Knäufe am Herd sind zu glatt? Mittels einer CAD-Software kleine Flügelgriffe in Kreuzform selbst gestalten und im 3D-Druck herstellen lassen.
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Flügelgriff-Aufsätze für runde Bedienungsknöpfe am Herd selber machen

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Ich habe mir vor einigen Jahren eine neue Küche angeschafft mitsamt einem topmodernen Gas-Elektro-Kombiherd von NEFF. Soweit bin ich mit dem Gerät auch zufrieden, allerdings fiel mir nach einiger Benutzung ein äußerst bedienungsunfreundlicher Nachteil auf: die runden Hochglanz-Drehknöpfe am Frontpanel! 

Beim Kochen hat man naturgemäß oft feuchte oder fettige Finger, aber dadurch gelang es mir einfach nicht, diese Knöpfe zu drehen, sowie ich das Gas mal schnell herunterregeln wollte. Verzweifelt versuche ich, sie festzuhalten, aber ich rutschte immer nur ab. Und schon war mir wieder irgendwas übergekocht! Der Drehwiderstand der Knäufe ist dummerweise stärker als meine Grifffestigkeit - zum Verzweifeln und Wahnsinnigwerden! Meine Beschwerden bei NEFF gingen ins Leere - was anderes war auch nicht zu erwarten.

So beschloss ich, eigene Aufsätze zu basteln, die mir das Hantieren mit diesen aalglatten Drehknöpfen deutlich erleichtern sollten. Mittels einer CAD-Software gestaltete ich kleine Flügelgriffe in Kreuzform, die ich mir anschließend im 3D-Druck in schwarzem Kunststoff - passend zum Herd - anfertigen ließ. Manche Elektronikmärkte bieten sogar einen solchen Self-Service in ihren Geschäften an, z.B. Conrad-Elektronik. Aber auch im Netz werden solche Dienste - mittlerweile sogar sehr günstig - angeboten. 

Die fertigen Flügelgriffe klebte ich mit Sekundenkleber auf die Drehknöpfe. Nach dem Antrocknen zeigte sich, dass meine Erwartungen vollumfänglich erfüllt wurden (siehe Fotos)! Die Griffe lassen sich nun superleicht drehen, weil ein Flügelkreuz ergonomisch ideal zu greifen ist. Das Arbeiten am Herd machte auf Anhieb wieder richtig Spaß und optisch passen die schlichten Aufsätze auch perfekt zum coolen Design des NEFF-Herdes.

Die Griffe lassen sich nun superleicht drehen, weil ein Flügelkreuz ergonomisch ideal zu greifen ist. Das Arbeiten am Herd machte auf Anhieb wieder richtig Spaß und optisch passen die schlichten Aufsätze auch perfekt.

Ich füge ein paar Abbildungen bei, aus denen Aufmaße und Form der Flügelaufsätze gut abzuleiten sind. Mit einer einfachen 3D-Software, wie z.B. „SketchUp Make“, die - sogar gratis - von Google zum Download angeboten wird, können meine schlicht konstruierten Aufsätze nachgebaut werden, um sie anschließend 3D-drucken zu lassen, denn ich habe festgestellt, dass in vielen Haushalten in meinem Bekanntenkreis solche oder ähnliche Herde stehen, die auch alle diese runden, glatten und manchmal auch versenkbaren Drehknöpfe haben.

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22 Kommentare

1
Nicht schlecht👍 Auf die Iddee muss man erst kommen. Aber "Not macht erfinderisch"
22.4.20, 21:05
2
Hey, das sieht klasse aus! Coole Griffe hast du dir da ausbaldowert ;-)
23.4.20, 20:11
3
@turugetese: Auf die Form der Flügelgriffe bin ich gekommen, indem ich mich vom Vintage-Gasherd eines Freundes inspirieren ließ. Der hatte so schöne, klassische Propellergriffe aus weißem Porzellan und Messing, ähnlich den antiken Wasserhähnen aus der Kaiserzeit. Damals verbanden sich noch Funktionalität mit Ästhetik, während heutzutage alles extrem reduziert, minimalistisch und windschnittig sein muss. Diesem Designwahn fallen als erstes die Praktikabilität und Benutzerfreundlichkeit zum Opfer - Hauptsache ultraschick. Aber solange die Kunden sich nicht beschweren, wird das wohl bis ins Unendliche weitergetrieben ... ??????
26.4.20, 23:23
4
Würdest du die Druckdatei zur Verfügung stellen?
30.4.20, 00:17
5
@torstenb: Eigentlich waren mein Tipp und die damit verbundenen schöpferischen Vorarbeiten mit Resultat meiner Designvorlage ausschließlich als Anregung zum Nachbau gedacht, der aufgrund der bewusst klaren Einfachheit heutzutage mit jeder CAD-Software problemlos umsetzbar sein sollte - und das auch nur im Rahmen der einzelnen privaten Verwendung. Dazu veröffentlichte ich sogar eine Zeichnung.
Ein Zurverfügungstellen der Druckdatei setzt die Garantie voraus, dass sie - da ich das Urheberrecht daran besitze - nicht in großem Stil für kommerzielle Zwecke missbraucht werden könnte.
Außerdem stellt sich die Frage, ob der Aufsatz überhaupt exakt auf die Drehknöpfe deines Herdes passen würden, es sei denn, du besitzt zufällig das gleiche bzw. ein ähnliches Produkt desselben Herstellers. Anderenfalls müssten evtl. vorher gewisse Anpassungen vorgenommen werden, die ja nur softwareseitig möglich sind. Zwar haben mittlerweile viele moderne Herde diese Art runder Drehknöpfe, weil sie dadurch versenkbar sind, aber deswegen sind sie von Bauart und Größen noch längst nicht alle identisch. Da gibt es ganz bestimmt deutliche Abweichungen untereinander.
Was hast du für einen Herd? Und warum probierst du nicht selber den Nachbau am PC? Das ist doch gerade das Reizvolle an meiner Idee, oder? Heutzutage ist das eigentlich kein Kunststück mehr ...???
30.4.20, 10:34
Unvertr├Ąglichkeitserscheinung
6
Grundsätzlich eine gute Idee, aber fettige Finger und Gas?? Und wenn du mal mit dem Allerwertesten eng vorbeigehst, hast du unbemerkt im blödesten Falle mehrere Platten an und das Gas....
Also nein, nur damit man Fettfinger nicht waschen möchte, so eine Sache anzubringen, die übrigens sämtliche sicherheitsrelevante Garantieleistungen zunichte macht  (Baumuster sind daraufhin geprüft und dürfen nicht verändert werden) halte ich für nicht sinnvoll.
Von Enkeln und Katzen ganz zu schweigen.
Die Flügeldrehknöpfe sind für andere Bereiche jedoch super, danke für diesen Hinweis.
Was es nicht alles gibt! Ts ts...
6.5.20, 10:25
7
Für den Herd brauche ich solche Knöpfe zwar nicht, da ich deine Probleme nicht habe. Aber ich denke an meine Mutter, die Arthrose in den Fingern hat und davon profitieren könnte. Was hast du denn für diese Knöpfe gezahlt? Und was zahlt man, wenn man weder die Software noch einen 3D-Drucker besitzt? Klingt ja schon nach profimäßigem Aufwand.
28.5.20, 07:17
8
Oh, mein Sohn ist stark Sehbehindert, auch er hat immer Schwierigkeiten mit seinem Herd. Deine Idee ist ja wie eine Revolution. Danke
28.5.20, 08:15
9
Eine pfiffige Idee für Leute, die Probleme mit dem Greifen haben, doch ich habe Bedenken, dass sich da ganz schnell Fett vom Kochen rein setzt. Ich selbst habe einen Herd mit Drehknöpfen, die leider nicht glatt sind und es gibt so viele Rillen, die sich immer wieder fest setzen und so ganz schlecht zu reinigen sind. Außerdem sind mit den neuen Griffen die Einstellungen darauf schlecht zu erkennen.
Ich könnte es mir aber auch in anderen Bereichen gut vorstellen. 
28.5.20, 09:09
10
@Pferdefreund74: Pro Flügelaufsatz zahlte ich 4,50 Euro, was ich für verhältnismäßig hielt. Preise für fertig vorproduzierte Aufsätze kann ich nicht benennen, denn die werden leider vom Herdproduzenten nicht angeboten.
Ich hatte natürlich - bevor ich mir die Mühe machte und die Aufsätze selber kreierte - NEFF kontaktiert und nachgefragt, warum sie solche ergonomisch unpraktischen Bedienknöpfe überhaupt entwickelten. Und ob es womöglich praktischere Alternativen gäbe - Stichwort „Barrierefreiheit“. Die Antwort war ernüchternd und wenig hilfreich. Allerdings wurde eine gewisse Nachvollziehbarkeit meines Problems erkannt und mir als „Entschädigung“ für die Benutzerunfreundlichkeit der Herdknöpfe ein Kochbuch zugesandt ...
Ich vermute, die Knöpfe sind deswegen so rund und glatt gestaltet, weil sie versenkbar sind - wahrscheinlich als Schutz vor Kinderhänden. Nur sind sie ausgerechnet an meinem Herd seltsamerweise NICHT versenkbar, weil er eine Gasmulde hat, was das Versenken technisch am Bedienungspanel womöglich verhindert.
Was das Selbermachen der Aufsätze anbelangt, so ist natürlich ein Computer hilfreich, allerdings sind auch andere Methoden denkbar, indem man sich z.B. provisorisch aus Kunststoffstreifen kleine Kreuze bastelt und dann auf die Knöpfe klebt. Das sieht vielleicht nicht so schick aus, erfüllt aber letztlich den selben Zweck.
28.5.20, 11:00
11
Auf meinen Knöpfen stehen auch direkt die Einschaltstufen, die würden dann ja verdeckt. Also ist das wahrscheinlich nicht bei jedem Modell umsetzbar.
Aber ich habe GsD damit keine Probleme.
Hätte auch Angst daran hängenzubleiben, denn die runden Knöpfe haben auch Sinn beim Unfallschutz, nicht nur optische Gründe, darum wird daran auch wohl Herstellerseite nichts geändert.
Aber vielleicht müssen es nicht gleich so riesige Flügelgriffe sein, reicht sicher auch ein Ring mit mehr Grip, oder evtl an der Nullstellung eine halbe Perle oder ähnliches aufkleben mit Kontaktkleber und schon hat man einen Widerstand um den Knopf besser drehen zu können.

Meine Nachbarin mit Rheuma hat diese Knöpfe mit Gummi umwickelt und dafür einen Fahrradschlauch benutzt. Die gibt's, glaube ich auch mit kleinem Durchmesser.
28.5.20, 11:24
12
@Fresie: Ich habe an meinem Herd auch solche geriffelten, versenkbare Drehknöpfe. Die kann man aber abziehen und einfach mal in die Spülminna geben.
28.5.20, 11:43
13
Ein sehr guter Tipp, vor allem für ältere Bürger. Ich habe dieses Problem mit dem aufkleben eines alten Fahradschlauches behoben. Dein Vorschlag ist aber wesentlich eleganter.
Toller Tipp ­čĹŹ­čĆ╝­čĹŹ­čĆ╝­čśÇ
28.5.20, 11:52
14
@diggeldaggeldoggeldugg , deine Grundidee ist nicht schlecht. Und jeder muss hier sicher seine Variante finden. Wer aber nicht soviel Aufwand machen möchte oder kann, der kann evtl auch diese Fliesenkreuze für den gleichmäßigen Fugenabstand aufkleben.

Ich habe einen Elektroherd mit Touchfunktion direkt auf dem Glaskeramikfeld und Induktion. (Wie wir hier bauten, gab's kein Gas) Daher hab ich dass Problem nicht, GsD. ­čśŐ
28.5.20, 12:26
15
Mit dieser Erfindung könntest du glatt zur Sendung "einfach genial" gehen. Vielleicht bekommst du da sogar etwas Geld.
Ich finde den Vorschlag gut.
Als Spass-Vorschlag könnte man auch die praktischen Verschlüsse einer bekannten Schmerzsalbe (die mit dem Mops Bruno in der Werbung) nehmen. Aber ich glaube, die gibt es nur in blau... ;-)))
28.5.20, 12:57
16
Die Zukunft hat auch bei Frag Mutti Einzug gehalten. Eigentlich müssten die Neff-Männer Beifall klatschen und um den Herd tanzen.
Wie wurden die Knöpfe befestigt?
28.5.20, 22:52
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@Ambrosius: Die Aufsätze habe ich mit Sekundenkleber befestigt, es war ja praktischerweise eine große runde Metallfläche an den Knöpfen dafür vorhanden. Und sie halten bis heute bombenfest. Lustige Erkenntnis am Rande: Zum Glück hatte mir der 3D-Drucker zunächst ein Probemuster ausgedruckt, damit konnte ich testen, ob mein Flügelaufsatz auch perfekt auf den Knopf passt. Und siehe da, er kippelte seltsamerweise! Da bemerkte ich zum ersten Mal, dass diese runde Metallflächen an der Front der Drehknöpfe erstaunlicherweise ganz leicht nach außen gewölbt sind, ähnlich einer konvexen Linse! Das war optisch kaum erkennbar, erst durch Ertasten! Diese sinnlose Wölbung konnte ich nun noch rechtzeitig in meiner 3D-Konstruktionszeichnung berücksichtigen, indem ich die Fußfläche des flachen Kegels, der die Flügel hält, mit einer leicht konkaven Innenwälbung versah. Übrigens verwendete ich für das Erstellen der Aufsätze die Software „Cinema 4D“.
29.5.20, 11:45
18
Wie heißt der Kunststoff für die Flügelaufsätze?
29.5.20, 23:21
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@Ambrosius: Wie der schwarze Kunststoff genau heißt, kann ich nicht sagen. Das Material hängt auch immer vom jeweiligen Druckverfahren ab. Was ich allerdings weiß, ist, dass die Flügelaufsätze im neuartigen 3D-SLS-Verfahren (Selektives Laser-Sintern) gedruckt wurden. Dabei wird ein Laserstrahl in ein Pulverbad gelenkt. Das Pulver wird dann an den von meiner 3D-Vorlage vorbestimmten Stellen durch den Laserstrahl erhitzt und verschmilzt dabei allmählich zur endgültigen Form. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass das fertige Druckergebnis den Produkten aus dem klassischen Spritzgussverfahren hinsichtlich Oberflächenhaptik und Robustheit sehr nahe kommt. Die Aufsätze haben tatsächlich die selbe samtig-raue Beschaffenheit, wie sie ununterscheidbar an ähnliche Kunststoffprodukte aus dem Alltag erinnern.
Das andere, bekanntere Druckverfahren ist der 3D-Druck im Filamentschichtverfahren, bei dem ein abgewickelter dünner Kunststofffaden mittels einer Spritzdüse erhitzt wird und dabei schichtweise zum eigentlichen Objekt verschmolzen wird. Es entsteht jedoch leider - technisch bedingt - eine terrassenförmige Treppchenoberfläche, die je nach Fadendicke unterschiedlich grob ausfallen kann. Solche Objekte sind allerdings auch nicht sonderlich stabil - aufgrund des lediglich verklebten Schichtaufbaus - und haben zusem diese rillige Oberfläche, die leicht verschmutzen kann. Diese 3D-Objekte sind nicht wirklich für einen dauerbelastenden Alltagsgebrauch gedacht, sondern eignen sich eher als reine Schauobjekte.
Somit gehe ich davon aus, dass die Kunststoffe für das Sinterpulver bzw. das Filamentverfahren verschiedene Zusammensetzungen haben dürften, da sie unterschiedlich stark erhitzt und anschließend auch unterschiedlich stark nutzbelastet werden. Das Sinterpulver scheint daher das bessere und langlebigere Material zu sein, denn dieser 3D-Druck gilt als Weiterentwicklung bzw. stabilere Alternative zum älteren Filamentdruckverfahren.
30.5.20, 14:28
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@diggeldaggeldoggeldugg: Meine Güte, da muss ich ja erst Physik studieren, bevor ich das alles verstehe.😂
1.6.20, 10:48
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@ Unverträglichkeitserscheinug

nur mal so zur Info, der Herd hat eine Zündsicherung also vorbeigehen schadet nicht. Enkelhände und Katzenpfoten sind somit auch kein Risiko.
1.6.20, 13:38
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@Pferdefreund74: Dazu braucht man kein Physikstudium, die verschiedenen 3D-Drucktechniken kann man sich sehr schön bei YouTube anschauen, z.B. hier: https://youtu.be/8uiae6jYcmU  oder hier: https://youtu.be/Xtnvt2B_gVY(Selektives Lasersintern) bzw. herkömmlicher Filament-3D-Druck: https://youtu.be/oWui_94Wk88 . ;
Was das Erstellen der Flügelaufsatz-Vorlage anbelangt, so habe ich mir die Grundlagen der dafür verwendeten Software selber beigebracht - auch dazu gibt es (notfalls) unzählige Tutorien auf YouTube: https://youtu.be/ZGPUXVSrpi4
Also: alles keine Hexerei!
2.6.20, 11:26

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