Stress raus, beim Essen mit Kleinstkindern: Löffel anbinden

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Sobald die Kleinen anfangen selber zu löffeln, entdecken sie meist auch die Schwerkraft - und probieren sie ständig aus. Das kann beim gemeinsamen Familienessen irgendwann ganz schön nerven. Damit die Eltern nicht permanent die Mahlzeit unterbrechen, sich nach dem heruntergefallenen Löffel bücken, aufstehen und ihn abwaschen müssen, empfiehlt es sich, eine Schnur am Ende des Löffels zu befestigen und das andere Ende am Stühlchen festzubinden.

Die Schnur so lang bemessen, dass der Löffel nicht bis auf den Boden fällt.

So können die Eltern lässig sitzenbleiben, den Löffel cool lächelnd hochziehen und geruhsam weiteressen.

(Die Kleckerspritzer auf dem Boden kann man auch nach Beendigung des Essens in einem Aufwasch wegputzen.)

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10 Kommentare


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#1
19.4.11, 16:12
Na, das wär mal ein Tipp gewesen, als meine Zwillinge noch in dem Alter waren :-) Nun zwar nicht mehr notwändig aber trotzdem klasse !
#2
19.4.11, 17:55
Finde ich nicht gut, die Kinder probieren in dem Alter auch aus. Was passiert wenn ich was runterwerfe? Wie verhält sich die Mutter bzw der Vater?
Steht er das erste Mal auf? Das zweite und dritte Mal auch noch? Und dann?

Das sind wichtige Erfahrungen die Kinder machen müssen und auch sollen.
Auch diese Zeit geht vorbei. Ich habe die Löffel aufgehoben wenn es aus versehen passiert ist. Wurde es mit Absicht gemacht habe ich eine Grenze gesetzt: Wenn du jetzt den Löffel nochmals runterwirfst kannst du nichts mehr essen.
Das sind wichtige Erfahrungen die Kinder machen müssen.
Was fällt wie runter? Wie reagieren meine Eltern.

lg minette
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#3 alsterperle
19.4.11, 19:15
@minette61: Kleinkinder, nur von denen spreche ich, werfen nicht absichtlich Sachen aus der Karre, dem Hochstuhl etc. Sie lernen nur los zu lassen. Und das ist angeboren. Davor konnten sie nur festhalten. Und nun ist der nächste Entwicklungsschritt dran: los lassen. Das ist bei allen Menschen gleich und gibt sich wieder.
Klar ist auch die Reaktion für Kinder interessant. Aber die Idee mit dem Band ist praktisch und wird doch auch schon lange mit den Schnullern so umgesetzt. Grenzen sind wichtig, müssen aber auch sinnvoll und altersgerecht sein. Ein 1 jähriges Kind kann anders behandelt werden als ein 4 jähriger, der seine Mama gern hüpfen sieht;)
#4
20.4.11, 07:33
@alsterperle:
aber beim 1-jährigen fangen die Eltern an die Weichen zu Stellen. Oft sogar früher... Und als 4-jähriger lässt er die Eltern dann stramm stehen.

Ich denke, die Band Methode ist für Kinder deutlich unter einem Jahr interessant... ansonsten: Löffel weg? Pech!
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#5 alsterperle
20.4.11, 08:25
@Hasis: Genau, Weichen stellen. Erziehung hat auch etwas mit Geduld und Liebe zu tun, nicht mit Bundeswehr :)
#6 KleineElfe82
20.4.11, 18:58
Wenn ich meinem Sohn (10 Monate) nach dem ersten Löffel runter werfen, das Essen verweigern würde, verhungerte er ganz schnell. Ich denke schon, das Babys in dem Alter das mit Absicht machen. Mehrere Kinderpsychologen erklären das nämlich genau wie oben beschrieben. Wie reagiert die Mama beim 152. Mal? Fliegt der Löffel auch mal ausnamweise in die Luft statt runterzufallen? Macht er auch beim 153. Mal noch das selbe tolle Geräusch? Aber was gut und böse ist, geschweigedenn die Absicht seine Eltern zu ärgern, das können Kinder in dem Alter noch nicht erfassen. Wie o.e. würde mein Lütter bei dieser Strafe ganz bald verhungern und ich finde das auch nicht altersgemäß. Und ich bin nunmal der Meinung, dass man diese Phase mal durchmachen muss, um den Babys ihrer Lernerfahrung nicht zu berauben. Aber wenn man mal den ganzen Tag unterwegs ist und im Restaurant ist oder irgentwo eingladen ist, finde ich diesen Anbindtrick genial. Da manche Gastgeber sich schämen, wenn die Gäste mit dem Lappen den eigenen Dreck wegwischen und man als Gast ja aber auch nicht zu viele Umstände machen möchte. Zu Hause steht mein Mopp bereit. ;-)
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#7
21.4.11, 00:49
Meine drei Kinder sind schon groß, aber als sie klein waren, wäre ich gern auf die Idee gekommen. Ich als studierte Pädagogin finde es zwar auch wichtig, dass die Kinder ihre Erfahrungen machen, denke aber auch, dass man es sich als Mutter manchmal leichter machen kann, um dann umso besser gelaunt wieder mit den Kindern zu spielen.
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#8
21.4.11, 10:16
Am schlimmsten für ein Kind ist eine genervte Mutter ......

Man bindet ja auch das Kinderspielzeug im Kinderwagen an oder macht eine Schnur an Handschuhe oder Socken (die man dann durch die Ärmel vom Anorak oder die Hosenbeine zieht).

Noch ein Tipp für Eltern von Minis:
Unter den Hochstuhl hab ich eine Wachstuchtischdecke gelegt. So kamen auch "ausgebüxte" Essensteile nicht auf den Teppich.
Über Brotkrümel haben sich die Vögel gefreut.

Ich sagte immer: "Bei uns kann man vom Boden essen. Soviel Zeug liegt unter dem Tisch..." (Meine 4 Kinder sind mittlerweile erwachsen und praktizieren diese Tipps bei den eigenen Kindern).

Frohe Ostern.
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#9
21.4.11, 13:22
@wattebällchen: Das mit der Wachstuchdecke ist gut, ansonsten habe ich auch alles angebunden. auch eine Mutter hat ein Recht auf eine Auszeit beim Essen und ein Kind profitiert von einer gut gelaunten, ausgeruhten Mutter mehr als von der Erfahrung wie sie sich beim 150. Bücken anstellt.
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#10
21.4.11, 14:47
@haxnmax:

Eben. Wir sind doch nicht der Hanswurst, den man dressieren kann.

Auch ein Kleinkind muss lernen, was "nein" heißt.
Egal, ob es sich drum handelt, in der Steckdose zu pulen (trotz Schutzkappen) oder das Töpfchen samt Inhalt umzuwerfen, im Waschpulver zu sandeln oder unbekannte Beeren in den Mund zu stecken, einfach auf die Straße zu laufen oder dauernd den Fernseher aus und an zu machen. Die Liste ist noch nicht vollständig.

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