Blutwurst mit Mehl bestäuben
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Endivien untereinander - ein traditionelles Essen im Ruhrpott

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Dies ist ein richtiges Ruhrpottessen. Wenn der Bergarbeiter "vonne Schicht" kam, hatte er einen Bärenhunger und freute sich auf eine Mahlzeit die einfach, deftig und lecker war. Der Kohlebergbau ist Vergangenheit, aber die Liebe zur Hausmannskost ist im Ruhrgebiet geblieben.

Ungläubig wird manchmal von Ortsunkundigen gefragt: wie, der Endiviensalat wird richtig wie Salat angemacht und dann unter die Kartoffeln gemischt? Ja, so ist er richtig.

Zutaten

  • Einen schönen Kopf Endiviensalat
  • 3 Pfund halbfeste Kartoffeln
  • 3 Zwiebeln
  • einen halben Liter Milch
  • 1 Zitrone, auch mehr wenn man es säuerlich mag
  • 3 EL Öl
  • Pfeffer, Salz, 1 Prise Zucker

Für die Blutwurst:

1 Kringel Blutwurst zum Braten. Also einfache, mit wenig Speckstücken (fragt den Metzger, der weiss das!) 2 EL Mehl zum Bestäuben und zum Essen - ganz viel Senf!

Zubereitung

die Kartoffeln werden geschält und gerade mit gesalzenem Wasser bedeckt weichgekocht. Abgießen und mit dem Stampfer im Topf mit der heißgemachten Milch zerdrücken.

Der Endiviensalat wird gewaschen, gut abgetrocknet, am besten im Geschirrhandtuch -blütenrein, natürlich - die Blätter werden aufeinandergelegt und feinnudelig geschnitten. Also in ganz feine Streifen.

Die Zwiebeln werden klein geschnitten, aus Öl, Zitrone, Pfeffer und Salz und der Prise Zucker eine Marinade gerührt und der Salat darf darin baden.

Jetzt wird der Salat mit einem großen Löffel unter die Kartoffeln gehoben. Immer ein bisschen mit dem Holzlöffel drücken, dann fällt er zusammen. Man muss nicht unbedingt den ganzen Salat verarbeiten, sondern kann auch für den nächsten Tag etwas aufbewahren.

Der Kartoffel-Endivien-Stampf wird jetzt vorsichtig - könnte anbrennen - auf kleiner Einstellung erhitzt. Immer gut rühren, damit sich im Topf nichts festsetzt.
Natürlich kann man die einzelnen Portionen auch in der Mikrowelle wieder erhitzen.

Ganz zum Schluss wird die Blutwurst zubereitet. Sie wird in Portionsstücke geschnitten, enthäutet, einmal längs durchgeschnitten. Dann kurz in Mehl wälzen und in heißem Öl braten. Das geht ganz schnell. Jetzt kann serviert werden! Bier dazu oder Apfelschorle.

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6 Kommentare


#1 Die_Nachtelfe
18.10.11, 12:48
Zugegeben, ich mag die Blutwurst, die in Deutschland verkauft wird, nicht - die Franzoesische (die sich zum haeuten und bemehlen jedoch nicht eignet) ist mir etwas lieber, also wird die bei mir genommen. An sonsten aber sehr leckeres Rezept, Endiviensalat mit Kartoffelbrei gemischt gab es zumindest bei Mutti schon oefters. Und nach dem ersten probieren hat es auch die jenigen ueberzeugt, die zuvor mehr als skeptisch waren.
#2
18.10.11, 13:14
Mmh, lecker. Bin auch "ene aussem Pott". Das haben wir früher sehr oft
gegessen. Schmeckte und schmeckt mir, wenn's Muttern kocht, auch heute
immer noch super gut.
#3
18.10.11, 13:16
Mmh, lecker. Bin auch "ene aussem Pott". Das haben wir früher sehr oft
gegessen. Schmeckte und schmeckt mir, wenn's Muttern kocht, auch heute
immer noch super gut.
#4
18.10.11, 18:29
Ich bin zwar ne Rheinländerin, aber das mag ich auch. Und so ein Zufall, das gibt es heute bei uns. Wir haben Schwie-Elies Garten besucht ,-)
ich mag nicht so gerne Endivie als Salat. Das ist mir zu "kratzig" im Hals. Aber unterm Kapü geht das und ich mag das.
Ich kann nur empfehlen: Versucht es, ihr werdet nicht enttäuscht sein.
Kleiner Nachtrag: bebratene Apfel- und Zwiebelringe dazu, mehr braucht man nicht, um lecker satt zu werden.
#5
18.10.11, 20:11
Bei uns bleiben die Kartoffeln ganz, dafür aber in kleinen Stücken und mehlig kochende Sorte. Nu weiß ich auch, dass das ausm Pott kommt (wie Oma und Opa eben auch).
#6 Oma_Duck
19.10.11, 11:45
Endivien, Mangold, Melde - alles leckere Gemüse, die wieder propagiert werden sollten. Die Chancen stehten gut, nachdem der "Möglichst-alles-Roh-Wahn" durch Ehec einen kleinen Dämpfer erhalten hat.
In Holland ist der "Anijvie-Stamppot" fast ein Nationalgericht, hier an der Grenze seltsamerweise so gut wie unbekannt. Möge er sich im gesamten deutschspachigen Raum verbreiten.

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