Echter Thymian (Thymus vulgaris)

Heilpflanzen im eigenen Garten anbauen

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Was für eine schöne Vorstellung: Wenn es irgendwo zwickt oder juckt, einfach kurz im Garten, auf dem Balkon oder im Topf auf der Fensterbank ein linderndes Kräutlein ernten. Das ist gar nicht so abwegig – denn viele Pflanzen mit medizinischer Wirkung haben immer noch einen festen Platz in unserem Leben. Allerdings eher in der Küche oder als dekoratives Element. Einige Beispiele – diese Liste ist bei weitem nicht vollständig!

Salbei: Nicht nur für Saltimbocca gut

Wenn’s im Hals kratzt, ist Salbei erste Wahl. Bei Halsschmerzen und Heiserkeit, aber auch bei entzündetem Zahnfleisch sollte man Salbeitee trinken oder damit gurgeln. In den grünen, samtigen Salbeiblättern steckt viel ätherisches Öl, vor allem Thujon und Kampfer, Flavonoide und Gerbstoffe. Die ätherischen Öle behindern die Vermehrung der Krankheitserreger, die Gerbstoffe beruhigen die Schleimhaut, verschließen Wunden schneller und sorgen dafür, dass die Schleimhaut für die Bakterien und Viren undurchlässiger wird. Trinkt man regelmäßig Salbeitee, kann das übrigens auch übermäßiges Schwitzen reduzieren.

Der Anbau ist denkbar einfach: Ob in Beet oder , Salbei will es oben warm und sonnig, unten karg und eher trocken. Wichtig ist die Wahl der Salbeiart: Salvia officinalis! Man pflückt die Blätter zu Beginn der Blüte, trocknet sie und gießt sie als Tee auf. Nach der Blüte ist der Gehalt an Ölen geringer. Trick: Die Blüten immer rechtzeitig abschneiden, damit sich keine Samen bilden.

Thymian: Hustenkraut

Der echte Thymian (Thymus vulgaris) wirkt schleimlösend. Die ätherischen Öle wie Thymol, Flavonoide und Gerbstoffe lösen den festsitzenden Schleim in den Atemwegen und unterstützen den Abtransport. Außerdem scheint Thymol die Bronchialmuskeln zu entspannen und leicht schmerzstillend zu wirken. Wie viele ätherische Öle wirken auch die im Thymian antibakteriell. Aus den Thymianblättchen kann man sich am besten einen Tee aufbrühen.

Der Anbau: trocken, karg, sonnig.

Ringelblume: Die Geheimwaffe gegen Wunden

Ringelblumen (Calendula officinalis) fördern die Wundheilung und wirken entzündungshemmend. Warum, weiß niemand so richtig. Was man aber weiß ist, dass sie außerdem in Beeten wunderschön wirken, durchblühen bis zu harten Frösten, den Boden verbessern und Beetnachbarn vor Schädlingen (sogar vor Schnecken!) schützen. Wer jetzt im Frühjahr keine Ringelblumen aussät…selber schuld.

Ringelblumensalbe selber machen

Am besten man macht eine Salbe: Dazu eine bis zwei Handvoll Blüten in 100 ml Olivenöl vorsichtig erwärmen (nicht frittieren!) und 20 Minuten simmern lassen. Dann filtern und die Blüten aus dem Olivenöl seihen. In einem Topf 40 g Bienenwachs zergehen lassen und unter Rühren mit dem Olivenöl mischen. Fertig. Wer es geschmeidiger mag, fügt noch etwas Vaseline hinzu.

Der Anbau: Einfach die geringelten Samen (daher der Name!) im April auf das vorbereitete Beet aussäen, Standort sonnig bis halbschattig. Eine dauerhafte Blüte den ganzen Sommer hindurch erreicht man, wenn man die verwelkten Blüten gewissenhaft abschneidet. Man kann aber auch absichtlich ein oder zwei übersehen, dann sät sich die Calendula von selbst wieder aus!

Kamille: Eine gegen alles

Antientzündlich. Krampflösend. Antibakteriell. Die Kamille ist die Allzweckwaffe gegen viele Beschwerden. Vorausgesetzt, dass man die Echte Kamille (Chamomilla recutita/Matricaria recutita) erwischt. Viele verschiedene Inhaltsstoffe der Blüten entfalten viele verschiedene Wirkungen. Gurgeln empfiehlt sich bei Halsschmerzen oder Zahnfleischentzündungen. Inhalieren, wenn die Erkältung schon tiefer sitzt. Sitzbäder helfen bei Hämorrhoiden oder Infektionen. Als Creme kann sie Akne lindern, als Tee den Magen beruhigen und Verdauungsbeschwerden bekämpfen.

Der Anbau: In der freien Natur wächst (oder wuchs?) die echte Kamille an Wiesen- und Ackerrändern, deshalb sät man sie auch am besten am Beetrand aus. Und zwar im August oder September. Wichtig ist, dass man nicht zu viel gießt oder düngt. Wird der Winter streng, kann man sie leicht abdecken

Pssst: Baldrian

Das weiß doch jeder: Baldrian wirkt auf Menschen beruhigend, auf Katzen eher nicht. Bei Prüfungsangst, innerer Unruhe, Schlafstörungen wirken die Inhaltsstoffe – und das sind viele – direkt auf Botenstoffe im Zentralnervensystem. Allerdings wirkt Baldrian vor allem bei Schlafproblemen nicht sofort, oft vergehen ein bis zwei Wochen kontinuierlicher Einnahme, bis sich ein positiver Effekt bemerkbar macht.

Im Garten will Baldrian einen sonnigen Standort mit halbdurchlässigem Boden. Medizinisch am wirksamsten sind die Wurzeln, allerdings kann man auch aus den Blüten Tees zubereiten.

Lavendel? Gaaanz ruhig!

Bei Einschlafstörungen und Unruhe macht man auch mit dem Echten Lavendel (Lavandula agustifolia) gute Erfahrungen. Die in den Blüten enthaltenen ätherischen Öle wirken beruhigend. Eine gute Idee ist zum Beispiel ein Lavendelkissen neben dem Bett, an dem man schnuppern kann, wenn man wieder mal hellwach ist. Ein abendliches Bad mit Lavendelöl stimmt auf eine gute Nacht ein.

Anbau: Lavendel sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch sehr anspruchslos. Steht er trocken und sonnig, ist er schon zufrieden. Lavendel ist übrigens, entgegen der landläufigen Meinung, kein guter Begleiter für Rosen, diese brauchen viel Nährstoffe und Wasser, was beides dem Lavendel nicht bekommt. Steht der Lavendel in voller Blüte, erntet man, indem man gleichzeitig die Pflanze wieder in Form zurückschneidet. Das ist auch das einzige Mal, dass man Lavendel schneidet. Auf keinen Fall im Frühjahr auf den Stock setzen oder die Blüten einfach stehen lassen. Im ersten Fall braucht der Lavendel lange, wenn überhaupt, bis er sich erholt hat, im zweiten Fall verholzt er und wird von unten her kahl und unansehnlich.

Hier wohnen die guten Geister: Holunder

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist das Fiebermittel unserer Großeltern. Ob Blüten oder Beeren, die Inhaltsstoffe sollen schweißtreibend und schleimlösend wirken. Wissenschaftlich nachgewiesen ist das noch nicht, Studien zeigen allerdings die Tendenz, dass mit Holunder eine Erkältung schneller abklingt. Im Saft von Holunderbeeren steckt sehr viel Vitamin C – perfekt für die Abwehrkräfte, wenn man in seinen winterlichen Punsch Holundersaft mischt. Dann aber vorsichtig erhitzen, Vitamin C ist hitzeempfindlich! Wer Holunder selbst im Garten hat, kann sich auch den Holunderblütensirup für den Hugo selbst fertigen – das hat zwar mit körperlicher Gesundheit weniger zu tun, tut aber Gaumen, Leib und Seele gut!

Anbau: Eine Stelle im Garten anvisieren und „Holunder“ denken. Fertig. Im Ernst: Ein Pflänzchen aus der Baumschule einfach anpflanzen. Egal wo. Holunder wächst überall.

Aloe Vera: Die Schmerzstillerin im Topf

Eine Aloe Vera (barbadensis) sollte in jedem Haushalt ein Plätzchen finden. Sie hilft hervorragend gegen Hautverletzungen und –reizungen. Mückenstiche, Sonnenbrand, Brandverletzungen, allergische Reaktionen, der frische Saft einer Aloe lindert, kühlt und fördert die Heilung. Dazu schneidet man von einem der fleischigen Blätter der Aloe ein Stück ab. Sofort tritt der klebrige Saft aus. Damit fährt man beliebig oft über die entsprechende Stelle. Aloen sind sehr anspruchsvoll, sie wollen einen hellen, warmen Platz und brauchen nicht viel Wasser.

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