Online etwas Geld verdienen: Es werden Texte berücksichtigt, die von Januar bis Ende Dezember im Vorjahr online waren und in diesem Zeitraum die vorgeschriebene Länge und Besucherzahl haben.

Mit Online-Texten etwas Geld verdienen (VG-Wort)

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Ja, das ist richtig. Für Texte, die eigenständig formuliert sind und mindestens 300 Wörter haben, gibt es ein paar Euro. Es geht darum, dass Online-Texte auf der ganzen Welt gelesen und vielleicht kopiert werden. Für dieses Kopieren bekommen Autoren von einer Organisation etwas Geld, so wie Musiker von der GEMA. Sie heißt Verwertungsgesellschaft Wort, kurz: VG-Wort.

Die Struktur, der VG-Wort ist etwas schwierig zu verstehen. Es geht hauptsächlich um Autoren, die einen Teil ihres Einkommens durch Schreiben verdienen, z.B. von Büchern, Zeitungsartikeln, Filmdrehbüchern u. a. Doch es gibt Ausnahmen. Wer als Nicht-Autor eigene Texte in einem Internetportal (wie Frag-Mutti) veröffentlicht, bekommt auch Geld (Tantiemen).

Ein paar Begriffe

Verwertung: Es wird kopiert, kopiert und kopiert. Gerade im Internet. Keiner kann das kontrollieren. Deshalb bekommen Autoren ein wenig Geld von der VG-Wort, als Entschädigung fürs kostenlose Kopieren = Verwerten.

METIS: Abkürzung für „Meldesystem für Texte auf Internetseiten“.

T.O.M.: Abkürzung für „Texte online melden“. Über T.O.M. erfolgen die Anmeldungen von Online-Texten.

Wie funktioniert das?

Um Texte zu melden, muss man mit der VG Wort einen kostenlosen Vertrag abschließen. Wissenschaftler und solche, die Online-Texte nicht hauptberuflich schreiben, machen einen Vertrag als „Bezugsberechtigter“. So, und nun aufgepasst! Zuerst erfolgt die Registrierung:

  • online über das Meldesystem
  • dann mit den herunter geladenen Unterlagen, die am Drucker ausgedruckt werden
  • diese Unterlagen müssen ausgefüllt und unterschrieben werden. Ganz wichtig: Datum und Unterschrift
  • dann ins Briefkuvert stecken, Briefmarke drauf, abschicken (Adresse steht unten)

Nach Bearbeitung der Unterlagen bekommt man eine E-Mail an die angegebene persönliche E-Mail-Adresse. Das ist die Bestätigung und Freischaltung. Dann kann man in Zukunft alle Onlinetexte anmelden und andere Aktionen durchführen.

Welche Texte kann man melden?

Selbst geschriebene und gestaltete Texte (auch PDFs und ePubs). Nicht erlaubt sind kopierte  („geklaute“) Textteile, die man mit eigenen Worten zusammenbaut. Erlaubt sind nur Texte mit einer persönlich gestalteten Darstellung, die einen Sachverhalt in zusammenhängender Weise beschreibt und vom Thema her abgrenzbar ist. So wie ein Schulaufsatz mit Anfang, Hauptteil und Schluss. Nicht anmelden darf man Datensammlungen, Listen, Rezepte, kurze Texte wie News, FAQ’s, Lexikonartikel, Bildunterschriften usw.

Die Texte müssen im Internet erscheinen und sie müssen dort lesbar sein (HTML oder XHTML Dateien). Jeder einzelne Text muss eine bestimmte Anzahl an Zeichen haben (mindestens 1.800 Zeichen inkl. Leerzeichen, das sind ungefähr 300 Wörter). Gedichte können weniger als 1800 Zeichen haben.

Wo finde ich die  Anzahl der Zeichen?

Für den einzelnen Text gibt es eine Statistik in Word. Unter Datei -> Eigenschaften ->  Statistik. Dort stehen Anzahl (Wert) der Buchstaben (mit Leerzeichen) und Anzahl der Wörter.

Anzahl der Besucher ist wichtig

Jetzt kommt eine Aktion, die etwas schwierig erscheint. Die VG-Wort verlangt, dass Texte eine gewisse Zahl an Besuchern auf der Internetseite haben (Visits oder Sessions). 1.500 Besucher sollen den Text gelesen haben (Stand 2016, die Zahl kann geändert werden). Das wird gemessen mit Zählmarken. Die Besucherzahl, die manchmal vom Betreiber einer Internetseite veröffentlicht wird, werden nicht berücksichtigt.

Erst ab dem Tag, an dem die Zählmarke der VG-Wort im Text eingebaut ist, fängt die Zählung an. Wenn man angemeldet ist bei der VG-Wort und alle Zugangsdaten hat, kann man die Zählmarken bestellen. Das sind einzelne Zeilen mit Nummern und Zeichen. Man bekommt eine Liste mit 20 Zählmarken und kann mehr bestellen, wenn man möchte.

Zählmarken einbauen

Jeder Text, der die vorgeschriebene Mindestlänge hat, kann eine Zählmarke bekommen. Leute mit eigenem Blog, den sie selbst verwalten, haben es nicht so leicht. Andere lassen das vom Betreiber der Internetseite machen, wo der Text erscheint. Dazu werden die Zählmarken per E-Mail an den Webmaster geschickt. Das ist nicht so schwierig, nur etwas umständlich.

Texte melden

Ab Mai, Juni bekommt man von der VG-Wort eine Nachricht mit den Zähl-Ergebnissen. Wenn man weiß, welche Texte mehr als 1.500 Besucher hatten, muss man diese melden. Und zwar zusammen mit dem Identifikationscode, der bei jeder Zählmarke steht.

Meldezeitraum

Es werden Texte berücksichtigt, die von Januar bis Ende Dezember im Vorjahr online waren und in diesem Zeitraum die vorgeschriebene Länge und Besucherzahl haben.

Wieviel Geld gibt es?

Das ändert sich jedes Jahr. 2016 sind es 20 Euro für einen Text, der mindestens 1.500 Besucher hat. Wenn es mehr als 6.000 Besucher sind, gibt es etwas mehr Geld. Melden muss man bis spätestens 31. August im Jahr nach dem Jahr, in dem die Texte online waren. Im Oktober kommt der Betrag dann aufs Konto. Wenn man jetzt anfängt mit dem Einbau von Zählmarken, ist das erst im Oktober 2017. Eine lange Zeit, aber doch eine große Freude!

Anschrift:

VG-Wort / METIS
Weidenstr. 2
81543 München
Tel. 089 – 51412-0
E-Mail: vgw@vgwort.de
Internet: www.vgwort.de

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20 Kommentare


3
#1
29.7.16, 12:44
Unser Sohn hat gerade einen netten Scheck von der VG Wort bekommen. Das war aber für seine Dissertation, und das verstehe ich, denn die ist ja in gebundener Form verkauft worden.
Daß das aber mit Texten im Internet auch geht, ist mir neu. Mir scheint der Weg bis zum Bargeld auch ziemlich mühsam zu sein.
Für Leute, die gute Ideen für gute Texte haben, ist das bestimmt eine gute Sache. Mir würde da nichts einfallen.
2
#2
29.7.16, 13:42
@Maeusel: liebe Maeusel, dein Tipp "Spielerisch Sprache fördern..."
könnte man doch gut erweitern und dann hätte er 300 Wörter gehabt! So ein
"Aufsatz" macht immer etwas Arbeit. Doch auch Spaß, wenn man sieht, es
wird was! Der Weg zum Bargeld ist aber einfacher als der Weg zum
Gutschein.... Nur der Einstieg ist nicht einfach, wie überall.
#3
29.7.16, 14:21
@gudula: Auf die Idee wäre ich nicht gekommen, danke für den Tip!
Vielleicht fällt mir mal wieder ein Thema ein, zu dem ich mehr schreiben könnte als üblich.
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#4
29.7.16, 15:13
.... und bitte dran denken, dass dieses Geld auch versteuert werden muss.
#5
29.7.16, 16:36
Wieviel Geld bekommt man denn für so einen langen Text? 😐
#6
29.7.16, 18:20
@NFischedick: Das ändert sich jedes Jahr. Für 2016 sind es 20 Euro für einen Text, der mindestens 300 Wörter hat. Das ist eine Schreibmaschinenseite. Ich finde, das ist nicht lang. Wichtig ist, dass der Text wirklich komplett vom Schreiber stammt. Da darf nix Kopiertes rein!

Eine Info noch: es können sich Deutsche und auch EU-Bürger bei der VG-Wort anmelden, wenn ihre Texte auf einem deutschen Internet-Portal veröffentlicht werden.
#7
29.7.16, 18:27
@NFischedick: oben steht: 20 Euro für einen Text mit 6.000 Besuchern. 
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#8
29.7.16, 18:42
@HörAufDeinHerz: Habe ich wohl überlesen. Ehrlich gesagt würde mir auch kein Text einfallen der sich über eine DINA 4 Seite hinzieht. Damit ich so eine Seite zusammenkriege muss ich ganz viel grübeln und dafür fehlt mir die Zeit. Wenn ich Zeit übrig habe dann verbringe ich die lieber hier bei FM. Für das viele Grübeln sind mir 20 Euro auch zu wenig. 
2
#9
29.7.16, 20:01
@gudula: aber wie kann @Mäusel gegenüber der VG-Wort beweisen, dass sie den Text des Tipps geschrieben hat? Kann nicht auch Lieschen Müller behaupten, sie sei das Mäusel von FM? Oder kann man nur Texte melden, die man mit Klarnamen geschrieben hat?
6
#10
29.7.16, 21:07
@NFischedick: 
Ich grübel auch ohne finanzielle Vergütung und sogar ganz oft hier bei FM😂
2
#11
30.7.16, 07:09
@Mafalda: Du schickst eine Zählmarke für Deinen Text an Frag-Mutti. Der Webmaster von Frag-Mutti fügt die Zählmarke in Deinen "Mafalda"-Text ein. Zu dieser Zählmarke gehört auch ein Code, den Du auf dem PC verwahrst. Erst bei der Meldung von diesem Text tippst Du ihn in das online-Formular ein. Das ist clever gemacht!
3
#12
30.7.16, 07:12
@NFischedick: Verstehe ich Dich da richtig: grübeln und nachdenken sind keine Freizeibeschäftigung sondern harte Arbeit für Dich?
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#13
30.7.16, 09:36
@gudula: Genau so ist es. 
1
#14
30.7.16, 21:28
@ für mich ist das auch harte Arbeit. Noch keinen Finger gerührt und schon müde vor lauter grübeln und denken.
#15
30.7.16, 21:39
Ich kann das Grübeln und Nachdenken gar nicht mehr abstellen:
Es kommt von alleine immer und überall und geht nicht weg...und ganz schlimm wird es, wenn es zu wundern mutiert (wundern groß oder klein? Wieder was zu grübeln - ich sag`s ja... 😂)
#16
30.7.16, 21:43
@Gudula, die Seite hört sich interessant an, leider kapier ich noch nicht ganz wie es abläuft. Soweit ich gelesen habe ist die Teilnahme dort kostenlos. Wie sieht es aber mit diesen Zählmarken aus? Kosten die etwas? Dieser VG Wort Verein macht dies ja nicht gewinnorientiert, um so weniger verstehe ich dann woher dann das Geld für die Autoren kommen soll. Huch? Ich schau mir das mal in aller Ruhe an. Danke für die Info dafür. 
#17
31.7.16, 12:28
@Sally75: Hallo! Keine Sorge, die Zählmarken kosten nichts. Die VG-Wort bekommt ihr Geld über Geräte-Abgaben, z.B. von den Herstellern der Kopiergeräte. Und von Verlagen auch. Sie nimmt genug ein, glaube ich. Ein Freund von mir, ein Drehbuchschreiber, bekommt jedes Jahr eine 5stellige Summe. Da wird man schon etwas grün vor Neid...
#18
11.8.16, 21:11
@gudula, nee Neid ist nichts für Freigeister wie wir zwei es sind. Wir wissen doch das harte Arbeit dahinter steckt! :-)
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#19
19.8.16, 15:34
Interessanter Ansatz, doch es geht auch anders: Als Schreiber von Blogartikeln werden immer wieder Leute gesucht.
Klar geht das als Gastblogger, aber auch gegen Bares und das fließt dann wesentlich schneller
Dazu gibt es Bloggerbörsen und auch auf Facebook Gruppen, ebenso wie Texter-Auftragsgruppen usw.
Ob Schmink- oder Einkaufstipps, mittlerweile werden Schreiber zu allen Themen gesucht und es dauert nicht so lange, bis Geld fließt.
#20
25.8.16, 08:02
@Scannerclaudia: Ja, das stimmt, es gibt Textagenturen wie content.de. Dort muss man einen Probetext einreichen und der wird bewertet, damit man überhaupt mitmachen darf. Aber es muss ein unveröffentlichter Text sein! Dann darf man aus vielen Themen was raussuchen und muss nach Vorgaben etwas zu Produkten schreiben, für Online-Shops. Auch Blogtexte werden gesucht, das stimmt. ABER die Bezahlung ist sehr minimal, Ein paar Euros für mindestens 1 bis 2 Stunden Arbeit. Aber Kleinvieh macht auch diverse Häufchen. Das Geld von VG-Wort bekommt man ja für Texte, die schon geschrieben wurden.

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