Alkoholabhängige Menschen sind unglückliche Menschen. Sie müssen Gift zu sich nehmen, um Glücksgefühle zu bekommen. Das ist tückisch. Wer hilft? Zuerst der Hausarzt. Ein offenes Gespräch ist wichtig.

Alkoholabhängigkeit - Glück im Rausch, Unglück im Leben

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Zum Thema „Schlafstörungen“ und „Schlank bleiben“ habe ich schon was gepostet bezüglich Alkohol. Nun möchte ich grundsätzlich etwas dazu schreiben und vorab den Tipp geben: am besten sehr wenig oder gar keinen Alkohol trinken. Das Warum sieht bei mir persönlich so aus: In meinem Freundeskreis habe ich mit ansehen müssen, was passiert nach vielen Jahren jeden Abend zwei, drei Gläschen Wein oder sonst was.

Ein Bekannter ist schwerst depressiv mit Selbstmord-Gedanken. Eine Freundin ist unendlich happy, weil sie wegen der Figur abends keine Kohlehydrate mehr isst und trinkt. Da hat sie sich Alkohol gleich abgewöhnt. Zuerst war das etwas schwierig, da haben wir sie unterstützt. Dann war das Schlimmste überwunden (nach 3 Wochen) und sie war sehr stolz. Nun meine Gedanken zum Thema, wozu ich viele Infos gesammelt  und einen Fachmann befragt habe.

Alkoholgenuss schädigt immer die Gesundheit, wenn man jeden Tag trinkt. In alkoholischen Getränken steckt das Gift Ethanol. Es ist eine heimtückische Droge und wirkt sehr, sehr langsam. Das Gift verändert über viele Jahre den ganzen Menschen – Körper und Seele.

Eine seelische Krankheit durch langjährigen Alkoholkonsum ist schwer zu verstehen. Denn der Erkrankte muss nicht ins Bett und er kann jeden Tag zur Arbeit gehen. Er leidet völlig anders. Er leidet, ohne das selbst zu merken und er lässt andere Menschen leiden – durch Reizbarkeit, Aggression oder Depression. Durch Egoismus, Intrigen, Unehrlichkeit und Launen. Angehörige und Freunde sind hilflos. Die meisten trinken selbst Alkohol.und deshalb wird das Problem irgendwie verdrängt. Der Grund: die Krankheit ist kompliziert und der alkoholabhängige Mensch ist sehr schwierig.

Abhängigkeit ist eine Hirnkrankheit

Was geschieht im Gehirn eines Alkoholabhängigen? Dort ist durch Alkoholgenuss ein Mangel entstanden. Und das passiert so: Bier, Wein oder Schnaps fließen in den Körper und schon entsteht das Rauschgefühl. Dieses Gefühl entsteht blitzschnell und ist so ähnlich wie Gefühle, die auf natürliche Weise beim Küssen, Essen, beim Sex, beim Streicheln usw. entstehen. Sie entstehen durch Endorphine. Das sind Eiweißstoffe (Hormone), die schmerzstillend wirken. Sie machen glücklich! Wenn Alkohol im Blut ist, entstehen Endorphine auf künstliche Weise. Sie entstehen also nicht auf natürliche Weise. Das ist der gefährliche Unterschied! Die natürliche Art der Produktion wird gestoppt und nicht mehr angeregt. Die körpereigenen Glücksmacher hören mit der Arbeit auf - sie werden faul.

Der Weg in die Abhängigkeit

Wer nach dem Rausch am nächsten Morgen schlechte Laune hat oder traurig ist, der leidet unter der Faulheit der natürlichen Glücksmacher. Auf natürliche Weise entsteht jetzt kein Wohlbehagen mehr. Die körpereigenen Endorphine sind nicht oder wenig aktiv, weil künstliche Stoffe sie verdrängt haben. Logisch! Wer dann wieder Alkohol trinkt, um gute Laune zu haben, fühlt sich natürlich sofort wohl. Alkohol wirkt sofort und künstliche Endorphine gewinnen die Oberhand. Aber so kommt totale Unordnung ins Gehirn! Die körpereigene Produktion von Endorphinen wird immer weiter lahm gelegt, weil künstliche Stoffe das schneller machen. Und weil das so schön ist und so schnell klappt, wird der Mensch süchtig, er trinkt und trinkt ... Die Alkoholabhängigkeit beginnt.

Entzug - ein schwerer Weg

Wer richtig abhängig ist von künstlich produzierten Endorphinen, kann sehr, sehr schwer davon loskommen. Das Gehirn erinnert sich daran, dass Alkohol schnell und sehr stark wirkt! Man spricht vom Suchtgedächtnis. Endorphine, die der Körper auf natürliche Weise herstellt, sind feiner und langsamer. Allerdings ist ihre Wirkung großartig. Sie überschwemmen den ganzen Körper mit sanftem Prickeln und warmen Strömen, ohne unangenehme Nachwirkungen. Bis das Gehirn aber wieder normal funktioniert, ist es ein harter Weg für den alkoholabhängigen Menschen. Der Weg heißt „Entzug“. Weil die Glücksmacher nicht aktiv sind, wird es körperlich sehr unangenehm. Schwitzen, Unruhe, Zittern, Frieren sind die Begleiter. Bis das Gehirn wieder auf „Normal“ schaltet, dauert es Wochen und Monate. Aber es lohnt sich! Die natürlichen Glücksmacher sind zuverlässig und tun gut.

Berauscht und unglücklich?

Alkoholabhängige Menschen sind unglückliche Menschen. Sie müssen Gift zu sich nehmen, um Glücksgefühle zu bekommen. Das ist tückisch. Die seelischen Anzeichen dieser Krankheit zeigen sich in einer Wesensveränderung. Oft muss man ohne Alkohol auskommen, im , im Job, in der Familie. Es gibt also immer Zeiten, in denen die Glücksgefühle, die der Körper selbst herstellt, nicht aktiv sind. Dann herrscht riesiger Mangel. Das Gehirn ist tot und sagt: ich bin traurig, niedergeschlagen, wütend.... Der alkoholabhängige Mensch kann manchmal nicht mehr flexibel auf die Anforderungen des Lebens reagieren. Es gibt Probleme.

Hilfe suchen

Die Anzeichen dieser Krankheit entwickeln sich über viele Jahre. Der alkoholabhängige Mensch wird schwierig. Körperlich kommt es zu Leberschädigungen, Magen-Darm-Störungen, Sodbrennen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hautkrankheiten (z.B. Schuppenflechte), Schädigung der Nervenbahnen, Schlafstörungen, Depressionen, Angstzuständen. Der Alkoholabhängige ist anfällig für Krebserkrankungen. Zum Glück gibt es viele Hilfsangebote. Wer es schafft, auf Alkohol zu verzichten, der hat große Chancen, wieder auf natürliche Weise glücklich zu sein! Auch körperliche Schäden können gelindert oder geheilt werden.

Wer hilft? Zuerst der Hausarzt. Ein offenes Gespräch ist wichtig. Im Internet findet man Hilfe und Adressen, z.B. bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.kenn-dein-limit.de) und lokale Suchtberatungsstellen.%AMAZON%

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71 Kommentare

17
#1
16.8.17, 20:59
so wie du schreibst, dürfte man überhaupt nichts mehr trinken. 
Sogar Ärzte raten, sich ab und zu mal ein Glas Rotwein zu gönnen, das soll nämlich gesund sein. 

Hier ist es so wie bei vielen anderen Sachen auch, die Menge machts und mit gesundem Verstand weiß man auch wie oft und wie viel man trinken kann/soll.

Rauchen ist ungesund,
zu viel trinken ist ungesund,
zu viel zu essen ist ungesund,
Süßes ist ungesund und und...... das weiß doch jeder!
6
#2
16.8.17, 21:07
Hausfrauenpsychologie - oberflächlich recherchiert.
Aber immerhin gut, dass dieses wichtige Thema einmal angesprochen wird.

@Henrike: Der vorletzte Abschnitt steht zweimal da.
#3 GEMINI-22
16.8.17, 21:09
Bei beim Kapital "Hilfe suchen", ist er darunter stehende Text doppelt gepostet !
7
#4
16.8.17, 21:16
Warum so negativ? Der Tipp ist recht informativ recherchiert.

PS: Die Gläser haben Seltenheitswert! ;--)
9
#5
16.8.17, 21:24
Ich schließe mich Glucke an.
Es ist durchaus ein brisantes Thema und mir für einen Tip als solches nicht genug recharchiert und ausreichend dargelegt.
Vielmehr geht es hier wohl darum sich wichtig zu machen.Jeder Alokohlkranke der das liest,wird sich wohl verhöhnt fühlen.
Sorry,das passt für mich nicht.

Und Ps. Ich lebe nur einmal!Alles vernünftig und in Maßen (und ab und zu in Massen!;) ) !
#6
16.8.17, 21:28
@GEMINI-22: Sag ich doch... ;-)
4
#7 sabon
16.8.17, 22:07
Brisantes Thema,ich denke solange man seine Grenzen kennt,ist alles gut.Ich hatte eine Phase,als mein Mann gestorben war,abends ein Wodka,die Woche drauf zwei,dann war die Flasche leer.Stand im Supermarkt,vor dem Spirituosenregal,aber als ich zugreifen wollte,dachte ich, halt Fräulein,was tust du da,habe nicht zugegriffen.Wenn ich gar keine Ruhe finde,trinke ich mal ein Bier,aber das wars.....Gott sei Dank!
25
#8
16.8.17, 22:10
Alkoholismus und die Menschen, die davon betroffen sind, gehört nicht in eine Frag Mutti Ratgeberseite zwischen Gulaschrezepte und Backofenreiniger. Diese Krankheit ist schlimm für Betroffene, aber hat mit dem Gläschen Wein in geselliger Runde oder dem Feierabendbierchen nichts gemeinsam. Diese Krankheit gehört in fachliche Hände und ist nicht dazu geeignet, hier einen zwanzig Euro Gutschein zu ergattern. Ich selbst trinke so gut wie nie Alkohol, aber ich habe mich schon belesen darüber und würde mir nie zutrauen einen Ratschlag über das pro oder kontra zu geben. 
12
#9
16.8.17, 22:15
Dieser Bericht stellt nur sehr oberflächlich und einseitig die Alkoholkrankheit dar. Lediglich die Angst wird auf fatale Weise extrem angeheizt.
Ich weiß, von was ich schreibe, habe die Alkoholsucht sehr hautnah im allerengsten Familienkreis erleben müssen. Ich wünsche niemandem, auch Dir nicht, Gudula, daß Du wirklich mal am eigenen Leib erfährst, was es heißt, jeden Tag  mit einem schwerst abhängigen alkoholkranken Menschen zu verbringen. Dann würdest Du anders denken und schreiben.
Aber ich denke, wenn Du eine solche Situation jahrelang selbst durchlebt hast, wirst Du eher gar nichts dazu schreiben, weil dieses Thema hier wirklich nichts, aber auch gar nichts zu suchen hat. Ich kann meinen Vorschreiberinnen da nur beipflichten.
1
#10
16.8.17, 22:15
@Jeannie: Ist ausgebessert, vielen Dank!
4
#11
16.8.17, 22:20
also ich finde das gut, dass auch auf solche Themen mal wieder hingewiesen wird. und ich finde das es kleinlich, wenn ein versehentlich doppelt geposteter Abschnitt gleich mehrfach gerügt wird.
Entspannt euch, ab und zu mit, aber immer öfter ohne Wein/Bier.... 😘
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#12
16.8.17, 22:30
Deinen Artikel finde ich informativ.  
Das verhängnisvolle ist die Regelmäßigkeit der Alkoholaufnahme. Ihr glaubt garnicht, wieviele Alkoholiker in Eurem nächsten Umfeld rumlaufen.  Ich habe einige auf dramatische Art und Weise kennengelernt (Bekannte, Nachbar, Kollege, Freund, Arbeitskollege  meines Sohnes), und bekam dann auch sehr schnell einen Blick dafür. Es war erschreckend wie harmlos alles begründet wurde und die Familie sogar mitzog. Viele Alkoholiker haben  Ihren Pegel erst ganz gut im Griff, stürzen dann aber irgendwann ab. Im Urlaub mit Bekannten gestand uns der Ehemann, dass er es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren könnte, dass seine Frau unser Baby während unserer sportlichen Aktivitäten hüten wollte. Sie war Alkoholikerin.  Ich habe dann sofort meine Aktivitäten auf Eis gelegt und mich lieber selber um mein Kind gekümmert. Während des Urlaubs schaffte ich es nicht mit Ihr darüber zu sprechen oder an sie ranzukommen. Bekam aber leider mit, wie geschickt Sie sich Nachschub beschaffte, log und für alles Gründe hatte. Ihr Mann hatte es wohl schon aufgegeben. 3 lange Urlaubswochen.......... 
2
#13
17.8.17, 00:32
@gudula

Mich würde interessieren, was das für ein Fachmann war, den Du in Deinem Beitrag erwähnst. Ein Arzt? Oder ein Betroffener? 
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#14
17.8.17, 08:04
@Kriss: Ein Betroffener kann es nicht sein, da er nicht objektiv ist sondern nur seine ganz persönliche Situation kennt. Es war ein Suchtexperte.
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#15
17.8.17, 08:13
@Julice: Danke für Deinen positiven Kommentar. Ich möchte auf ein Problem hinweisen, das viele nicht im Kopf haben. Das ist die Regelmäßigkeit, denn Alkoholgenuss schädigt immer die Gesundheit, wenn man jeden Tag trinkt. EGAL OB VIEL ODER WENIG! Nach einigen Jahren ändert sich nämlich etwas im Körper und im der Seele und die Abhängigkeit entsteht. Das ist die ganz große Gefahr!
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#16
17.8.17, 09:11
Dass jemand gut recherchiert und informiert, das finde ich echt gut! 
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#17
17.8.17, 09:46
@gudula: 

Danke für die Info. Ich hätte in meiner Frage vielleicht besser "Ehemaliger Betroffener" oder "Trockener Alkoholiker" schreiben sollen, denn ein nicht mehr konsumierender Süchtiger gehört zu den besten Suchtexperten überhaupt. Vor fast 20 Jahren habe ich ehrenamtlich in einer Berliner Suchtberatung gearbeitet. Etliche der Mitarbeiter dort waren Ex-Junkies und das aus gutem Grund - nur sie können die wahren Abgründe einer Sucht nachempfinden, da sie selbst in diese Abgründe geschaut haben. Alles angelesene oder erlernte Wissen über Sucht ist im Vergleich dazu sehr theoretisch und letztendlich oberflächlich.
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#18
17.8.17, 10:40
Ich finde den Artikel gut für den normalen Menschen, der nicht schwerst abhängig ist, ich habe Jahre jeden Abend eine Flasche Wein getrunken, bin übergegangen auf alkoholfreies Bier und nur zu Geburtstagen oder Feiern/ Essen gehen 1 oder 2 Gläser Wein. Mir geht es sehr gut damit, mein Glückskullerchen im Kopf kommen auch langsam wieder. Liebe Grüße
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#19
17.8.17, 12:30
Eine Verwandte von mir hat sich immer Bier von einer Freundin ins Altersheim bringen lassen. Sie schüttete es in ein Honigglas. Sie stellte es zum Wegnuckeln ans Fenster hinter den Vorhang. Sie trank auch in jüngeren Jahren tagsüber " ab und zu ein Conjäckchen". Nach einer Operation ging es ihr wider Erwarten sehr schlecht und sie jammerte nach ihrem Conjäckchen. Letztendlich bekam sie nach ausführlicher Befragung durch die Ärzte  tatsächlich etwas Cognac und erholte sich sehr schnell wieder. 
Früher wurde im Allgemeinen tagsüber auch zu allen möglichen Gelegenheiten regelmäßig Schnaps oder ein Likörchen getrunken. Viele haben das so weggesüppelt, aber auch viele sind dann dran hängengeblieben. Es wurde gesellschaftlich mehr mit einem Augenzwinkern akzeptiert, verniedlicht und das betrunkene Autofahren fiel bei dem geringen Verkehr auch nicht so auf. 
Ich möchte jetzt keinem den normalen Umgang mit Alkohol vermiesen, trinke auch selber zum Grillen gerne mal ein Alster. Möchte nur zu vermehrter Achtsamkeit gegenüber dem Alkohol raten. 
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#20
17.8.17, 12:35
@glucke1980 #1: Ärzte, die raten, ab und zu mal ein Glas Rotwein zu trinken, sind nicht mehr auf dem neuesten Stand der Erkenntnisse. Ethanol ist und bleibt ein Zellgift, dessen Wirkung durch die möglicherweise nützlichen Inhaltsstoffe von Rotwein nicht kompensiert wird. Außerdem kann man an diese nützlichen Inhaltsstoffe auch durch Konsum von rotem Traubensaft kommen.

@gudula: bei allem Respekt für die Mühe der Recherche und der Formulierung des Themas - so Einiges geht da doch nicht!
Sobald Endorphine im Körper gebildet werden, sind sie körpereigene = natürlich gebildete Stoffe und nicht künstliche.
Der Anlass der Endorphinbildung im Körper ist bei Alkoholkonsum ein äußerer, aber das gilt neben anderen Suchtverursachern für Schokolade oder Verliebtsein genauso!

Überhaupt nicht einbezogen in die Überlegungen wurde, dass Alkoholismus genetisch bedingt sein kann. Bei weiblichen Alkoholikern geht man davon aus, dass ca. 60 % von ihnen davon betroffen sind. Passt diese genetische Disposition mit Umweltbedingungen zusammen (und wo in unserer Umwelt tritt nicht Alkohol auf, das beginnt doch beim Prösterchen, um auf einen Erfolg anzustoßen, geht über die alkoholgefüllte Praline, den Hustensaft und Klosterfrau Melissengeist, endet bei Kamilleauszügen), dann entwickelt sich daraus eine Sucht. Selbst, wenn Menschen erfolgreich gegen ihre Sucht ankämpfen konnten, sind sie jederzeit einem Rückfall ausgesetzt.
Alkohol ist eine gesellschaftlich anerkannte Droge, Menschen, die Alkoholkonsum - aus welchen Gründen auch immer- ablehnen, werden, je nach sozialer Gruppe, in der sie sich bewegen, verachtet, ausgegrenzt, sogar an beruflichem Weiterkommen gehindert.
Es ist also wichtig, dass jeder sein eigenes Verhalten und Denken überprüft, wie er jemanden einschätzt und behandelt, der Alkoholkonsum ablehnt. Alkoholismus ist nämlich nicht nur in dem Sinne ein gesellschaftliches Problem, dass die Therapie von Alkoholikern durch Familie und Freunde mitgetragen werden muss. Viel wichtiger ist, die Sucht gar nicht entstehen zu lassen! Das ist nicht nur für die Gesellschaft kostengünstiger, sondern für den Betroffenen weitaus lebensverlängernder. Das bedeutet aber, sich um Mitmenschen mehr zu kümmern und den eigenen Vorteil nicht immer an die Spitze des eigenen Handelns zu stellen.
1
#21
17.8.17, 13:21
@whirlwind: http://www.onmeda.de/g-ernaehrung/rotwein-gesund-1438.html

Wer sich hier über Weingenuss schlau machen will..
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#22
17.8.17, 14:41
@whirlwind: an einer Stelle muss ich dir recht geben, aber mit Gründen, die du vielleicht nicht vermutest: Die Alkoholsucht ist m.E. definitiv vererbt. Und zwar schon seit Millionen von Jahren. Wer hat nicht schon mal Filmaufnahmen gesehen von berauschten Affen, weil sie - wahrscheinlich mit Lust - vergorenes Obst gegessen haben. Danach konnten sie nicht mehr auf zwei Beinen gehen! 
Ich vergesse nicht die Bibel zu zitieren: 1. Noah war voll des süßen Weins. 2. Der Wein erfreue des Menschen Herz. 
Wir Menschen haben den Vorteil eines weiter entwickelten Verstandes, mit dessen Hilfe wir fähig sind, die Sucht zu erkennen und zu kontrollieren. Nicht immer und nicht jedem gelingt dies. 
Ich gebe gerne zu, dass ich, als Jugendlicher in der Pfalz aufgewachsen, eine große Affinität zu Wein habe. 😌 
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#23
17.8.17, 17:00
@glucke1980 #21: Der Artikel  stammt von 2014, außerdem sind einige Aussagen darin, die eindeutig als nicht belegt oder als Vermutungen  beschrieben werden. Die Wirkung von Polyphenolen bzw. Antioxidantien  sind wissenschaftlich noch nicht umfassend belegt, gehen teilweise eher in den Bereich der Hypothesen.

@WZimdahl #22: die Evolution des Menschen und seiner Verwandtschaft ist mir durchaus ein Begriff. Auch, wenn die Zwergschimpansen und die Menschen eine Übereinstimmung der Gene von über 95% haben, würde ich nicht davon ausgehen, dass die genetischen Anlagen für Alkoholismus aus den Zeiten gemeinsamer Vorfahren stammen. Dafür müssten sie doch eher für positive Lebenserwartungen sorgen, weniger zerstörerisch auf den Körper wirken und bei mehr Individuen vorkommen.
1
#24
18.8.17, 02:05
A drink a day keeps the shrink away...😎
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#25
18.8.17, 10:09
@glucke1980: Alle Stoffem im Rotwein, die gut für die Gesundheit sind, stecken in der Traube. Und daraus wird Traubensaft gemacht. Man MUSS nicht Rotwein trinken wegen der Gesundheit. Leckerer roter Traubensaft ist wunderbar und hat keine Nebenwirkungen! Ich serviere ihn immer in großen schönen Weingläsern, dann sind meine Gäste sehr zufrieden.
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#26
18.8.17, 10:26
@whirlwind: Was die "Glückskullerchen" betrifft: Ich habe geschrieben: "Wenn Alkohol im Blut ist, entstehen Endorphine auf künstliche Weise. Sie entstehen also nicht auf natürliche Weise." Ich habe nicht gesagt, dass sie künstlich sind, sondern dass sie mit Hilfe vom Zellgift Ethanol auf künstliche Art und Weise entstehen. Der Körper braucht kein Gift, um diese Glücksgefühle zu produzieren. Da reicht schon wunderbare Musik, um total damit überschwemmt zu werden innerlich!
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#27
18.8.17, 14:10
Also ich hab schon schlechtere Tipps hier auf FM gelesen, aber das heißt ja nicht viel. Bei solchen Themen bin ich immer etwas hin- und hergerissen. Einerseits finde ich es wichtig, vor zu viel Alkohol zu warnen. Habe zum Glück in der eigenen Familie nie damit zu tun gehabt, aber im erweiterten Bekanntenkreis und neulich ist noch ein Kollege mit Ende 50 an den Folgen von jahrelangem Alkoholmissbrauch gestorben. Tragisch. 
Andererseits führt nicht jeder Konsum automatisch zum Missbrauch und das vergessen manche, die unter Alkoholmissbrauch direkt oder indirekt gelitten haben. Es braucht schon meistens auch eine Suchtdisposition dazu. (Von der man annimmt, dass sie vererbbar ist.) Es ist ja richtig, das Alkohol / Ethanol eigentlich ein Gift ist, aber die positiven Auswirkungen bei zwei Gläsern Wein gelegentlich mag ich persönlich auch nicht missen. 

Also: einerseits / andererseits. Gundula, ich verstehe, dass du aufgrund deiner persönlichen Erfahrungen (direkt oder indirekt) sehr wachsam bist und Alkohol generell schlecht findest. Ich glaube, und das habe ich schon einmal in einem anderen Tipp gesagt, du würdest mehr Zustimmung für dein Anliegen finden, wenn du nicht ganz so schwarz/weiß siehst. Dieses vehemente und teilweise schon fanatische Für oder Wider findet generell wenig Anklang, egal ob es um Alkohol, Zigaretten, fleischlose oder fleischlastige Ernährung geht. Geht uns doch allen so. 
1
#28
19.8.17, 09:05
@HörAufDeinHerz: Ich bin so "fanatisch", weil eines wenig bekannt ist, ich zitiere eine Suchtexpertin: "Schon regelmäßig geringe Mengen Alkohol schädigen den Körper nachhaltig" und "Das Risiko für eine alkoholbedingte Folgeerkrankung erhöht sich bei Frauen bereits ab einem Konsum von .... pro Tag einem kleinen Glas Wein oder Bier." Diese wissenschaftlich erforschte Tatsache ist wenig bekannt. Es geht darum, dass Alkohol jeden Tag getrunken wird und das jahrelang. Frauen, die das machen, haben ein 35 Prozent höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken als Frauen, die das nicht machen.
#29
20.8.17, 05:44
@Mama_Bettina: 
Ganz genau, ich bin vollkommen deine Meinung..und oft ist es so der Jeniger der jeden Tag mal 1-2 Bierchen sich gönnt gibt es niemals zu,dass evtl."Alkoholkrank ist...😳
#30
20.8.17, 06:13
Der Tipp ist meines Erachtens viel besser als so manch anderer (die Ergänzungen von @whirlwind finde ich aber gut), und deshalb finde ich die negativen Einschätzungen daneben! Alkohol ist für genetisch prädisponierte Menschen wirklich ein Problem, und deshalb ist es wichtig, den Alkoholgenuss nicht zur Gewohnheit werden zu lassen. Irgendein weiterer Trigger, und schon sitzt man drin in der Abhängigkeitsfalle. Darum: Wehret den Anfängen!
3
#31
20.8.17, 06:30
@gudula: Oh jehmineh.
Und das ALLES in aller Herrgottsfrüh und auf < nüchternen Magen >.
Da ich professionell mit der Thematik zu tun habe, erübrigt sich jeder Kommentar.
Mir persönlich gefällt diese Diskusion an dieser Stelle überhaupt nicht und daher blende ich mich aus.
Allen Mädels und Buben wünsche ich einen recht schönen Sonntag.
3
#32
20.8.17, 08:03
Der Artkel ist wie Trockenschwimmen! Man sollte das Thema besser den Fachleuten überlassen.
2
#33
20.8.17, 08:23
@gudula: Leider erreicht man die Betroffenen mit keinem einzigen Argument, sei es auch noch so gut. Kaum ein anderes Thema wird (völlig unreflektiert) dermaßen schön geredet wie Alkohol-"Genuss". 
Ich hatte gerade die Gelegenheit, dies wieder mitzuerleben. Für mehrere Tage Besuch, kenne ich seit Jugendzeiten. Seit Jahren wird viel zu viel Alkohol konsumiert. Die Auswirkungen auf den Körper, die Veränderungen der Psyche sind nicht zu übersehen, werden aber vom Betroffenen selbst nicht wahrgenommen bzw. abgestritten, nach außen kann (noch) ein intaktes Bild aufrechterhalten werden. 
Ich habe wieder einmal gelernt: Sinnlos, helfen/aufmerksam machen/überzeugen zu wollen. 
Trotzdem find' ich's gut, daß Du Dir so viel Mühe gemacht hast. 
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#34
20.8.17, 09:44
Nun die Ursache ist nicht "der Mensch". Sondern das was der Mensch bisher noch nicht gekonnt hat: Eine fundamental positive menschliche Welt sich einzurichten weil Erkennen der Wirklichkeit Zeit braucht. 

Drogen sind für Menschen, wie mich, wichtig um sich überhaupt in dieser Welt bewegen zu können. Die Lohnsklaverei ist kein Zuckerschlecken. Ich bin eine trockene alkoholkranke Frau und habe mein Leben lang zu verstehen gesucht was das ist: Eine menschliche Gesellschaft. Für mich gehören heute Kriege, Suizide, die Konzentrationslager (die bisher menschlichste Leistung, da kein anderes Wesen zu so etwas in der Lage ist zu tun) und alle die Demütigungen dazu. Der Alkoholismus begann mit der industriellen Herstellung von Ethanol in Fabriken, also mit Beginn des Kapitalismus. Gesellschaftsformen sind nicht nach Wunsch zu haben und liegen im Werden der Metaepoche der ökonomischen Formen und deren Klassengesellschaften.

Wer auf die Opfer eindrischt, wie einige Deutsche auf die Flüchtlinge die sie selbst mit Verursacht haben, der liegt ausserhalb der Positivität des Empathischen und ist mE. eher den psychopatisch veranlagten Menschen zuzurechnen. Aber das werden erst Spätere im vollem Umfange begreifen können. 

Wie so oft wird Wirkung und Ursache notwendigerweise verwechselt. 

Eine der Folgen des Unwissens ist die Personalisierung von gesellschaftlichen Ursachen. Darin besteht ein gewollter Erkenntnisfehler durch die ökonomisch herrschende Klasse und ihrer Belehrungsindustrie. Holzkamp -> Lernen,
#35
20.8.17, 09:48
@cristin: Alkoholabhängige Menschen hängen verzweifelt an ihrem Stoff. Sie können sich nicht vom schnellen Kick im Kopf trennen. Ich hoffe, dass meine Infos bei Menschen ankommen, die noch am Anfang stehen. Die also erst seit kurzem jeden Tag Alkohol trinken weil alle das so machen. Vielleicht siegt bei ihnen die Vernunft.

@Knolle63: Der Text basiert auf Forschungen von Fachleuten zum Thema Alkoholabhängigkeit. Und ich habe Aussagen einer Suchtexpertin zitiert. Mein Verstand ist so klar, dass ich Forschungs-ergebnisse verstehen und erklären kann. Dein Kommentar ist nicht ganz korrekt.
4
#36
20.8.17, 10:42
Vorausgeschickt sei, dass die Diskussion dieses Themas IMMER positiv sein muss, in einem Land, das gesellschaftlich und wirtschaftlich so stark vom Alkoholgenuss und von der Alkoholindustrie beherrscht wird.
Vorausgeschickt sei auch, dass ich Selbstbetroffene bin; 12 Jahre  unkontrolliertes Trinken, seit 34 Jahren abstinent.  Ich habe in den 80ern eine Ausbildung als ehrenamtliche Suchtgefährdetenhelferin absolviert, das sogenannte 300-Std.-Programm, das damals in der Regie der Landeshauptstellen gegen die Suchtgefahren angeboten wurde.
Für die Verteidiger regelmäßiger "kleiner" Mengen: Ich hatte einen Mitpatienten, der gewohnt war, jeden Tag um 18:30 Uhr nach Hause zu kommen und dann eine, nur eine Flasche Bier zu trinken. Das bestätigte auch seine ziemlich überraschte Frau. Eines Tages saß er zu genau der Zeit auf der Autobahn für eine Stunde im Stau und - fiel prompt ins Delirium. Der Körper baut solche regelmäßigen "Zuwendungen" in seine Funktionsweise ein und reagiert massiv, wenn sie ausbleiben. Der Mitpatient brauchte eine Entgiftungsbehandlung, genau wie ein Mensch, der täglich zwei Flaschen harten Sprit konsumiert hatte.
Für mich als Abhängiger waren unabhängig voneinander drei Komplexe wichtig; Der erste war die Entscheidung, absolut keinen Alkohol mehr zu trinken, und mich immer über die Zutaten von Nahrungsmitteln in Restaurants zu informieren. Die Entscheidung für die Totalabstinenz ist viel einfacher und weniger  verwirrend als die ständige Verwaltung von Ausnahmen, wie: ich darf das alkoholhaltige  Eis und die Rotweinsauce, nicht aber die Cognacbohne.
Der zweite war die Erkenntnis, dass Rückfälle auf Selbstbetrug gebaut sind, genauso wie sehr viele andere Aktionen und Reaktionen während einer Alkoholikerkarriere. Das Phänomen, als trockener Alkoholiker versehentlich einen Teelöffel Alkohol aufzunehmen und dann abzugehen wie Schmitz' Katze, ist viel seltener als: Jetzt hab ich diese Sauce vertragen, ohne dass sich daraus ein Suchtdruck ergeben hätte, dann bin ich wohl geheilt und kann auch ein Glas Wodka versuchen.....  Ohne ständige Selbstreflektion und -hinterfragung bleibt man nicht abstinent.
Der dritte war für mich sehr beglückend: Ich konnte mein ganzes Leben neu aufbauen - abgesehen von solchen Selbstverständilichkeiten wie die Verantwortung für meine Tochter. Ich brauchte nichts in mein neues Leben zu übernehmen, was mich schon immer mit Frustration erfüllt hatte. Von den - leider sehr wenigen - Mitpatienten und SelbsthilfegruppenteilnehmerInnen, die eine dauerhafte Abstinenz geschafft haben, haben fast alle wesentliche Änderungen in ihrem Leben vorgenommen.
Unbestritten, dass die sogenannten "Saufgründe", d.h. Ängste, Phobien und Hemmnisse, die durch den Zaubertrank Alkohol wegfielen, mich am Ausgang wieder erwarteten; ich hatte z.B. wieder eine Todesanst vor steilen Treppen und lief nach Jahren wieder vor Krisen in Spielfilmen davon, um zwei der einfachsten zu erwähnen.
Von heute betrachtet, kommen mir diese 34 Jahre - konkret, seit dem 28.03.1983 - gar nicht so lange vor. Ihr müsst nämlich wissen, dass man selbst als alkoholabhänger Mensch regelmäßig träumt, man hätte getrunken.  Das hat mich zuerst zu Tode erschreckt, so im Halbschlaf, kurz vor dem Aufwachen, aber irgendwie scheint mein Unterbewusstsein auch diese Träume mitzuzählen...........
Seid bitte nachsichtig mit der Tippgeberin, ein so komplexes Thema kann man nicht unmißverständlich darstellen, ich bin sicher, dass auch in meinem Beitrag div. Unklarheiten schlummern.
8
#37
20.8.17, 11:49
Grundsätzlich möchte ich sagen, dass es keine schlechte
Idee ist, auf Alkoholismus aufmerksam zu machen. Wie aber von jedem, der nicht
selbst betroffen ist, sehe ich hier eher nur theoretisches Halbwissen.

Ich möchte niemanden angreifen, bin jedoch selbst seit 10 Jahren glücklich trocken, und mir sträuben sich bei diesem Tipp so ein bisschen
die Nackenhaare.

Es ist richtig, dass Alkohol die Gesundheit schädigt, wenn du abhängig bist. Es gibt jedoch Menschen (um prominente Beispiele zu nennen:
Queen Mum, Johannes Heesters, Helmut Schmidt), die jeden Tag Alkohol trinken, und sich bester Gesundheit erfreuen. Also ist Alkohol nicht NUR zu verteufeln. Richtig ist, dass es eine gesellschaftlich anerkannte Droge ist, und es fast schon zum
guten Ton gehört, trinkfest zu sein.

Sicherlich richtet der Alkohol bei einem höheren Genuss eine Menge Schaden an. Aber in der Regel eben auch nicht sofort, sondern erst
nach jahrelanger Sucht. Und dann eben auf mehreren Ebenen, Fettleber, Gedächtnisprobleme, Mundbodenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, oft auch Ausgrenzung bis hin zu Morbus Korsakow.

Dein Bekannter, der schwerst depressiv ist, wird das nicht sein, weil er trinkt, sondern er trinkt, weil er depressiv ist. Das ist, vor allem dann, wenn er sich in Therapie begibt, ein großer Unterschied.

Genauso ist es mit der seelischen Krankheit. KEIN Mensch wird Alkoholiker, wenn er vor dem Alkoholgenuss ein glücklicher Mensch war. Ein
Mensch der grundsätzlich glücklich und zufrieden ist, wird gerne mal ein Gläschen trinken, wird aber davon nicht abhängig werden. Der Mensch trinkt,
weil er in sich ein oder mehrere Probleme herumträgt, die er durch den Alkohol versucht zu betäuben. Also die kranke Seele kommt VOR der Sucht. Deshalb ist es ja auch so schwierig aufzuhören, den Alkohol einfach weglassen reicht eben nicht. Es müssen die Faktoren „ausgeschaltet“ werden, wegen derer getrunken wurde, sprich Therapie ist echt wichtig. Und der Wille, und die Kraft, sich diese Probleme auch anzuschauen und zu bearbeiten.

Du sagst auch, der Alkoholiker „leidet, ohne das selbst zu merken“. Das ist so nicht richtig. Das ist, so schwierig es vielleicht zu verstehen sein mag, einer der Gründe fürs weiter trinken. Sprich doch bitte mal mit einem Alkoholiker. Ich behaupte hier, JEDER Alkoholiker merkt ganz genau
sein Leiden. Das ist der Teufelskreis, heraus aus der Sucht. Du drehst dich im
Kreis. Du möchtest aufhören zu trinken und schaffst es nicht allein, hast ein
schlechtes Gewissen gegenüber deinen Angehörigen, usw.

Ich selbst hatte 3 Rückfälle, bevor ich es endgültig
geschafft habe. Und ich bin damit nicht allein. Nicht umsonst gibt es viel Lektüre über den Rückfall.

Ich kann das mit dem zitieren nicht, drum so: Und weil das so schön ist und so schnell
klappt, wird der Mensch süchtig, er trinkt und trinkt ... Die Alkoholabhängigkeit beginnt. Das ist auch wieder sooo halbseiden. Der Mensch wird nicht süchtig, weil das so schön ist. Er wird süchtig, weil er sensibel ist, Probleme hat, die er allein nicht lösen kann, und der Alkohol „betäubt“
diese schlechten Gefühle. Er versucht sie zu ertränken, sieht dabei aber zu Anfang nicht, das Probleme schwimmen können. Und letztlich gibt es erwiesenermaßen Gene, die dann greifen, und bei einem Trinkverhalten das bei einem „normalen“
Menschen keine Probleme bereitet, dich süchtig werden lassen.

Und bei Alkoholikern geht es nicht mehr um den schnellen Kick im Kopf, schon lange nicht mehr. Das mag vielleicht zu Anfang so sein,
wenn du aber in der Sucht steckst, verlangt schlicht der Körper nach der Droge.
Das ist kein Kick mehr, glaube mir. Das ist nur noch Befriedigung des Körpers,
um keinen Entzug mehr zu bekommen.

Das Suchtgedächtnis ist ganz einfach das
Belohnungszentrum im Gehirn. (Wikipedia: Nucleus accumbens). Das hat jeder
Mensch. Wenn du gerne Schokolade ist, und dich danach gut fühlst, ist genau das
dafür verantwortlich. Es merkt sich, dass du dich nach Schokolade (nur als Beispiel) gut fühlst, und irgendwann reicht dann oft schon der Anblick von Schokolade.

Cristin, du sagst, man erreicht die Betroffenen mit
keinem einzigen Argument. Das mag auf Außenstehende so wirken, das gebe ich zu.
Jedoch kommen genau diese Argumente mit in den „Pott“ der ganzen Probleme. Das ist ja das fatale an der Sucht. Dass man diese ganzen Dinge wahrnimmt. Man merkt genau, dass man selbst nicht mehr „rundläuft“. Bekommt ein schlechtes
Gewissen, und verwendet all seine Energie darauf zu vertuschen, das Bild nach außen so gut wie möglich aussehen zu lassen.

Also wenn du liebe Cristin jemanden kennst, der trinkt, es ist nicht sinnlos aufmerksam machen zu wollen. Es dauert nur sehr lange, bis
der Alkoholiker es umsetzen kann. Es kann schon eine Hilfe sein, zu wissen, es
ist jemand da, der mich verstehen will. Du kannst also dem Betroffenen z.B. klar machen, ich helfe dir gerne, wenn du nüchtern bist, und ich mit dir normal reden kann. Das kann (muss nicht) echt hilfreich sein.

Es gibt in jeder Suchtberatung auch Hilfe für
Coabhängige. Dort kann man sich informieren, wenn man im Familien/Bekanntenkreis jemanden hat, der abhängig ist. Dort wird auch erklärt,
wie man helfen kann, oder eben auch nicht. Denn letztlich liegt es beim Betroffenen selbst. Solang es nicht „klick“ macht im Kopf, hilft die beste
Therapie nichts. Ich muss mir helfen lassen wollen.

Man darf bei all dem nicht vergessen, das alles was Gudula schreibt, wirklich gut gemeint sein mag, jedoch schlicht nur Theorie
ist. Ich habe schon „Suchtexperten“ Dinge sagen hören, die in der Theorie richtig sein mögen, in der Praxis sich dann als absoluten Nonsens
herausgestellt haben.

So das war jetzt in etwa die Kurzfassung von dem, was mir bei diesem Tipp spontan durch den Kopf gegangen ist. Danke fürs „zuhören“
2
#38
20.8.17, 12:29
@Murron: toller und ehrlicher Kommentar, Respekt und weiterhin alles Gute.
2
#39
20.8.17, 12:34
@Murron: Auch von mir ein Danke. 
6
#40
20.8.17, 12:48
"Es gibt jedoch Menschen (um prominente Beispiele zu nennen:
Queen Mum, Johannes Heesters, Helmut Schmidt), die jeden Tag Alkohol trinken, und sich bester Gesundheit erfreuen. "
Wenn man Totsein als beste Gesundheit betrachtet.... 😉
Entschuldigt, aber an dieser Stelle ging es einfach nicht anders.

Es gibt auch Raucher von täglich 2 Schachteln Zigaretten, die keinen Lungen-, Kehlkopf- oder Zungenkrebs bekommen. Und Leute, die 40 kg Übergewicht mit sich herum schleppen und 95 werden. Auch das ist zu einem guten Teil Veranlagung. 

Es gibt zig Gründe, zum Alkoholiker zu werden. Oder zum Esssüchtigen oder zum Raucher oder Kiffer oder Heroin-/Medikamentenabhängigen. Und es gibt wahnsinnig viele Leute, die können täglich ein Glas Wein zum Essen trinken und sind trotzdem keine Alkoholiker. Sonst wären nahezu alle Franzosen, Griechen oder Italiener Alkoholiker. Ich kenne sogar Leute, die landläufig den Begriff Alkoholiker verdienen, wenn es nach der regelmäßigen Alkoholmenge geht. Aber trotzdem schaffen die es schlagartig, 3 oder 4 Wochen gar keinen Alkohol zu sich zu nehmen ohne irgendeine Ausfallerscheinung. 
Ich habe ganz sicher eine latente Suchtneigung, weshalb ich niemals wieder eine Zigarette rauchen werde. Mir haben die zahlreichen Aufhörversuche gezeigt, dass das für mich sofort wieder in die Abhängigkeit führen würde. Bei Alkohol ist die Gefahr nicht gegeben, weil ich keine berauschenden Stoffe ausstehen kann. 

Aus zahlreichen Beispielen im Bekanntenkreis (egal zu welcher Sucht auch immer) im Laufe meines Lebens weiß ich nur eines 100 %ig: Niemand kann einen Suchtkranken dazu überreden, seine Sucht zu beenden! Das kann ausschließlich der Suchtkranke selbst und, so schlimm es auch ist, man hat als Angehöriger oder Freund oft keine andere Wahl, als denjenigen abstürzen zu lassen um zu Verstand zu kommen oder es schlicht zu akzeptieren, ihn seiner Sucht zu überlassen, notfalls alleine auf sich gestellt. Das klingt vielleicht hart, ist aber leider manchmal nicht zu ändern. Ausschließlich der Suchtkranke selbst kann den Schlussstrich ziehen. Von außen ist da nichts zu machen. 
Und ich bezweifele, dass Abhandlungen wie dieser Tipp jemanden davor bewahren, in eine Sucht abzugleiten. Es werden wahrscheinlich die davon angesprochen, die ohnehin nicht Gefahr laufen würden süchtig zu werden sondern es jetzt bei Dritten beobachten und Vergleiche ziehen, die womöglich gar nicht gegeben sind. 
1
#41
20.8.17, 13:01
@Murron:  Bravo und  <  Hut ab >  !!
Das  MUSSTE einfach gesagt / geschieben werden.
Alles erdenklich Gute und einen entspannten, netten Sonntag darf ich wünschen.
1
#42
20.8.17, 13:47
Auch, wenn der Tipp für manche nur theoretisch ist - er hat eine interessante Disskusion herbeigeführt. Super!
#43
20.8.17, 15:37
@Gudula: Frauen, die täglich EIN Glas Wein trinken, haben ein 35fach höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken? Da hast du sicher einen Link zu einer wissenschaftlich fundierten Studie für mich? Ich finde nichts und habe Schwierigkeiten, das zu glauben. 
2
#44
20.8.17, 15:38
Ich finde diesen Tip auch gut! Er erfaßt sicherlich nicht alle Aspekte der Alkohoholsucht, aber das ist für mich gar nicht so entscheidend. Denn das würde ja ein ganzes Buch füllen.
Wichtig ist in meinen Augen, daß überhaupt auf dieses Thema aufmerksam gemacht wird und Denkanstöße gegeben werden.
Weil jeder Mensch ein Individuum ist, hat auch jeder seine eigene Art der Gefährdung. Bei einigen genügen schon verhältnismäßig kleine Enttäuschungen, um sie alkoholabhängig machen, ein anderer ist vielleicht gar nicht gefährdet.
Ich würde aber den Alkohol auch nicht grundsätzlich verdammen. Da muß jeder herausfinden, wieviel ihm bekommt.
 Und wer sich ganz gegen Alköhol entscheidet, der sollte sich auch nicht dafür rechtfertigen müssen. Man ist kein Held, wenn man mehr davon verträgt.
#45
20.8.17, 16:00
@gudula:  Wie heißt es so passend:"Grau ist alle Theorie!"  Leider weiß ich ganz genau wovon ich spreche.  Und Dank an @Murron für die Ehrlichkeit.
6
#46 Klick
20.8.17, 16:03
Manchmal ist das Leben eben nur im Suff zu ertragen. Wer will darüber urteilen, was in einem Menschen vorgeht, der keinen Sinn mehr sieht im Leben. Alkohol ist nie die Lösung, aber für viele gibt es keine andere. Hier einen Tipp zu geben ist für die Katz, die Hilfe muss man an anderer Stelle finden, wenn man überhaupt will. Manche schaffen es, manche nie, aber es bleiben Menschen so oder so. Es ist allein mein Körper für den ich verantwortlich bin. Darauf stoß i an mit euch , Prost Schokomilch 😄
#47
20.8.17, 16:44
@Klick: Prost Milch und ich kann verstehen, was du mit deinem Kommentar sagen willst.👍
1
#48
20.8.17, 18:02
@HörAufDeinHerz: 1 Glas Wein (also ein gifthaltiger Stoff) jeden Tag und über Jahre, das ist das Krebsrisiko. Eine Tatsache, die einfach nicht verstanden wird.
Du findest keine Infos zum Stichwort "Brustkrebsrisiko Alkohol"? Ich habe die Zahlen so oft gelesen! Schau mal unter
www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2015/news64-alkohol-brustkrebsrisiko.php
 
4
#49
20.8.17, 18:16
@CracklinRosie: 😂 Okay, dann sag ich halt erfreuTen...und meines Wissens auch recht alt wurden...besser?😉

Es ist sicher ein sehr komplexes Thema, und es gibt sogar ganz sicher keine allgemeingültigen Tipps. Trotz allem gut, wenn auch hier bei Frag Mutti mal darüber gesprochen wird. Und wenn Gudulas Tipp auch nur einen einzigen Menschen dazu bringt, seine Trinkgewohnheiten zu reflektieren und eventuell zu ändern, dann hat sie doch schon eine Menge erreicht.
1
#50
20.8.17, 19:49
@Murron: Genauso sehe ich das auch! Deshalb war ich über die negativen Kommentare ziemlich geschockt. Der eigentliche Tipp ist doch, so steht es auch da: "am besten wenig oder gar keinen Alkohol trinken", und das ist soo richtig! Es geht doch nicht darum, bereits Abhängigen gute Ratschläge zu erteilen, es geht eben darum, die eigenen Gewohnheiten zu überdenken, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist!
1
#51
20.8.17, 20:48
@Murron
Viel besser!   👍
Ich musste wirklich lachen als ich dein Zitat las - obwohl mir natürlich klar war, was du sagen wolltest. 
Auch ansonsten bin ich deiner Meinung und sage zumindest, dass ein solcher Tipp absolut nicht schaden kann. 
1
#52
20.8.17, 21:28
Wenn ich die Wahl habe zwischen einem Getränk mit oder ohne Alkohol, dann nehme ich die alkoholfreie Variante. Ich  finde, die alkoholfreien Alternativen werden geschmacklich immer besser. Man bekommt auch eine immer größere Auswahl angeboten, verschiedene Sorten Bier, Sekt und z.B. auch Traubensaft aus bestimmten Weinanbaugebieten und Rebsorten, wie Merlot. In meinem Freundeskreis sind diejenigen, die alkoholfrei trinken in der Mehrheit und wir haben auch ohne Alkohol gute Laune. Hin und wieder (im Urlaub, bei großen Feierlichkeiten) genieße ich  aber auch ganz bewusst die Wirkung des Alkohols und freue mich, dass ich nur noch Kleinstmengen brauche, um sie zu spüren.😜
Wenn das beim Kaffee nur auch so wäre. Davon trinke ich im Alltag recht viel und kann nur im Urlaub den Konsum zurückfahren.
#53
20.8.17, 22:16
@CracklinRosie: Na, dann bin ich ja froh.😇
Ich war heut morgen ein bißchen....genervt von manch unqualifiziertem Kommentar..und dann bin ich in Fahrt, da überseh ich dann solche Dinge auch gern mal.

@Mafalda: Kaffee ist toll, mein Lebenselixier.....😉

@schwarzetaste: Ich muss mich dann immer sehr zurücknehmen, und finde halt, wenn man von einem Thema keine oder nicht viel Ahnung hat, dann einfach mal den Hals geschlossen halten. Aber da steckt man halt nicht drin.

@gudula: Hab mir mal deinen Link angeschaut, lustig finde ich, daß diese Studie aus den USA ist, denn wusstest du, dass 80% (!!) der Krankenschwestern in den USA zumindest Alkohol-gefährdet sind? (eine Freundin lebt in den USA, und ist Krankenschwester, die hat mir das mal erzählt) Das bedeutet für mich, dass diese Krankenschwestern es nicht bei einem Glas am Tag belassen. Was weitergedacht heißt, natürlich bin ich, wenn ich meinen Körper täglich mit größeren Mengen Alkohol belaste, auch anfälliger für Krankheiten, welcher Art auch immer.
Und es steht ja auch drin, "Für das individuelle Risiko, tatsächlich an Brustkrebs zu erkranken, spielen neben dem Alkoholkonsum aber noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle."
Also, ich denke halt, alles in Maßen, dann geht es dem Menschen auch gut.
Nichts für ungut😉
#54
20.8.17, 22:18
@Klick: Dein Kommentar hört sich sehr verbittert an. Das tut mir leid.
Ich hatte mich schon gefreut, daß Du wieder da bist - aber jetzt bist Du ja schon wieder weg. Schade!
Ich wünsche Dir alles Gute!
#55
21.8.17, 06:09
@Murron: Guten Morgen.
Wie unschwer am frühen Zeitpunkt zu erkennen ist, beschäftigt mich das Thema auch privat / professionell. Ich habe mir noch einmal deinen Beitrag angeschaut, studiert und bin nach wie vor sehr angetan!...
Du weißt eben, wovon Du sprichst / schreibst, jeder andere sollte tunlichst mit Binsenwahrheiten hinter dem sprichwörtlichen Berg bleiben.
Das Thema ist derart komplex und hat m. E. hier an dieser Stelle eigentlich nichts verloren.
Sorry, ich will niemand zu nahe treten und respektiere völlig die gute Absicht.
Auch ich weiß sehr wohl wovon ich spreche und möchte mich nicht weiter dazu äußern.
Dein wohlüberdachter Beitrag bekommt meine Zustimmung und Hochachtung.
Weitere Kommentare zum Thema werde ich zwar lesen und dann aber ablegen.
Schönen Wochenanfang und toi, toi, toi. ( Alles Gute )
2
#56
21.8.17, 06:51
Das Thema darf und sollte überall angesprochen werden! Es ist zwar leider so, daß bei FM (ebenso wie anderswo) zu JEDEM Thema viele Unqualifizierte drauflosplappern und gerne be- und noch gerner verurteilen, aber dieses brisante Thema sollte deshalb nicht verschwiegen werden. Aufmerksammachen ist wichtig! 
Es ist richtig: Zur Umkehr bewegen kann man niemanden, aber aufmerksam machen, wach rütteln, sich mit anderen sensibel austauschen. 
3
#57
21.8.17, 07:10
@cahumi: "jeder andere"? Was soll das? Offensichtlich haben ziemlich viele Erfahrungen mit dem Thema, sie haben auch ein Recht, was dazu zu sagen, ob es Dir persönlich nun gefällt oder nicht. Du musst es doch gar nicht lesen, wenn es Dich zu sehr angreift. Nur nicht niedermachen bitte!
2
#58
21.8.17, 13:05
@glucke1980: natürlich hast Du recht, am besten sollte man nichts trinken, und die Aussage, gelegentliches Trinken kleiner Mengen täte sogar gut, mag ich gar nicht bezweifeln. Denn die Betonung liegt auf "gelegentlich", was sehr subjektiv ausgelegt wird. Ich sehe da ca. 1x im Monat als unkritisch an, einmal wöchentlich schon nimmer.
Alkoholabhängigkeit entsteht durch regelmäßiges Trinken kleiner Mengen genauso wie durch gelegentliche Aufnahme großer Mengen (Quartalstrinker).

Und zuguterletzt: danke an die TE, denn dieser Mechanismus der Endorphine ist so gut wie niemandem bekannt. Doch ich halte diese Erkenntnis auch für äußerst wichtig und möglicherweise motivierend für tatsächlich abhängige Menschen oder solche, die noch gar nichts von ihrem Unglück wissen.
2
#59
21.8.17, 13:12
@Brandy: Ich finde nicht, daß dieser Bericht oberflächlich ist. Ich habe mich auch schon mit dem Thema auseinandergesetzt und finde diese Beschreibung supergut, da sie mir noch nie so bewußtgeworden ist.
5
#60
21.8.17, 18:19
@gudula (#48): Danke für die Studie(n) sehr interessant. Ich finde darin aber nicht bestätigt, was du sagst, nur dass der "leichte bis moderate Genuss von Alkohol mit einem minimal erhöhten Risiko von Krebs" einhergeht. ("Light to moderate drinking is associated with minimally increased risk of overall cancer.") Du schriebst aber, dass ein Glas Wein das Risiko, an speziell Brustkrebs zu erkranken, um das 35fache erhöhe. Ich glaube schon, dass jegliches Gift (Ethanol, Nikotin etc.) das Immunsystem schwächt und somit das Risiko für Erkrankungen wie Krebs generell erhöht, ich glaube nicht, dass ein Glas Wein täglich das Risiko für Brustkrebs speziell auf das 35fache erhöht und genau das habe ich auch noch nie irgendwo gelesen. 

Übrigens steht in den Studien auch drin, dass Menschen, die sehr regelmäßig Alkohol trinken, auch sehr häufig rauchen und dass man bei deshalb nicht genau sagen kann, welches der beiden Gifte dann zum Krebs führt. 

Also ich bin ja bei dir, wenn es darum geht, den Körper nicht durch Gifte zu belasten. Aber wenn du hier Fakten postest, dann bitte auch die richtigen. Ich finde Fanatismus für oder wider etwas immer ein wenig abschreckend, aber die Kombination mit falschen Daten erzeugt bei mir wirklich Abwehr und ich weiß, dass es anderen auch so geht.
2
#61
21.8.17, 20:48
@HörAufDeinHerz:   Bravo.
Der letzte Absatz ist hervorragend formuliert und trifft absolut den Kern.
Danke dafür und recht schönen Abend.
2
#62
22.8.17, 14:15
Ich habe mal einen Bericht über eine junge Frau gelesen , der es aufgestoßen war , ständig und überall mit Alkohol konfrontiert zu werden . Egal ob auf Partys , bei Empfängen oder sogar bei normalem Essen mit der Familie . Sie hatte sich dagegen gewehrt , auch nur einen Tropfen mehr zu trinken . Die Umgebung reagierte mit Unverständnis , unterstellte Ihr sogar sie sei schwanger - ok , Schwangeren steht man zu , nicht zu trinken - ihre Erkenntnis. Sie wollte auch wohl in dem Bericht andeuten , dass Alkohol in der Gesellschaft ein "Muss" wäre.....

Ich selber hasse den Alkohol wie die Pest , mein Ex war jedes WE in der Kneipe und kam immer betrunken nach Hause , trotz zwei kleinen Kindern....in meiner Familie versteht es auch keiner , noch nicht mal meine Mutter . Und nein , es wird nur zu besonderen Anlässen Alkohol angeboten .
2
#63
23.8.17, 09:07
Genau da liegt der Hund begraben @Schnuff - stellvertretend für alle,
die diesen Knackpunkt bereits angesprochen haben: Alkohol ist eine
gesellschaftlich anerkannte, legale Droge. Leicht und überall für
kleines Geld zu erwerben. Und ein nicht unerheblicher Posten qua
Branntwein-, Sekt- und anderer Steuern im öffentlichen Finanzhaushalt.

Doch
ich möchte hier noch einen anderen Punkt zur Diskussion stellen: Es ist
richtig, dass der Betroffene selbst einsehen muss, dass er ein
Alkoholproblem haben könnte. Nur dann kann ihm geholfen werden. Nur er
allein schafft es, aber er schafft es nicht alleine.

Jedoch ist
der Weg zu dieser Einsicht kein Einfacher. Der Alkoholkranke selbst mag
es schon längst erkannt haben, dass er krank ist. Doch ein anderer
Aspekt hindert ihn oftmals über lange Zeit, sein Problem aktiv anzugehen
und sich professionell helfen zu lassen. Das ist die Scham. Die Scham,
zuzugeben, dass er Hilfe benötigt und in Anspruch nehmen will. Wenn
diese nicht kleine Hürde genommen wurde, ist das schon die halbe Miete.

Ansonsten
finde ich diese Diskussion sehr interessant, da hier nicht nur
Nichtbetroffene sondern auch Betroffene mitreden. Wobei die
Nichtbetroffenen ja nicht wissen können, dass sie wie Blinde sind, die
dem Betroffenen etwas von der Farbe erzählen.
#64
23.8.17, 10:51
@HörAufDeinHerz: Hallo, ich möchte deine Zweifel am 35prozentigem höheren Risiko für Brustkrebs noch einmal ansprechen. Es ist KEIN 35faches höheres Risiko! 35 Prozent sind so zu verstehen:
Ein Beispiel: Von 47 Frauen im Alter von 45 Jahren kann eine (1) Frau  in den nächsten 10 Jahren an Brustkrebs erkranken. Das ist möglich, muss aber nicht sein. Wenn alle diese 47 Frauen regelmäßig jeden Tag wenig oder viel Alkohol trinken, haben 35 Prozent von ihnen das Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Das sind 16,5 Frauen. Das sind viele. Aber, wie gesagt, es ist ein Risiko. Wer auf Alkohol nicht verzichten will, geht also ein Risiko ein, an Brustkrebs zu erkranken. (Quelle: www.netdoktor.de/krankheiten/brustkrebs/)
4
#65
23.8.17, 11:13
@Egeria: Das hast Du wirklich ALLES sehr treffend formuliert.
Auch ich bin leider familiär mehr als betroffen und mußte meinen einzigen Bruder bis zu bitteren Ende begeiten.
Gut, wenn dann überhaupt noch jemand bereit und fähig ist, dieses ganze Elend zu ertragen.
Ich bin heilfroh, daß unsere beiden Eltern früher gehen durften und hnen dies alles erspart blieb.
Wer nicht mittel und unmittelbar zur Seite stand weiß in der Tat nicht, wovon die Rede ist.
In meinem Haus gibt es keinen Tropfen Alkohol und wer das nicht akzepptiert muß außen vor bleiben. So einfach und doch so schwer für Betroffene und Co.Abhängige.
Ich wünsche allen viel Kraft, Mut und Durchhaltevermögen. Die Freude stellt sich dann über kurz oder lang wieder ein. ( ich weiß es )
Allen einen recht schönen Tag.
3
#66
25.8.17, 08:56
Danke für die Blumen @cahumi :)

Generell begrüße ich es, dass dieses heikle Thema hier angesprochen wird. Denn es ist schon erschreckend, wieviel profundes Halbwissen über diese Volkskrankheit Nummer Zwei kursiert. Volkskrankheit Nummer Eins ist das Übergewicht. Wobei Adipositas eine besondere Rolle einnimmt. Insofern tut Aufklärung durchaus not.

Jedoch ist es schon mal eine guter Anfang, sich mit den gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Alkoholkrankheit auseinander zu setzen. Weitere Infos aus erster Hand sind leicht über die diversen Internetauftritte der zahlreichen Hilfsorganisationen und Selbsthilfegruppen in Erfahrung zu bringen. Sei es nun die Caritas, das Blaue Kreuz oder die Anonymen Alkoholiker. Sie alle haben das gleiche Ziel: Dem Kranken und den Mitbetroffenen durch eine schwierige Lebenssituation hindurch zu helfen und wieder zu mehr Lebensqualität und Lebensfreude zu verhelfen. Und das Beste daran: Das Ganze ist auch noch kostenlos. Man muss nur hingehen.

Wer als Nichtbetroffener einem Betroffenen wirklich helfen will, lässt sich nicht zum Co-Abhängigen machen. Er kann aktiv helfen. Mit verständnisvollen Gesprächen beispielsweise. Oder damit, dass er nicht nur zuhört, sondern signalisiert, dass er beim Entzug zur Seite steht. Er kann den Betroffenen persönlich in der Entgiftung abliefern, sofern dieser es zulässt. Zwingen kann man den Kranken nicht, er muss aus freien Stücken dort aufschlagen. Und dass er das wirklich freiwillig tut, dabei kann man durchaus nachhelfen. Das ist erlaubt.

Was man als Nichtbetroffener jedoch nicht tun sollte, ist dieses: Bedauere um Himmels Willen keinen Suchtkranken und bemitleide ihn nicht. Leihe ihm kein Geld, das vertrinkt er ohnehin und du siehst es niemals wieder. Da musst du hart bleiben. Gib ihm stattdessen das Gefühl, dass du für ihn da bist, wenn er dich braucht und seine Krankheit ernst nimmst. Besuche ihn in der Entgiftung und während seiner stationären Therapie. Hilf ihm, achtsam zu werden und zu bleiben. Versprich ihm, dass er durch abstinente Lebensweise seine Freiheit wieder bekommt. Die Freiheit, das zu tun, war er will, wann er es will.

Der Alkoholkranke ist nämlich nicht der Penner auf der Parkbank mit der Wermutpulle in der Manteltasche. Es kann Jeden treffen. Zwischen bedenklichem Alkoholkonsum und missbräuchlichem Alkoholkonsum verläuft nur ein äußerst schmaler Grad.

 
#67
4.9.17, 19:21
Liebe Gudula.
Dein ausgewähltes Thema ist toll; sehr toll.
Aber es zeigt wieder einmal, wie sich der Alkohol in die Köpfen vieler Menschen eingebrannt hat.
Ignorieren, sich lustig machen, besserwisserisch benehmen; kurz , sich vor der Wahrheit verschließen !!
UND gerade DAS ist es ja was den Teufel Alkohol ausmacht.
Aber ehrlich gesagt, ich habe keine Lust mehr, gerade Hier, dieses Thema nochmals aufzuwärmen.
Es tut mir leid, wenn ich Leute sehen, die völlig uneinsichtig, unbelehrbar ihrem Schicksal entgegen saufen...oder muss ich anstandshalber "trinken" sagen ?
ICH habe inzwischen gar resigniert.
Macht was ihr wollt !!
#68
5.9.17, 10:21
"Aber ehrlich gesagt, ich habe keine Lust mehr, gerade Hier, dieses Thema nochmals aufzuwärmen."
So so...  
#69
5.9.17, 12:49
@CracklinRosie: Einfach ignorieren!
1
#70
7.9.17, 08:27
@Egeria: Du sagst dass "...die Nichtbetroffenen ja nicht wissen können, dass sie wie Blinde sind, die dem Betroffenen etwas von der Farbe erzählen." Muss ich selbst depressiv sein, um einem depressivem Freund zu helfen? Muss der Arzt Diabetiker sein, um einem Diabetiker zu helfen? Ich kann meinen Verstand benutzen und Infos sammeln und Tipps aufschreiben. Ich bin als Nicht-Trinkerin fähig, die "Endorphin-Falle" zu beschreiben.
2
#71
7.9.17, 10:01
Theoretisch sicher - aber was in einem Suchtkranken vorgeht kann man wohl nie wirklich beurteilen, wenn man nicht selbst mal von einer Sucht betroffen war. 
Der Suchtkranke ist ja auch nicht in der Lage wirklich zu begreifen, was in seinem Partner oder der nahen Familie/Freunden vorgeht und was die durchmachen wegen seiner Sucht. 
Gerade beim Alkoholiker und Rauschgiftsüchtigen drängt sich mir oft der Verdacht auf, dass die eigentlichen Opfer deren Liebste sind. Die machen die Hölle durch, weil sie einen geliebten Menschen vor die Hunde gehen sehen und nichts dagegen tun können. Und sie betäuben sich nicht ständig um das Elend zu vergessen. Sie kennen keine Pause in ihrem Kopf. 

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