nichts für ungut, aber wieso stellt ihr für die Kinder so ein Programm auf? Die Geburtstage wo ich war hatten die Kinder vor lauter Geschenke auspacken, spielen, rumtoben... nicht mal Zeit/Lust den Geburtstagskuchen in Ruhe zu essen. Am letzten Geburtstag wollte die Mutter die Kinder zum Basteln animieren, aber außer einem Mädchen wollten alle viel lieber weiterspielen. Und ältere Kinder/Jugendliche sind doch sonst auch in der Lage sich selbst (meistens) zu beschäftigen?! Kann ich nicht wirklich nachvollziehen.
#24 onkelwilli
12.10.13, 12:35
@adgxv2000: Tja, da kann ich nur weiterhin Meinungsverschiedenheit kanstatieren, ein Wort, das in Deutschland seltsamerweise oft als negativ empfunden wird, Ausdruck einer übertriebenen Harmoniesucht?

Nochmal zum Tipp: Ich teile die Meinung, dass Kindergeburtstage oft übertrieben "organisiert" werden. Kinder woll Spaß haben, aber nicht unbedingt "fremdbespaßt" werden. Es hat sich da wohl ein unschöner Wettbewerb unter den Eltern entwickelt. Ich erinnere mich an einen KG einer Klassenkameradin meiner Tochter mit schwer reichen Eltern, die doch tatsächlich einen Profi-Zauberkünstler samt Assistentin engagiert hatten. Seltsamerweise - oder auch nicht - fühlte sich das "arme reiche Mädchen" bei uns "einfachen Leuten" immer pudelwohl. Vielleicht auch, weil sie bei uns auch mal furchtbar ungesunde Sachen essen durfte?

Der Tippi ist jedoch insofern hilfreich, als er zeigt, dass nicht jeder Kindergeburtstag ein teures Vergnügen sein muss.
#25
12.10.13, 18:36
Sorry, aber wieso kriege ich jetzt für mein Statement oben einen roten Daumen? Ich habe niemanden angegrifffen oder abgebürstet, sondern völlig unaufgeregt meine persönliche Meinung kundgetan, ohne die Gegenmeinung in irgendeiner Art und Weise abzuwerten. Wenn man damit nicht übereinstimmt, ok, aber muss man dann gleich einen roten Daumen klicken? Das ist doch Kasperei.

Zum Thema "Werktreue" wollte ich jetzt nur noch einen allerletzten Nachtrag abliefern, den ich bei meinem Kommentar oben vergessen habe, und dann ist auch gut, versprochen. Also, ich habe etwa die Hälfte der Werke Shakespeares im englischen Original gelesen, darunter alle bekannten wie Hamlet, Othello , Rome & Julia, Macbeth, King Lear, Sommernachtstraum etc. pp. Und ich habe jetzt extra nochmal nachgesehen. Ich habe keine, wirklich keine einzige Regieanweisung Shakespeares gefunden, die explizit besagt, dass Männer Strümpfe und Pluderhosen und Frauen Barockkostüme tragen sollen. Wirklich keine einzige. Gut, bei den Historien-Dramen weiß man von den handelnden Personen, in welcher Zeit diese spielen, und welche Kostüme zu der Zeit getragen wurden. Aber "Hamlet" etwa ist eine rein fiktive Geschichte, da hat Shakespeare weder festgelegt, in welcher Zeit sie spielt, noch welche Kostüme und Ausstattung zum Einsatz kommen sollen. Lediglich der Ort ist mit einem Schloss in Dänemark festgelegt.
Wenn man also nur eine solche Shakespeare-Inszenierung als werkgetreu und akzeptabel empfindet, wie sie zu Zeiten Shakespeares stattgefunden hat, dann hat das eigentlich nicht wirklich was mit Werktreue im Sinne des Befolgens von niedergeschriebenen Regieanweisungen zu tun (denn nochmal: diese gibt es nicht), sondern dann ist das eher eine "vorgestellte" Werktreue im Sinne einer historischen Aufführungspraxis. Wie ja bekannt sein dürfte, waren zu Zeiten des elisabethanischen Theaters alle Schauspieler männlich, auch alle Frauenrollen wurden von Männern gespielt. Wenn man also Werktreue in diesem Sinn als "getreu der historischen Aufführungspraxis" auffasst, müsste man folgerichtig auch alle Shakespeare-Inszenierungen ablehnen, bei denen Schauspielerinnen zum Einsatz kommen, und dürfte nur solche als werktreu im Sinne von historisch akkurat akzeptieren, bei der alle Rollen mit männlichen Schauspielern besetzt sind.
Eine solche Inszenierung, sagen wir mal beispielsweise von Romeo und Julia, in denen sich Männer als Frauen verkleiden und mit anderen Männern abknutschen, würden die konservativen Theatergänger von heute, die so viel Wert auf Werktreue legen, dann aber doch wieder nur schwer ertragen können, gelle? Oder sollte ich mich da etwa täuschen?

Und zum Schluss: ich emfinde Meinungsverschiedenheit überhaupt nicht als negativ, ganz im Gegenteil, so ein Austausch gegensätzlicher Meinungen ist sehr befruchtend, solange man sich nicht persönlich angreift (und das hat hier ja niemand getan), sondern sich auf den Austausch sachlicher Argumente beschränkt.
Debattierklubs sind in angelsächsischen Ländern ja legendär.
#26
12.10.13, 21:04
gelöscht
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#27
12.10.13, 21:07
@adgxv2000: ja, das hast du.
Aber leider sind manche wohl nicht in der Lage einen sehr gut geschriebenen Kommentar zu lesen und entweder als gut zu bewerten oder eben gar nicht.
Da du sehr akzentuiert geschrieben hast und auch sehr gekonnt, muss es eben rot sein.
Mich wundert , dass es so wenige sind.
Es wundert mich ebenso, dass noch keiner "auf geheult" hat,
es passt nicht zum Tipp.
Mach dir nichts daraus, dies ist hier normal.
Und nun her mit dem Geschenk, der roten Daumen!!!
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#28 Internette
12.10.13, 21:35
#27 Muss dich ent_täuschen, von mir gibt's Grüne. ;-) Auch für adgxv2000!

Es geht ja nicht nur um's lesen.... man muss es auch verstehen (können). ;-)
Bitte mehr davon!

Schöner Tipp! Auch wenn mein Kind aus dem Alter raus ist.
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#29
12.10.13, 21:52
@Internette: danke, so deutlich wollte ich mal nicht werden.
Da die "Fan-Gemeinde" dann gleich wieder loslegt.
#30
13.10.13, 08:20
Guten Morgen, von mir gibt es immer grüne Daumen für inhaltliche Kommentare ******
Das sind die Lichtblicke bei FM ... Gruß und Dank.
wünsche einen schönen Sonntag

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