Honigwein selber machen - einfach Schritt für Schritt

Unwiderstehlich für germanische Götter und neuzeitliche Menschen: Wikinger-Met oder Honigwein schmeckt uns im Winter und im Sommer.
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Fertig in 

Schon die Steinzeitmenschen, Wikinger und ihre Götter liebten den honigsüßen Göttertrank. Doch auch uns heute läuft beim Gedanken an Honigwein das Wasser im Mund zusammen. Also brauen wir das Met-Getränk einfach und schnell selbst – mit feinem Honig und ganz nach unserem Geschmack.

Wir lieben Met im Winter als wärmendes Heißgetränk und schätzen ihn im Sommer als gekühlte Erfrischung. Ob du ihn dabei lieber süß oder etwas herb trinken möchtest, bestimmst du bei der Herstellung selbst. Übrigens ist selbst gebrauter Met schon nach wenigen Wochen ein ebenso originelles wie individuelles Geschenk. Also: Ran an den Honig!

Zutaten

6 Portionen
  • 2 kg Honig
  • 4 Liter Wasser
  • 2 TL Reinzuchthefe
  • etwas Hefenährsalz
  • 1 Liter Apfelsaft

Goldgelb ist die Farbe nur, wenn man reinen Honig einschenkt. Mit Him- oder Blaubeeren erhält man interessante Farbvarianten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Zubehör
  2. Zubereitung
  3. Hintergrund – Tipps und Tricks
    1. Gärballon & Co.
    2. Gärschlamm und „Abziehen“ – die Extrarunde
    3. Sauberkeit
    4. Hefe – eine sensible Sache
    5. Honig – Bio macht’s
    6. Individuelle Zusätze und Geschmack
    7. Geduld

Zubehör

  • Gärballon oder Gärflasche (ca. 10 l) mit Gummistopfen und Gärröhrchen oder -aufsatz
  • Thermometer
  • 2 große Töpfe
  • Trichter
  • Bügelflaschen

Zubereitung

  1. Sterilisiere deine Töpfe sowie die Gärflasche. Entferne dabei Seifenreste sorgfältig.
  2. Erwärme deinen Honig im Wasserbad bei maximal 40 Grad.
  3. Erhitze das Wasser im zweiten ebenfalls auf 40 Grad.
  4. Gib den flüssigen Honig in das Wasser und verrühre alles sorgfältig.
  5. Bildet sich eine Schaumschicht, schöpfe diese ab.
  6. Lasse die Flüssigkeit auf circa 20 bis 25 Grad abkühlen.
  7. Jetzt gibst du den Apfelsaft, das Hefenährsalz nach Packungsangabe und die Reinzuchthefe dazu.
  8. Fülle die Mischung in die Gärflasche und verschließe diese mit dem dazu gehörenden Aufsatz.
  9. Lagere das Ganze 14 bis 21 Tage bei einer Temperatur von 20 Grad an einem ruhigen, dunklen Ort.
  10. Schüttle und Schwenke die Gärflasche jeden Tag regelmäßig und mehrfach.
  11. Erst, wenn keine Bläschen mehr aufsteigen, kannst den den klaren Met – am besten durch einen Filter mit Einsatz – in Flaschen abfüllen. Der Gärschlamm bleibt dabei am Boden der Gärflasche.

Prost!

Dekorativ sind die Flaschen auf jeden Fall. Allerdings ist Putzen - und Sterilisieren - vor dem Brauen absolut notwendig.

Hintergrund – Tipps und Tricks

Gärballon & Co.

Einen Gärballon oder eine Gärflasche findest du mit etwas Glück auf dem nächsten Flohmarkt. Es gibt sie allerdings auch im Internet, häufig sogar als Starter-Set. Das Gärröhrchen oder den -aufsatz benötigst du, damit beim Gärvorgang das Gärgas entweichen kann.

Besonders wichtig: Solange beim Gärvorgang Bläschen aufsteigen, solltest du den Met nicht in Flaschen abfüllen. Denn das Gären ist dann noch nicht abgeschlossen – und deine Flaschen könnten im schlimmsten Fall explodieren.

Gärschlamm und „Abziehen“ – die Extrarunde

Beim Gärprozess setzt sich am Flaschenboden der so genannte „Gärschlamm“ ab. Durch das Drehen der Flasche hältst du den Gärprozess am Laufen und beschleunigst ihn sogar. Freue dich über viele Kohlensäurebläschen – da braut sich was Wunderbares zusammen.

Hat es sich komplett ausgeblubbert? Dann kannst du deinen Met nach drei Wochen durch ein Filter abgießen und darauf achten, den Gärschlamm nicht mit abzufüllen.

Du kannst aber auch eine Extrarunde drehen: Für das „Abziehen“ füllst du den Met vorsichtig durch einen Lebensmittelschlauch in einen sterilen Behälter um und lässt möglichst viel von dem Schlamm im Gärballon. Reinige diesen gründlich mit möglichst heißem Wasser und fülle deinen Met dann wieder in ihn ein.

Jetzt gönnst du deinem Met noch einmal zwei bis drei Tage, bevor du ihn in Flaschen abfüllst. Dadurch wird der Geschmack milder und feiner. Manche Brau-Fans fügen vor dem Abfüllen noch Gär-Stopper hinzu. Doch wir verzichten – auch wegen diverser Unverträglichkeiten – am liebsten auf vermeidbare Zusätze.

Für rund 6 Liter Honigwein brauchst du einen 10-Liter-Gärballon. Optimal steht dieser beim Gärprozess bei rund 20 Grad in einem dunklen, ruhigen Raum.

Sauberkeit

Die Vorbereitung ist beim Met-Brauen das A und O. Vielleicht meinst du es gut und schrubbst deine Utensilien mit Seife? Dann achte aber bitte penibel darauf, die Seife vorher wieder loszuwerden. Sonst beeinträchtigst du den Geschmack und den Gärvorgang.

Manchen Gärballon kannst du wegen seiner Größe nicht wie die Flaschen in kochendem Wasser oder im Backofen sterilisieren. Dann schrubbe ihn zumindest blitzblank und mit möglichst heißem Wasser, um unerwünschte Partikel und Bakterien loszuwerden.

Hefe – eine sensible Sache

Dein Thermometer leistet dir beim Brauen gute Dienste. Denn Hefen sind enorm empfindlich und mögen keine Hitze. „Viel hilft viel“ ist deshalb der falsche Leitsatz. Wunderbar findet Hefe dagegen Temperaturen zwischen 20 und maximal 28 Grad. Ist es kälter, kann die Hefe nicht wie gewünscht den Zucker im Honig vergären. Ist es wärmer, stirbt Hefe schlichtweg ab. Das war’s dann mit dem Gärprozess.

Weitere unerwünschte Nebeneffekte der falschen Temperatur: Ist es beim Gärprozess zu kalt im Raum, kann der Honig auskristallisieren. Ist es zu warm, kann dein Honigwein Aroma verlieren.

Ohne Honig kein Honigwein. Entscheidest du dich für Bio-Qualität aus der Region, machst du auf jeden Fall alles richtig.

Honig – Bio macht’s

Ebenso wichtig wie die Hefe sind auch deine anderen Zutaten. Nimmst du für das Brauen übriggebliebene Honigreste, wird dich der Geschmack deutlich weniger begeistern als mit feinem Lindenblütenhonig. Für deine erste Runde Met-Brauen bist du mit einem fruchtigen Blütenhonig auf der sicheren Seite.

Wichtig ist jedoch auch noch etwas anderes: Mit dem Billighonig aus dem Discounter nimmst du eventuell Rückstände von Insektiziden und Pflanzenschutzmitteln in Kauf. Bio-Honig, noch dazu vom Imker aus deiner Region, ist die beste Basis für einen unwiderstehlichen Met ohne unerwünschte Zusätze.

Individuelle Zusätze und Geschmack

Für die erste Brau-Runde empfehlen wir dir, bei den Grundlagen und einem schönen Blütenhonig zu bleiben. Mit Akazienhonig erhältst du einen milden, süßen Met, mit Waldhonig wird dein Wikinger-Met eher herb und leicht bitter.

Fortgeschrittene sind in Sachen Brauen häufig mutiger. Sie experimentieren zum Beispiel mit einem höheren Wasser- und damit einem niedrigerem Alkohol-Anteil - und erhalten dabei den sogenannten "Hydromel".

Sehr beliebt ist es auch, vor dem Gärprozess Beeren oder andere Früchte in die Gärflasche zu geben. Die Hefekulturen vergären auch den darin enthaltenen Zucker. Und man verleiht dem Honigwein eine fruchtige Note und eine schöne Farbe.

Für den berühmten Metheglin, den Gewürzmet, gibt man entweder schon vor oder während der Gärung seine Lieblingsgewürze hinzu. Ein Hauch Vanille, eine Prise Zimt – oder zu Weihnachten natürlich Zimt, Kardamom und Nelken.

Geduld

Met ist ein tolles Geschenk. Allerdings solltest du mindestens drei Wochen Zeit einplanen, bis du ihn verschenken kannst. Ist der Gärprozess nicht abgeschlossen, explodiert die schöne Honigwein-Flasche im schlimmsten Fall sogar. Auch in Sachen Geschmack und Alkohol braucht gut Ding Weile. Ist der Gärprozess abgeschlossen und blubbert in deiner Gärflasche nichts mehr? Dann hältst du ein wirklich großartiges und sehr originelles Geschenk in den Händen.

Wenn du noch etwas mehr Zeit als die drei Wochen hast – umso besser. Denn für den vollen, runden Geschmack ruht der bereits abgefüllte Met in seiner Flasche gerne noch ein paar Wochen zusätzlich.

Natürlich gibt es viele Rezepte, nach denen du deinen eigenen Met herstellen kannst. Vielleicht hast du sogar schon etwas Übung darin und verrätst uns dein eigenes, ultimatives Rezept? Wir freuen uns über deine Kommentare!

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