Es gibt einen Unterschied zwischen Gewinn aus Glücksspiel und Gewinn aus Leistung.

Gewinn aus Glücksspiel und Gewinn aus Leistung

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Hurra ich habe gewonnen! Es gibt ja Leute, die täglich viele Kreuzworträtsel lösen, bei denen es was zu gewinnen gibt. Es gibt auch Leute, die ständig Tipps bei diversen Portalen veröffentlichen, wo es Gutscheine zu gewinnen gibt (schmunzel, schmunzel).

Es gibt einen Unterschied zwischen Gewinn aus Glücksspiel und Gewinn aus Leistung. Beim Lotto und bei Sportwetten ist reiner Zufall der Gewinnbringer. Bei Kreuzworträtseln, Quizsendungen und bei Tipps muss man erst etwas leisten, bevor es einen Gewinn gibt. Dann ist der Gewinn ein Einkommen. Gutscheine gelten übrigens als geldwertes Einkommen.

Muss man Gewinne eigentlich melden? Bei der Steuer oder beim Amt, wenn man Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe bekommt? Beim Finanzamt sind Gewinne aus Glücksspielen wie Lotto und Sportwetten steuerfrei. Beim Amt wird es schon schwieriger. Gewinne zählen dort grundsätzlich als Einnahmen. Wenn ein Hartz-IV-Bezieher etwas gewonnen hat, gilt folgendes:

Hartz-IV-Leistungen sind für den Lebensunterhalt da. Gibt es irgendwelche weiteren Einnahmen, so sind diese dazu da, den eigenen Lebensunterhalt mitzufinanzieren. Sie sind ein „zu berücksichtigendes Einkommen“ laut SGB II § 11. Alle Einnahmen aus Gewinnen werden also auf den Bezug von Leistungen angerechnet. In dem Monat, in dem der Gewinn (oder die Gewinne) eintrudelt, muss das gemeldet werden. Dann wird der Betrag angerechnet und verrechnet.

Diese Regelung gilt ab einem Freibetrag von 100 Euro monatlich. Wer aber mehrere Gewinne pro Monat hat, die zusammen 100 Euro übersteigen, muss dies dem Amt melden. Die Meldepflicht gilt für alle Gewinne und auf eventuell daraus erzielte weitere Einnahmen, zum Beispiel Zinsen.

Bei ganz kleinen Gewinnen hat der Hartz-IV-Bezieher großes Glück: bis 50 Euro pro Jahr kann man das Geld einstecken und einen drauf machen!

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13 Kommentare


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#1
16.1.16, 01:48
Also ich weiß nicht. Um diesen "Tipp" für sich nutzen zu können, muss man erstens Hartz4 Bezieher sein (was nicht unbedingt erstrebenswert ist) UND man muss in der Lotterie gewinnen.
Schon sehr unwahrscheinlich und wenn, kann man die Info sicher schnell googeln. Ich find das jetzt nicht so einen Knaller-Tipp, sorry Gudula.
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#2
16.1.16, 09:06
Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das in die gleiche Kategorie fällt, aber wichtig ist auch zu wissen, dass Einkünfte aus Internetverkäufen (Ebay etc.) ebenfalls nicht unbegrenzt steuerfrei sind. Das gilt auch für den Erlös aus Secondhandware wie z.B. (Kinder)Bekleidung etc.
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#3
16.1.16, 09:23
Ich habe folgende Info im Netz gefunden: "Spielgewinne in Deutschland (sind) "nicht steuerbar", weil sie aus KEINER REGELMÄSSIGEN Quelle sprudeln."
Aber was ist, wenn jemand doch REGELMÄSSIG - also so etwa jeden Monat - einen Gutschein gewinnt ;-)

Aber Spaß beiseite, ich finde dass Lotto, Sportwetten und Automatencasino eine wirklich ernst zu nehmende Gefahr sind. Ich kenne persönlich niemanden, der durch Geldgewinn glücklich geworden ist, aber viele, die durch Spielsucht sich selbst und ihren Nächsten stark geschadet haben.
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#4 comandchero
16.1.16, 14:09
Ich finde das piefig. Sicherlich mag die Tippgeberin Recht haben, allerdings handelt es sich hierbei um Minigewinne und niemand gewinnt wirklich oft. Insofern ist dieses Wissen nicht speichernswert.
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#5 comandchero
16.1.16, 14:11
@xldeluxe_reloaded: Ja, da hast du recht - leider. Ich finde dieses Gesetz kleinkariert.
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#6
16.1.16, 16:14
@comandchero:

Das ist es wohl auch, denn man hat mit dem früheren Kauf der Ware doch schon alle Steuern mitbezahlt. Aber wo der Staat die Hand aufhalten kann, da tut er es wohl auch............
#7
16.1.16, 23:15
Also die Info finde ich jetzt schon interessant! Von mir bekommst du daher auch alle Sternchen.
Ich finde das auch unmöglich!
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#8
16.1.16, 23:40
Ich finde die Aussagen des Tipps zu "Wie verhält es sich für einen Hartz IV Empfänger, wenn er Geld gewinnt" grob fahrlässig.

Es gibt zig Gerichtsurteile dazu, aber rechtlich gesehen keine eindeutige Auslegung. Ich kann nur jedem raten, sich NICHT!!! auf diese Aussagen zu verlassen.
#9
17.1.16, 06:15
@Bücherwurm: Ich würde jedem raten, sich auf den Text im Sozialgesetzbuch II § 11 zu verlassen. Ehrlich ist ehrlich und Gesetz ist Gesetz. Es gibt einen Freibetrag, also bis 100 Euro monatlich wird ein Gewinn nicht als Einkommen bewertet. Das ist doch auch schön. Du meinst vielleicht die Gewinne aus Pokerspielen, die noch nicht eindeutig als Glücksspiel oder Leistung bewertet werden, aber das kann sich ändrn.
#10
17.1.16, 10:44
Meine Vermutung ist, hier geht es sich um die "Großen" Gewinne wie eine monatliche Sofortrente (staatliche Lotterie) bis zum Lebensende, oder das berühmte Neufahrzeug, welches man noch zu Bargeld machen kann. Diese Gewinne sind bestimmt meldepflichtig.

Ich mache viel bei Gewinnspielen mit, doch eine monatliche "Glücksträhne" hatte ich noch nie. Mein letzter Gewinn war ein Einkaufsgutschein i.H. 50 Euro.

Gudula: Danke für den Tipp, gut zu Wissen.
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#11 Murmeltier
18.1.16, 14:45
Würde mich mal interessieren, was passiert wenn z. B. ein Hartz4-Empfänger im Lotto einen richtig dicken Treffer hat, von diesem Geldsegen niemandem!!! etwas sagt und stillschweigend weiter ein "normales" Leben führt?
Denn wenn außer ihm niemand etwas vom Treffer weiß, wird er sich vermutlich sagen: "Warum soll ich etwas melden, was offiziell gar nicht existent ist?"

Das Stillschweigen über einen großen Gewinn sollte ohnehin für jeden, den dieses Glück getroffen hat, das oberste Gebot sein! Ansonsten braucht man sich nicht zu wundern, wieviele Freunde man plötzlich hat, von der buckligen Verwandtschaft mal ganz abgesehen!!
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#12 Aquatouch
18.1.16, 15:30
Dann ist er ein Sozialbetrüger und wird irgendwann überführt. Was bitte soll ich mit paar Hundert Euro, wenn ich Millionen gewonnen habe? Deshalb eine Vorstrafe riskieren? Glaube ich nicht, dass das jemand machen würde. Er müsste ja aller halbe Jahre spätestens einen Folgeantrag stellen und dort sein Vermögen angeben, außerdem muss er alle Kontoauszüge vorlegen. Dazu gehört schon eine Menge kriminelle Energie.
Und natürlich existiert der Gewinn offiziell, sonst gäbe es ja keinen Ärger, der irgendwann gewiss eintritt. Und wie sollte jemand der Millionen gewinnt, ein normales Leben führen. So ganz ohne schicke Wohnung, Kleidung, Reisen und Auto? Glaube ich nicht dran.
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#13
19.1.16, 00:58
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die staatlichen Lottogesellschaften eine Meldung ab bestimmten Beträgen an die Finanzämter machen. Denn der Gewinn an sich ist zwar steuerfrei, aber nicht die daraus resultierenden Einnahmen aus Geldanlage oder Investment etc. Also würde auch dieser hypothetische Fall bald auffliegen.
Sorry, jetzt sind wir aber sehr vom Thema abgekommen.

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