Beim Autofahren in Glätte und Schnee ist vor allem eines wichtig: vorausschauend fahren. Denn jede plötzliche und heftige Bremsung oder Lenkbewegung kann dazu führen, dass mein Fahrzeug die Bodenhaftung verliert und ins Rutschen gerät.

Autofahren bei Eis und Schnee: So komme ich sicher durch den Winter

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Schnee, Matsch und Eis auf der Straße, und dazu noch Nebel oder Dunkelheit: Gerade jetzt im Winter ist das Autofahren alles andere als ein Zuckerschlecken. – und nicht selten gefährlich. Im Winter ist das Unfallrisiko immerhin bis zu sechsmal so hoch wie im Sommer. Was aber kann ich tun, um möglichst sicher und gut durch den Verkehrswinter zu kommen?

Beim Autofahren in Glätte und Schnee ist vor allem eines wichtig: vorausschauend fahren. Denn jede plötzliche und heftige Bremsung oder Lenkbewegung kann dazu führen, dass mein Fahrzeug die Bodenhaftung verliert und ins Rutschen gerät. Doch schon bevor es losgeht, kann ich einiges tun, um meine Fahrsicherheit im Winter zu erhöhen. Generell gilt: Ich sollte bei Winterwetter auf jeden Fall mehr Zeit einplanen, um an mein Ziel zu gelangen.

Anschnallen besser ohne dicke Winterjacke

Auf eine Gefahr hat erst vor kurzem der ADAC ausdrücklich aufmerksam gemacht: Auch wenn das Innere meines Autos morgens ungemütlich kalt ist, sollte ich die dicke Winterjacke im Auto besser ausziehen oder zumindest öffnen. Denn wenn der Anschnallgurt über der Jacke liegt, sitzt er oft nicht mehr auf den Beckenknochen, sondern zu hoch. Im Falle eines Unfalls oder plötzlichen Bremsmanövers kann das schwere innere Verletzungen verursachen. Vor allem Kinder sollte ich daher immer ohne den Winteranorak anschnallen. Gegen die Kälte kann ich sie dann immer noch mit ihrer Jacke abdecken.

Winterstiefel fürs Auto

Was die Winterstiefel für meine Füße, sind die Winterreifen oder mindestens gute Ganzjahresreifen für mein Auto: Ohne sie sollte ich im Winter und vor allem bei Minusgraden überhaupt nicht fahren. Denn erst die spezielle Gummimischung und das Profil dieser Reifen sorgen dafür, dass sie auch bei Kälte, Nässe und Matsch eine gute Bodenhaftung behalten. Experten empfehlen, gerade in schneereichen und kalten Gebieten auf echte Winterreifen zu setzen. Denn die meisten Ganzjahresreifen schnitten in Tests unter Winterbedingungen nur mittelmäßig ab.

Der Druck muss stimmen!

Viele Autofahrer sind echte "Luftdruck-Muffel": Sie achten kaum oder gar nicht auf den richtigen Luftdruck in den Autoreifen. In Stichprobentests haben immer wieder bis zu zwei Drittel der Fahrzeuge zu wenig Luft im Reifen. Besonders im Winter kann dies für mich böse Folgen haben. Denn wenn die Luft fehlt, liegt der Reifen nicht mehr mit der gesamten Fläche auf der Straße auf. Ist es dann glatt oder matschig, nutzt mir auch das beste Profil nichts: Die Reifen verlieren ihren Halt und ich gerate ins Rutschen. Deshalb sollte ich gerade im Winter immer darauf achten, meine Reifen auf Solldruck zu halten.

Abstand halten

Aber selbst noch so gute Winterreifen können nicht verhindern, dass mein Auto bei Matsch und Schnee und erst recht bei vereister Fahrbahn anders reagiert als sonst. Vor allem der Bremsweg ist jetzt erheblich länger. Fahren im Winter bedeutet daher vor allem: Fuß vom Gas und Abstand halten! Bei Schnee und Glätte sollte ich dreimal so viel Abstand zum vorausfahrenden Auto halten wie sonst.

Zudem gilt es jetzt, alle plötzlichen Fahrmanöver oder Tempowechsel zu vermeiden. Besonders eine Vollbremsung bringt das Auto bei Glätte besonders schnell zum Schleudern. Beim Anfahren und auch in Kurven sollte ich daher nur langsam und dosiert Gas geben. Generell sollte ich versuchen, noch vorausschauender zu fahren als ohnehin schon. Springt vor mir dann doch mal eine Ampel plötzlich um, kann es jetzt sicherer sein, keine Vollbremsung zu machen, sondern lieber noch bei gelb vorsichtig über die Kreuzung zu fahren.

Wichtig auch: Fährt vor mir ein Schneepflug oder Streufahrzeug, sollte ich es besser nicht überholen – auch wenn es noch so langsam dahinschleicht. Denn vor solchen Räum- und Streufahrzeugen ist die Fahrbahn häufig gefährlich glatt oder noch so verschneit, dass ich ohnehin nicht schnell vorwärtskomme. Fahre ich hinter einem Streufahrzeug her, sollte ich zudem mindestens eine halbe Tacholänge Abstand einhalten. Sonst riskiere ich, dass mir eine Mischung aus Salz und Schnee die Windschutzscheibe verschmiert.

Freies Blickfeld schaffen

Früh am Morgen, wenn ich ohnehin spät dran bin, ist die Versuchung besonders groß, mich um das lästige Eiskratzen so weit wie möglich zu drücken. Statt die gesamte verschneite oder vereiste Frontscheibe freizukratzen, schaffen sich viele dann nur ein kleines Guckloch – Hauptsache, ich sehe das Wesentliche. Den Rest wird dann schon die Scheibenheizung machen.

Doch diese Bequemlichkeit kann gefährlich werden. Denn wenn Seiten- und Rückfenster noch vereist sind, ist meine Sicht stark eingeschränkt. Ich kann kaum erkennen, was sich hinter mir befindet und auch der von rechts herannahende Radfahrer oder Fußgänger wird schnell übersehen. Ich sollte daher auch wenn es eilig ist, immer möglichst alle Scheiben meines Wagens freikratzen.

So geht's leichter

Zumindest bei der Frontscheibe kann ich mir die Arbeit erleichtern, wenn ich abends eine Abdeckung aus Folie oder Pappe auf die Scheibe klemme – das hält einen großen Teil von Schnee und Eis fern. Mit einem Handfeger sollte ich zudem vor Fahrtbeginn den Schnee von Autodach und Motorhaube wegfegen. Denn sonst wird er während er Fahrt gegen die eigene Scheibe geweht oder fliegt meinem Hintermann entgegen – auch das kann böse Unfälle auslösen.

Übrigens: Eine gründliche Reinigung der Autoscheiben von innen trägt auch zu einem besseren Durchblick bei. Denn saubere Scheiben beschlagen weniger leicht und werden auch schneller wieder klar. Daher sollte ich den Scheibeninnenseiten ruhig mal gründlich mit Fensterputzmittel und Fensterleder zu Leibe rücken – der Sicherheit zuliebe.

Vorbeugen auch an der Autotür

Auch das kennen viele Autofahrer im Winter: Ich komme morgens ans Auto und prompt sind Türschloss und Türen festgefroren. Kein großes Problem, wenn ich jetzt den Türschlossenteiser griffbereit habe. Das handliche Spray sollte daher auf gar keinen Fall im Auto aufbewahrt werden – im Ernstfall nützt es mir da gar nichts.

Vorbeugen kann ich einem Zufrieren des Türschlosses, indem ich das Schloss mit Graphitspray behandele, das hemmt die Eisbildung. Öl sollte ich dagegen lieber vermeiden, denn es kann bei Kälte verharzen und das Schloss dadurch verkleben. Vorsorge ist auch bei den Türgummis sinnvoll: Am besten reinige ich sie erst gründlich und schmiere sie dann mit Talkum, Glyzerin oder einfach einem Fettstift ein. Das verhindert, dass sie festfrieren und dann beim Öffnen der Autotür möglicherweise einreißen.

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