Zuschneiden - Stoffseite - Rollschneider mit Wellenklinge

Ein Rollschneider mit Wellenklinge schneidet braunen Stoff auf einem grünen Schneidbrett, um präzise Formen zu erstellen.

Zur Zeit verarbeite ich gerade einen Taft, der auf der rechten und linken Seite minimal unterschiedlich erscheint - je nach Ausrichtung und Helligkeit. Dies berücksichtige ich bei der Auswahl der rechten Stoffseite und dem dann folgenden Zuschneiden solcher Stoffe, damit sie später nach dem Verarbeiten von rechts immer gleich erscheinen:

Bevor ich den Stoff vom Tisch abhebe, markiere ich die rechte Stoffseite mit einem kleinen Zettel. Weiterhin verwende ich beim Zuschneiden leicht fransender Stoffe gern einen Rollschneider mit Wellenklinge:

Dies verhindert das Ausfransen und lässt die Nahtzugabe weniger dick auftragen - besonders dann, wenn man wie in meinem Fall an einer Naht mehr als zwei Stofflagen aufeinander treffen. Wer viel mit Futterstoffen o. ä. arbeitet, kann sich vielleicht den Luxus gönnen, einen Rollschneider mit Wellenklinge eingelegt, dauerhaft zur Hand zu haben, damit man nicht immer die Klinge wechseln muss (genau das unterbleibt dann nämlich ...).

Noch ein Tipp: Das Auftragen von Nahtzugaben kann man bei dickeren Stoffen dadurch minimieren, indem man sie stufig zurückschneidet: Nach dem Steppen einer Naht schneide ich von der Richtung Textli-Inneres (!) liegende Nahtzugabe über der Hand/ dem Zeigefinger so viel wie möglich wieder weg. Die Nahtzugabe aber, die nach außen, also zur rechten Stoffseite des Textils hinzeigt, bleibt in voll zugeschnittener Breite bestehen. In den beiden Nahtzugaben entsteht also untereinander eine Art "Stufe", daher der Begriff "stufig zurück schneiden". Bei solcher Art Zurückschneiden der Nahtzugaben verdeckt also die breite NZ die darunter befindliche schmale - von der rechten Stoffseite kann sich also nichts durchdrücken und winzige Spuren hinterlassen :-)

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Wenn wir schon bei den Nahtzugaben sind, noch ein Tipp: Wenn man später durch viele Stofflagen steppen muss, vor dem Nähen dieser eigentlichen Naht 2 mm weiter außen, also Richtung Stoffkante mit kleiner Stichlänge durch alle Nahtzugaben steppen: Diese "Naht" presst schon mal die Stoffmassen ein wenig zusammen und erleichtert das nachfolgende Steppen ungemein.

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14 Kommentare

das ist gut erklaert.ich nehme zum markieren schneiderkreide oder polycromstift. bei belegen,streifen,taschen etc. auch noch mit pfeil zwecks strichrichtung.
Ein Rollschneider mit Wellenklinge ist ideal für Profis. Wer hobbymäßig schneidert und bastelt, könnte sich eine gute Zackenschere kaufen. Fürs Zuschneidenvon Stoffen total gut, da die Kanten nicht (oder weniger) ausfransen. Zum Basteln ideal für Papierarbeiten mit Zierrand.
@gudula: Der Rollschneider mit Wellenklinge ist auch etwas für Hobby-SchneiderInnen: Der Stoff kann ohne Dehnen, Sich-Verschieben auf der Schneidematte liegen bleiben und millimetergenau geschnitten werden. Wenn man aber eine Zackenschere verwendet, muss man den Stoff - ich weise hier besonders auf rutschige Stoffe hin - in die Hand nehmen und das Schneiden auf der gewünschten Linie kann schon mal schief... werden. Möchte auch noch darauf hinweisen, dass eine gute Zackenschere teurer ist ist als ein Rollschneider mit Wellenklinge. Eine gute, verlässlich schneidende Zackenschere erkennt man daran, dass sie vm allerersten "Glied" (Nähe Glenk) bis in ihre vordere '"Spitze" hinein schneidet, ohne dass man die Schere immer wieder neu ansetzen muss und schon wieder von der Linie abweicht und ohne dass der Stoff ausfranst/ ausreißt und die Schere im Stoff hängen bleibt. Aus Erfahrung heraus ist eine gute Z. eine solche, die einen ergonomisch geformten Griff hat - möglichst mit Touch-Soft. Die zzt. beste, weil hochwertig verarbeitete und zuverlässig schneidende ist die der Firma Prym. Ihr Preis liegt aber immerhin bei knapp 40 Euro. Diese Anschaffung ist aber ihren Preis wert, wenn man sie denn häufig benutzt.