Hunde im Auto bei sommerlichen Temperaturen

Hunde im Auto bei sommerlichen Temperaturen

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Ich möchte das Thema "Haustiere im Sommer" von glucke1980 noch einmal aufgreifen - aus aktuellem Anlass. Als Hundehalterin ist mir durchaus klar, dass man Hunde nicht bei sommerlichen Temperaturen im Auto lassen soll.

Manchmal ist es aber nicht zu vermeiden, wie ich bei der letzten Hitzeperiode feststellen musste. Ich hatte mich im Urlaub am Fuß verletzt, musste zum Arzt zum Versorgen der Wunde. Da ich mit meinem Hund allein im Urlaub war, stellte sich die Frage, was ich mit ihm während meiner Behandlung mache.

Im Auto fühlt er sich wohl, es ist quasi seine rollende Hundehütte, in Ferienwohnung oder Hotelzimmer fühlt er sich fremd, hat Verlustängste, jault, bellt und zerstört im schlimmsten Falle Textilien. Ein Hundesitter ist meist nicht zu erreichen, wenn man ihn braucht.

Schweren Herzens habe ich meinen Hund deswegen im Auto mitgenommen, habe für das Auto einen Tiefgaragenplatz gesucht, möglichst tief im untersten Garagengeschoss (da ist es am kühlsten), habe die Fenster der hinteren Türen eine gute Handbreit geöffnet, mit speziellen Fenstergittern gesichert, die vorderen Seitenfenster ebenfalls geöffnet - auch etwa handbreit.  

Sollte keine Tiefgarage zur Verfügung stehen, so habe ich im Auto alte Bettlaken, die ich zur Beschattung über das Dach und die Fenster breite und in den Türen festklemme. Auto natürlich nicht in die volle Sonne stellen und wieder die Fenster öffnen! Nach Möglichkeit gehe ich vorher mit meinem Hund ans Wasser, wo er baden gehen kann. Mit nassem Fell kann er dann auch einen kurzen Lebensmittel-Einkauf im Auto (natürlich keine Shopping-Tour) gut aushalten.

Bevor jetzt hier der große Entrüstungssturm losgeht, bitte ich zu bedenken, dass ich für meinen Hund wirklich alle Rücksichten nehme, ihn zu gefährden, käme mir wirklich nicht in den Sinn. Aber es ergeben sich manchmal Notwendigkeiten, die nicht zu vermeiden sind, für solche Fälle hatte ich meinen Tipp gedacht.

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17 Kommentare


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#1 xlzicke
14.7.15, 19:53
Der Tipp ist ok und bekommt von mir fünf Sterne. Leider sind nicht alle Hundehalter so fürsorglich. Ich habe mal auf einem Parkplatz eine Autoscheibe zerkloppt, damit in letzter Sekunde zwei kleine Hunde vorm Hitzetod gerettet. Die Besitzer haben seelenruhig eine Besichtigung in einer kühlen Tropfsteinhöhle gemacht. Die Tiere waren schon total aphatisch und erst nachdem ich sie in einem Bach neben dem Parkplatz abgekühlt habe ging es ihnen besser. Ie Besitzer wollten mich anzeigen wegen der Autoscheibe, aber es kam nichts, auch kein danke.
#2
14.7.15, 20:04
Man kann mal in Notsituationen kommen. Von daher finde ich es gut, wenn du hier Lösungsmöglichkeiten postest @krillemaus.
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#3
14.7.15, 20:29
Außerdem sollte man seine Handy-Nr. ebenso seinen Aufenthaltsort sichtbar am Kfz. anbringen. So ist man erreichbar.

14.07.15 - 20.29 Uhr
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#4 krillemaus
14.7.15, 20:39
@Teddy: Ja, danke für die Ergänzung! Das hatte ich vergessen.
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#5
14.7.15, 23:10
Super Tipp @Teddy!
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#6
15.7.15, 06:18
Ich hatte auch schon die Situation. Meine Lösung: Abseits vom Parkplatz im Schatten Parken, Kofferraum auf und Hunde an der Leine an der Gepäcköhse im Kofferraum fest gemacht. so können sie hinter dem Auto liegen oder im Kofferraum, je nach belieben.
#7
17.7.15, 07:50
Das mit der Handy-Nr. ist eine sinnvolle Idee!
Können sich auch gleich die melden, die mein Auto kaufen wollen. :-)
#8 krillemaus
17.7.15, 09:50
@ Nic78 #6: ....kann ich mit meinem Hund nicht machen, der beißt beim Anblick eines fremden Hundes die Leine durch, um aus dem anderen Hackfleisch zu machen ( er ist kein Kampfhund, eher ein Kampfschmuser, aber bei anderen Hunden rastet er aus).

@ BBaumeister #7: ... mit oder ohne Hund? ;-)
#9
17.7.15, 10:53
@krillemaus

Benutze eine Kette, die kann er nicht durchbeißen.

Dieses Fehlverhalten läßt sich mit Geduld und Autorität aberziehen!


17.07.15 - 10:53 Uhr
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#10 krillemaus
17.7.15, 11:40
@Teddy #9: Ich möchte nicht vom eigentlichen Thema ablenken, deshalb nur soviel: ich habe den Hund im Alter von 8 Jahren übernommen, bin dritter Besitzer. Er kommt aus einer englischen Zucht, von wo er im Alter von drei Jahren nach Deutschland zu einem Züchter wechselte und als Zuchtrüde eingesetzt wurde. Mit drei Jahren hatte er keinerlei Grund-Erziehung, außer sich auf Ausstellungen entsprechend zu präsentieren und zu benehmen - mit großem Erfolg, er ist ein hochprämierter Zuchtrüde. Aber eben auch entsprechend dominanter Alpha-Rüde.
Mit 8 Jahren habe ich ihn bekommen, habe seitdem 3 Hundetrainer in Einzeltrainingsstunden verschlissen, alle drei haben verschiedene Meinungen, weswegen dieser Hund gegenüber Artgenossen so unleidlich ist, und empfehlen drei verschiedene mehr oder weniger handgreifliche Trainings-Methoden. Keine hat trotz Konsequenz,Geduld und Autorität wirklich zufriedenstellende Ergebnisse erzielt. Es ist besser geworden, er flippt beim Anblick anderer Hunde nicht mehr total aus, regt sich auch schneller wieder ab, aber Körperkontakt zu anderen Hunden geht für die anderen nicht ohne körperliche Blessuren aus.
Ich kenne die Rasse, habe den dritten Vertreter, in den USA gilt die Rasse als absoluter Familienhund und wird in jedem Familienfilm gezeigt.
Seine Vorgänger liebten alles, was Beine hat, er mag teilweise noch nicht mal fremde Menschen. Zu bekannten Menschen, auch kleinen Kindern, ist er absolut zuverlässig freundlich, Katzen flirtet er ausnahmslos an.
Und Kette bzw. Anbinden ist bei dieser Rasse überhaupt nicht angesagt, genauso wenig wie Zwingerhaltung, sie verlieren das Vertrauen in ihren Menschen, was noch größere Verhaltens- Probleme nach sich ziehen würde.
Auch als Mensch muss man akzeptieren, dass es individuelle Charaktere bei Hunden gibt, und man sich weder Mensch noch Hund als Partner nach seinen Vorstellungen backen kann.

Und ganz ehrlich: außerhalb des Autos bzw. mit offenstehender Transportraumklappe meinen Hund alleine zu lassen, da hätte ich Angst, dass er bei meiner Rückkehr nicht mehr da ist, weil er gestohlen wurde. Er ist nämlich ein extrem schönes Tier.
#11
17.7.15, 16:22
@krillemaus

"Es ist besser geworden, er flippt beim Anblick anderer Hunde nicht mehr total aus, regt sich auch schneller wieder ab, ..."

Da scheinst Du auf dem richtigen Weg zu sein :)
Und Du wirst die Umerziehung schaffen.

Was für eine Rasse ist das?
Nach einem "Lassie" hört sich dies nicht an.

16:22 Uhr

PS: Außenstehende können immer gut reden und besser wissen ... ;)
16:23
#12 krillemaus
17.7.15, 18:08
@Teddy: Nein, es ist kein Lassie, die sind ja schon der Inbegriff freundlicher Hunde. Es ist noch schlimmer: mein Hund ist ein Bearded Collie, die im allgemeinen als friedlich-fröhliche Hunde-Clowns bekannt sind. Meiner ist die (unrühmliche) Ausnahme, die ja bekanntlich die Regel bestätigt.
Ich habe ihn übernommen, seine Fehler habe ich so nach und nach erst festgestellt, habe aber auch seine liebevolle Zuneigung zu mir kennengelernt. Da passt man sich als Mensch dann eben mal dem Hund an, ihn zurückzugeben oder abzugeben ist mir nie in den Sinn gekommen. Drei Besitzer in einem Hundeleben reichen aus, um den bestveranlagten Hund von der seelischen Rolle zu bringen.
Meinen Vorbesitzern kann man keine Vernachlässigung vorwerfen, es kamen unglückliche Umstände zusammen, dass es dort nicht mehr passte. Und der Züchter war der Meinung, dass er bei mir in guten und erfahrenen Händen sei.
Dass er ruhiger geworden ist, kann natürlich auch mit dem Alter zusammenhängen, er ist jetzt 12 Jahre alt. Ich bilde mir nicht ein, dass es ausschließlich meinem hundepädagogischen Geschick zuzuschreiben ist, ich versuche nur, jedem möglichen Konflikt aus dem Weg zu gehen, indem ich z.B. einsame Hunde-Runden drehe. Bevor ich mich von ihm bei einer Hundebegegnung umwerfen (er wiegt immerhin 26 kg) oder mir die Kleidung völlig einsauen lasse, muss er eben auf Sozialkontakte verzichten. Wer den Streithammel herauskehrt, legt auf Sozialkontakte augenscheinlich wenig Wert!
In 4 Jahren konnten meine Freundin und ich meinen und ihren Hund immerhin soweit aneinander gewöhnen, dass wir einmal am Tag zusammen spazieren gehen, ohne dass meiner dem Hund meiner Freundin an die Gurgel geht. Beste Freunde sind sie nicht, sie vertragen sich, weil wir Frauchen sonst entsprechende Ansagen treffen würden.
#13 marasu
17.7.15, 18:15
@Nic78:
Leider gibt es so idiotische Leute, die in den Kofferraum greifen und den Hund streicheln wollen, oder ein bißchen ärgern, oder die gar die Leine abmachen.
#14
19.7.15, 10:10
Es gibt für kleines Geld Gitter, die man in die Autofenster klemmen kann.
(auch bei amazon).

Übrigens hatte ich auch mal einen 'bearded Collie'. Der war ziemlich zimperlich. Ich musste ihn immer im Auto mitnehmen, weil er nicht allein sein konnte.
#15 krillemaus
19.7.15, 11:19
@AMANTE #14: Genau von diesen Gittern habe ich geschrieben. Sie sind allerdings nicht einbruchsicher,
Ich habe schon den dritten Beardie, alle völlig problemlose Hunde (bis auf den jetzigen, der keine Artgenossen leiden kann). Im Auto und zuhause konnten sie alle drei gut alleine bleiben, nur im Hotel oder einer Ferienwohnung nicht. Mit jedem habe ich e i n e n Versuch gemacht, immer ohne Erfolg: der erste zerrupfte ein Handtuch (zum Glück mein eigenes), der zweite hüpfte ins Bett, der Dritte singt ganze Arien - alles Ereignisse, die beim Hotelier oder Ferienwohnungsvermieter nicht gut ankommen.
Mittlerweile hat sich, wenn ich unterwegs bin, folgendes Ritual eingespielt: Morgens nach dem Aufstehen ist der Hund dran - ein langer Spaziergang, nach dem er gar nicht mehr ins Hotelzimmer zurück möchte, sondern ins Auto. So kann ich zum Frühstück gehen, ohne Rücksicht auf Hotelvorschriften nehmen zu müssen. Der Hund ruht sich inzwischen vom Spaziergang in seiner rollenden Hundehütte aus.
Mir ist es schon passiert, dass mich nach einer Übernachtung beim Begleichen der Rechnung die Hotelbesitzer gefragt haben, ob ich ohne meinen angemeldeten Hund angereist sei.

Wir waren letzten Winter in Süditalien, das dortige Haus hatte ein großes umzäuntes Grundstück, auf dem der Hund frei laufen konnte. Als ich eines Tages mein Auto gewaschen und den Innenraum gesäubert hatte, zum Auslüften und Trocknen des Innenraumes alle Türen hatte offen stehen lassen, war mein Hund weg! Alles Rufen und Pfeifen brachte ihn nicht zutage.
Wir haben alle Nachbarn abgeklappert, ob er dort "seine" Katzen anflirtete, ohne Erfolg.
Als wir zur Suche im weiteren Umfeld ins Auto steigen wollten, bequemte er sich, in seiner Box im Laderaum aufzustehen. Er war dort alleine hineingesprungen, hatte es sich bequem, (sprich ganz flach) gemacht und - so vermute ich - über unsere hektische Suche nach ihm köstlich amüsiert!

Ich mag die Beardies, wenn ich auch zugeben muss, dass sie in den letzten Jahren zunehmend deutliche Überzüchtungsmerkmale zeigen. Man muss sich eben den Züchter sehr genau aussuchen, von dem man einen Hund erwirbt - was für alle Hunderassen gilt.
#16
19.7.15, 16:03
Kichern ... :)))
#17
19.7.15, 17:50
Ich hab einen Dobermann und wenn ich den im Kofferraum (Kombi) lassen würde mit offener Rückklappe und da würde einer reinriefen, könnte ich für nix garantieren.
Zum Glück bleibt gerne allein zuhaus, wenn es zu warm ist. Ansonsten ist er ein leidenschaftlicher Autohund und eine Seele von Hund

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