Wenn Freunde beim Umzug und bei der Renovierung helfen, spart man sich eine Menge Geld. Was aber, wenn ein Schaden entsteht?

Freunde helfen beim Umzug - wer haftet bei Schaden?

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Beim Umzug, beim Laminat verlegen oder Zimmer streichen, gute Freunde helfen gern und ohne Bezahlung. Dabei kann schon mal etwas kaputt gehen und ein Schaden entstehen.

Wenn die Freunde keine Haftpflichtversicherung haben - was dann?

Der Umzug in eine neue Wohnung ist mit viel Arbeit verbunden. Wenn Freunde beim Umzug und bei der Renovierung helfen, spart man sich eine Menge Geld. Das hat aber einen Nachteil. Gehen Geschirr oder wertvolle Möbel kaputt, fragt man sich, ob der Schadensverursacher dafür haftet. Gut zu wissen: Gerichte vermuten, dass stillschweigend ein Haftungsausschluss für Schäden aufgrund leichter Fahrlässigkeit vereinbart wurde. Im Klartext: der Schaden muss nicht vom Helfer ausgeglichen werden.

Eine Ausnahme gibt es und zwar ein Schaden, der durch Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit verursacht wurde. Wirft der Freund z. B. vor Wut und in voller Absicht die kostbare Vase an die Wand, dann ist er juristisch gesehen für den Schaden verantwortlich. Aber auch da kann man sich einigen ...

Tipp

Wer als Freund beim Umzug hilft, der lässt sich schriftlich bestätigen, dass er bei Schäden durch leichte Fahrlässigkeit von der Haftung freigestellt ist. Vertrauen ist gut, Korrektheit ist besser!

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12 Kommentare


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#1
29.1.16, 22:48
Ich denke, wenn ich einen Freund darum bitte und er mir beim Umzug hilft, ist es wohl selbstverständlich, dass ich die Kosten für evtl Schäden dann auch übernehmen werde. Schließlich bin ich dankbar, dass er mir hilft. Wenn ich Angst um wertvolle Sachen habe, dann trage ich die selber, oder beauftrage eine Spedition die versichert ist. Ich würde niemals meinen Freund dafür verantwortlich machen, wenn ihm aus Versehen was runter fällt. Da muss auch nichts unterschrieben werden unter Freunden sollte das selbstverständlich sein.

Anders sieht es unter fremden aus.
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#2
29.1.16, 22:54
@glucke1980: Sehe ich genauso. Wenn ich Freunden helfe, käme ich mir ziemlich bescheuert vor, wenn ich mir einen Haftungsausschluss unterschreiben lassen würde.

Sorry, gudula, die Idee kann ich nicht nachvollziehen, aber vielleicht hast Du mal schlechte Erfahrungen gemacht.
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#3
30.1.16, 06:29
Da schließe ich mich der Meinung von glucke und skudder voll an. Das geht unter Freunden gar nicht!! Wie würde ich mich fühlen, wenn ich meine Hilfe anbiete und dann zur Unterschrift gebeten werde, dass ich für verursachte Schäden aufkomme! Im Gegenzug lasse ich mir dann unterschreiben, dass ich Schmerzensgeld bekomme, wenn ich mit der Porzellankiste die Treppe runterfalle.
Ich würde die wertvollen, zerbrechlichen Dinge selbst einpacken und transportieren um allem vorzubeugen. Alternativ muss ich tatsächlich eine Spedition beauftragen und bezahlen - die ist versichert und haftet für Bruch.
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#4
30.1.16, 11:20
@superwoman: Vielleicht hast Du meinen Tipp missverstanden. Ein Beispiel: Du hast keine Haftpflichtversicherung, die ja Schaden am fremden Eigentum bezahlen würde. Du hilfst Deiner Freundin beim Umzug. Du bittest Deine Freundin darum, dass sie diesen Zettel unterschreibt, auf dem steht, dass Du keine Haftung für mögliche Schäden übernimmst. Also der Helfer bittet darum. Wenn etwas passiert, dann können Freundschaften ganz schön kaputt gehen! Mit so einem Zettel ist es vielleicht einfacher. Ohne Zettel heißt es dann: Hätte ich mich bloß abgesichert! Hinterher ist man immer klüger.
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#5
30.1.16, 11:23
Ganz ehrlich: meine Freunde würden mich nicht zur Rechenschaft ziehen, wenn beim Umzug versehentlich was kaputt geht! Daher ist der 'Tipp' für mich unnötig... und mal ehrlich, in was für einer Gesellschaft leben wir hier eigentlich, wenn selbst das schon schriftlich festgehalten werden muss? wie in den USA, wo selbst der Kaffeebecher den Hinweis erhalten muss, dass der (Kaffee!!)Inhalt heiß ist?
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#6
30.1.16, 11:28
Besser, wenn die Helfer nicht zu Bittstellern werden müssen und derjenige, der die Hilfe annimmt, diesen vorweg Haftungsfreiheit zusichert. Geht auch mündlich. Es kann jedenfalls nicht schaden, wenn man vorher mal darüber gesprochen hat. :-)
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#7
30.1.16, 11:42
Ich bin ein gebranntes Kind und beim nächstem Umzug werde ich es so machen oder wenigstens mündlich vorher einiges abklären. Freunde waren es bei mir zwar nicht, nur gute Bekannte, aber ist ja egal
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#8
30.1.16, 12:04
Die Information an sich finde ich interessant. Daraus einen Tipp zu machen, der besagt, man solle sich als Umzugshelfer sozusagen freistellen lassen, weniger. Denn eine Haftpflichtversicherung hat ja wohl jeder und wenn ich einen Schaden verursache, würde ich auch versuchen, den geltend zu machen. Aber warum sollte die Versicherung noch bezahlen, wenn ich wahrheitsgemäß angebe, dass derjenige, bei dem ich den Schaden verursacht habe, schon einen Haftungsausschluss unterschrieben hat? Die Unwahrheit möchte ich bei sowas sicher nicht sagen.
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#9
30.1.16, 12:11
@HörAufDeinHerz: Da hast Du natürlich auch wieder Recht! :-)
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#10
30.1.16, 13:14
Wir haben schon bei vielen Umzügen geholfen, und bis jetzt ist immer alles heil geblieben. Aber wir hätten auch nie daran gedacht, vorher über etwaige Schäden zu sprechen.
Zumindest mündlich sollte man das vielleicht tun, schriftlich sollte unter Freunden eigentlich nicht nötig sein.
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#11
30.1.16, 16:31
Keine schlechte Idee. Eine gute Freundschaft geht bestimmt nicht dadurch kaputt, dass du vorher über mögliche rechtliche Folgen sprichst, eher dadurch, dass du dich nachher streitest, weil jeder, was anderes angenommen hat.
#12
31.1.16, 14:14
Beim nächsten Mal bringen einfach alle Helfer ihre Haftpflicht-Police zur Kontrolle mit, sonst werden sie zum Brötchen schmieren eingesetzt. ;-)
Also mir ist es schon einmal passiert, dass ein Helfer mein E-Piano beschädigt hat - natürlich ohne Haftpflicht. :-/
Das war ärgerlich für mich, aber wenn ich mir die Kosten für ein Umzugsunternehmen sparen möchte, dann muss ich mit solchen Risiken einfach rechnen.
Bezahlt habe ich den Schaden dann natürlich (ich glaube, ich habe ihm noch nicht mal was von dem Schaden gesagt - hätte ja nichts dran geändert).
Ich finde, man sollte für seine Hilfsbereitschaft nicht gestraft werden.
P.S. Es gibt auch gute Tarife, die solche Risiken für mich übernehmen, also wenn der Schadensverursacher keine Haftpflicht hat.

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