Tut Sterben eigentlich weh?

Unser Leben ist nicht immer lustig. Es gibt auch ernste Themen, über die wir nachdenken und über die wir Bescheid wissen wollen.
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Bei uns seid mittwochs endlich einmal Ihr Kids an der Reihe! Unsere Lotte weiß nämlich ganz genau, dass es auf der Welt ziemlich viele unlogische und rätselhafte Dinge gibt. Deshalb hilft sie euch gerne bei der Suche nach Antworten.

Heute fragt Florián, 6 Jahre, aus Ludwigsburg:

„Tut Sterben eigentlich weh?“

Lotte weiß, dass die Welt der Erwachsenen manchmal seltsam ist.Lieber Florián,

das ist eine der Fragen, bei der Erwachsene gerne ausweichen. Sie stottern etwas von „Religion“ und fragen: „Warum willst du das wissen? Geh doch lieber spielen!“ Ich finde das unfair. Klar, die Frage ist sehr schwierig. Doch wir müssen über sie nachdenken – vor allem aber über euch. Denn wenn ihr solche Fragen stellt, habt ihr einen guten Grund dafür und macht euch viele Gedanken.

Also überlegen wir zuerst, was Sterben ist. Man könnte es als einen Übergang bezeichnen, der vom Leben in den Tod führt. Es gibt viele Arten zu sterben, zum Beispiel schlimme Unfälle und Kriege. Die meisten Menschen sterben aber, weil sie sehr alt geworden sind. Laufen und Treppensteigen werden immer schwieriger. Das gilt auch für das Hören, Sehen und Schmecken. Ältere Menschen werden zudem schneller krank. Gesunde Ernährung, Bewegung, Spaß am Leben und Medizin können ihnen dann eine Zeit lang helfen, weniger Schmerzen zu haben.

Sind ältere Menschen fit und haben Spaß am Leben, ist alles in Ordnung. Doch was ist, wenn sie immer älter und kranker werden?

Doch irgendwann ist es für die meisten Menschen in Ordnung, zu sterben - am liebsten im Kreis ihrer Familie. Auch dabei kann nicht nur Medizin gegen Schmerzen helfen, sondern auch ganz viel Liebe. Mein Lieblingsonkel hat sich beim Sterben sehr über Blumen gefreut und geflüstert: „Sterben, bitte.“

Wie jemand stirbt, das hängt sicher auch von seinem Glauben ab. Da sind wir auch wieder bei der Religion. Jede sagt zwar etwas anderes über den Tod. Aber das, woran man glaubt, kann einem die Angst vor dem Sterben nehmen.

Was ich dir ans Herz lege, ist das Buch „Die Brüder Löwenherz“ von der Schriftstellerin Astrid Lindgren. Von ihr kennst du vielleicht „Michel“ und „Pipi Langstrumpf.“ Aber sie hat auch ein Buch über das Sterben und den Tod geschrieben. Sie schreibt dabei über Mut und Trost – und das finde ich sehr wichtig. Dabei ist es ganz egal, was du glaubst.

Übrigens geht es beim Sterben nicht nur um diejenigen, die wir verlieren. Es geht auch um diejenigen, die weiterleben. Wenn wir uns vorstellen, dass wir jemanden, den wir sehr gern haben, nie wieder sehen, ist das für uns furchtbar. Es hilft dann viel, wenn wir über ihn reden.

Mein Lieblingsonkel war zum Beispiel ein Schelm. Er hat gerne Leute veräppelt, miese Witze erzählt und Apfelmost getrunken. Also sitze ich ab und zu mit der Familie zusammen, wir trinken Apfelmost – obwohl das niemand von uns mag – und sprechen über den Onkel. „Weißt du noch, wie er den Nachbarn mit den Hühnern veräppelt hat?“ oder „Weißt du noch, wie er an Weihnachten immer mit Absicht falsch gesungen hat?“

Carpe diem - Nutze den Tag! Hab Spaß mit deiner Familie und deinen Freunden. Genieße Kleinigkeiten und das, was du hast.

Zum Schluss will ich dir noch etwas raten: Genieße mehr, was du jetzt und hier in deinem Leben hast – und wen du hast. Drücke deiner Mama jeden Tag zwei dicke Küsse auf die Wange. Kitzle deinen Papa, bis er sich vor Lachen fast in die Hose macht. Und triff dich mehr mit deinen Freunden. Es gibt einen Film, „Der Club der toten Dichter“, den du mit elf oder zwölf Jahren schon anschauen kannst. Da geht es genau darum: „Carpe diem“. Das ist Latein und heißt: „Nutze den Tag.“

Ich hoffe, ich konnte dir ein kleines bisschen weiterhelfen. Hast du noch andere Fragen? Dann kannst du sie mir gerne schicken.

Bis nächsten Mittwoch

Deine Lotte

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