Sollte auch nur der kleinste Verdacht bestehen, dass man an einer Schlafapnoe erkrankt ist, ist es dringend erforderlich, sofort einen Arzt aufzusuchen. Der wird eine Einweisung in ein Schlaflabor verordnen.

Ursachen und Folgen der Schlafapnoe

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Immer öfter höre ich aus dem Bekannten- und Freundeskreis, dass nächtliche Atemaussetzer - also eine Schlafapnoe gerade in der letzten Zeit mehr und mehr zum Thema werden. Eine Schlafapnoe muss unbedingt behandelt werden, da sie die Gesundheit, sowie das Berufs- und Privatleben des Betroffenen beeinflusst.

Wie macht sich eine  Schlafapnoe bemerkbar?

Bleierne Tagesmüdigkeit mit Neigung zum Einschlafen, Konzentrationsstörungen, Verminderung der geistigen Leistungsfähigkeit, das Gefühl, so gut wie gar nicht geschlafen zu haben, Antriebslosigkeit, Mundtrockenheit beim Aufwachen, Potenzstörungen, Unlust und Trägheit können auf eine Apnoe hindeuten.

Der Schlaf wird gestört; dadurch entsteht ein chronisches unbemerktes Schlafdefizit, das sich durch Tagesmüdigkeit bemerkbar macht. Betroffene werden vergesslich, leiden oft unter Angstzuständen und leichten Depressionen, verspüren oft Kopfschmerzen.

Tagesmüdigkeit führt z.B. bei Autofahrern zu einer bis zu siebenfach erhöhten Unfallwahrscheinlichkeit durch unkonzentriertes Fahren, bis hin zum lebensgefährlichen Sekundenschlaf.

Die Risiken einer Apnoe:

  • Bluthochdruck
  • Herzschwäche
  • Durchblutungsstörungen des Herzmuskels bis hin zum Infarkt
  • Herzrhythmusstörungen
  • Arteriosklerose
  • Schlaganfall

Was aber passiert überhaupt?

Während der Nacht erschlaffen die Muskeln im Rachenraum, die Zunge fällt zurück und blockiert die Atemwege. Der Atem setzt aus, schlimmstenfalls minutenlang, schlimmstenfalls mehrmals pro Nacht.

Atemstillstände dauern zwischen 10 und 120 Sekunden an und treten bis zu fünfmal pro Schlafstunde auf.

Es gibt drei Arten der Schlafapnoe:

  • OSAS= Obstruktive Schlafapnoe
  • ZSAS = Zentrale Schlafapnoe
  • Gemischte Schlafapnoe,

wobei die obstruktive Schlafapnoe die häufigste ist. Männer in höherem Alter sind öfter betroffen, Frauen bleiben meist bis zur Menopause davon verschont.

Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es aufgrund einer Blockade der oberen Atemwege, in der Nase oder im Rachen, zu einer Blockade des Luftflusses zur Lunge.

Die mögliche Ursache für eine Blockade ist z.B., dass sich die Muskeln im Schlaf zu sehr entspannen, und somit einen ausreichenden Luftfluss verhindern.

Die Zentrale Schlafapnoe entsteht meist im höheren Alter bedingt durch Hery- Kreislauferkrankungen.

Mögliche Ursachen der Apnoe:

Ursachen der Schlafapnoe sind überwiegend

  • ein zu hoher Body-Maß-Index (Übergewicht)
  • das Lebensalter
  • die Einnahme von Beruhigungs- und Schlafmitteln
  • Diabetes mellitus
  • Nikotin- und Alkoholgenuss
  • Herzschwäche
  • Schlafen in Rückenlage

aber auch (eher selten):

  • Rheuma
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • vergrößerte Mandeln
  • Nasenpolypen und Fett- und Bindegewebe am Eingang der Atemwege

Grund der häufig auftretenden Folgekrankheiten:

Bei Atemstillständen sinkt die Sauerstoffsättigung im Blut, was bedeutet, dass das Gehirn und alle Organe nicht mehr ausreichend mit lebensnotwendigem Sauerstoff versorgt werden. Das Gehirn bemerkt den akuten Notstand und veranlasst die Weckreaktion, die aber in den meisten Fällen vom Betroffenen nicht bemerkt wird.

Die Ursache der Blockierung der oberen Atemwege ist z. B., dass das Gewicht des Nackens die Atemwege verengt, die Muskeln entspannen sich zu sehr im Schaf und verhindert den Luftfluss (bei der Form von zentraler Schlafapnoe - ZSA - z.B. sind die Atemwege zwar geöffnet, es findet aber kein Luftfluss der Lungen statt. Dieser Zustand wird oft nicht erkannt, weil die Betroffenen eher selten schnarchen).

Sollte auch nur der kleinste Verdacht bestehen, dass man an einer Schlafapnoe erkrankt ist, ist es dringend erforderlich, sofort einen Arzt aufzusuchen. Der wird eine Einweisung in ein Schlaflabor verordnen, in dem in durchschnittlich zwei Nächten das Schlafverhalten untersucht wird. Meist reicht es, sich abends im Schlaflabor des Krankenhauses einzufinden und nur die Nacht/Nächte dort zu verbringen. Die Auswertung wird dann dem Hausarzt oder Pneumologen übermittelt, weitere Schritte werden besprochen und verordnet.

Dazu gehört eine CPAP-Therapie mittels einer Nasen-/Atemmaske, die mit Überdruck die Atemwege offen hält. So werden Atemaussetzer verhindert und wieder Tiefschlafphasen (REM) erzielt. Individuell gibt es bei leichteren Beschwerden und nicht adipösen Patienten auch andere Möglichkeiten wie z.B. eine Operation oder eine vom Zahnarzt angepasste Unterkieferschiene (Antischnarchschiene) .

Die Beatmungstherapie ist in allen Fällen einer Apnoe hilfreich, wenn sie dauerhaft und konsequent durchgeführt wird. Der geringe Aufwand, Maske und Schlauch täglich gründlich zu reinigen, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen der Therapie.

Allerdings reicht es nicht aus, die Schlafapnoe allein durch eine CPAP-Therapie zu behandeln:

Sinnvoller wäre es, die Ursache der Apnoe zu beseitigen, also Übergewicht, Bluthochdruck und gestörten Fettstoffwechsel zu beheben.

Die Kosten der CPAP-Maske (Continious Positive Airway Pressure) werden von den Krankenkassen übernommen.

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3 Kommentare


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#1
1.11.17, 23:51
Ein sehr ausführlich beschriebener Tipp. Dafür bekommst du von mir schon 5 Sterne
Dieses Thema haben wir auch in meiner Ausbildung durchgekommen. 
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#2
2.11.17, 09:31
Ich finde den Tipp sehr gut, da die meisten Menschen das total unterschätzen und als gegeben hinnehmen. Die dadurch entstehenden Schäden hast Du ja ausführlich beschrieben und das sollte jeden, der unter Schlafapnoe leidet dazu veranlassen, sich Hilfe zu holen.👏
#3
2.11.17, 11:21
Viele Leute wissen vielleicht gar nicht dass das eine Krankheit ist, und dass man was dagegen tun kann.

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