Hörbücher - unbeschwerter Literaturgenuss - meine Erfahrung

d die Augen schließen kann. Ich brauche nicht einmal Licht oder Brille.
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Schöne Literatur einfach nur genießen. Das gelingt mir seit Jahren mit Hörbüchern. Da ich beruflich viel lesen muss, war es für mich nach Feierabend weder Genuss noch Erholung, Bücher in den Händen zu halten und wie tagsüber, auf Buchstaben zu schauen. Oft hatte ich auch weder Augen noch Hände frei dafür oder war zu müde zum Lesen. Deswegen bin ich auf Hörbücher umgestiegen und genieße seitdem die schöne Literatur wieder.

Kassette, CD oder rein digital

Die ersten Hörbücher habe ich als Kind auf Schallplatten, später dann auf Kassetten gehört. Heute greife ich oft auf CDs zurück. Die kann man in Buchläden kaufen oder in öffentlichen Bibliotheken ausleihen. Um sie dann nicht nur auf einem CD-Player anhören zu können, rippe ich sie, d.h. ich wandle sie auf dem PC in MP3-Dateien um. Dafür gibt es eine Reihe kostenfreier Programme. Die CDs haben den Vorteil, dass man sie wunderbar verschenken, verleihen oder tauschen kann. Der Kaufpreis ist ähnlich hoch, wie der Preis gebundener Bücher.

Man kann Hörbücher aber auch als Audiodateien ohne Datenträger kaufen. Dann muss man aber aufpassen, dass man das richtige Abspielgerät, bzw. die richtige App auf dem Abspielgerät hat. Die Audiobook-Anbieter verwenden absichtlich ein Format, das nicht auf jedem Gerät abspielbar ist. Das verhindert, dass man die Audiobücher einfach vervielfältigen, ausleihen oder verschenken kann. Die Hörbuch-Apps bieten dafür weitere Möglichkeiten wie Lesezeichen setzen oder Kommentare einfügen, die einfache Abspielgeräte nicht haben. Oft locken die Anbieter mit Probebüchern oder günstigen Angeboten im Abonnement. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auch so etwas gönnen. Im Abonnement gibt es Hörbücher, egal welchen Umfangs, für 10 Euro. Aber auch das kostenlose Ausleihen von Hörbüchern in rein digitaler Form ist möglich. Über Onleihe (http://www.onleihe.net/), an die viele öffentliche Bibliotheken angeschlossen sind, kann man sich Hörbücher ausleihen. Wer einen Leseausweis der örtlichen öffentlichen Bibliothek hat, darf sich auch über Onleihe Medien ausleihen. Die darüber heruntergeladenen Dateien sind nur für eine bestimmte Zeit „die Leihdauer“ abspielbar, dann erlischt die Anhörlizenz. Man braucht sich um die Rückgabe nicht zu kümmern, die dann unbrauchbaren Dateien löscht man ganz einfach wieder vom Gerät.

Das Hören statt Lesen bringt viele Vorteile

Mein MP3-Spieler wiegt nur wenige Gramm und nimmt auch nur sehr wenig Platz ein. Auf dem Weg zur Arbeit kann ich also mit wenig zusätzlichem Gewicht Bücher konsumieren. Inzwischen habe ich auch Bücher auf dem Smartphone dabei, ganz ohne weiteres Gewicht. So kann ich den gesamten Arbeitsweg nutzen, egal ob ich auf dem Fußweg, an der Haltestelle oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln bin.

Beim Hörer der Bücher bleiben Augen und Hände frei. Ich kann sie für andere Zwecke einsetzen, z.B. für die Hausarbeit, für Handarbeiten oder auch einfach ausruhen lassen. Die Bettlektüre ist viel angenehmer, wenn ich bereits eine bequeme Liegeposition einnehmen und die Augen schließen kann. Ich brauche nicht einmal Licht oder Brille. Meinen MP3-Player kann ich im Dunkeln auch fast blind bedienen und so einstellen, dass er nach einer bestimmten Zeit oder am Ende des Kapitels von selbst ausgeht. Seit ich zum Einschlafen Hörbücher höre, schlafe ich viel besser. Sollte ich nachts doch einmal aufwachen und nicht gleich wieder einschlafen können, nehme ich mein Hörbuch und kann ohne Licht anzumachen und ohne den Partner zu stören, weiterhören. Für das Hören im Liegen habe ich im Laufe der Zeit verschiedene Kopfhörer / Lautsprecher ausprobiert. Die ersten waren in ein Hartschaumkopfkissen eingebaut. Ich brauchte mich nur mit dem Ohr auf die richtige Stelle des Kopfkissens zu legen und konnte Bücher hören. Inzwischen habe ich ganz flache Kopfhörer, die man in ein Stirnband platzieren kann oder auch aufs Kissen legen kann.

Fremdsprachliche Bücher sind als Hörbücher besonders geeignet, weil man dann gleich die Originalaussprache präsentiert bekommt. Bei manchen Apps kann man die Hörgeschwindigkeit einstellen und den Ton schneller oder langsamer abspielen lassen. Das langsamere Hören ist bei Fremdsprachen, die man nicht ganz so schnell versteht, sehr hilfreich. Manche Bücher habe ich mir im fremdsprachigen Original und in deutscher Übersetzung besorgt und beides angehört.

Hören und Lesen kombinieren

Nicht alle Bücher eignen sich für das reine Hören. Ich habe mal die Sixtinische Verschwörung gehört und musste sie mehrfach anhören, konnte aber bis zum Schluss nicht alle vorkommenden Kirchenmänner auseinanderhalten. Bei anderen Büchern habe ich am Anfang Stichworte aufgeschrieben, um mir die wichtigsten Personen und Fakten zu merken, bis ich dann auf die Idee gekommen bin, die Hörbücher auch zum Lesen zu besorgen. Teils als echtes Buch zum Anfassen, teils als E-Book, das man auf dasselbe Mobilgerät aufspielen und so gleichzeitig lesen und anhören kann.

Viele E-Book-Buchhandlungen bieten den Beginn von Romanen als kostenlose Leseproben an. Diese Leseproben reichen meist schon aus, dass man alle Charaktere einmal in schriftlicher Form wahrgenommen hat und auf diese Weise gut in das Hörbuch hineinkommt. So braucht man sich nicht das komplette E-Book zu kaufen. Aber auch E-Books bekommt man über die Onleihe der öffentlichen Bibliotheken.

Der Hörbuchanbieter Audible und der E-Book-Anbieter Kindle bieten das so genannte Whispersync an. Hat man dasselbe Buch als Hörbuch im Audible-Format und auch als E-Book im Kindle-Format käuflich erworben UND besitzt ein geeignetes Abspielgerät, kann man zwischen den beiden Formaten lückenlos hin und herwechseln. Wie sich das gestaltet, konnte ich leider nicht testen, weil ich erst nach Kauf des Audible-Book und Kindle-Ebook festgestellt habe, dass auf meinem Abspielgerät zwar beides zu hören bzw. zu lesen ist, die Synchronisierung zwischen den Formaten aber leider nicht funktioniert. Macht nichts, jetzt kann ich getrost wieder auf die kostenlosen Varianten der Onleihe oder Leseprobe zurückgreifen und bewältige das Switchen auch so.

Auf Wiederhören!

Während ich Bücher selten ein zweites Mal gelesen habe, höre ich meine Bücher alle viele Male an – sei es vollständig oder nur ausschnittweise – und entdecke bei jedem weiteren Hören neue Details, die ich zuvor überhört hatte. Auf Wiederhören!

Tipp der Redaktion:

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