Auch wenn ich keine Angst vor dem Vogelgrippe-Virus haben muss: Ein bisschen Vorsicht kann nicht schaden. Konkret bedeutet das für mich vor allem, dass ich tote Vögel am besten nicht anfasse.

Die Vogelgrippe H5N8 breitet sich aus: Was muss ich jetzt wissen?

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Die Vogelgrippe ist wieder da: Die 2014 erstmals in Europa aufgetauchte H5N8-Variante des Influenza-Virus breitet sich erneut bei uns aus. Nachdem Anfang November zahlreiche tote Wasservögel in Schleswig-Holstein auf einen Ausbruch hingedeutet hatten, hat der Erreger inzwischen auch andere Bundesländer erreicht. Welche Folgen hat das für Mensch und Tier und wie verhalte ich mich jetzt richtig?

Woher kommt das H5N8-Virus?

Das Vogelgrippe-Virus H5N8 hat lange Zeit nur Wildvögel und Geflügel in Asien befallen. Anfang 2014 tauchte jedoch eine aggressive Variante dieses Erregertyps in Südkorea auf, die es schließlich auch nach Europa schaffte. Das Virus befiel erstmals im Winter 2014/ 2015 Geflügeltiere in Mastbetrieben in Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Deutschland.

Eingeschleppt wurde der Erreger von infizierten Zugvögeln. Sie brachten das Virus von Asien über ihre Brutstätten in der Arktis bis nach Nordamerika und auf den europäischen Kontinent. Auch dieses Mal ist H5N8 wohl wieder mit gefiederten Reisenden zu uns gekommen.

Warum herrscht nun in vielen Bundesländern Stallpflicht für Geflügel?

Die Vogelgrippe H5N8 ist für domestiziertes Geflügel wie Hühner sehr gefährlich. Der Erreger macht die Tiere schwer krank und viele der betroffenen Vögel sterben. Außerdem ist das Virus hochansteckend und verbreitet sich schnell. Um zu vermeiden, dass sich Hühnervögel bei infizierten Wildvögeln anstecken, müssen sie in einigen Bundesländern vorsorglich im Stall bleiben – aktuell gilt die Stallpflicht unter anderem in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt.

Das Tückische ist, dass die Vogelgrippe oft erst erkannt wird, wenn schon das erste Geflügel erkrankt ist. Denn anders als bei Haushuhn und Co endet eine Infektion für wildlebende Vögel nicht immer tödlich und verläuft in vielen Fällen sogar symptomlos.

Kann auch ich mich mit dem Erreger anstecken?

Theoretisch kann auch ich mich mit H5N8 anstecken: Bei allen Vogelgrippe-Viren besteht die Möglichkeit, dass es bei engem Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln sowie deren Produkten oder Ausscheidungen zur Übertragung des Erregers vom Tier auf den Menschen kommt. Allerdings ist für das derzeit grassierende Virus eine solche Übertragung weltweit noch kein einziges Mal beobachtet worden.

"Humane Erkrankungen mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps A(H5N8) können nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Beim Einsatz adäquater Schutzmaßnahmen sind Übertragungen auf den Menschen jedoch unwahrscheinlich", schreibt das Robert Koch-Institut dazu. Panik ist demnach nicht angebracht: Die Experten sehen derzeit keine erhöhte Gefahr für die Allgemeinbevölkerung.

Wann wird das Virus für den Menschen gefährlich?

Wissenschaftler sind sich bislang uneinig darüber, wie hoch das Risiko ist, dass H5N8 durch Mutationen ansteckend für den Menschen wird. Selbst die Übertragung vom Vogel auf einen Menschen bedeutet noch nicht, dass das Influenza-Virus die sogenannte Artschranke überwunden hat. Dies wäre erst dann der Fall, wenn es von Mensch zu Mensch übertragbar ist und sich im Menschen gut vermehren kann.

Dieser Sprung kann erfolgen, wenn H5N8 oder ein anderes Vogelgrippe-Virus mit Influenzaerregern in Kontakt kommt, die bereits Epidemien beim Menschen auslösen können. Erst wenn dies gelungen ist, könnte H5N8 für mich und meine Mitmenschen zu einer ernsteren Gefahr werden.

Welche Vorsichtsmaßnahmen kann ich treffen?

Auch wenn ich keine Angst vor dem Vogelgrippe-Virus haben muss: Ein bisschen Vorsicht kann nicht schaden. Konkret bedeutet das für mich vor allem, dass ich tote Vögel am besten nicht anfasse. Außerdem sollte ich Geflügelmärkte in jenen Gebieten meiden, in denen gerade eine Vogelgrippe vorkommt. In einigen Gebieten Deutschlands gilt auch eine Leinenpflicht für Hunde außerhalb von Städten und Ortschaften. Damit soll verhindert werden, dass die Vierbeiner tote Wildvögel beschnüffeln, anfressen oder anschleppen und so das Virus weitertragen.

Darüber hinaus sind für mich besondere Vorsichts- und Schutzmaßnahmen nur dann ratsam, wenn ich vor oder während eines Ausbruchs zum Beispiel aus beruflichen Gründen engen Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln haben könnte.

Was soll ich tun, wenn ich einen toten Vogel entdecke?

Fällt mir in der kommenden Zeit beim Spaziergang ein toter Wasservogel auf, sollte ich den Kadaver dem Ordnungsamt oder der zuständigen Veterinärbehörde melden. Auf diese Weise helfe ich den Experten, einen Ausbruch rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

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